Griechenland

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Ελληνική Δημοκρατία
Ellinikí Dimokratía
Hellenische Republik
Flagge
Wappen
Flagge Wappen
Amtssprache Griechische
Hauptstadt Athen
Staatsform Parlamentarische Republik
Regierungssystem Parlamentarische Demokratie
Staatsoberhaupt Präsident Prokopis Pavlopoulos
Regierungschef Ministerpräsident Alexis Tsipras
Fläche 131.957 km²
Einwohnerzahl 10.749.943
Bevölkerungsdichte 82 Einwohner pro km²
Währung Euro (EUR)
Gründung Beginn des Aufstandes gegen das Osmanische Reich 1821, Bestätigung der Souveränität durch das Londoner Protokoll am 3. Februar 1830
Nationalhymne Ymnos is tin Eleftherian
Zeitzone UTC+2 OEZ
UTC+3 OESZ (März–Oktober)
Kfz-Kennzeichen GR
Weltnetz-TLD .gr
Telefonvorwahl +30
Griechenland, 2000.png

Griechenland (neugr. Elláda, Ελλάδα) ist ein Staat in Südosteuropa, der an Albanien, Mazedonien, Bulgarien und die Türkei grenzt. Mit dem Griechenland der Antike hat es den Namen, die nahverwandte Schriftsprache sowie die ungefähre geographische Ausdehnung gemeinsam, jedoch handelt es sich bei den Neugriechen um ein von den antiken Griechen völlig verschiedenes Volk.

Inhaltsverzeichnis

Der Staat

Der griechische Staat trägt den Namen Hellenische Republik (Ελληνική Δημοκρατία) und ist seit 1981 Mitglied der Europäischen Union (EU). Bis Mitte des 20. Jahrhunderts erhob der griechische Staat Gebietsansprüche gegenüber Bulgarien und der Türkei.

Staatsbürgerschaft

Die griechische Staatsangehörigkeit basiert auf dem Abstammungsprinzip (ius sanguinis). So können nur Kinder von griechischen Eltern die Staatsangehörigkeit per Geburt erhalten. Ausländer können die griechische Staatsangehörigkeit beantragen (nach zehn Jahren Aufenthalt), es besteht jedoch keinerlei Rechtsanspruch auf Einbürgerung.

Staatsorganisation

In Griechenland arbeitet 25 % der Erwerbstätigen im öffentlichen Dienst. In der BRD sind es zum Vergleich nur 11 %, obwohl die BRD-Verwaltung durch ihren föderalen Aufbau – im Gegensatz zum griechischen Zentralstaat – an sich viel größer ist.[1]

Bevölkerung

Die Bevölkerung Griechenlands besteht zum größten Teil aus Neugriechen. Nach 1923 gab es einen großen Bevölkerungsaustausch, der etwa 1,4 Millionen Griechen aus Kleinasien ins Land, besonders nach „Mazedonien“ (Region in Griechenland), brachte, während ca. 400.000 Türken Griechenland verließen. Völkische Minderheiten sind Bulgaren, Türken, Albaner und Rumänen (Aromunen).

Ausländer

1981 lag die Zahl der Ausländer bei 176.000. Nach der Volkszählung im Jahr Jahr 2001 gab es ca. 800.000 Ausländer (7,5 %) in Griechenland, die Hälfte von ihnen sind Albaner.

Geschichte

1908 wird Griechenland aus einer Art Währungsunion „entfernt“, die gemeinsam abgesprochene Wechselkurse hatte. Es war die damalige „lateinischen Münzunion“, man druckte Geld auf Pump bis zum Staatsbankrott.

Zweiter Weltkrieg

Der Staatshaushalt Griechenlands war in den 1930er Jahren durch die sehr hohe äußere Verschuldung belastet. Daher wurde eine englisch-französisch-italienische Finanzkommission gefördert. Während des Zweiten Weltkrieges wurden der britischen Seeblockade zum Trotze, bedeutende Mengen Goldes an Griechenland durch das Deutsche Reich geschifft, um die katastrophale Inflation einzudämmen und die griechische Währung zu stabilisieren. Trotz der Versorgungsknappheit in Deutschland gab es Lebensmittellieferungen an Griechenland, um die dort drohende Hungersnot zu bekämpfen, sowie Lieferungen von anderen deutschen Exportwaren. Über das neutrale Schweden hatte Deutschland Kontakt zu den britischen Behörden aufgenommen und schlußendlich die Aufhebung der Blockade der griechischen Gewässer erhalten zugunsten eines mit deutschen Lebensmittel beladenen schwedischen Schiffes, das so jeden Monat Triest oder Venedig verlassen konnte um Piräus zu erreichen, ohne das Risiko einer Torpedierung einzugehen.[2]

„Im Herbst 1944 gelang der Wehrmacht ein reibungsloser Rückzug aus dem festländischen Griechenland. Das war der Auftakt für den Bürgerkrieg zwischen kommunistischen und royalistischen Partisanen, der bis 1949 tobte und etwa 125.000 Griechen das Leben kostete. Das neugriechische Geschichtsbild ist davon unberührt, konzentriert sich vielmehr auf die weit geringeren Opfer, die 1943/44 der Partisanenkampf gegen die deutsche Besatzungsmacht kostete. Ähnliche Verschiebungen der Schuldproportionen lagen dem Nürnberger Prozeß gegen die deutschen „Südost-Generäle“ zugrunde, der Anfang 1948 mit drakonischen Strafen wegen ihrer Verantwortung für Geiselerschießungen endete. Wie der Nürnberger Jurist Klaus Kastner darlegt, hätten alliierte Ankläger und Richter dabei kein Verständnis und keine Kenntnis von der Realität des Partisanenkampfes gehabt.“[3]
Fotomontage in der Zeitung „Eleftheros Typos“: "Finanznazitum bedroht Europa"[4]

Griechenland und BR Deutschland

Die BRD ist nicht Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches – behauptet dies aber immer wieder –, dennoch agierte sie großzügig mit deutschen Steuergeldern und vereinbarte mit der griechischen Regierung, unter der Bedingung, daß diese auf weitere Forderungen verzichteten würde, eine pauschale Wiedergutmachungssumme wegen sogenannter NS-Verbrechen durch deutsche Besatzungstruppen in Griechenland während des Zweiten Weltkriegs. Ein Betrag von 115 Millionen Mark wurde im Jahr 1960 bezahlt.

Im Zuge der griechischen Finanz- und Staatskrise, die sich seit 2010 deutlich abzeichnete und immer weiter zuspitzte, kamen von griechischen Politikern sowie Regierungsmitgliedern erneute Forderungen, Deutschland solle Reparationszahlungen leisten. Das BRD-Regime sieht allerdings alle Entschädigungsansprüche für vermeintliche Kriegsverbrechen sowie andere aus der deutschen Besatzung entstandenen Schäden durch frühere Zahlungen als offiziell abgegolten an. BRD-Präsident Joachim Gauck sowie einige weitere BRD-Politiker machten Anfang Mai 2015 den Vorschlag, Griechenland weitere Zahlungen zukommen zu lassen, von denen sie meinten, sie seien erforderlich, um auszuloten, welche weiteren Möglichkeiten zur „Wiedergutmachung“ bestünden.[5] Der griechische Justizminister der Tsipras-Regierung brachte zeitweise Überlegungen ins Spiel, die Immobilen von Deutschen in Griechenland zu pfänden, sollten die BRD-Vertreter zu keiner „Einigung“ über neue Reparationszahlungen bereit sein.[6]

Politik

Linksextremismus

Griechenland in der EU

Schon im Jahre 2004 wurde offiziell, daß die griechische Regierung in Athen sich mit falschen Zahlen Eintritt verschafft hatte. In der Zwischenzeit konnte nur ein EU-kreditgetriebener wirtschaftlicher Scheinaufschwung die Illusion aufrechterhalten, daß sich das Land in einem rasanten Aufholprozeß zum Rest der europäischen Länder befinde.

Insgesamt erhielt Griechenland seit seinem Beitritt zur EU 1981 – damals noch Europäische Gemeinschaft (EG) genannt – bis zum Ausbruch der Staatsschuldenkrise 2010 von der EU 180 Mrd. Euro an Subventionen.[1]

Staatskrise seit 2010 und ausländische Euro-Milliardenkredite

Die griechische Regierung hatte wegen ihres Staatsdefizites von 273 Milliarden Euro, am 23. April 2010, einen Antrag auf Staatshilfen von der Europäischen Union (EU) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) eingereicht.[7]

Insgesamt 110 Milliarden Euro wurden ab Mai 2010 bis 2013 zugesagt, um einen Staatsbankrott des Landes abzuwenden. Der Internationale Währungsfonds (IWF) stellte 30 Milliarden Euro zur Verfügung, die übrigen Euro-Mitgliedsstaaten mussten insgesamt 80 Milliarden Euro aufbringen. Der Anteil der BRD an der Finanzhilfe für Griechenland betrug demzufolge 22,4 Milliarden Euro (pro Jahr 8,4 Milliarden Euro).

Im Zuge dieser Krise wurden seitens Griechenland immer wieder Beschuldigungen und Forderungen gegenüber der BRD laut. So wurde u. a. Angela Merkel in Karikaturen als ein neuer Hitler präsentiert oder die EU-Fahne mit einem Hakenkreuz in der Mitte dargestellt. Am 21. Juni 2012 wurde bekannt, daß die Finanzbewertungsagentur „MSCI“ Griechenland aufgrund der verheerenden wirtschaftlichen Lage auf den Status eines Entwicklungslandes heruntergestuft hatte.[8] Anfang August 2012 wurde auch durch die Agentur Standard & Poor’s der Ausblick Griechenlands bis auf die niedrigste Stufe vor totalem Zahlungsausfall gesenkt.[9]

Hunderte Milliarden Euro sogenannter „Hilfspakete“ – und auch sogenannte „Schuldenerlasse“, „Rückzahlungsaufschübe“ und sogenannte „Bürgschaften“ – hatten nicht verhindern können, daß der griechische offizielle Schuldenstand im Spätsommer 2013 mit etwa 329 Milliarden Euro etwa die gleiche Höhe hatte, wie zum Zeitpunkt des Ausbruchs (oder der öffentlichen Wahrnehmung) der griechischen Schuldenkrise im Mai 2010. Es handelt sich also offensichtlich um ein kriminelles Verschuldungssystem auf Seiten der Kreditgeber, die gar kein Interesse haben, daß sich die Ökonomie eines Landes erholt, sondern die vielmehr vorrangig (manche sagen: ausschließlich) an der dauerhaften Abhängigmachung und Ausplünderung von Volkswirtschaften interessiert sind.[10]

Alexis Tsipras: Chef des ultralinken Wahlbündnisses Syriza und seit Januar 2015 Ministerpräsident Griechenlands

Linksruck 2015

Parlamentswahl im Januar 2015

Die 300 Parlamentssitze werden nach den Wahlergebnisse folgendermaßen verteilt:[11]
Syriza: 149 Sitze (36,2 %)
Nea Dimokratia: 76 Sitze (27,8 %)
Goldene Morgenröte: 17 Sitze (6,3 %)
To Potami: 17 Sitze (6 %)
KKE: 15 Sitze (5,5 %)
Pasok: 13 Sitze (4,7 %)
Unabhängige Griechen: 13 Sitze (4,7 %)

Einordnung

Der politische Umsturz vom Januar 2015, ein demokratisches Votum, das der pauschalen Aufkündigung etlicher EU-Absprachen gleichkommt (mit der bezeichnenden Ausnahme der gerne affirmierten Zahlungsverpflichtung aller Anderen gegenüber Griechenland), hat mehr als bloß griechische Verhältnisse sichtbar gemacht, wie erste Kommentare belegen (hier: Andreas Unterberger):

„Griechenland will alle Kinder von Migranten automatisch einbürgern. Womit diese dann auch volle EU-Bürger sind. Das besonders Schlimme ist aber die knieweiche Reaktion aller anderen Europäer auf die griechische Entwicklung, vor allem der Sozialdemokraten. Sie reden nur noch herum und betonen schon wieder, dass Griechenland unbedingt im Euro bleiben müsse. Deshalb kann man sicher sein, dass EU und EZB nach ein paar Scheingefechten in ein paar Wochen den Griechen wieder weitgehend nachgeben wird. Ohne zu begreifen, wie lächerlich sie sich damit machen. Ohne die katastrophalen Beispielsfolgen in zahllosen anderen Euro-Krisenländern zu durchschauen. Denn überall in Europa wird bei einem Erfolg Griechenlands bald lustiger Kirtag gefeiert werden. Bevor das dicke Ende kommt. Wie verlogen und haltungslos die westeuropäische Linke ist, merkt man an aber auch zwei ganz anderen Themen, die gar nichts mit Finanzen, Wirtschaft und Euro zu tun haben. Die aber für die Linke bisher immer die allerobersten Fixpunkte waren, wenn sie bürgerliche Parteien denunzieren wollten: Der heftige Antisemitismus des kleineren griechischen Koalitionspartners wird total unter den Teppich gekehrt. Ebenso wird in ganz Westeuropa die Tatsache ignoriert, dass sich unter den neuen griechischen Ministern keine einzige Frau befindet. Würde das bei einer nicht linksradikalen Regierung passieren, hätten wir bereits große Demonstrationen dagegen. Bei Syriza schweigt man aber auch darüber lieber. Die Linken sind verlogen bis in die Knochen.“[12]

2015 – Ultralinke Regierung übernimmt die Regierungsmacht

Die Ende Januar 2015 neugewählte Regierung von Alexis Tsipras versuchte mit allerlei Tricks ihre Verhandlungspartner unter Druck zu setzen. Dazu zählte zu dieser Zeit des Asylantenflutes in Europa auch die Drohung, Asylforderer und andere sich illegal in Griechenland aufhaltende Personen mit Reisedokumenten auszustatten und ihnen damit die Weiterreise nach Mittel- und Nordeuropa (BRD, BRÖ, etc.) zu ermöglichen, verknüpft mit dem Hinweis, daß sich darunter auch Terror-Milizionäre des Islamischen Staates (IS) befinden könnten.[13]

Ferner versuchte die Tsipras-Regierung vorzutäuschen alternative Geldgeber zur Hand zu haben. So reiste Minsterpräsident Tsipras mehrmals nach Moskau, um etwaige Unterstützung bei der russischen Regierung zu finden. Weiterhin wurden China und die VSA als Geldgeber genannt.[14] Bisher fanden sich allerdings keine anderen Geldgeber als die alten. Nur war kurz von einer Einbeziehung Griechenlands in das russisch-türkische Unternehmen Türkischer Strom die Rede.

Provokationsfreudiger Finanzminister

Yanis Varoufakis, der ehemalige (Januar bis Juli 2015) griechische Finanzminister, glaubt nach eigenen Worten nicht, daß die deutschen Steuerzahler ihre Griechenland-Hilfen jemals wiedersehen. „Die Deutschen haben bereits zu viel Geld gegeben“, sagte er Anfang Juni 2015 der Zeitung „Tagesspiegel“, „aber es ist verloren“.

Zahlungsverweigerung und Referendum

Erstmals seit mehr als 30 Jahren hat im Juni 2015 ein Land seine IWF-Schulden nicht zurückgezahlt: Griechenland hat die am 5. Juni fällige Rate von 300 Mio. VS-Dollar nicht überwiesen.

Die desolate Regierung in Athen hatte schließlich durch einen vom IWF akzeptierten Zahlungsaufschub Zeit bis Ende Juni 2015 bekommen, um das Geld zur Schuldenzahlung aufzutreiben. Die griechische Regierung hätte nicht nur 300 Mio. Dollar begleichen, sondern auf einen Schlag 1,3 Mrd. Dollar für weitere Schuldentilgung aufbringen müssen. Bereits kurz vor dem Ablauf des Zahlungsaufschubs kündigte die griechische Regierung an, das Geld nicht zu überwiesen. Für den 5. Juli 2015 hatte die Athener Regierung ein Referendum angesetzt,[15] bei dem die Griechen darüber entschieden sollten, ob sie den Kurs der Regierung mittragen, die Zahlungen an die Gläubiger zu verweigern oder aber weitere Sparmaßnahmen durchzuführen und damit die Forderungen der Geldgeber zu erfüllen. Die Regierung empfahl dem Volk, gegen die Auflagen der Gläubiger zu stimmen. Am 5. Juli 2015 stimmten 61,3 % der griechischen Wähler gegen weitere Sparmaßnahmen und damit für den Kurs der Regierung unter Alexis Tsipras.[16]

Nach dem Referendum machte die griechische Regierung deutlich, einen Austritt des Landes aus der Euro-Zone (→ Grexit) abzulehnen. Nach dem Vertragswerk der Euro-Währungsunion kann ein Mitgliedsland nicht aus der Euro-Zone ausgeschlossen werden. Währungs- und Völkerrechtler streiten derzeit darüber, welche rechtlichen Schritte nun trotzdem unternommen werden können, um zu einer Lösung des Problems zu kommen.

Auswirkungen auf das tägliche Leben

Seit Anfang Juli 2015 konnten Griechenlands Bürger pro Tag mehrere wochenlang nur 50 Euro von ihrem Konto abheben, sofern die Bank noch über genügend Finanzmittel verfügte.

Weiteres „Rettungspaket“, SYRIZA-Spaltung und Neuwahlen

Am 13. Juli 2015 vermeldeten die Vertreter der EU sowie Griechenlands, daß man sich auf ein weiteres „Rettungspaket“ geeinigt habe, das ein Volumen von 82 bis 86 Milliarden Euro umfaßt, um die griechische Staatspleite abzuwenden. Voraussetzung dafür soll sein, daß die griechische Regierung eine harte Rentenreform durchführt und die Steuern massiv erhöht.[17] Beraten wurde die Regierung Tsipras bei diesen Entscheidungen für angeblich 125.000 Euro pro Monat von den amerikanischen Finanzexperten südkoreanischer Herkuft Glenn Kim. Zwar genehmigten bis Mitte August 2015 alle an der Euro-„Rettungspolitik“ beteiligten EU-Staaten weitere Finanzhilfen für den griechischen Staat, allerdings stand die Regierungspartei SYRIZA von Ministerpräsident Alexis Tsipras vor einer Spaltung und bei der Abstimmung über das dritte sogenannte Hilfspaket der EU-Geldgeber verfehlte die Regierungskoalition bereits die nötige Parlamentsmehrheit und war auf die Opposition angewiesen. Tsipras trat daraufhin zurück und kündigte Neuwahlen für den September an.[18][19]

Neuwahlen im September 2015

Bei den Neuwahlen, die im September 2015 abgehalten wurden, wurde SYRIZA – trotz der Abspaltung des linken Parteiflügels der ultralinken Partei – erneut die stärkste Kraft im griechischen Parlament und erreichte 35,5 % der Wählerstimmen. Die „konservative“ Nea Demokratia erhielt 28,1 %. Drittstärkste Partei wurde mit sieben Prozent und leichten Gewinnen die nationalistische Partei Goldene Morgenröte. SYRIZA setzt die Koalition mit dem bisherigen Partner, den rechtskonservativen Unabhängige Griechen fort, die leicht geschwächt aus der Wahl hervorgingen, aber mit 3,7 % noch knapp die 3-Prozent-Hürde übersprangen.[20] Am 21. September 2015 wurde Alexis Tsipras erneut als Ministerpräsident vereidigt.[21]

Ökonomische Strangulierung

Daß die Gewährung immer weiterer Kredite und sogenannter „Hilfen“ dem Wesen nach sorgfältig vorbereitete, planmäßige Enteignungstechniken – gegen ein ganzes Volk gerichtet – sind, belegt das Regierungshandeln des linkssozialistischen Kabinetts Tsipras Ende 2015. Die Rekapitalisierung der vier Großbanken des Landes wird (mit dazu eigens präparierten Gesetzen) als Raubzug am Volksvermögen exekutiert. Der Wirtschaftsforscher Ernst Wolff beschreibt den tückisch eingefädelten Vorgang folgendermaßen:

„Nach der Ankündigung des Kredites über 25 Mrd. Euro für die Rekapitalisierung hatten die Quadriga und die Syriza-Regierung die Banken aufgefordert, private Kapitalgeber aufzutreiben, die sich an der Bankenrettung beteiligen sollten. Größtes Hindernis bei der Suche nach Kapitalgebern waren die faulen Kredite, die in den griechischen Banken lagern, darunter einige hunderttausend Hypotheken, die nicht bedient werden. Um die Fehlbeträge im Immobilienbereich abzubauen und keine neuen Rückstände entstehen zu lassen, wurde die Syriza-Regierung von der Troika unter anderem angewiesen, die gesetzlichen Grundlagen für die Erleichterung der Zwangsenteignung von Haus- und Wohnungsbesitzern zu schaffen.
Das hat Syriza mittlerweile getan. Die Zwangsenteignung wurde zwar vorerst auf solche Objekte begrenzt, die vor der Krise 230.000 Euro und mehr gekostet haben und deren Besitzer nicht mehr als 35.000 Euro pro Jahr verdienen. Die preislich darüber liegenden Objekte kosten derzeit allerdings nur einen Bruchteil ihres ursprünglichen Wertes, so dass die Zwangsenteignung ihre bisherigen Besitzer finanziell ruiniert. Außerdem sind Vermieter ab sofort angewiesen, säumige Mieter nach ausbleibender Mietzahlung umgehend aus der Wohnung zu klagen. Geschieht das nicht, muss der Vermieter für sämtliche nicht erhaltene Mieten die Steuern entrichten. Während auf diese Weise zehntausende durch Arbeitslosigkeit zahlungsunfähig gewordene Griechen in die Obdachlosigkeit geschickt werden, wurde internationalen Investoren mit Hilfe eines sogenannten ›Bookbuilding‹-Verfahrens der rote Teppich ausgelegt.“[22]

Zitate

  • „Das griechische Volk ist anarchistisch und schwer zu bändigen. Deshalb müssen wir tief in ihre kulturellen Wurzeln stoßen. Vielleicht können wir sie dann zur Konformität zwingen. Ich meine natürlich in ihre Sprache, ihre Religion, ihrer Kultur und historischen Reserven stoßen, damit wir ihre Fähigkeit sich zu entwickeln neutralisieren können, um sich zu unterscheiden, oder sich zu erhalten, um sie damit als Hindernis bei unseren strategisch wichtigen Plänen im Balkan, im Mittelmeer und im Nahen Osten zu entfernen.“Henry Kissinger, 1974[23]

Filmbeiträge

Aufnahme von 1941

Siehe auch

Literatur

  • Auswärtiges Amt – Weißbuch Nr. 7 – Dokumente zum Konflikt mit Jugoslawien und Griechenland (PDF-Datei)
  • Petros Markaris: Finstere Zeiten. Zur Krise in Griechenland, Diogenes Verlag, Zürich 2013, ISBN 978-3-257-24269-0 [Erweiterte Taschenbuchausgabe]

Verweise

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 Junge Freiheit, 31-32/15, S. 3
  2. Aussage des Staatssekretärs im Auswärtigen Amt, Baron Steengracht van Mayland am 27. März 1946 vor dem Nürnberger Tribunal. Siehe: Der Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Gerichtshof Nürnberg. Nürnberg 1947, Bd. 10, S. 137 f.
  3. Verschiebung der Schuldproportionen, Junge Freiheit 2/14, S. 19
  4. Empörung über Deutschland: Griechische Zeitung kontert Kritik mit Hakenkreuz-Motiv, Der Spiegel, 23. Februar 2010
  5. Grüne unterstützen Gauck-Vorstoß, FAZ, 3. Mai 2015
  6. Griechen wollen deutsche Immobilien beschlagnahmen, Junge Freiheit, 11. März 2015
  7. Kai Lange: Trotz Hilfe – Welche Risiken für Hellas bleiben, Manager Magazin, 23. April 2010
  8. Deutsche Wirtschafts-Nachrichten, 21. Juni 2012
  9. Der Spiegel online, 8. August 2012
  10. Vgl.: Griechenland-Tribut-Beispiel: Dritter Aufzug im EU-Untergangsdrama?, National Journal, 4. August 2013
  11. National-Zeitung, 30. Januar 2015, S. 5
  12. Andreas Unterberger: Griechenland neu: Antisemitisch und ohne weibliche Minister, Journalistenwatch.com, 31. Januar 2015
  13. Griechen drohen Deutschland mit Ansturm von Asylbewerbern, Junge Freiheit, 9. März 2015
  14. Kritik an Griechenlands Rußland-Kurs, Junge Freiheit (jungefreiheit.de vom 30. März 2015)
  15. Europa bereitet sich auf Griechenlands Pleite vor, FAZ, 27. Juni 2015
  16. Griechischer Finanzminister Varoufakis tritt zurück, Junge Freiheit, 6. Juli 2015
  17. Eurozone einigt sich auf drittes Rettungspaket für Griechenland, Junge Freiheit, 13. Juli 2015
  18. Neuwahlen in drei Wochen?, FAZ, 20. August 2015
  19. Syriza steht vor der Spaltung, Junge Freiheit, 21. August 2015
  20. Linkspartei fordert Schuldenkonferenz für Griechenland, Junge Freiheit, 21. September 2015)
  21. Tsipras als Ministerpräsident vereidigt, FAZ, 21. September 2015
  22. Ernst Wolff: Die Reprivatisierung der Banken: Gigantischer Betrug am griechischen Volk, Goldseiten.de, 3. Dezember 2015
  23. Die Vergewaltigung Griechenlands, Alles Schall und Rauch, 31. Mai 2011
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