Körber, Hilde

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Hilde Körber (1906–1969)
Hilde Körber
Grab von Hilde Körber
Berlin, Städtischer Waldfriedhof Dahlem
Inschrift des Grabsteins

Hilde Körber (Lebensrune.png 3. Juli 1906 in Wien; Todesrune.png 31. Mai 1969 in Berlin) war eine deutsche Schauspielerin aus Österreich.

Leben

Jugend

Hilde Körber wurde am 3. Juli 1906 als Tochter des Elektrotechnikers Karl Körber in Wien geboren und interessierte sich schon als kleines Mädchen für alles, was mit dem Theater zusammenhing. Mit neun Jahren beschloß sie, nachdem sie eine Aufführung von „Maria Stuart“ gesehen hatte, Schauspielerin zu werden. Gegen den Willen der Eltern bewarb sie sich beim Burgtheater um Kinderrollen, war erfolgreich, und von nun an spielte Hilde Körber alle Kinderrollen, die im Spielplan vorkamen – von Walter Tell bis zu Klein Eyolf (Allerdings gab es da auch noch eine Konkurrentin für dieses Fach – und das war Käthe Gold.).

Mit der Zeit wuchs sie aber über dieses „erste“ Fach hinaus, und damit begann nun ihr eigentlicher Weg zur Bühne. Sie wurde in der „Akademie“, der berühmten Wiener Schauspielschule (zwei Jahre vor dem üblichen Mindestalter), ausgebildet. Sie erlernte unter anderem bei Paula Wessely ihr schauspielerisches Handwerk und schloß ihre Studien mit sechzehn Jahren ab.

Weimarer Republik

Nach dem Studium erhielt sie 1922 ihr erstes Engagement in Oldenburg. Nach einem Jahr ging sie nach Stuttgart, wo sie an einer Wanderbühne engagiert wurde, die kreuz und quer durch Schwaben streifte. In Gasthöfen und Turnhallen fanden die Aufführungen statt – aber es wurde für die junge Schauspielerin ein „Wanderjahr“ im schönsten und tiefsten Sinn des Wortes: ein Jahr nämlich des Lernens, des Erlebens, des Sich-selber-Findens.

Von dort kam sie über Magdeburg und Zürich 1924 nach Berlin, wo sie anfangs kleine und nichtige Rollen in fast allen Theatern spielte, die sie wenig befriedigten, dann aber bald den großen „Durchbruch“ erlebte, der sie mit einem Male bekannt machte. Seitdem blieb sie Berlin treu und fand hier ihre zweite Heimat.

Sie eignete sich ein breit gefächertes Rollenrepertoire an. So glänzte sie bis Ende der 30er Jahre beispielsweise in Sternheims „Das Fossil“ oder in Bühnenstücken wie „Krankheit der Jugend“ und „Das Dorf und die Menschheit“, war in Nestroys „Einen Jux will er sich machen“ ebenso erfolgreich wie in Hebbels „Agnes Bernauer“.

Drittes Reich

Für den Film wurde die Schauspielerin erst relativ spät entdeckt: 1936 erschien sie erstmals mit der Titelrolle in Veit HarlansMaria, die Magd“ auf der Leinwand und wurde über Nacht nicht nur in Deutschland zum Star. Sie spielte auch beim Film unterschiedliche und vielseitige Rollen.

Nachkriegszeit

Gemäß dem Filmtitel „Das Leben geht weiter“ (1945) blieb Maria Körber auch im deutschen Nachkriegsfilm eine vielbeschäftigte Darstellerin und stand für rund 20 Kinoproduktionen vor der Kamera. Des weiteren setzte Hilde Körber ihre Bühnenkarriere in Berlin, vor allem am Hebbeltheater und am Renaissancetheater, ungebrochen fort; so glänzte sie beispielsweise als „Lady Macbeth“, als „Aline Solneß“ in Ibsens „Baumeister Solneß“, als Grillparzers „Sappho“, Hebbels „Klara“ sowie erneut als dessen „Agnes Bernauer“, als „Elizabeth Barrett-Browning“ in Arthur Millers „Tod eines Handlungsreisenden“ oder in Osbornes „Epitaph für George Dillon“; insgesamt feierte Hilde Körber mit rund 200 Bühnenrollen Triumphe.

Seit Kriegsende engagierte sich Hilde Körber auch in der Politik: So gehörte sie von 1946 bis 1951 dem Berliner Abgeordnetenhaus als CDU-Abgeordnete an und nahm in diesen Jahren an den heftigsten Kämpfen zwischen Ost und West, die sich im Berliner Stadthaus zeitweise konzentrierten, unmittelbar teil. Als sie eine Botschaft an General Clay, sich der Verfolgten in der Ostzone anzunehmen, im Jahre 1948 mit unterzeichnete, wurde sie von der DEFA aus ihrer Stellung als Nachwuchslehrerin entlassen.

1951 legte sie ihr Stadtverordnetenmandat nieder, um sich wieder ganz ihrer künstlerischen Tätigkeit zu widmen. Als das eigentliche Lebenswerk Hilde Körbers gilt die 1951 gegründete Max-Reinhardt-Theaterschule des Landes Berlin, welche 1965 in die Hochschule für Musik als Abteilung für darstellende Kunst eingegliedert wurde. Im Frühjahr 1969 trat Hilde Körber von der Leitung zurück, die Stadt Berlin würdigte die Leistungen der Künstlerin und Pädagogin durch die Verleihung des Titels „Staatsschauspielerin“ sowie mit der Berufung als Professor für darstellende Kunst; bereits 1956 waren Hilde Körbers Verdienste mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse gewürdigt worden.

Neben ihrer umfangreichen Arbeit für Theater und Film sowie ihr politisches Engagement hat sich Hilde Körber auch einen Namen als Schriftstellerin gemacht. So veröffentlichte sie, neben zahlreichen Aufsätzen in Berliner Zeitschriften, unter anderem 1946 den Gedichtband „Du meine Welt“ sowie 1948 „Kindheit und Jugend der Gegenwart“.

Tod

Hilde Körber starb am 31. Mai 1969 nach schwerer Krankheit kurz vor ihrem 63. Geburtstag.

Familie

In erster Ehe war Hilde Körber mit Walter von Varndal, Direktor einer Wanderbühne, verheiratet. Seit Februar 1929 war sie neun Jahre lang in zweiter Ehe mit dem Regisseur Veit Harlan verheiratet. Aus dieser Verbindung sind drei Kinder, ein Sohn und zwei Töchter entsprossen; die 1930 geborene Tochter Maria Körber machte sich ebenfalls einen Namen als bedeutende Schauspielerin.

Filmographie

Hörspielsprecher

Literatur

Fußnoten

  1. Filmwelt – Das Film- und Foto-Magazin, Nr. 50, 15. Dezember 1935
  2. Filmwelt – Das Film- und Foto-Magazin, Nr. 8, 18. Februar 1938