Thellmann, Erika von

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Erika von Thellmann
Erika von Thellmann
Grab von Erika Römer
Aufnahme: 2006

Erika von Thellmann (Lebensrune.png 31. August 1902 in Leutschau; Todesrune.png 27. Oktober 1988 in Calw) war eine deutsche Schauspielerin aus Österreich.

Inhaltsverzeichnis

Leben

In Leutschau unter der Hohen Tatra in einer uralten deutschen Enklave geboren, übersiedelte sie schon in frühester Jugend mit den Eltern nach Ragusa. Ihr Vater war Major in der k. u. k. Armee. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, mußte die Familie fliehen und Hals über Kopf, innerhalb von sechs Stunden, ihr Häuschen am Meer mit den schön eingerichteten Zimmern und den vielen trauten Ecken, mit dem angrenzenden Garten verlassen. Nur das Allernotwendigste konnte in aller Hast zusammengerafft werden.[1]

Die Kinder sollten sich das zusammensuchen, woran ihr Herz am meisten hing. Erikas jüngere Schwester Mancia nahm ihre Puppen und einige Spielsachen mit. Erika die Künstlerpostkarten von Schauspielern des Burgtheaters, die auf dem Schreibtisch der. Sie und ihre Familie übersiedelte nach Stuttgart und dort besuchte sie eine Mädchenrealschule. Später ließ sie sich zur Schauspielerin ausbilden und erhielt 1919 als „jugendliche Naive“ ein erstes Engagement am „Württembergischen Landestheater“ in Stuttgart und verzeichnete als „Rautendelein“ in Gerhart Hauptmanns Märchendrama „Die Versunkene Glocke“ erste Erfolg auf der Bühne. 1922 holte sie Max Reinhardt nach Berlin an das „Deutsche Theater“, wo sie sich in Aufführungen wie der Operette „Mam’zelle Nitouche“ oder als Buffo-Partnerin von Hermann Thimig in der Oscar-Strauß-Operette „Die törichte Jungfrau“, aber auch in klassischen Bühnenwerken rasch einen Namen machte. Gastspiele führten sie an verschiedene andere Bühnen, darunter an die „Wilde Bühne“ und auch 1928 nach Neu York. Die Filmkarriere der Schauspielerin begann 1922 mit dem Stummfilm „Das goldene Haar“, ein Jahr später agierte sie in dem ebenfalls stummen Streifen „Der steinerne Reiter“ auf der Leinwand.

Ihre große Zeit hatte die Schauspielerin jedoch erst ab Mitte der 1930er Jahre im noch jungen Tonfilm. Schnell avancierte Erika von Thellmann in Unterhaltungsfilmen mit meist profilierten Nebenrollen zur vielbeschäftigten Darstellerin auf der Leinwand. Bis Ende des Zweiten Weltkrieges zeigte sie sich in erfolgreichen Produktionen und konnte auch im Nachkriegsfilm sowie später im Fernsehen ihre Karriere ungebrochen fortsetzen. Die Fernsehzuschauer erfreute sie beispielsweise 1959 in dem Lustspiel „Mein Freund Harvey“ an der Seite von Günther Lüders, 1961 als Louise Lancestre in Kurt Wilhelms „Familienpapiere“ oder 1966 als Tante Mina in Helmut Käutners „Leben wie die Fürsten“; ihren letzten großen Bildschirmauftritt hatte die Schauspielerin 1973 in Erich Neureuthers „Scheibenschiessen“.

Mit etwa 160 Filmrollen, davon allerdings viele Kurzauftritte, gehörte Erika von Thellmann zu den meistbeschäftigten deutschsprachigen Filmschauspielerinnen. Neben ihrer umfangreichen Arbeit für Film und Fernsehen blieb Erika von Thellmann der Bühne immer treu, seit den 1960er Jahren hatte sie wechselnde Engagements unter anderem in Berlin, Hamburg, Düsseldorf, München und Stuttgart. Zuletzt sah man sie Anfang April 1967 in S. Maughams Londoner Gesellschaftskomödie „Der Kreis“ als „Lady Catherine Champion-Chenes“, womit sie zugleich ihr Hamburger Debüt gab; sie hatte diese Lady „Kitty“ am Berliner „Renaissance-Theater“ und in Stuttgart jeweils 70 Mal, in München 150 Mal gespielt. Mit zunehmendem Alter entwickelte sich die Thellmann zu einer „Spezialistin für skurril verschrobene Charaktere: Vorsteherinnen von Mädchenpensionaten, Gräfinnen mit kleinem Tick und Schwiegermütter mit peniblem Eigensinn“, so einmal das Hamburger Abendblatt, und war eine gesuchte Darstellerin in feingesponnenen Konversations-Komödien.

Erika von Thellmann starb am 27. Oktober 1988 nach langer, schwerer Krankheit mit 86 Jahren an ihrem Wohnort im Baden-Württembergischen Calw; ihre letzte Ruhe fand sie auf dem dortigen Friedhof (Ortsteil Hirschau). Die Künstlerin und dreifache Mutter war seit 1929 vorübergehend mit dem in Cavtat (heute Kroatien) geborenen berühmten Dresdner Tenor Tino di Pattiera verheiratet gewesen, von dem sie sich 1934 wieder scheiden ließ. In zweiter Ehe war sie seit 1935 mit Dr. med. Helmuth Römer, dem Besitzer eines Sanatoriums in Hirsau im Schwarzwald, verheiratet.

Werke

Filmographie

Theatrographie (Auswahl) 

Hörspielsprecher (Auswahl)

Fußnoten

  1. Filmwelt – Das Film- und Foto-Magazin, Nr. 8, 24. Februar 1935
  2. Filmwelt – Das Film- und Foto-Magazin, Nr. 45, 10. November 1935
  3. Filmwelt – Das Film- und Foto-Magazin, Nr. 6, 4. Februar 1938
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