Die Israel-Lobby und die amerikanische Außenpolitik

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Die Israel-Lobby

Die Israel-Lobby und die amerikanische Außenpolitik (im Original: The Israel Lobby and U.S. Foreign Policy) ist eine kontroverse politikwissenschaftliche Arbeit von John Mearsheimer, Politikwissenschaft-Professor der Universität Chicago, und Stephen Walt, Dekan der „Kennedy School of Government“ der Harvard-Universität.

Inhalt

Das 2006 veröffentlichte Dokument erregte Aufmerksamkeit, weil es im Kern die These entwickelt, die Nahostpolitik der USA diene nicht ihren eigenen nationalen Interessen [1] und fördere letztendlich den Antiamerikanismus in der arabischen Welt. Ein vs-amerikanisch-israelisches Konglomerat aus Intellektuellen, Politikern, diverser Organisationen inklusive der Christlicher Evangelikalen, arbeite aktiv daran, die VS-Außenpolitik in pro Israel zu steuern. Der Einfluß dieser „Israel-Lobby“ sei bedeutend größer, als die anderer Interessenverbände.

Sie sei in der Lage abweichende Meinungen zu marginalisieren, Kongreßabgeordnete und Regierungsangestellte unter Druck zu setzen, um eine etwas kritischere Politik gegen Israel zu unterdrücken. Die Arbeit wurde ursprünglich im Jahre 2002 von der Zeitschrift The Atlantic Monthly in Auftrag gegeben, die aber schließlich den Abdruck verweigerte. Im März 2006 wurde der Text im London Review of Books abgedruckt. Eine erweiterte Fassung erschien am 4. September 2007 in Buchform, zeitgleich in Englisch und in deutscher Übersetzung (Die Israel-Lobby, ISBN 978-3-593-38377-4).

Der folgende Text befaßt sich mit dem 2006 erschienen Zeitschriftenartikel, nicht mit der 2007 als Buch erschienenen erweiterten Fassung.

Mearsheimer und Walt konstatieren, daß „keine andere Lobby es geschafft habe, die US-Außenpolitik so stark vom nationalen Interesse abzulenken, während sie gleichzeitig die US-Amerikaner davon überzeugt hat, daß US- und israelische Interessen praktisch identisch“[2] seien. Sie werfen der Lobby vor, die Debatte über das Thema zu kontrollieren und Kritik gegenüber Israel zum Schweigen zu bringen, so etwa über eine Gesetzesvorlage des Kongresses, welche in die Hochschulpolitik eingreift. [3]

Die Lobby

Die Arbeit beinhaltet folgende Thesen:

  • Die Lobby ist keine einheitliche Bewegung mit einer zentralen Führung; und deren einzelne Mitglieder stimmen in ihren Ansichten nicht immer überein.
  • „Die Lobby beinhaltet auch prominente Evangelikale wie Gary Bauer, Jerry Falwell, Ralph Reed und Pat Robertson, wie auch Dick Armey und Tom DeLay [...] alle glauben, Israels Wiedergeburt sei die Erfüllung einer biblischen Prophezeiung und sie unterstützen die expansionistischen Absichten Israels – etwas anderes zu tun, glauben sie, wäre Gottes Willen entgegengesetzt.“
  • „Nicht alle jüdischen Amerikaner sind Teil dieser Lobby – weil Israel kein hervorstehendes Thema für viele von ihnen ist.“
  • „Viele der Hauptorganisationen in der Lobby, wie das American Israel Public Affairs Committee (AIPAC) und die Conference of Presidents of Major American Jewish Organizations werden von Hardlinern geführt, welche die expansionistische Politik der Likud-Partei unterstützen – inklusive der Ablehnung des Oslo-Friedensprozesses.“
  • „Es besteht nichts mißbräuchliches darin, daß amerikanische Juden und deren christliche Mitstreiter die US-Politik beeinflussen wollen; die Aktivitäten der Lobby bilden auch keine Verschwörung – zum größten Teil tun die Personen und die Gruppen dieser Lobby nur, was andere Interessenverbände auch tun – jedoch viel effizienter.“
  • „Obwohl Neokonservative und andere Lobbyführer begierig auf dem Einmarsch im Irak bestanden – die Mehrheit der amerikanischen jüdischen Gemeinschaft tat dies nicht.“
  • „Was notwendig ist, ist eine aufrichtige Diskussion des Einflusses dieser Lobby und eine offene Debatte über die Interessen der USA im Nahen Osten. Israels Wohlergehen ist eine dieser Interessen, aber die andauernde Besetzung des Westjordanlandes zum Beispiel nicht.“
  • „Der Kern der Lobby besteht aus amerikanischen Juden, welchen in ihrem täglichen Leben einen bedeutenden Einsatz erbringen, so daß die US-Außenpolitik den israelischen Interessen nützt.“
  • „Die Lobby will natürlich keine offene Debatte, weil dies dazu führen könnte, dass Amerikaner das Ausmaß der pro-israelischen Unterstützung in Frage stellen könnten.“
  • „...die Lobby beobachtet auch, was Professoren schreiben und lehren...“[4]
  • „Wäre da nicht die Fähigkeit der Lobby, das amerikanische politische System zu manipulieren, wäre die Beziehung zwischen Israel und den Vereinigten Staaten viel weniger intim als sie heute ist.“
  • „Im Endeffekt ist es die AIPAC – ein de-facto-Agent einer fremden Regierung – welche den US-Kongreß im Würgegriff hält.“
  • „Die Lobby hat auch signifikante Macht über die Exekutive. Diese Macht leitet sich teilweise von dem Einfluß ab, den jüdische Wähler in Präsidentschaftswahlen besitzen.“
  • „Nicht überraschend, daß amerikanische jüdische Persönlichkeiten sich oft mit israelischen Regierungsstellen beraten, so daß letztere ihren Einfluß in den USA maximieren können.“
  • „Vielleicht der verstörendste Aspekt der Kampagne gegen anti-israelische Kritik an Colleges ist der Einsatz jüdischer Gruppen, den Kongreß dazu zu bringen, Gesetze zu erlassen, welche den Professoren vorschreiben, was sie über Israel sagen dürfen.“ [5]

US-Unterstützung für Israel

Seit der Staatsgründung 1948 stehen die „Vereinigten Staaten von Amerika“ fest an der Seite Israels. Golda Meir war als israelische Außenministerin ein respektierter Gast bei Präsident Kennedy und später als Ministerpräsidentin auch bei Präsident Richard Nixon. Jimmy Carter war der willkommene Vermittler des ersten Nahost-Friedensabkommen in Camp David, an das auch sein späterer Nachfolger Clinton anknüpfte. Das Wohl des Staates Israel hatte immer höchste Priorität in der amerikanischen Außen-Politik.

  • Wirtschaft: Israel ist der größte Empfänger VS-amerikanischer Hilfe seit des Landraubes im Jahre 1948. Die Summe der direkten Hilfe an Israel beläuft sich auf mehr als 140 Milliarden VS-$ (Geldwert von 2003). Heute erhält Israel rund 3 Milliarden VS-$ pro Jahr in direkten Hilfszahlungen, was ein Fünftel des VS-amerikanischen Entwicklungshilfehaushaltes ausmacht.

Dabei ist Israel eine wohlhabende Nation, mit einem Pro-Kopf-Einkommen, das sich mit Südkorea oder Spanien messen kann. Israel ist dazu der einzige Empfänger von VS-Hilfe, der über die Verwendung des Geldes keine Rechenschaft ablegen muß.

  • Diplomatie: Seit 1982 haben die VSA 32 Resolutionen des VN-Sicherheitsrates, die Israel verurteilen sollten, mit einem Veto verhindert – dies ist mehr als alle Vetos der anderen ständigen Mitgliedsstaaten des VN-Sicherheitsrates zusammen. Die VSA blockieren auch den Versuch arabischer Staaten, das israelische Atomwaffenarsenal durch die IAEA überwachen zu lassen.

Moralische Verbundenheit

Die Autoren schreiben: „Diese außerordentliche Großzügigkeit wäre verständlich, wäre Israel von vitalem strategischem Interesse oder falls zwingende moralische Gründe für diese Unterstützung existierten. Aber beide Möglichkeiten sind nicht überzeugend.“ Die Verfasser führen dazu die folgenden Punkte an:

Israel als strategisches Gebiet

  • „Israel zu unterstützen ist nicht billig, und trotzdem kompliziert es Amerikas Beziehungen zur arabischen Welt.“
  • Der Golfkrieg von 1990/1991 enthüllte die Verletzlichkeit dieser Beziehung - Israel war eine strategische und politische Bürde. Man mußte nämlich gleichzeitig den Irak angreifen und Israel vor den Scud-Raketen schützen.
  • „Tatsächlich: Israel ist eine unnötige Verpflichtung im Krieg gegen den Terrorismus und bei den Aktionen gegen Schurkenstaaten.“
  • Noch wichtiger sei die Erklärung, Israel und die VSA seien vereint durch eine gemeinsame terroristische Bedrohung - doch hier würde die Ursache mit der Wirkung verwechselt, sagen die Autoren - „die USA haben ein Terrorismus-Problem, weil sie so eng mit Israel verbündet sind, und nicht umgekehrt herum“.
  • Betreffend die sogenannten Schurkenstaaten im Mittleren Osten (besonders Iran): „Diese sind keine besondere Bedrohung für die US-Interessen, außer insofern sie eine Bedrohung für Israel sind“.
  • „Ein letzter Grund, Israels strategischer Wert in Frage zu stellen besteht darin, dass sich dieses Land nicht wie ein loyaler Partner verhält.“ Einige Stimmen fühlen sich etwa an Jonathan Pollard, einen israelischen Spion in den VSA, erinnert.[6]

Moralische Gründe

  • „Es gibt eine gut begründete moralische Rechtfertigung, Israel in seiner Existenz zu unterstützen - aber diese Existenz ist nicht in Gefahr.“
  • „Im Gegensatz zur verbreiteten Ansicht besaßen die Zionisten in den Kriegen zwischen 1948 bis 1967 jeweils die besser ausgerüstete und die besser geführten Truppen - und all dies bevor amerikanische Hilfe zu fließen begann.“
  • „Heute ist Israel die stärkste militärische Macht im Mittleren Osten. Ihre konventionellen Streitkräfte sind jenen der Nachbarn weit überlegen und es ist das einzige Land der Region, welches Atomwaffen besitzt.“
  • „Daß Israel eine Demokratie ist, umrundet durch feindlich gesinnte Diktaturen, kann das jetzige Niveau der Unterstützung nicht rechtfertigen.“ Eher hätten nichtdemokratische Länder Unterstützung notwendig, etwa durch eine verbesserte Ausbildung für Journalisten.
  • „Die Erschaffung des Staates Israel war unzweifelhaft eine angemessene Antwort zu der langen Reihe von Verbrechen gegen Juden - doch sie brachte eine Serie neuer Verbrechen gegen eine größtenteils unschuldige Drittpartie hervor - nämlich die Palästinenser.“
  • Israel sei genauso wenig an einer echten Friedenslösung interessiert wie seine Nachbarn, sagt der Bericht.
  • Yitzhak Shamir[7] erklärte einmal, daß 'weder jüdische Ethik noch jüdische Tradition Terrorismus als Kampfmittel verbiete.'“

Rezeption

Lob

Der frühere VS-Botschafter Edward Peck, der jetzt am Independent Institute tätig ist, schrieb:

Der erwartete Tsunami von wütenden Reaktionen – welche den Bericht verdammten, deren Autoren verteufelten und bestritten, daß es eine solche Lobby gäbe – bestätigte sowohl die Existenz dieser Lobby und dessen aggressive, durchdringende Präsenz.

und

Meinungen unterscheiden sich über die langfristigen Kosten und Vorteile für beide Nationen, doch die Ansichten der Lobby wurden zur Basis der amerikanischen Nahostpolitik.

Rupert Cornwell begrüßte in der britischen Zeitung The Independent eine Debatte über „Amerikas Unterstützung für Israel“, und bezichtigte die „jüdische Lobby“ der „Unterdrückung einer ernsten Debatte über die amerikanischen Beziehungen mit Israel“ und eine „Verschmelzung des israelischen Konflikts mit den Palästinensern mit dem amerikanischen Krieg gegen den Terrorismus“.[8]

Tony Judt, ein Historiker der New York University in der New York Times:

Es wird den künftigen Generationen von Amerikanern nicht selbstverständlich vorkommen, weshalb die imperiale Macht und das internationale Ansehen der Vereinigten Staaten so eng verbunden sind mit diesem kleinen, kontroversen ‚Vasallen (client state)‘ am Mittelmeer.

Ein ehemaliger höherer Beamter der CIA, Michael Scheuer, der heute für einen VS-Fernsehsender CBS News die Terrorismuslage analysiert, zu National Public Radio:

Sie [Mearsheimer und Walt] sollten Anerkennung erhalten für ihren Mut, überhaupt eine Arbeit über dieses Thema zu verfassen. Ich hoffe, sie fahren fort und nehmen sich die saudische Lobby vor, welche für die USA vielleicht gefährlicher ist als die israelische Lobby.

Zbigniew Brzezinski, früherer Sicherheitsberater Jimmy Carters, schrieb:

Die massive Hilfe an Israel ist effektiv eine Riesensubvention (entitlement), welche relativ wohlhabende Israelis zulasten der amerikanischen Steuerzahler bereichert. Weil Geld ersetzbar ist [und umgeleitet werden kann], finanzieren diese Hilfsgelder genau jene Siedlungen, welche die USA ablehnen und die dem Friedensprozeß im Weg stehen.

David Duke

Ein nennenswerter Teil der öffentlichen Debatte über The Israel Lobby and U.S. Foreign Policy entstand wegen der Antwort des früheren Parlamentariers aus Louisiana, David Duke, welcher früher der Anführer des Ku Klux Klans war. Duke hat die komplette Sendezeit seiner Weltnetz-Radiosendung am 18. März 2006, diesem Bericht gewidmet.

David Duke fühlte sich durch diese Publikation gerechtfertigt und erklärte:

Vor uns liegt die Aufgabe, die Kontrolle über die amerikanische Außenpolitik und die der Massenmedien, den jüdischen, extremistischen Neokonservativen zu entreißen.

Dazu Mary-Kay Wilmers, eine Redakteurin des London Review of Books:

Ich möchte nicht, daß David Duke diesen Artikel unterstützt. Dies macht mich unbehaglich. Doch als ich das Stück nochmals gelesen habe, erkannte ich nichts, was nicht hätte abgedruckt werden sollen. Vielleicht ist es so, weil ich Jüdin bin, und weil ich denke, daß ich sensibel auf Antisemitismus reagiere. Und ich denke nicht, daß die Kritik an der US-Außenpolitik, oder Israels Art, diese zu beeinflussen, antisemitisch ist.

Gemischte Kritiken

Der Kolumnist Christopher Hitchens bestätigte, daß AIPAC und andere jüdische Organisationen einen enormen Einfluß auf die Nahostpolitik ausüben“, und bemerkt an, daß er in seiner Kritik an Israel in einigen Punkten sogar noch weiter gehen würde als Mearsheimer und Walt. Er fügt jedoch hinzu, daß ihre Studie zwar „viel Wahres und einiges Neue“ enthalte, daß aber „das Neue nicht wahr“ und „das Wahre nicht neu“ sei, und daß ihre Vorstellung „z. T. irreführend und gruselig“ sei, daß „der jüdische Schwanz mit dem amerikanischen Hund wedelt ... die Amerikaner nur in den Irakkrieg gezogen sind, um Ariel Sharon zu erfreuen ... und die Allianz zwischen den beiden Ländern uns den Zorn von Osama Bin Laden zugezogen hat.“[9]

Ein Leitartikel im Haaretz wandte ein, daß der Bericht „einen Versuch darstellt, die Juden für die Entwicklungen verantwortlich zu machen, die mit ihnen nicht in Verbindung stehen“ und führt weiter aus, daß „die Schlußfolgerung, die Israel von der Anti-Israel-Stimmung in diesem Artikel ziehen kann, ist, daß es nicht ewig immun dagegen sein wird.“ Es schließt daraus, daß „es unverantwortlich wäre, die ernste und verstörende Botschaft des Artikels zu ignorieren ... der Artikel des Professors keine Verachtung verdiene, sondern als Warnsignal betrachtet werden müsse.“[10]

Laut Jefferson Morley von der Washington Post hat „[der Artikel] in den internationalen Weltnetzmedien zum größten Teil positive Kritik erhalten. Im Gegensatz dazu haben aber israelische und amerikanische Kommentatoren es als skandalös und abscheulich beschrieben.“[11]

In dem Eric Alterman von The Nation die letzten der drei „überraschenden Schwächen“ des Berichts erörtert, schreibt er, daß „es drittens nicht ungerecht ist, die AIPAC als anstößig und sogar als anti-demokratisch zu bezeichnen, aber man ebenso dasselbe über zum Beispiel die NRA, die Big Pharma und andere mächtige Lobbyisten sagen müßte. Der Autor weiß das, aber scheint es zu vergessen. Daher bewirkt es, daß die Juden, die diesen Artikel lesen, sich ungerechterweise ausgeschlossen fühlen und dazu veranlaßt werden, emotionelle Kurzschlußreaktionen zu vollführen. Berechtigen diese Probleme zu der Folgerung, daß die Autoren anti-semitisch sind? Natürlich nicht.“ [12]

Joseph Massad, Professor für arabische Politik-Wissenschaften und Geschichte an der Columbia University, schreibt: „Ist die pro-israelische Lobby in den Vereinigten Staaten extrem mächtig? Als jemand, der sich, in Form ihrer ungeheuerlichen Versuche, mich an meiner eigenen Universität aus der Beschäftigung zu drängen, seit drei Jahren der vollen Wucht ihrer Macht ausgesetzt sieht, antworte ich mit einem schallend lauten Ja. Ob sie in erster Linie für die auf Palästinenser und die arabische Welt zugehende US-Politik verantwortlich sind? Absolut nicht.“[13]

Michelle Goldberg verfaßte eine detaillierte Analyse von Walts und Mearsheimers Thesen. Sie wies auf einige „erstaunliche Auslassungen“ hin, wie zum Beispiel die Fatah oder der Schwarze September, die Attentate von München 1972 oder die Geiselbefreiung von Entebbe; offenbar alles Aktionen, bei denen die VSA keine Hand im Spiel hatten.

„Jemand könnte behaupten, daß Israel mehr Palästinenser getötet habe als umgekehrt, aber dies ändert nicht die Rolle des palästinensischen Terrorismus im Hinblick auf die amerikanische Einstellung gegenüber Israel.“

Sie fand aber auch positive Punkte:

„Walt und Mearsheimer liegen richtig darin, daß die Diskussion über Israel in den amerikanischen Haupt-Medien und in der Politik oft ausgeblendet wird. Tatsächlich findet man in einer liberalen israelischen Tageszeitung wie Haaretz viel kritischere Berichterstattung über die israelische Besetzung palästinensischer Gebiete als in jeder amerikanischen Zeitung.“

Michael Massing, verantwortlicher Redakteur beim Columbia Journalism Review, schreibt:

„Das Vernachlässigen des Anteils palästinensischer Gewalt ist ein ernstzunehmender Fehler des Berichtes. Seine Tendenz, die israelischen Übergriffe zu betonen, während die der Gegenseite weitgehend ausgeblendet werden, wirkt verstörend.“

Andererseits sagt er auch:

„Die gehässige Kampagne gegen John Mearsheimer und Stephen Walt stellt ein Paradebeispiel von Einschüchterungstaktik der Lobby und ihrer Unterstützer dar. Die breite Beachtung jedoch, die ihre Auffassungen finden, zeigt, daß diese Rechnung, zumindest in diesem Falle, nicht aufgeht. Ungeachtet aller Schwachstellen bewirkt ihre Veröffentlichung, daß ein allzu lange tabuisiertes Thema in das Blickfeld der Öffentlichkeit gerät.“ [14]

Kritik

Die Anti-Defamation League, eine jüdische Haß- und Zensurorganisation in den VSA, bezeichnete das Werk als „amateurhafte und voreingenommene Kritik an Israel, an den amerikanischen Juden und amerikanischer Politik“ und beschrieb es als eine „schlampige Schmähschrift“.[15]

Das Komitee für Genauigkeit in der amerikanischen Nahost-Berichterstattung (Committee for Accuracy in Middle East Reporting in America, CAMERA) veröffentlichte eine detaillierte Kritik an dem Papier, nach dem es „wegen faktischer und logischer Fehler und Weglassungen rätselhaft wirke, ungenaue Zitate enthält, extrem schlechte Beurteilbarkeit bezüglich der Quellen aufweise und, im Gegensatz zu üblicher wissenschaftlicher Praxis, bereits existierende, ernsthafte Arbeiten zum Thema ignoriere“.[16]

Eliot A. Cohen, Professor an der Paul H. Nitze School of Advanced International Studies (SAIS) der Johns Hopkins University, wendet ein, der Artikel enthielte die traditionellen Erkennungszeichen von Antisemitismus: „zwanghafte, irrational-feindselige Vorstellungen über Juden“, Vorwürfe von „Untreue, Subversion oder Verrat, des Innehabens okkulter Macht und der Mitgliedschaft in Geheimbünden, die Institutionen und Regierungen manipulieren“ ebenso wie eine Auswahl „all dieser unfairen, häßlichen und falschen Vorstellungen über Juden als Einzelpersonen oder Gruppen“ unter gleichzeitiger Unterdrückung „jeglicher entlastender Information“. [17]

Stephen Zunes, Politik-Professor an der Universität von San Francisco, liefert eine detaillierte Punkt-für-Punkt-Kritik des Papiers, und schreibt:

„Es ist etwas einerseits bequemes, aber auf unbehagliche Weise Altbekanntes an der Tendenz, eine vermeintlich mächtige und reiche jüdische Gruppierung für die zunehmend kontrovers beurteilte generelle Marschrichtung der US-Politik verantwortlich zu machen. Tatsächlich soll, wie schon durch die aufgebauschten Behauptungen jüdischer Mächte in der Geschichte, von den tatsächlichen Machthabern abgelenkt und der Verdacht auf einen Sündenbock gelenkt werden. Dies soll nicht heißen, das Mearsheimer, Walt oder wer sonst Besorgnis über eine israelische Lobby äußert, antisemitisch seien, aber die Art und Weise, wie diese hochgespielte Debatte dem Antisemitismus der Geschichte ähnelt, sollte uns alle innehalten lassen.“ [18]

Noam Chomsky, Linguistik-Professor am MIT, findet die These des Papiers nicht sonderlich überzeugend. Stephen Zunes habe richtig ausgeführt, daß „es weitaus mehr mächtige Interessengruppen als nur AIPAC (oder die Lobby im allgemeinen) gäbe, die einen Anteil am Geschehen in der Golfregion haben, wie z. B. die Ölgesellschaften, die Waffenindustrie und andere, deren Lobbyarbeit und Spendenaufkommen bei Kongreß-Wahlkämpfen die der berühmt-berüchtigten zionistischen Lobby und ihrer Spenderallianzen bei weitem übersteigen“. [19]

Jeffrey Herf, Professor für Geschichte an der Universität von Maryland, und Andrei S. Markovits, Professor für vergleichende Politikwissenschaften und deutsche Studien an der Universität von Michigan, schrieben einen Brief, der wie folgt beginnt: [20]

„Die Anschuldigung, mächtige Juden agierten hinter den Kulissen, sind ein Teil der gefährlichsten Traditionen des modernen Antisemitismus. So lesen wir John Mearsheimers und Steven Walts 'The Israel Lobby' mit Bestürzung. Wir kennen und schätzen John Mearsheimer seit über zwanzig Jahren, was den Essay umso beunruhigender macht.“

Sie fahren mit Erörterungen zentraler Themen des Essays fort und werfen Mearsheimer und Walt vor, die Macht und Wirkung des radikalen Islamismus in der internationalen Politik herunterzuspielen.

Samuel G. Freedman, Journalistik-Professor an der Columbia University, auf den sich in dem Arbeitspapier bezogen wird, macht geltend, daß die Autoren „Quellenmaterial falsch darstellen, um unter dem Deckmantel gelehrter Distanziertheit eine verzerrte Analyse zu präsentieren“. [21]

Benny Morris, Professor für Mittelost-Geschichte an der Ben-Gurion-Universität (→ David Ben-Gurion), leitet eine sehr detaillierte Analyse mit dieser Bemerkung ein:

„Wie viele gegenwärtig tätige pro-arabische Propagandisten zitieren Mearsheimer und Walt häufig meine Bücher und entnehmen manchmal solche Aussagen direkt, die ihre Argumente zu bekräftigen scheinen. Aber ihre Arbeit ist eine Travestie der Geschichte, die ich seit zwei Jahrzehnten studiert und mitgeschrieben habe, und vollerSchäbigkeit und Verlogenheit.“ [22]

Jonathan Rosenblum, Kolumnist für Maariv und die Jerusalem Post, sagte, daß Mearsheimer und Walt es bevorzugen würden, „Präsident Bush, Vize-Präsident Dick Cheney und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld (vom vorigen Präsidenten Bill Clinton ganz zu schweigen) als hilflose Tölpel der Lobby darzustellen, anstelle ihre politischen Wahlmöglichkeiten zu diskutieren“. [23]

Madeleine Albright, VS-Außenministerin von 1997 bis 2001, bestätigte die starke Rolle der Israel-Lobby und sprach vom Widerstand seitens dieser, als es um den Verkauf von Flugzeugen an Saudi-Arabien 1978, während ihrer Amtszeit im Nationalen Sicherheitsrat zur Zeit der Carter-Regierung, ging. Dennoch hat sie „ein echtes Problem mit einigen der Dinge“ im Mearsheimer-Walt-Papier, welche sie als „hochgradig überbetont“ bezeichnet.

Sie schließt:

„Ich denke, es ist sehr einfach, jetzt plötzlich von einer übermächtigen jüdischen Lobby zu reden... Ich würde es nicht so sehr betonen, wie ich die Tatsache betonen würde, daß die USA eine unauflösliche Beziehung zu Israel haben, die auf der Geschichte und der Kultur beruht.“ [24]

Dennis B. Ross, früherer Botschafter und Chefunterhändler bei Nahost-Friedensverhandlungen, schrieb:

„Tatsächlich haben wir in der Zeit, in der ich die amerikanischen Nahost-Friedensverhandlungen leitete, niemals etwas unternommen, weil es 'die Lobby' so wollte. Das soll nicht bedeuten, daß die AIPAC und andere keinen Einfluß haben. Den haben sie. Aber sie entstellen nicht die US-Politik oder unterminieren Amerikas Interessen. Republikanische wie demokratische Präsidenten haben immer an das besondere Verhältnis zu Israel geglaubt, weil Werte etwas in der Außenpolitik bedeuten. Politik-Entscheider wissen das, während Mearsheimer und Walt es nicht tun.“ [25]

Shlomo Ben-Ami, unter Barak Außenminister Israels, schrieb:

„Mearsheimers und Walts Fokus auf den Einfluß der Israel-Lobby auf Amerikas Nahost-Politik ist weitgehend überbewertet. Sie stellen US-Politiker als entweder zu inkompetent, um Amerikas Nationalinteressen zu verstehen, oder so pflichtvergessen dar, diese für das eigene politische Überleben an jedwede druckausübende Gruppierung zu verkaufen. Sicherlich spielen Sentiment und Idealismus eine Rolle in Amerikas Bekenntnis zu Israel, aber auch die gemeinsamen Interessen und die Erfordernisse der Realpolitik.“ [26]

Aaron Friedberg, Professor für Politik-Wissenschaften an der Princeton-Universität kritisiert scharf die Vorstellung, daß Lobbyisten die Interessen eines fremden Landes über ihre eigenen stellen könnten.

Er schließt:

„Zumindest ist das ein verleumderischer und nicht überprüfbarer Verratsvorwurf an Personen, deren Ansichten zur Nahost-Politik von jener der Autoren abweichen. Im schlechtesten Fall ist es die üble Nachrede kollektiver Unloyalität, voller unappetitlicher historischer Anklänge. Mearsheimers und Walts erfolgreiche Karriere fußt auf streng wissenschaftlicher Herangehensweise an politische Studien. Traurigerweise ist ihre Meinung hier nicht nur unwissenschaftlich, sondern auch aufrührerisch, unverantwortlich und falsch.“ [27]

Rezeption in der Bundesrepublik Deutschland

In der BRD führte das Buch zu einer Kontroverse zwischen dem aus Großbritannien stammenden Juden Alan Posener vom Springer-Verlag und FAZ-Autor Lorenz Jäger. Posener kritisierte das Buch scharf. Die beiden Wissenschaftler stellten „nicht nur die Fakten auf den Kopf, sondern bedienen lauter antisemitische Vorurteile“. Daß es in Amerika eine pro-israelische Lobby gibt, hält Posener für unbestritten. Dieser aber maßgeblichen Einfluß auf die Außenpolitik der VSA beizumessen, gehöre in den Bereich der Verschwörungstheorie.[28] Lorenz Jäger kritisierte wiederum Poseners negative Rezension. Verschwörungstheorie sei „ein Kampfbegriff, mit dem man Erstsemester erschrecken kann“. Es könne nicht sein, „daß die Soziologie bestimmter Akteure von der Erforschung ausgenommen sein soll“[29]. Malcolm Sylvers kritisiert, daß viele entscheidende Quellenangaben in der in der Bundesrepublik erschienen Ausgabe fehlten und so eine verzerrt antisemitische Sichtweise auf das Buch enstehen kann. Die Quellenangaben können nur auf der Weltnetzseite vom Campus-Verlag eingesehen werden, was Sylvers als Vorwand einer Verschwörung der Lobby, abermals nicht erwähnen möchte (siehe 3. Video).

Reaktion zur Aufnahme der Arbeit

Die Kennedy School of Government der Harvard-Universität ließ ihr Logo von der Arbeit entfernen und verfaßte einen pointierteren Disclaimer, welcher darauf hinwies, dass das Werk ausschließlich die Ansichten der Autoren widerspiegele. In einer Erklärung dazu sagte die Schule: „Der einzige Zweck der Entfernung war, die öffentliche Konfusion zu beenden; und es wurde nicht beabsichtigt [...] zu signalisieren, die Schule würde sich von einem ihrer dienstältesten Professoren distanzieren“ und erklärte, keine Position zu beziehen zu Schlußfolgerungen und Forschungsarbeiten ihrer Fakultäten.

Mark Mazower, ein Geschichtsprofessor der Columbia-Universität, schrieb, daß es nicht möglich sei, eine offene Debatte über das Thema des Papiers zu führen: „Augenfällig ist weniger die Substanz derer Argumente, sondern vielmehr die wütende Reaktion: Bezüglich aller Intentionen und Zwecke - die spezielle Beziehung zwischen den USA und Israel zu diskutieren ist immer noch ein Tabu in den amerikanischen Haupt-Medien. [...]“.

Kritik am Papier selber wurde als „moralische Erpressung“ und „Schikane“ bezeichnet in einem Editorial der The Financial Times: „Moralische Erpressung - die Angst, dass jede Kritik an Israel-Politik und der US-Unterstützung dazu führt, als Anti-Semit bezeichnet zu werden - ist eine mächtige Entmutigung dafür, abweichende Ansichten zu publizieren... Amerikaner in einen Konsens zu drängen ist schlecht für Israel und macht es den USA unmöglich, ihr eigenes nationales Interesse auszudrücken.“ Weiter lobte das Editorial das Papier, mit der Bemerkung „Sie [Walt und Mearsheimer] argumentieren gekonnt, daß außerordentlich effiziente Lobbyarbeit in Washington zum politischen Konsens geführt hat, daß die amerikanischen und die israelischen Interessen unteilbar und identisch seien."

Journalist Richard Cohen antwortete in der Washington Post an die Adresse von Eliot A. Cohens früherem Editorial in der gleichen Zeitung, The Israel Lobby and U.S. Foreign Policy sei nicht anti-semitisch, und nannte Eliot Cohens Stück „anstössig“: „Walt und Mearsheimer mit Rassisten zu vergleichen ist üble Nachrede und widerlegt in keiner Weise die Argumente gegen die Israel-Lobby.“ Richard Cohen befand die Arbeit als nicht bemerkenswert, nannte ihre grundlegenden Punkte „unbestreitbar“, fand sie aber „ein wenig liederlich und einseitig (nichts über die Arabische Öl-Lobby).“ Politkommentatorin Molly Ivins glaubt, daß „die schiere Disproportion, die Vehemenz machte die Angriffe [...] so abscheulich. Mearsheimer und Walts sind beide respektierte Politikwissenschaftler - trotzdem wurde ihre Arbeit mit den Protokollen der Weisen von Zion verglichen, was lächerlich ist.“

Die Herausgeberin der London Review of Books, Mary-Kay Wilmers, sagte nach Anschuldigungen des Antisemitismus „eines der verwirrendsten Dinge ist die Art, wie langfristig dem Antisemitismus zugespielt wurde - dies, indem viele, andauernde Appelle nützliche Kritik an Israel verhindern.“

Mearsheimers und Walts Antwort

Mearsheimer erklärte: „Wir waren uns darüber im Klaren, daß die Lobby es uns heimzahlen würde.“ und „Es war zu erwarten, daß etwas von der Geschichte, die wir zu berichten hatten, an uns kleben bleiben wird. Es ist keine Überraschung, daß die Lobby nun zum Angriff übergeht.“ [30]

Weiterhin erklärte er: „Es war zu erwarten, als Antisemiten bezeichnet zu werden, obwohl wir beide pro-jüdisch sind und die Existenz Israels nachdrücklich befürworten.“

Mearsheimer und Walt antworteten ihren Kritikern in einem Brief an London Review of Books: [31]

  • Der Anschuldigung, die Lobby als eine gutorganisierte jüdische Verschwörung bezeichnet zu haben, begegnen sie mit dem Verweis auf ihre Darstellung der Lobby als „lose Verbindung aus Einzelpersonen und Organisationen ohne ein zentrales Hauptquartier“.
  • Zum Vorwurf der Einseitigkeit bemerken sie: „Wir haben auch darauf hingewiesen, daß die Unterstützung für Israel kaum der einzige Grund für das schlechte Ansehen der USA in Nahost sein kann.“
  • Dem Vorwurf, „Israels moralische Verfehlungen aufzulisten“, während den Versäumnissen anderer Staaten zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet würde, begegnen sie mit dem Verweis auf „das hohe Maß materieller und diplomatischer Hilfe“, die die Vereinigten Staaten speziell Israel leisten, welches sie in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen stellten.
  • Die Feststellung, daß die VS-Unterstützung für Israel die „aufrichtige Unterstützung der amerikanischen Öffentlichkeit“ widerspiegele, bestätigen sie, aber führen an, daß „diese Popularität wesentlich auf dem Erfolg der Lobby beruhe, Israel in einem vorteilhaften Licht darzustellen, während es gelingt, die öffentliche Wahrnehmung und Diskussion der ‚weniger appetitlichen‘ Aktionen Israels effektiv einzuschränken“.
  • Dem Vorwurf, Kräfte „wie ‚erzkonservative arabische und islamische Interessengruppen... und das diplomatische Establishment‘“ aufzurechnen, entgegnen sie, daß diese keine ernstzunehmende Gegenkraft für die mutmaßliche Lobby seien.
  • Dem Argument, daß Öl und nicht Israel der Antrieb hinter der Nahost-Politik sei, stellen sie entgegen, daß, wenn es so wäre, die VSA dann die Palästinenser anstelle Israel bevorzugen würden, und weder den Irak-Krieg begonnen hätten noch gegenwärtig den Iran bedrohen würden.

Weiterhin werfen sie verschiedenen Kritikern vor, ihr Ansehen durch In-Verbindung-Bringen mit Rassisten zu beschmutzen, und setzen sich mit verschiedenen Behauptungen Alan Dershowitz' auseinander, ihre Fakten, Referenzen oder Zitate seien falsch.

Filmbeiträge

1. Einfluß Israels auf die VSA[32] - 2. The Israel Lobby and U.S. Foreign Policy



3. Video: Die Israel-Lobby in den USA

Die Israel-Lobby in den VSA - ein Schlüsselthema für den Nahen Osten. Deutschsprachiger Vortrag von Malcolm Sylvers mit anschließender Diskussion, auf Einladung des Nahostkomitees der Berliner Friedenskoordination am 29. April 2009 im „Haus der Demokratie“ in Berlin. Video etwa ab Minute 3, etwa eine Stunde. Zweiter Teil mit Fragen und Diskussion, 50 Minuten.

ARD-Dokumentation: Die jüdische Lobby (30. Juni 2010)

Die jüdische Lobby beherrscht die Wall Street. Sie kontrolliert die Filmindustrie Hollywoods, die internationalen Medien, und - am wichtigsten von allem - sie zieht die Fäden der amerikanischen Weltpolitik. Über kaum etwas werden rund um den Globus mehr Mythen und Legenden gesponnen als über den Einfluß des Judentums. Eine allmächtige jüdische Lobby ist das Stereotyp antisemitischer Vorurteile und Verschwörungstheorien schlechthin. Der deutsch-israelische Journalist und Filmautor Uri Schneider zeigt in seiner Dokumentation: Es gibt sie wirklich, die vielbeschworene jüdische Lobby. Ihr größtes Spielfeld ist Washington, wo Lobbyismus so amerikanisch ist wie Baseball oder Apple Pie. Hier sind die Lobbygruppen eine Industrie, die sechs Milliarden Dollar im Jahr umsetzt und einen der größten Wirtschaftsfaktoren der Region darstellt. Bei seiner spannenden Suche nach dem jüdischen Einfluß auf die amerikanische Politik räumt Schneider jedoch gleichzeitig mit verhängnisvollen Vorurteilen auf. Denn die Juden Amerikas sprechen längst nicht mehr nur mit einer Stimme.


Cynthia McKinney, frühere VS-Kongreßabgeordnete (Fernsehsender Press TV, 22. Mai 2011):
VS-Abgeordnete müssen Verpflichtung zugunsten Israels unterschreiben (engl.)


Shulamit Aloni: Der „Antisemitismus“- bzw. „Holocaust“-Trick [33]


Shulamit Aloni, frühere israelische Ministerin für Erziehungsfragen, Knesset-Abgeordnete und Chefin der Meretz-Partei, wird auf Democracy Now! durch Amy Goodman, einer jüdischen Journalistin in den VSA, interviewt. Aloni erklärt den „Antisemitismus“- bzw. „Holocaust“-Trick, den Israelis, Juden und Philosemiten anwenden, um jene anzuprangern, die Israel und die Politik Israels kritisieren, zum Beispiel im Vorgehen gegen die Palästinenser. - Democracy Now!, Neuyork, 14. August 2002


Siehe auch

Literatur

Verwandte Titel
  • Greg Felton: The Host and The Parasite: How Israel's Fifth Column Consumed America. CreateSpace Independent Publishing Platform, 2010, ISBN 978-1450590341 [549 S.; E-Book-Version fortgeschrieben bis 2017]
  • Grant F. Smith: Big Israel. How Israels Lobby Moves America. Institute for Research, 2016, ISBN 978-0982775714 [330 S.]

Verweise

Englischsprachig

Fußnoten

Die Grundlage dieses Artikels bildet der Artikel in der englischen Wikipedia, Version vom 14. Juli 2006. Dort sind die Autoren jenes Artikels einsehbar.

  1. http://www.swp-berlin.org/common/get_document.php?asset_id=3059
  2. Als der designierte Verteidigungsminister der VSA Chuck Hagel sagte, daß dies nicht immer zutreffen müsse, mußte er sich bei seiner Anhörung im Senat dafür rechtfertigen.
  3. (U.S. Congress Bill H.R. 509 bzw. H.R. 3077)
  4. ein Hinweis auf die Organisation Campus Watch, die von Neokonservativen gegründet wurde. Sie analysiert nach eigenen Angaben Nahost-Studien, „mit dem Ziel, sie zu verbessern“.
  5. – wieder ein Hinweis auf die Gesetzesvorlagen H.R. 3077 und 509 des Kongresses. Beide Vorlagen erloschen, weil sie nicht innerhalb der zweijährigen Amtsperiode verabschiedet wurden.
  6. Loyalität von Ingrid Rimland
  7. ein früherer Terrorist [im Kampf gegen britische Truppen] und späterer Premierminister von Israel
  8. Robert Cornwell: At last, a debate on America's support for Israel in: The Independent, 7. April 2006
  9. Hitchens, Christopher. Overstating Jewish Power: Mearsheimer and Walt give too much credit to the Israeli lobby, Slate, 27. März 2006. Abgerufen am 29. März 2006.
  10. A warning from America, Haaretz Editorial, 23. März 2006. Abgerufen am 27. März 2006.
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  13. Joseph Massad, Blaming the lobby Al-Ahram Weekly, 23.-29. März 2006
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  28. Alan Posener: Antisemitische Verschwörungstheorie, Deutschlandradio Kultur, 7. September 2007
  29. Verschwörungstheoretiker! Antisemiten! Debatte von Alan Posener und Lorenz Jäger
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  31. Mearsheimer, John J. and Walt, Stephen. letter to the London Review of Books, 11. Mai 2006.
  32. Israel Lobby: Eine Kontroverse über den Einfluss Israels auf die USA, 3sat, 07. September 2007 (Textbeitrag)
  33. Evergreens bei Altermedia: Der richtige Trick (09.01.10)