Hermannsschlacht

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Otto Albert Koch: Varusschlacht, 1909
(Lippisches Landesmuseum Detmold)

Die Hermannsschlacht (auch: Schlacht im Teutoburger Wald; in der Geschichts- und Militärwissenschaft oft unpassend nach dem Verlierer Varusschlacht, von römischen Schriftstellern dagegen „clades Variana“ und somit Varusniederlage genannt) während des Römisch-Germanischen Krieges fand im Jahre 9 nach unserer Zeitrechnung (n. u. Z.) statt. Beteiligt waren drei Legionen römischer Eindringlinge – dazu drei Abteilungen Reiterei (Alen genannt) und noch sechs Hilfstruppen-Kohorten (insgesamt 15.000 bis 25.000 Soldaten) – gegen eine nicht bekannte Anzahl Germanen, die ihre Heimat verteidigten. Dieser Schlacht waren zwei Jahre vorausgegangen, in denen die Römer den Freiheitswillen der verschiedenen germanischen Stämme unterdrückten, indem sie auch mit brutalster Gewalt versuchten, verschiedene Gesetzgebungen, Verwaltungsstrukturen und die Steuerpflicht durchzusetzen.

Vorgeschichte

Gebiet des von den Römern besetzten germanischen Gebietes im Jahre 9 n. d. Z.
Römische Münze aus Syrien mit dem Abbild Varus'
Hermann verabschiedet sich im Teutoburger Wald von seiner Gemahlin Thusnelda vor der Schlacht gegen die fremden Invasoren aus dem Süden.

Nachdem Kaiser Augustus (27 v. d. Z – 14 n. d. Z.) beschlossen hatte Germanien zu erobern, beauftragte er seine beiden Stiefsöhne Drusus und Tiberius damit, den Großangriff vorzubereiten. In den Jahren von 15 bis 13 vor unserer Zeitrechnung (v. u. Z.) wurden als Truppenstützpunkte 50 Kastelle entlang der Rheingrenze errichtet.

Der Angriff selbst verlief sehr erfolgreich. Unter Drusus drangen die Römer weit in das rechtsrheinische Gebiet vor. Allerdings sprechen die historischen Quellen von ersten schlechten Omen; so schrieb später der römische Historiker Cassius Dio (um 150–235 n. d. Z.):

„Drusus wollte auch die Elbe überqueren, doch war er dazu nicht in der Lage ... Eine Frau von übermenschlicher Größe war ihm nämlich mit den Worten entgegengetreten: ‚Wohin willst du eigentlich noch ziehen, unersättlicher Drusus? Es ist dir nicht vom Schicksal bestimmt, dies alles hier zu sehen. Ziehe von dannen! Denn das Ende deiner Taten und deines Lebens ist schon nahe.‘ Es ist zwar erstaunlich, daß eine solche Weissagung von der Gottheit zu einem Menschen drang; aber ich zweifle nicht an der Wahrheit, denn die Prophezeiung erfüllte sich sofort; nach seiner eiligen Umkehr starb er noch auf dem Rückmarsch an einer Krankheit, bevor er den Rhein erreichte.“

Es mag dahingestellt bleiben, ob Cassius Dio die Seherin nur phantasievoll seinem Bericht hinzufügte oder ob es tatsächlich eine ähnliche Begegnung gab. Fest steht aber, daß Drusus tatsächlich kurz darauf auf dem Rückmarsch ins römische Winterlager einen schweren Reitunfall erlitt, dessen Folgen er erlag.

In der darauffolgenden Zeit gab es immer wieder germanische Aufstände, die von den Römern allerdings brutal und erfolgreich unterdrückt wurden.

Im Jahre 7 n. d. Z. wurde Quintilius Varus, ein Mitglied des Kaiserhauses und Verwaltungsfachmann, beauftragt, die besetzten germanischen Gebiete in eine römische Provinz zu verwandeln. Der Verwaltungsfachmann Varus war schon aus seiner Zeit als Statthalter von Syrien dafür bekannt, ausbeuterisch und brutal vorzugehen, nicht nur um die römische, sondern auch seine private Kasse zu bereichern. Ein überlieferter Spruch lautet:

„Arm kam Varus in das reiche Syrien, reich ging Varus aus dem armen Syrien.“

Um dieses Ziel auch in Germanien zu erreichen, behandelte er die besetzten Gebiete mit einer unheimlichen Ignoranz. Er führte Rechtsprechungen und Strafen wie Auspeitschen, Schläge und öffentliche Hinrichtungen ein, die das freie Rechtsempfinden der germanischen Rasse zutiefst verletzten und beleidigten. Sie wurden behandelt wie Unfreie und bekamen immer wieder vorgeführt, daß sie nicht nur ihre persönliche, sondern auch ihre jeweilige Stammesfreiheit völlig verloren hatten.

So begann sich endlich der germanische Widerstandsgeist zu regen. Anführer dieses Widerstandes wurde der Cherusker Arminius, der seinen lateinischen Namen aus seiner Zeit in Rom erhalten hatte, da er als Sohn des unterworfenen Cheruskerfürsten mit seinem Bruder Flavus (lat.) dorthin verbracht worden war, um kulturell romanisiert zu werden.

Dies schien zunächst auch gelungen zu sein, da Arminius (sein germanischer Name ist leider nicht überliefert – „Hermann“ haben ihn erst Martin Luther und danach die deutschen Dichter getauft) das römische Bürgerrecht erhielt, ja sogar in den Ritterstand erhoben wurde und in den Dienst des römischen Heeres trat, und in dieser Eigenschaft in seine Heimat zurückkehrte.

Es ist nicht bekannt, wann genau Arminius den Entschluß faßte, sich dem auf seinen Leuten liegenden römischen Joch zu widersetzen. Es ist aber anzunehmen daß er sich dazu entschied, nachdem er vor Ort sah, wie schmählich die Römer mit seinen Volksgenossen umgingen. In den „Arminius’ Ansprachen“ vor seinem großen Krieg gegen Germanicus wird die Situation und Motivation der Germanen deutlich:

„Habgierig, grausam und überheblich sind sie, die Römer! Und ihr habt zu wählen zwischen Freiheit oder Tod anstelle Sklaverei!“

Hierin, und nicht nur in der darauffolgenden siegreichen Schlacht, zeigte sich Arminius’ ganze Größe: Trotzdem seine Jugendzeit durch römische Sitten und Werte geprägt wurde, verlor er das instinktive Band zu seiner Heimat und zu seinen Vorfahren nicht völlig, so daß es im entscheidenden Moment wieder in Erscheinung trat. Darin zeigt sich die fast übermenschliche Charakterstärke Arminius’, den spätere Deutsche mit Recht als „Hermann“ nominell regermanisierten, wie er das auch mit sich selber getan hatte. Um dies vollständig zu begreifen, halte man sich vor Augen, wie in der Phase der BRD/BRÖ die Deutschen selbst im eigenen Land ihr eigenes Volkswesen beinahe völlig vergessen haben und sich anstandslos von Personen regieren lassen, die in anderen Zeiten ohne weiteres als wahre Volksverräter bezeichnet worden wären.

Die Hermannsschlacht

Karte des wahrscheinlichsten Ortes der Schlacht

Nachdem es Arminius gelungen war, die verräterische römerfreundliche Partei in seinem eigenen Stamm überstimmen zu lassen, schmiedete er ein Bündnis zwischen seinen Cheruskern und den Chatten, Brukterern und Marsern. Im Herbst des Jahres 9 n. d. Z. waren alle Vorbereitungen für die Erhebung abgeschlossen. Varus wurde nun übermittelt, daß sich an den Grenzen des römischen Gebietes ein germanischer Stamm erhoben habe. Obwohl ihm der Verräter und Römerfreund Segestus den Plan seiner Volkgenossen offenbart hatte, schenkte ihm Varus keinen Glauben und machte sich umgehend zur Niederschlagung der vermeintlichen Rebellion mit drei Legionen, drei Reiterschwadronen und 3.600 Mann Hilfstruppen sowie Versorgungstroß auf den Abmarsch.

Arminius und einige in seinen Plan eingeweihte Germanen begleiteten diesen Militärzug zunächst, verabschiedeten sich dann aber unter einem Vorwand, nachdem sie das römische Heer tief genug in unwegsames und sumpfiges Gebiet irregeführt hatten.

Kurz danach begannen die Attacken der Germanen. Immer wieder griffen sie den langen und auseinandergezogenen Heerzug in zermürbenden Kleinangriffen an. Zudem erschwerte ein andauernder Regen die Verteidigungsanstrengungen der römischen Legionäre, deren schwere Rüstungen für einen Kampf in derartiger Umgebung hinderlich waren. An einem Engpaß versetzen sie den verbliebenen römischen Truppen dann den entscheidenden Vernichtungsschlag.

Bei diesen sich über gute drei Tage hinziehenden Angriffen bewiesen die Germanen und deren Führung ein ausgezeichnetes taktisches Geschick. In der Nähe von Kalkriese bei Osnabrück zeugen erst in letzter Zeit ausgegrabene, raffiniert angelegte Schanz- und Grabensysteme der Germanen davon.

Als der Untergang der römischen Legionen besiegelt war, gab sich Varus mit einer Anzahl römischer Offiziere den Tod durch sein eigenes Schwert. Als Kaiser Augustus in Rom von der Vernichtung seiner Legionen erfuhr, wurde ihm später der Satz „Quintilius Varus, gib die Legionen zurück!“ (Quintili Vare, legiones redde!) (Sueton, Vita Divi Augusti 23) zugeschrieben.

Der Ort des Kampfes

Ursprünglich wurde der Teutoburger Wald angegeben. Nach neuen, umfangreichen Funden wird mittlerweile angenommen, daß die Schlacht in der Nähe von Kalkriese stattfand.

Folgen

Der siegreiche Cheruskerfürst und Befreier Germaniens kehrt zu seinem Stamm zurück.

Die Nachricht von Varus’ Katastrophe wirkte in Rom wie ein Schock. Die römischen Truppen wurden hinter die Rheingrenze zurückgezogen, die einzige bisher bekannte römische Siedlung in Großgermanien, Waldgirmes, wurde aufgegeben und die Armee in Alarmbereitschaft versetzt. Der Ausbau des Limes wurde verstärkt. Man fürchtete einen Durchmarsch der Germanen. Kaiser Augustus entließ seine germanische Leibwache, in Italien wurden neue Einheiten gerade unter der jungen Bevölkerung ausgehoben. Diejenigen, die den Kriegsdienst verweigerten, wurden mit der Konfiskation ihres Vermögens bestraft oder zum Tode verurteilt. Allerdings bewahrheiteten sich die schlimmsten Befürchtungen nicht, und so unternahmen die Römer in der Zeit Tiberius’ unter dem Feldherrn Germanicus (Tiberius’ Neffe) wieder mehrere Feldzüge in das germanische Territorium und eine Expedition in das Gebiet der Schlacht. Im Jahre 16 n. d. Z. kam es zu einem Aufeinandertreffen zwischen Germanicus und Arminius, allerdings endete es in einem strategischen Patt.

Auf seinem zweiten Feldzug gelang es Germanicus, Thusnelda, Arminius’ Ehefrau, die zugleich die Tochter des bereits oben erwähnten Verräters Segestus war, gefangenenzunehmen. Dieser Erfolg wurde ihm ermöglicht durch einen erneuten, unglaublichen Verrat ihres Vaters, der seine Tochter, die inzwischen ein Kind erwartete, lieber in den Händen der Römer als im Ehestand mit seinem Feind Arminius sah. Segestus war daraufhin in den Augen seiner germanischen Volksgenossen ein „Neiding“ und ging, da er das römische Bürgerrecht besaß, daraufhin nach Rom.

Schließlich mußte man aber nach hohen Verlusten auf beiden Seiten das Scheitern der römischen Expansion in Germanien und die Unwiderruflichkeit der Rheingrenze eingestehen. Dennoch wurde bei Germanicus’ Rückkehr nach Rom ein glänzender Thriumphzug veranstaltet, bei dem Arminius’ gefangene Ehefrau Thusnelda mit ihrem inzwischen geborenen kleinen Sohn als vornehme Kriegsbeute präsentiert wurde, tatsächlich unter den Augen ihres verräterischen Vaters Segestus, der von der Ehrentribüne aus zusah – über das weitere Schicksal Thusneldas und ihres Sohnes ist nichts bekannt.

Arminius dagegen hatte sich durch den Sieg einer unbestrittenen Machtbasis versichert. Er versuchte nun den Aufbau eines gesamtgermanischen Königtums, stieß aber auf den separatistischen Widerstandsgeist der Fürsten. Um das Jahr 21 n. d. Z. wurde er von Verwandten ermordet. Dennoch wurde die Freiheit Germaniens nach seinem Sieg gegen Varus vom Römischen Reich nie mehr angetastet.

Gedenkstätten

An das Ereignis erinnern vor allem das Museum und Park Kalkriese sowie das bekannte Hermannsdenkmal nahe Detmold.

Großfilm „Ewiger Wald“ (Auszug)

Hauptartikel: Ewiger Wald – Ewiges Volk
Ihr Zeichen der Fremde,
Standarten der Römer,
was sucht ihr im Lande,
was sucht ihr im Wald?
Wer fremd deinem Boden,
Wald, fremd deiner Art,
dem bleibt nicht erspart
unsagbares Leid.
Volk in Gefahr!
Waldvolk, kämpfe mit dem Boden um dein Sein!
Scheu keinem Krieg! Tief im Walde wird geboren,
Volk dein Wissen, Volk dein Sieg!

Bearbeitungen

Kunst

Die Hermannsschlacht wurde vielfach in der Kunst in Form von Historiengemälden oder Illustration dargestellt. Bekannte Darstellungen stammen von Carl Joseph Geiger, Friedrich Gunkel, Otto Albert Koch (Varusschlacht, 1909) und Karl Friedrich Schinkel.

Musik

Das bekannte deutsche Volkslied „Als die Römer frech geworden“ hat die Hermannsschlacht zum Thema, das Geschehen wird dort auf lustige Art und Weise verarbeitet. In dem von Ernst Moritz Arndt gedichteten Lied „Der Gott, der Eisen wachsen ließ“ heißt es zudem „So ziehn wir aus zur Herrmansschlacht / und wollen Rache haben“, hierbei wird der Kampf der Deutschen gegen Napoleon bzw. die französische Fremdherrschaft in eine Traditionslinie mit jener Freiheitsschlacht aus der Germanenzeit gestellt.

Auch in modernen Musikformen findet sich die Schlacht im Bereich des Pagan Metals verarbeitet, so etwa auf dem Album „Zeit der Cherusker“ der griechischen Black-Metal-Gruppe Wolfnacht. Die Gruppen Heervader aus den Niederlanden sowie Blutaar aus Bayern haben das Thema ebenso in einem Lied aufgegriffen.

Filme

  • 1924: Die Hermannschlacht
  • 1977: Hermann der Cherusker – Die Schlacht im Teutoburger Wald
  • 1995: Die Hermannsschlacht

Briefmarken

2009 erschien anläßlich des 2000. Jahrestages der Schlacht eine Briefmarke der bundesdeutschen Post, welche das Hermannsdenkmal, eine Büste des Kaisers Augustus sowie die bei Kalkriese gefundene Gesichtsmaske eines feindlichen römischen Soldaten zeigt.

Filmbeitrag

Schlacht im Teutoburger Wald (Dokumentation):

Siehe auch

Befreiung Germaniens vom Römerjoche.jpg

Literatur

Verweise