Götze, Friedemann

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SS-Standartenführer Friedemann Götze

Friedemann Götze (Lebensrune.png 26. Februar 1871 in Stade / Preußische Provinz Hannover, Todesrune.png 22. Mai 1946 in ebenda) war ein deutscher Offizier der Preußischen Armee, des Deutschen Heeres, der Freikorps, der Reichswehr und der Schutzstaffel, zuletzt SS-Brigadeführer und Oberst des Heers a. D. Er war einer jener Berufsmilitärs, welche die Waffen-SS gemeinsam mit Paul Hausser, Felix Steiner, Wilhelm Bittrich, Georg Keppler und Cassius Freiherr von Montigny von Beginn an prägten.

Leben

Götze sen. trat nach erfolgreich abgelegtem Abitur am 20. Januar 1890 als Avantageur (Offiziersanwärter) in das Infanterie-Regiment „Herzog von Holstein“ (Holsteinisches) Nr. 85 ein. Am 22. August 1891 erfolgte bereits die Beförderung zum Secondelieutenant (Leutnant). Am 20. Februar 1896 heiratete er Fanny Elder, mit der er zwei Söhne und eine Tochter hatte. Der Erstgeborene war der spätere SS-Standartenführer Hans-Friedemann Götze. Am 16. November 1899 wurde er Premierlieutenant (Oberleutnant), am 18. Juli 1907 Hauptmann und Adjutant des Kommandanten im IX. Armee-Korps, mit welchem er auch an die Westfront in den Ersten Weltkrieg zog. Am 8. November 1914 erfolgte die weitere Beförderung zum Major.

Erster Weltkrieg

Oberstleutnant Friedemann Götze

Im Laufe des Krieges hatte Götze diverse Tätigkeiten und Kommandeursfunktionen inne. So jene als Kommandeur des III. Bataillons des 8. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 70 (Saarbrücken) und jene des III. Bataillons des Infanterie-Regiments „von Grolman“ (1. Posensches) Nr. 18, welches im Verband der 41. Division des Königreiches Preußen kämpfte. Zwischenzeitlich diente er im Infanterie-Regiment „Graf Kirchbach“ (1. Niederschlesisches) Nr. 46, bei welchem er im Juni 1917 in Flandern verwundet wurde.

Weimarer Republik (Systemzeit)

Nach Endes des Krieges übernahm er das 8. Rheinische Infanterie-Regiment Nr. 70 (Saarbrücken) und danach das Freiwilligen-Regiment Libau, über welches er vom 30. März bis 25. August 1919 das Kommando hatte. Dieses Regiment nahm als Teilformation der Baltischen Landeswehr des Militärgouverneurs von Libau Generalmajor Rüdiger von der Goltz an den Nachkriegskämpfen der Freikorps im Baltikum teil.

Danach fand er weitere Verwendung in der Reichswehr, welche ihm erneut die Führung des III. Bataillons des IR 18 vom 12. Dezember 1919 bis 1922 anvertraute. In diesen Zeitraum (1. November 1920) fiel auch seine Beförderung zum Oberstleutnant.

Nach erneuter Bewährung wurde er am 1. Dezember 1922 zum Oberst befördert und übernahm schließlich auch die Führung des IR 18 (Paderborn) zur Gänze.

Am 31. Januar 1924 wurde er durch die permanente Verkleinerung der Reichswehr als hochverdienter Truppenführer in den Ruhestand verabschiedet.

Selbstverständlich schloß sich der Veteran dem vaterländischen Stahlhelm – Bund der Frontsoldaten an. Weiterhin war er 1925/26 Ortsgruppenleiter der DAP Bückeburg und von 1926 bis 1933 Gauführer des Tannenbergbundes, über welchen General Erich Ludendorff die Schirmherrschaft hatte.

Drittes Reich

Nach dem Wahlsieg der NSDAP fand Götze als einer der ersten Berufsmilitärs neben Paul Hausser, Felix Steiner, Wilhelm Bittrich, Georg Keppler, Herbert Gille und Cassius Freiherr von Montigny Verwendung in der SS, welcher er am 13. Dezember 1934 als Mitglied Nummer 261.405 beitrat.

Am 1. Februar 1935 wurde er zum SS-Obersturmbannführer befördert und bekam die Zuweisung als hauptamtlicher Taktiklehrer an der SS-Führerschule bzw. SS-Junkerschule Braunschweig. Diese Tätigkeit übte er bis zum 1. Juli 1936 aus. Götze war der älteste der ersten acht Taktiklehrer an der SS-Junkerschule Braunschweig. Ab 1936 folgte er Paul Hausser als Leiter der Schule nach, wenn auch zuerst nur mit der vorläufigen Führung beauftragt..

„Personalverfügung des Reichsführers-SS/Personalkanzlei Nr. 8 vom 25. Mai 1936. Mit der vorläufigen Führung der SS-Führerschule Braunschweig wurde SS-Standartenführer Friedemann Goetze beauftragt.“

In dieser Funktion verblieb er bis zum 1. Juni 1938. Sein Nachfolger als Kommandeur der Schule wurde SS-Oberführer Arno Altvater-Mackensen. Zwischenzeitlich zum SS-Standartenführer befördert, trat er am 1. Mai 1937 der NSDAP als Mitglied Nummer 5.220.132 bei.

Vom 1. Juli 1938 bis 1. Oktober 1939 versah er seinen Dienst im Stab des SS-Oberabschnitts Mitte. Die Beförderung zum SS-Brigadeführer erfolgte am 9. November 1938.

Im Jahre 1940 traf ein schwerer Schicksalsschlag die Familie des SS-Brigadeführers Götze: Sein Sohn SS-Standartenführer Hans Friedemann Götze fiel am 27. Mai in Frankreich im Westfeldzug 1940 einem britischen Scharfschützen zum Opfer. Die Fürsorge über die Tochter seines Sohnes, Martina Götze, übernahm Götze sen. selbst.

Von September 1939 bis zum 31. Dezember 1942 war er Leiter der „Sammelstelle für Verluste der Schutzstaffel im Kriege“ beim SS-Personalhauptamt, welche für die Betreuung der Hinterbliebenen zuständig war. Ab 1. Januar 1942 wurde Götze unter Beibehaltung seines Ranges in des Ruhestand versetzt, tat aber weiter Dienst im Stab des Reichsführers-SS und war als ehrenamtlicher Richter am Volksgerichtshof tätig.

Tod

SS-Brigadeführer a. D. Götze überlebte den Krieg und verstarb am 22. Mai 1946 in seiner Geburtsstadt Stade.

Auszeichnungen (Auszug)

Beförderungen