Nazi-Vergleich

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AfD-Funktionär Höcke versucht einen Entlastungsangriff mit einem Nazi-Vergleich (FAZ-Meldung vom 12.8.2016)
VS-Präsident Donald Trump attackiert die VS-Geheimdienste mit einem Nazi-Vergleich.

Ein Nazi-Vergleich ist ein heutzutage gerne herangezogenes rabulistisches Mittel, häufig um eine schwache oder unhaltbare Position während einer argumentativen Auseinandersetzung weiterhin aufrechtzuerhalten. Von jeher bedienten sich unredlich veranlagte Disputanten leerer Phrasen, häufig in Form moralistischer „Anklagen“, zu denen als moderne – allerdings in seiner gewaltigen Irrationalität wohl einzigartig dastehenden – Variante der Nazi-Vergleich gehört. Hierzu wird der im Zuge der Umerziehung dämonisierte Begriff „Nazi“ herangezogen, und der Gegner alsdann mit dieser – vor allem im Zusammenhang mit der Holocaust-Religion als „das Böse schlechthin“ erhobenen – Figur verglichen. Der Nazi-Vergleich stellt somit ein ausschließliches argumentum ad personam[1] dar.

Sprachliche Betrachtung

Der Sprachwissenschaftler Thorsten Eitz stellte fest, daß Nazi-Vergleiche immer öfter benutzt werden und untersuchte hierzu die Verwendung von „NS-Vokabeln“ seit 1945. Grund dafür sei, daß sich der Gegner durch „NS-Vokabeln“ unglaublich treffend diffarmieren und stigmatisieren lasse. Wer zu einem Nazi-Vergleich greife, habe die Absicht, eine möglichst große Keule auszupacken. Daher spricht man in diesem Zusammenhang auch gerne von der „Nazikeule“. Es gehe nicht um Vergangenheitsbewältigung, sondern um eine Instrumentalisierung der Vergangenheit für tagespolitische Zwecke, erklärte Eitz.[2]

Komponenten und Hauptfunktionen

„Schon die Nationalsozialisten...“

Beim Erheben des Nazi-Vorwurfs kann (im seltenen Fall) eine einzelne Komponente hervortreten, meist ist an eine Kombinationswirkung gedacht. Den meisten Varianten gemeinsam ist das Bestreben, als Benutzer des Vergleichs – welcher in Wirklichkeit nichts vergleicht – sich und seine vorzubringende Ansicht ansehensmäßig aufzuwerten und andere in eine Verteidigungs- oder Rechtfertigungshaltung oder aber ins moralische Abseits zu drängen (ähnlich der → Rassismusvorwurf).

Begrifflich lassen sich diese Hauptfunktionen unterscheiden:

  • Beschuldigungsfunktion – andere, häufig völlig Unbekannte werden aus irgendwelchen Gründen oder Motiven heraus angeklagt, weil sie zu einer als Gegner erklärten Gruppe gehören und/oder sonst eigenen Argumentationszielen Widerstand leisten (könnten)
  • Verdächtigungsfunktion – maximal verstärktes Unterstellen unsauberer Ziele und Bestrebungen; gegenwärtig beispielsweise ein wider besseres Wissen eingesetztes Hauptinstrument der Lügenpresse gegen die AfD bzw. deren Vertreter
  • Beschimpfungsfunktion – eingesetzt z. B. von Ausländern, die etwas wollen oder sich einer Anforderung zu entziehen suchen, gegenüber Deutschen bzw. deutschen Amtsträgern
  • Distanzierungsfunktion – vorauseilendes Abprallenlassen einer etwaigen Nazi-Beschuldigung, einem anderen Nazi-Vergleicher/-Beschuldiger zuvorkommen
  • Bekenntnisfunktion – beteuern und hervorheben, daß man die Umerziehung verinnerlicht hat
  • Verkaufsförderungs-/Grusel-/Ausschlachtungsfunktion – wirtschaftliches Ausnutzen, da „Nazi“/„Hitler“ stets absatzfördernd wirken (Geschäftsmodell der Lizenzpresse und des Zwangsrundfunks seit Beginn der Umerziehung; zu dem Zweck dürfen auch unbeschränkt und unbeanstandet Hakenkreuze gezeigt werden); in vollem Einsatz auch in „alternativen“ Medien wie „Compact
  • Anbiederungsfunktion – es soll beim jeweiligen Publikum Sympathie gewonnen oder gesteigert werden; besonders verbreitetes Vorgehen von Konservativen, die Wohlwollen bei Linken und Kulturmarxisten suchen; Beispiel Willy Wimmer, ehemaliger CDU-Posteninhaber, jetzt bei alternativen Medienveranstaltungen auftretend
  • Maßstabsfunktion – das absolute Böse wird beschworen (Hauptanwendung)
  • Abwehr-/Krückenfunktion – Verbrechen des Kommunismus/Sozialismus und der siegreichen Weltkriegsalliierten werden als notwendige oder Verteidigungsmaßnahmen hingestellt
  • Verdeckungsfunktion – man hegt üble Absichten und will sie im Vergleich zum Verschwinden bringen („Wir wollen keine Politik der verbrannten Erde ... wie es die Nazis gemacht haben.“)
  • Selbstbeschuldigungsfunktion – früher in christlichen Kreisen beliebte Selbstbesudelung („Hätten wir damals mehr gebetet, hätten nicht so viele auf der anderen Seite umkommen müssen.“)

Bekannte Benutzer

Der Journalist Jürgen Elsässer, früher Jüdische Allgemeine, setzt häufig plakative Nazi-Vergleiche in seinem Magazin „Compact“ ein. Gleichfalls benutzt der Anarchist Oliver Janich, ein Wahrheitsbewegter und Spontanerzähler in Bildübertragungen von seinem Wohnsitz auf den Philippinen, den Nazi-Vergleich unentwegt und bestreitet mit ihm lange Passagen seiner Veröffentlichungen, so beispielsweise in seinem Buch „Die Vereinigten Staaten von Europa“, in dem er die EU als Manifestation des Nationalsozialismus darstellt. Auch der Journalist Gerhard Wisnewski greift zum Nazi-Vergleich.[4]

Zitate

  • „Ich glaube, Ihre Charakterisierung dessen, was sich in Moskau abspielen wird, die Fußballweltmeisterschaft, in allen Bereichen, ja, ich glaube, der Vergleich mit 1936 ist sicherlich richtig.“Boris Johnson greift zum Nazi-Vergleich[5]

Siehe auch

Literatur

  • Frank Böckelmann: Jargon der Weltoffenheit. Was sind unsere Werte noch wert? Edition Sonderwege bei Manuscriptum, Manuscriptum Verlagsbuchhandlung, Waltrop und Leipzig 2014, ISBN 978-3-937801-96-4
  • Felix Menzel (Hg.): Nazivorwurf. Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein. Edition Antaios, ISBN 978-3-944901-03-9

Verweise

Fußnoten

  1. So benannte Arthur Schopenhauer ein Scheinargument, das sich wie beim argumentum ad hominem auf die Person des Gegners richtet, dabei jedoch keinen Bezug mehr zum eigentlichen Streitthema enthält und ausschließlich sachlich irrelevante persönliche Eigenschaften angreift.
  2. Die Nazi-Hitparade, 20min.ch, 18. März 2009
  3. de.sputniknews.com, 1. Dezember 2016
  4. Zurück zu den braunen Wurzeln? Wie die FAZ den Kopp-Verlag denunziert. Kopp Online, 28. Februar 2017
  5. Boris Johnson: Fußball-WM in Russland wie Olympia 1936, Berliner Morgenpost, 21. März 2018