Buch, Walter

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Vorsitzender des Obersten Parteigerichts der NSDAP SS-Obergruppenführer Walter Buch, Lichtbildnis von Heinrich Hoffmann; hier mit den Kragenspiegel eines Reichsleiters (1. Modell bis 1939)

Walter Hans Buch (Lebensrune.png 24. Oktober 1883 in Bruchsal, Landeskommissariat Karlsruhe in Baden; Todesrune.png Freitod 12. September 1949 in Schondorf am Ammersee) war ein deutscher Offizier des badischen Kontingents der Preußischen Armee, des Deutschen Heeres, der SA und der SS (SS-Ehrenführer) sowie Politiker, Mitglied des Reichstages, Reichsleiter und Oberster Parteirichter, zuletzt Vorsitzender des Obersten Parteigerichts (OPG) der NSDAP.

Leben

Jugend

1925 wurde nach Hitlers Festungshaft die NSDAP in München neu gegründet. Neben Hitler sitzen am Tisch: Alfred Rosenberg, Walter Buch, Franz Xaver Schwarz, Gregor Strasser und Heinrich Himmler.
Die Hochzeitsgesellschaft von Martin und Gerda Bormann am 2. September 1929; Walter Buch steht hinter seinem neuen, von ihm nach zwei Jahren Verlobungszeit geduldeten Schwiegersohn. Zu Buchs Linken Adolf Hitler, links außen im Bild Rudolf Heß, beide waren Trauzeugen des jungen Paares.
Deutsches Olympia-Ehrenzeichen für Reichsleiter Walter Buch
Kalenderbild
Fahrkarte für MdR Walter Buch
Wolfgang Willrich (links) und Reichsleiter Walter Buch mit ihren Ehefrauen am Bodensee

Walter Buch, geboren am 24. Oktober 1883 zu Bruchsal, war der Sohn des Senatspräsidenten am badischen Oberlandesgericht Dr. jur. h. c. Hermann Buch (Todesrune.png Juli 1921). Er besuchte von 1890 bis 1902 die Volksschule in Bruchsal und das humanistische Gymnasium in Konstanz. Nach dem Abitur trat er 1902 als Fahnenjunker in das 6. Badische Infanterie-Regiment „Kaiser Friedrich III.“ Nr. 114 in Konstanz (dem XIV. Armeekorps in Karlsruhe unterstellt) ein. Seit der Militärkonvention zwischen Preußen und dem Großherzogtum Baden vom 25. November 1870 stellte Baden der Preußischen Armee nichtselbständige Kontingente, so auch die Nr. 114. 1904 wurde er zum Leutnant und 1913 zum Oberleutnant befördert.

Erster Weltkrieg

Bei Beginn des Ersten Weltkrieges zog er als Regimentsadjutant aus, diente als Kompaniechef und wurde später Führer einer MG-Scharfschützenabteilung. Im März 1918 kam er als Major zu einem Lehrkurs nach Berlin und führte später das Offiziersanwärter-Bataillon auf dem Truppenübungsplatz Döberitz.

Weimarer Republik

Ab September 1918 war Buch im Preußischen Kriegsministerium in Berlin tätig. Nach Kriegsende wurde er am 20. November 1918 als Major a. D. verabschiedet. Für Walter Buch war es selbstverständlich, daß er sich nach dem Zusammenbruch der deutschen Armee sofort der nationalen Bewegung anschloß. Er organisierte Kriegsvereine in Baden.

Von 1919 bis 1922 war er Mitglied der nationalkonservativen Deutschnationalen Volkspartei (DNVP). Für den Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbund war er bis zu dessen Verbot Gaugeschäftsführer in Baden. Ebenso war er in verschiedenen badischen Kriegervereine tätig. Ostern 1920 lernte er Adolf Hitler kennen, als er im Auftrag seines Vaters Hitler ein Buch überbrachte. Am 9. Dezember 1922 trat er in die NSDAP (Mitglieds-Nr. 13.726) und am 1. Januar 1923 auch in die SA ein. Von August 1923 bis 1924 war er in Nürnberg SA-Führer.

Nach dem gescheiterten Marsch auf die Feldherrnhalle im November 1923 arbeitete Buch vorübergehend als Vertreter für Wein und Spirituosen in München. Nach der Neugründung der NSDAP trat er 1925 der Partei (Mitglieds-Nr. 7.733) und auch der SA wieder bei. Bis zum 1. Januar 1928 führte und organisierte er die SA in Oberbayern-Schwaben. Am 27. November 1927 übernahm Buch die Leitung des Untersuchungs- und Schlichtungsausschusses (UschlA), des Vorläufers des späteren Obersten Parteigerichtes der NSDAP in München. Am 20. Mai 1928 zog er mit den ersten 12 Abgeordneten in den Reichstag. Mitglied des Reichstages blieb er bis 1945. Auch hier bewährte sich Walter Buch als unermüdlicher Arbeiter, der zwar äußerlich wenig hervortrat, umso energischer, gewissenhafter und treuer aber im stillen arbeitete. Von Juni 1930 bis Oktober 1931 war Buch der Leiter des Jugendamtes in der Reichsleitung der NSDAP und zudem bis 1933 Schriftleiter beim Völkischen Beobachter.

Drittes Reich

Nach der Machternennung der Nationalsozialisten wurde Buch am 1. Juli 1933 Mitglied der SS (Mitglieds-Nr. 81.353) im Range eines SS-Gruppenführers. Am 9. November 1934 wurde er zum SS-Obergruppenführer befördert. Vom 3. Oktober 1933 bis 1944 war er ordentliches Mitglied der Akademie für Deutsches Recht, zudem Mitglied im Sachverständigenbeirat für Bevölkerungs- und Rassenpolitik im Reichsinnenministerium.

Am 9. Dezember 1933 (mit Wirkung vom 1. Januar 1934) wurde der Untersuchungs- und Schlichtungsausschuß (UschlA) in Oberstes Parteigericht der NSDAP (OPG) umbenannt. Walter Buch wurde Leiter des OPG und Vorsitzender der I. Kammer. Schon seit dem 2. Juni 1933 war er einer der Hitler direkt unterstellten Reichsleiter der NSDAP. Sein Stellvertreter war anfänglich Reichsleiter Wilhelm Grimm.

Zweiter Weltkrieg

Ab 1942 verlor Walter Buch an Einfluß und Bedeutung, denn ab diesem Jahr mußte er alle Beschlüsse des Obersten Parteigerichts seinem Schwiegersohn Martin Bormann zur Gegenzeichnung vorlegen. Anlaß hierfür war der Fall des Gauleiters von Schlesien und Westfalen-Süd, Josef Wagner: Wagner war von Hitler am 9. November 1941 seiner Ämter enthoben worden, nachdem sich seine Frau gegen den Kirchenaustritt und die Heirat der gemeinsamen Tochter mit einem SS-Mann ausgesprochen hatte. Ein aus mehreren Gauleitern zusammengesetzter Parteigerichtsausschuß unter Leitung von Walter Buch hatte am 6. Februar 1942 entschieden, daß bei Wagner kein „parteischädigendes Verhalten“ vorlag und den ehemaligen Gauleiter in der Partei belassen. Hitler hob am 12. Oktober 1942 das Urteil des Parteigerichtes auf und stieß Wagner aus der NSDAP aus.

Nachkriegszeit

Am 30. April 1945 wurde Walter Buch von VS-Truppen gefangengenommen. Vom 15. Juni bis zum 12. August 1945 war er im Kriegsgefangenen- und Verhörlager in Bad Mondorf, Luxemburg (Central Continental Prisoner of War Enclosure No. 32; „Camp Ashcan“), wo auch andere sogenannte NSDAP-Größen gehalten wurden. Unter den 86 Gefangenen war der Großteil der Angeklagten des Nürnberger Haupttribunals.

In der Folgezeit wurde er in Konzentrationslagern festgehalten, zahlreichen Verhören durch den VS-amerikanischen Geheimdienst unterzogen und auch beim Nürnberger Tribunal als Zeuge vernommen. In der Entnazifizierung wurde Buch am 3. Juli 1948 als „Hauptschuldiger“ von einer Lager-Spruchkammer in Garmisch zu fünf Jahren Arbeitslager und dem Einzug seines Vermögens (bis auf 2.000 Deutsche Mark) verurteilt. Am 16. Februar 1949 wurde dem Revisionsantrag vom Weilheimer Senat der Berufungskammer Oberbayern stattgegeben. Im Revisionsverfahren am 29. Juli 1949 in München wurde Buch erneut als „Hauptschuldiger“ (Kategorie I) eingestuft. Der Einzug seines gesamten Vermögens wurde bekräftigt, die Freiheitsstrafe jedoch auf dreieinhalb Jahre reduziert. Da die Internierung auf die Freiheitsstrafe angerechnet wurde, kam Buch noch am selben Tag frei.

Die letzten Wochen

Buch war ein physisch und psychisch völlig gebrochener, verbitterter, finanziell ruinierter kranker Mann von knapp 66 Jahren ohne jede weitere Zukunftsperspektive. Seine Ehefrau und seine Tochter Gerda, die zwei Menschen, die ihm in privater Sphäre am meisten bedeuteten, waren im Oktober 1944 bzw. Sommer 1946 verstorben; und mit dem Ende des Dritten Reichs brach für ihn eine lebenswerte Welt zusammen. Jochen von Lang schrieb in seinem Buch „Der Sekretär. Martin Bormann – Der Mann, der Hitler beherrschte“, daß Walter Buch kurz nach der Entlassung die Witwe eines Zahnarztes heiratete, die ihn viele Monate während der Internierung regelmäßig besucht hatte, dies ließ sich jedoch durch Recherchen nicht belegen (Stand: 2016).

Buchs Überlebenswille war von dem Tag an erloschen, als er wieder ein freier Mann war. Diese „Freiheit“ nach seiner Haftentlassung überlebte Walter Buch in seiner zerstörten und von Siegermächten besetzten Heimat nur sechs Wochen.

Tod

Reichsleiter a. D. Walter Hans Buch öffnete sich im September 1949 die Pulsadern, stürzte sich in den Ammersee und ertrank im Alter von kaum 66 Jahren.

Familie

Leutnant Buch heiratete am 23. September 1908 seine Verlobte Else Pleusser (Lebensrune.png 11. Mai 1887 in Barmen; Todesrune.png 29. Oktober 1944 durch Herzversagen; NSDAP-Nr. 7.732, Trägerin des Goldenen Parteiabzeichens; Mitgliedschaft NS-Frauenschaft mit Nr. 5.721; Förderndes Mitglied der SS mit F.M.-Nr. 310.542). Aus der Ehe sind vier Kinder entsprossen, zwei Söhne und zwei Töchter:

Gerda

Buchs älteste Tochter Gerda heiratete am 2. September 1929 Martin Bormann, der 1941 Leiter der Parteikanzlei der NSDAP wurde. Adolf hitler und Rudolf Heß waren Trauzeugen. Aus der Ehe sind zehn Kinder entsprossen. Gerda starb nach der Flucht am 13. April 1945 – kurz bevor die französischen Panzer den Schluchsee erreichten – vom Haus Schluchsee (Schwarzwald) in die Alpenfestung, der Zerstörung des Bormannschen Anwesens am Obersalzburg am 26. April 1945 und der schwierigen Flucht nach Tirol im März 1946 im Krankenhaus von Meran an Unterleibskrebs.

Mitgliedschaften und Dienststellungen (Auswahl)

Kaiserreich

  • ab 27. Januar 1904 Lehr-Offizier
  • 1912–1914 Ausbilder an der Unteroffizierschule Biebrich
  • September 1914 bis 1915 Regiments-Adjutant
  • 1915 Infanterie-Regiment „Herzog Ferdinand von Braunschweig“ (8. Westfälisches) Nr. 57 (47. Infanterie-Brigade)
  • Kompaniechef im 4. Badischen Infanterie-Regiment „Prinz Wilhelm“ Nr. 112
  • bis Dezember 1917 Kommandeur der 23. Maschinen-Scharfschütze-Gewehrabteilung im 6. Badischen Infanterie-Regiment „Kaiser Friedrich III.“ Nr. 114
  • März bis September 1918 Kommandeur des Offiziers-Aspiranten-Bataillons und Maschinen-Gewehr-Ausbilder an der Infanterie-Lehrschule in Döberitz
  • September bis November 1918 an das Kriegsministerium in Berlin kommandiert
  • Dezember 1918 Alldeutscher Verband

Weimarer Republik

  • Februar 1919 Deutscher Schutz- und Trutzbund
    • ab 1. Oktober 1919 Deutschvölkischer Schutz- und Trutzbund (DVSTB)
  • Badischer Verband ehemaliger Kriegsteilnehmer
  • 1919 – Ende 1922 Deutschnationale Volkspartei (DNVP)
    • zuletzt Parteisekretär in Karlsruhe
  • 1920 Bund „Oberland“
  • 1920 Mitherausgeber der „Badischen Wochenzeitung“
  • 14./15. Oktober 1922 Teilnahme (gemeinsam mit SA) am Deutschen Tag in Coburg, 1922
  • 9. Dezember 1922 Beitritt NSDAP (NSDAP-Nr. 7.733)
    • 1922 – September 1923 Ortsgruppenleiter der „Ortsgruppe Karlsruhe der NSDAP“
  • 1. August 1923 offizieller Beitritt SA
    • 1. August 1923 – 9. November 1923 „Bezirksführer der SA“ für Franken und Führer des SA-Sturmregimentes 3 (Franken; auch bekannt als SA-Regiment „Frankenland“ und SA-Kommando „Franken“; Dienstsitz: Nürnberg)
    • 1. Januar 1928 – 9. Dezember 1933 Gau-SA-Führer von Oberbayern-Schwaben (Nachfolger: Friedrich Karl Freiherr von Eberstein)
  • 8./9. November 1923, als der Marsch auf die Feldherrnhalle fehlschlug, gelang es Buch, die Akten der SA in Nürnberg nach Erlangen zu verbringen, kurz darauf wurde das Hauptquartier gestürmt.
  • November 1923 bis April 1924 Wein- und Zigarrenverkäufer in München
  • 13. November 1923 bis Januar 1924 mit der Führung der illegalen SA beauftragt
  • Februar 1924 in München wegen Wiederbetätigung (NSDAP) verhaftet
  • Februar 1925 – 23. November 1927 SA-Führer in München
  • 15. Juni 1925 Wiedereintritt in die NSDAP
  • 1925 Vorsitzender des Ehrengerichtes „Deutsche Vaterländische Orden“
  • 27. November 1927 – 1. Januar 1928 Stellvertretender Vorsitzender des Untersuchungs- und Schlichtungsausschusses (USCHLA) der Reichsleitung der NSDAP
    • mit der Führung der UschlA als designierter Nachfolger von Bruno Heinemann beauftragt
  • 1. Januar 1928 – 1. Januar 1934 Vorsitzender der USCHLA
  • Mitglied des Reichstages
    • 20. Mai 1928 – 18. Juli 1930 Wahlkreis 24, Oberbayern-Schwaben
      • 30. August 1932 – 12. September 1932 Mitglied des 2. Ausschusses (Auswärtige Angelegenheiten) des Reichstages
      • 6. Dezember 1932 – 1. Februar 1933 Mitglied des 2. Ausschusses (Auswärtige Angelegenheiten) des Reichstages
    • 14. September 1930 – 14. Oktober 1933 MdR
    • 12. Dezember 1933 – 28. März 1936 Wahlkreis 15, Osthannover
    • 30. Januar 1937 – 8. Mai 1945 Wahlkreis 29, Leipzig
  • 11. Juni 1930 – Oktober 1931 Leiter des Jugendamtes in der Reichsleitung der NSDAP
  • 17./18. Oktober 1931 Teilnahme am SA-Aufmarsch in Braunschweig
  • 1. Juni 1932 – 10. Oktober 1935 Vorsitzender der I. Kammer des Reichs-USCHLA und ab 1934 des OPG (Nachfolger war Johannes Schneider, ab 1. Januar 1936 dann der Rechts- und Staatswissenschaftler Walter Knop)

Drittes Reich

  • 1. Juli 1933 Beitritt SS: SS-Ehrenführer im Rang eines SS-Gruppenführers bei der 63. SS-Standarte in Reutlingen
    • 1933 bat Adolf Hitler Walter Buch, so berichtete sein langjähriger Freund Walther Darré den alliierten Verhöroffizieren nach dessen Gefangenahme 1945, eine Stelle als Adjutant in der Reichskanzlei an, Buch lehnte ab. Danach verlor er deutlich an Einfluß bei Hitler, dem er einst nahestand.
  • 1. Januar 1934 – 8. Mai 1945 Vorsitzender des Obersten Parteigerichts der NSDAP
    • Stellvertreter anfänglich Wilhelm Grimm; Beisitzer: Ludwig Schneider, Walter Knop, Wessel, Kramer und Runge; Assistent: Ludwig Schneider (ab 1936 Leiter des Zentralamtes, auch bekannt als die IV. Kammer).
  • 1. Oktober 1934 – 1. April 1936 SS-Führer z. b. V. beim Reichsführer-SS
  • September 1934 – 30. April 1945 Mitglied des Sachverständigenbeirates für Bevölkerungs- und Rassenpolitik beim Reichsministerium des Innern
  • 3. Oktober 1934 bis 1944 Mitglied Akademie für Deutsches Recht, München
  • Mitglied des Kuratoriums der Reichsorganisation „Das Braune Band von Deutschland“
  • 1. April 1936 – 30. April 1945 dem Persönlichen Stab „Reichsführer-SS“ zugewiesen
  • Frühling 1942 Teilnahme an der SS-Führertagung
  • September 1942 Teilnahme am Europa-Jugendkongreß in Wien

Auszeichnungen (Auszug)

Beförderungen

Werke (Auswahl)

  • Niedergang und Aufstieg der deutschen Familie (1932) (PDF-Datei)
  • Niedergang und Aufstieg der Deutscher Familie (1932)
  • Fünfzig Jahre antisemitische Bewegung (1937)
  • Des nationalsozialistischen Menschen Ehre und Ehrenschutz (1939) (PDF- Datei)

Literatur