Werben (Elbe)

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Werben

Wappen von Werben (Elbe)
Staat: Deutsches Reich
Gau: Magdeburg-Anhalt
Landkreis: Stendal
Provinz: Sachsen
Einwohner (2014[1]): 830
Bevölkerungsdichte: 15 Ew. p. km²
Fläche: 53,39 km²
Höhe: 28 m ü. NN
Postleitzahl: 39615
Telefon-Vorwahl: 039393
Kfz-Kennzeichen: SDL
Koordinaten: 52° 52′ N, 11° 59′ O
Werben befindet sich entweder unter Fremdherrschaft oder wird durch die BRD oder BRÖ staatsähnlich verwaltet.
Bundesland: Sachsen-Anhalt

Die Hansestadt Werben (Elbe) ist eine deutsche Zwergstadt, die sich in der nordöstlichen Altmark befindet. Die Ortschaft ist der nördlichste Punkt der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck.

Lage

Die Hansestadt Werben liegt am linken Ufer der Elbe nordwestlich von Havelberg und nordöstlich von Seehausen am Elberadweg. Der Hansestadt werden zwei weitere Ortsteile zugeordnet: Neu-Werben und Räbel. Von der kleinen Ortschaft Räbel fährt eine Fähre über die Elbe nach Havelberg. (→ Räbeler Fähre)

Werben ist die wohl kleinste Hansestadt der Welt und auch eine der kleinsten Städte Sachsen-Anhalts. Die mittelalterlich gut erhaltene Innenstadt ist denkmalgeschützt. Sie liegt mitten im Herzen der Naturlandschaft Wische und ist daher auch Teil des Biosphärenreservats „Mittlere Elbe“.

Werben trägt außerdem den Namen einer Storchenstadt, weil die Elbestadt neben dem Storchendorf Wahrenberg Heimat zahlreicher Weißstörche ist und weil Werben die storchenreichste Stadt der Bundesrepublik Deutschland ist[2]. Dazu sind die Werbener stolz auf zwei weitere Prädikate – Johanniterstadt[3], weil Albrecht der Bär den Johanniterorden nach Werben holte, und Biedermeierstadt[4].

Geschichte

Ein Werbener Gasthof im Mittelalter (gemalt 1935)
Ein Blick vom einzig erhaltenen Stadttor, dem „Elbtor“, in Richtung Elbe (gemalt 1935)

Mittelalter

Im Jahr 1005 wurde die Elbestadt erstmalig im Zusammenhang mit der „Burg Werben“ urkundlich erwähnt. Aufgrund der besonderen strategischen Lage an einem Elbübergang und der Havelmündung war Werben ein wichtiger Handelsknotenpunkt sowie ein sehr wichtiger militärischer Stützpunkt. Aus dieser kriegerischen Zeit stammt auch der heute noch erhaltene Straßenname „Schadewachten“, wo die Burgwachen lebten.

In der Zeit von Albrecht dem Bären erhielt Werben 1151 das Stadtrecht. Weiterhin entwickelte sich in dieser Zeit auf den Äckern Werbens das Bauerntum, weil durch die Eindeichungen der Elbe erstmals Landwirtschaft betrieben werden konnte. Albrecht der Bär schuf sich ein weiteres Denkmal, indem er den Johanniterorden nach Werben holte. Ältestes Zeugnis der Bautätigkeit des Ordens ist die Lamberti-Kapelle. Die Komturei war damals für Sachsen, die Mark Brandenburg, Pommern und das Wendland zuständig.

1358 wurde die Johanniterstadt Mitglied der Hanse. Nach einer 150jährigen Phase der Stagnation kam es in der Hansestadt nun zu einer neuen Blütezeit. Das heute noch erhaltene Elbtor, das früher eins von fünf Stadttoren war, ist ein Zeugnis dieser Blütezeit. Im Turm des im Jahre 1470 entstandenen Bauwerkes ist heute ein Heimatmuseum eingerichtet. Die Stadtkirche Sankt Johannes wurde im gotischen Stil 1160 errichtet. Sie ist eine der ältesten Kirchen in der Altmark. Aber auch noch Teile der früheren Stadtmauer mit dem Hungerturm sind erhalten geblieben. Die zweite errichtete Kirche ist eine Salzkirche aus dem Jahr 1313.

Dreißigjähriger Krieg

Trotz des fürchterlichen Krieges war der Dreißigjährige Krieg ein bedeutsames Ereignis der Werbener Geschichte. Zunächst wurde Werben – wie alle Wischedörfer – geplündert und durch Kriegshandlungen schwer zerstört. Doch durch die wichtige strategische Lage wurde Werben am 11. Juli 1631 durch schwedische Truppen besetzt. König Gustav Adolf hatte im Haus Nummer 22 am Markt Quartier genommen, wo heute eine Gedenktafel an ihn erinnert. 1931 wurde eine Gedenksäule am Rathaus errichtet und enthüllt, wo das Schwedische Königshaus an den Baukosten beteiligt war. Die Inschrift lautet „Dem Gedächtnis König Gustav-Adolf von Schweden“.

Vor dem Elbtor legten die schwedischen Soldaten ein befestigtes Lager an. Nach einem Scharmützel mit den kaiserlichen Truppen unter Tilly, bei dem die Schweden Sieger blieben, lies er die berühmte Werbener Schanze anlegen. Nach Fertigstellung verließ er Werben für immer und zog in Richtung Süden. Um diese Befestigung wurden zehn Jahre gerungen, bis sie 1641 schließlich geschleift wurde. Das Schicksal der Werbener Schanze war auch das der Stadt – verwüstet, ausgeplündert und menschenleer.

Werben im 20. Jahrhundert

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Fähre bei Räbel zum Angriffsziel VS-Amerikanischer Invasoren. Am 12. April 1945 erreichte gegen 16.00 Uhr die VS-Amerikanische Panzerkolonne Seehausen und besetzte damit die Ausgangsstellung für die weiteren Kämpfe. Die Truppe teilte sich. Während sich die A- und C-Kompanien in Richtung Wittenberger Elbbrücke bewegten (→ Gefecht um die Wittenberger Elbbrücke), stießen die B-Kompanien in Richtung Werben vor. Nach der Überquerung des Flusses Aland wurde Wendemark erobert und schließlich gegen 20.00 Uhr Werben erreicht.

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Das CCR stieß von Rohrberg, Beetzendorf, Winterfeld, Kallehne, Heiligenfelde, Lückstedt, Bretsch, Drüsedau nach Seehausen. An diesem Punkt schwenkte das 10. Panzer-Bataillon ab in Richtung Nordost auf Wittenberge. Danach bewegte sich das 47. Panzergrenadier-Bataillon schnell ostwärts und erreichte den Elbefluß bei Werben um 20:00 Uhr und blockierte die Straße nach Süden, so daß die Fluchtwege zur Fähre unterbrochen waren.

– Kampfabschlußbericht der 5. US-Panzerdivision, 12. April 1945


Die Kleinbahn Goldbeck-Werben hielt seit 1898 auch in der Hansestadt. Mit zwei Bahnhöfen war Werben an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Sie liegt seit dem Jahr 1971 still.

Werben im 21. Jahrhundert

Am 1. Juni 2008 wurde Werben wieder offiziell zur Hansestadt erklärt, weil die Stadt der „Hanse der Neuzeit“ beitrat. Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschlossen die Gemeinderäte der Gemeinde Behrendorf am 5. Mai 2009 und der Hansestadt Werben (Elbe) am 26. Mai 2009, daß ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Hansestadt Werben (Elbe) vereinigt werden. Seit dem 1. September 2010 ist die Gemeinde Mitglied der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck.

„Völkische Siedler“

Im Januar 2015 kam die kleine Hansestadt in die Schlagzeilen der regionalen Presse, da angeblich „völkisch-rechte Siedler“ im Raum Werben leben würden. Sofort kam es zu einem Aufschrei der örtlichen linken Bündnisse („Bündnis für Demokratie und Weltoffenheit Stendal“, „Miteinander e. V.“, „Die Schmiede e. V.“ oder „seehausen.links“), die daraufhin eine Informationsveranstaltung in Seehausen (Altmark) organisierten. Schirmherrin der Veranstaltung war die Amadeu Antonio Stiftung. Letztendlich kam bei der Veranstaltung über die angebliche Ansiedlung „völkischer Siedler“ heraus, daß man es zwar nicht zu 100 % wisse, aber ein Verdacht bestehe.[5] (→ Völkische Siedler)

Ortsteile der Stadt Werben

Kolonie Neu-Werben

Ein Blick von der Werbener Seite zur Elbe und zur „Kolonie“ Neu-Werben

Die Kolonie Neu Werben ist der kleinste Ortsteil von Werben. Um 1770 begann die erste Verlegung der Havelmündung und damit auch die Entstehung der „Kolonie Neu-Werben“. Der preußische König Friedrich II. siedelte die ersten Bewohner, die als Deichwärter seßhaft gemacht wurden, an. Auch ein Holzwärter, für den damals dort gelegenen großen Eichenwald, wurde dort angesiedelt. Hochwasser und Deichbrüche richteten 1819/20 und 1909 große Schäden an. Heutzutage liegt Neu-Werben am Elberadweg und hat gerade einmal vier Einwohner.

Berge

Die heutige Fähre bei Räbel

Auffallend in Berge ist die sehr große Backsteinkirche. Urkundlich wurde sie 1151 erstmals erwähnt. Sie gehört somit zu den ältesten Backsteinkirchen der Altmark. Die Kirche besteht aus einem fast quadratischen Westturm, einem Schiff von gleicher Breite, einem eingezogenen quadratischen Chor und einer halbkreisförmigen Apsis. Aus dem Jahre 1724 stammt der schöne Kanzelaltar, der mit reichen Schnitzereien verziert wurde. In Berge gibt es zwei Sühnekreuze.[6]

Giesenslage

Pfeil 2 siehe auch.pngSiehe auch: Behrendorf

Das Wischedorf Giesenslage, ein typisches Marschhufendorf, entstand gegen 1150 im Zuge der Eindeichung der Elbe. Der Name „Giesenslage“ leitet sich von der ehemals ritterlichen Familie „von Giesenslage“ ab. Weit auseinandergezogene Einzelgehöfte waren und sind auch heute noch vorherrschend. Die Kirche ist ein spätromanischer Ziegelbau aus dem späten 12. Jahrhundert. Das Gotteshaus ist eine vierteilige Anlage und setzt sich aus einem massiven rechteckigen Westturm, einem langgestreckten eingezogenen Chor und einer Apsis zusammen. Eine Restaurierung des Inneren wurde 1997 vorgenommen. Erwähnenswert ist die trogartige romanische Taufe aus Sandstein. Bis 1971 verfügter der Ort über einen eigenen Bahnhof. Die Kleinbahnstrecke Goldbeck-Werben wurde 1971 eingestellt. Anfang 1974 wurde Giesenlage ein Ortsteil von Behrendorf.

Räbel

Räbel wurde erstmalig im Jahr 946 im Zusammenhang mit dem Bistum Havelberg urkundlich erwähnt. Wie jeder kleinere Ort hatte auch Räbel seine eigene Schule, die bis 1951 Bestand hatte. Räbel selbst wurde durch Landwirtschaft, Fischerei und Schiffahrt geprägt, denn das kleine Örtchen liegt direkt an der Fähreverbindung Werben–Havelberg. 1962 verlor die Gemeinde Räbel ihre Selbständigkeit und ist seitdem Ortsteil von Werben. Heute hat Räbel nur noch 27 Einwohner. (→ Zur Geschichte der Räbeler Fähre)

Siehe auch

Verweise

Fußnoten

  1. Presse-Echowerben-elbe.de
  2. Jungstörche in Werben sind früh dranAltmark Zeitung, 24. April 2014
  3. Johanniterstadt als AlleinstellungsmerkmalVolksstimme, 28. April 2014
  4. Biedermeier an der Elbesperrsitz.net, 19. Juni 2010
  5. Anna Schmidt (Amadeu Antonio Stiftung) auf der Informationsveranstaltung über „völkisch-rechte Siedler“ am 28. Januar 2015 in Seehausen (Altmark)
  6. Berge (I/II) / Ortsteil von Werbensuehnekreuz.de