Heißmeyer, August

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August Heißmeyer (1897–1979)

August Heißmeyer (Lebensrune.png 11. Januar 1897 in Gellersen; Todesrune.png 16. Januar 1979 in Schwäbisch Hall) war ein deutscher Offizier des Deutschen Heeres, der Freikorps, der SA und der SS, zuletzt SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS und Polizei sowie Ministerialdirektor und Mitglied des Reichstages.

Leben

Bundesarchiv Bild 183-R38093, August Heißmeyer.jpg
August Heißmeyer.jpg

Heißmeyer wurde am 11. Januar 1897 in Gellersen im Kreise Hameln geboren und wuchs in einer Umgebung auf, in der sein Sinn für geschichtliches Werden Tag für Tag neue Anregungen fand. Er besuchte die Privatschule des Pastors Morgenstern in Hämelschenburg, dessen herrliche Wasserburg tiefen Eindruck auf ihn machte. Dann kam er auf das Gymnasium in der alten Rattenfängerstadt Hameln, die nicht zu unrecht anläßlich des Brückeberg-Tages im Jahre 1933 den Beinamen „Das Nürnberg an der Weser“ erhielt.

Erster Weltkrieg

Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges meldete er sich August Heißmeyer sofort freiwillig, und im Oktober 1914 kam der Kriegsfreiwillige Heißmeyer mit dem Hamelner Infanterie-Regiment 164 an die Westfront, an der er während des ganzen Krieges blieb. Im August 1916 wurde er zum Leutnant der Reserve befördert und Späh-Offizier bei der 111. Infanterie-Division. Im April 1917 traf ihn bei Gravelle eine Kugel. Kaum ausgeheilt, wurde er im Juni 1917 Ordonnanzoffizier bei der Division und übernahm anschließend die Führung der 1. Sturm-Kompanie des Reserve-Infanterie-Regimentes 260. Im März 1918 kam er als Beobachter zur Fliegertruppe, die junge Draufgänger, Männer, die auf sich selbst gestellt sein wollen, unwiderstehlich anzog. So tat er bei der Fliegerabteilung 268 Frontdienst.

Zwischenkriegszeit

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges war Heißmeyer Mitglied eines Freikorps und beteiligte sich im Jahr 1920 am Kapp-Aufstand. Er machte in Göttingen sein Abitur, studierte in Göttingen, Kiel und Frankfurt am Main Jura und brach schließlich sein Studium in der Inflationszeit ab. Als Bergarbeiter auf der Zeche arbeitete er im Februar 1922. Vom September 1922 bis Mai 1925 war er Arbeiter, später technischer Angestellter bei den Höchster Farbewerken.

1923 kam er erstmals in Kontakt mit den Nationalsozialisten, denen er 1925 unter seiner alten Mitgliedsnummer 21.573 wieder beitrat. Anfang 1926 wurde Heißmeyer auch Mitglied der SA. Er baute den „SA-Gausturm Hannover-Süd“ auf und war dort zeitweise Stellvertretender Gauleiter.

1928 wurde er Vertreter für Siemens. Im Januar 1930 wurde Heißmeyer Mitglied der SS (SS-Nr. 4.370). Im Dezember 1931 wurde er als SS-Standartenführer nach Braunschweig geschickt. Im Oktober 1932 übernahm er die Führung des SS-Abschnittes XVII in Münster.

1933 wurde er Mitglied des Reichstages (Wahlkreis Westfalen-Nord) und stieg 1935 zum Chef des SS-Hauptamtes auf (bis 1. April 1940). Damit hatte er eine Schlüsselposition in der Organisationsstruktur der SS inne. Er löste Curt Wittje als Amtschef ab und wurde am 9. November 1936 zum SS-Obergruppenführer und zum „Inspekteur der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten“ ernannt.

1939 wurde Heißmeyer zusätzlich zum SS-Oberabschnittsleiter „Ost“ und zum „Höheren SS- und Polizeiführer Spree“ ernannt. Ihm unterstand damit unmittelbar der Raum Berlin-Brandenburg. 1940 wurde er Ministerialdirektor.

Dienststellen (chronologisch absteigend)

August und Gertrud Heißmeyer im Kreise ihrer Familie; Er brachte sechs Kinder mit in die Ehe, sie vier. Ihr gemeinsames Kind, Hartmut Heißmeyer, wurde 1944 geboren.
  • Kommandeur Kampfgruppe „Heißmeyer“: April 1945
  • Chef Hauptamt Dienststelle Heißmeyer: Aug. 1940 bis Mai 1945
  • Inspekteur, Adolf-Hitler-Schulen u. Nationalpolitische Erziehungsanstalten: Feb. 1936 bis Mai 1945
  • Ministerialdirektor: ab 1940
  • Chef Reichsbund für Kinderreiche: ab Apr. 1938
  • HSSPF „Spree“ (Berlin): 2. Sep. 1939 bis 8. Mai 1945
  • Inspekteur der Konzentrationslager und Totenkopfstandarten: Nov. 1939 bis Aug. 1940
  • Chef SS-Hauptamt: 22. Mai 1935 bis 1. Apr. 1940
  • Chef Amt I (Führungsamt) im SS-Hauptamt: Nov. 1935 bis 30. Jan. 1936
  • Führer SS-Oberabschnitt „Rhein“ (Koblenz): 1. Jan. 1934 bis 22. Mai 1935
  • Führer SS-Oberabschnitt „Elbe“ (Dresden): 16. Nov. 1933 bis 1. Mai 1934
  • Mitglied des Reichstages (Wahlkreis Westfalen-Nord): 5. Mar. 1933 bis 8. Mai 1945
  • Führer SS-Abschnitt XVII (Münster): 6. Okt. 1932 bis 16. Nov. 1933
  • Führer 12. SS-Standarte: 16. Nov. 1931 bis 9. Nov. 1932
  • Führer III. Sturmbann/12. SS-Standarte: Aug./Sep. 1931
  • Führer SS-Sturm 55: 1930 bis Apr. 1931
  • Stellvertreter Gauleiter Süd-Hannover-Braunschweig: Okt. 1928 bis 1930
  • SA-Führer, Göttingen: 1925 bis 1928

Zweiter Weltkrieg

Mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges errichtete Heißmeyer die „Dienststelle SS-Obergruppenführer Heißmeyer“ (Chef Hauptamt Dienststelle Heissmeyer) und war damit für die militärische Ausbildung der Schüler der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten zuständig.

SS-Obergruppenführer Heißmeyer wurde am 1. Juli 1944 zum General der Waffen-SS und Polizei befördert.

Endkampf und Flucht

Im April 1945 wurde er Kommandeur der Kampfgruppe „Heißmeyer“, die aus Volkssturm und Hitler-Jugend bestand. Die Kampfgruppe verteidigte erbittert den Flugplatz Gatow im Berliner Bezirk Spandau gegen die Invasoren der Roten Armee.[1]

An seiner Seite war seine Ehefrau, die dort eine Gruppe von BDM-Mädchen führte. Mit ihnen, zahlreichen Napola-Schülern und einer Handvoll Waffen-SS-Männern kämpften sich die Reste von Heißmeyers Kampfgruppe von Spandau durch die russischen Linien nach Witzleben durch. Sie erreichten am 26. April die „Bunkerfamilie Zoologischer Garten“ neben dem Berliner Funkhaus, wo in den letzten beiden Kriegsjahren das großdeutsche Rundfunkprogramm gesprochen wurde. Ihr Ziel war es, zu Hitler zu gelangen. Die Reichsfrauenführerin trug eine Tarnuniform der Waffen-SS und Pistole. Nachdem das Ehepaar auf dem Wege zum Führer am Savigny-Platz im russischen Feuer umgekehrt war, zog Heißmeyer einen Tarnanzug über die goldbetreßte Generalsuniform der Waffen-SS. Gertrud wurde angeschossen, deutsche Landser haben sie unterwegs verbunden.

Auf Umwegen marschierte das Ehepaar Heißmeyer mit kleinem Gefolge nach Spandau, sprang über die Todesbrücke, an der Tausende im Ari-Feuer liegen blieben, verlor sich in den Wäldern von Berlin und wurde in Potsdam zum letzten Mal gesehen.

Der Bürgermeister von Leitzka half später einem Flüchtlingspaar aus dem Oststrom mit Ersatz-Papieren, Heißmeyer nannte sich nun Heinrich Stuckebrock (Stuckebrock war der Mädchennamen seiner Mutter). Das Flüchtlingspaar Stuckebrock landete schließlich in Bebenhausen, einem 300-Seelen-Dörfchen, das sich bei Tübingen um ein ehemaliges Zisterzienser-Kloster und später königlich-württembergisches Jagdschloß gruppiert.

Nachkriegszeit

Nach Kriegsende tauchte er gemeinsam mit seiner Frau bei Schloß Leitzkau, und, auf Vermittlung der Pauline von Württemberg, in Bebenhausen bei Tübingen unter, wo er bis zu seinem Tode lebte. August Heißmeyer arbeitete als Landarbeiter und erhielt falsche Papiere unter dem Namen „Heinrich Stuckenbrock“. Heißmeyer wurde aber erkannt und am 29. Februar 1948 von der französischen Besatzungspolizei (gemeinsam mit VS-Amerikanern) verhaftet. Bei der Entnazifizierung wurde er als Hauptschuldiger eingestuft, zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt und sein Privatvermögen von Amts wegen eingezogen. Nach dem Krieg arbeitete er zunächst als Arbeiter in einer Waschmaschinenfabrik, danach als Angestellter und schließlich Direktor einer großen Coca-Cola-Niederlassung in Reutlingen.

Tod

SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS und Polizei a. D. August Heißmeyer verstarb 1979 in einem Schwäbisch Haller Krankenhaus und wurde auf dem Friedhof in Gellersen, Krs.Hameln-Pyrmont in einem Familiengrab beigesetzt.

Familie

Am 23. November 1939 verstarb seine erste Frau Marie, geb. Lode. Am 6. Dezember 1940 heiratete er die Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink. Vier Kinder Scholtz aus Gertruds allererster und sechs aus des Generals geschiedener Ehe waren 1945 bei Tanten oder bei der Oma. Hartmut, das einzige gemeinsame Kind, wurde nach Heißmeyers Verhaftung 1948 von einer Tante aus Düsseldorf bei den Bebenhauser Nachbarn abgeholt.

Sein Neffe war der Tuberkulose-Arzt Kurt Heißmeyer.

Auszeichnungen (Auszug)

Quelle

Fußnoten

  1. Am 26. April 1945 besetzte die Rote Armee im Zuge der Eroberung Berlins den Flugplatz. Gemäß der Konferenz von Jalta übergaben die sowjetischen Truppen zum 2. Juli 1945 an die Royal Air Force Unit Berlin, aus der am 1. August 1945 dann die Royal Air Force Gatow wurde. Durch einen vor der Übergabe vereinbarten Gebietsaustausch erhielten die sowjetischen Truppen große Teile von Staaken einschließlich des dortigen Flughafens. Im Gegenzug erhielten die Briten die auf Groß Glienicker Gebiet liegenden Teile des Flugplatzes Gatow und den „Seeburger Zipfel“.