Kaiserliche und königliche Armee

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K. u. k. Offiziere zu Pferd

Die Bezeichnung kaiserliche und königliche Armee (auch: k. u. k. Armee) beschreibt die Österreichisch-Ungarische Armee, das Heer der Donaumonarchie, bei Ausbruch und während des Ersten Weltkrieges (1914–1918). Der letzte Kriegsminister von Österreich-Ungarn war k. u. k. Generaloberst Rudolf Freiherr Stöger-Steiner von Steinstätten.

Namensentwicklung des Heeres

  • 1914 bis 1918:
    • kaiserliche und königliche Armee seit Kriegsausbruch

Nachfolger

Generalmobilmachung

Am 25. Juli 1914 unterzeichnete Kaiser Franz Joseph I. den Befehl zur Teilmobilmachung, dem am 31. Juli 1914 die allgemeine Mobilisierung der Bewaffnete Macht oder auch Wehrmacht genannten Streitkräfte der Monarchie folgte. Diese setzten sich zusammen aus:

Das für den Krieg gebildete Armeeoberkommando unter Erzherzog Friedrich von Österreich-Teschen als Oberkommandant und Franz Conrad von Hötzendorf als Generalstabschef war oberste Instanz für die gesamten Land- und Seestreitkräfte der Monarchie.[1]

Der Friedenssollbestand des Heeres und der beiden Landwehren betrug:

  • 25.000 Offiziere (Ärzte, Tierärzte und Rechnungsführer nicht eingerechnet)
  • 410.000 Unteroffiziere und Mannschaften
  • 87.000 Pferde (hier schwanken die Angaben)
  • 1.200 Geschütze (nur aktive, feldbewegliche Geschütze - Festungsgeschütze und Reservebestände nicht eingerechnet)

Im Personalbestand enthalten waren 36.000 sogenannte „Gagisten“ – länger Dienende und Berufssoldaten.

Der Friedensbestand wurde unter Miteinbeziehung des Rekrutenjahrganges 1914 (Geburtsjahrgang 1893) auf 3,35 Millionen Mann Mobilmachungsstand gebracht. Dazu kamen erste Marschbataillone und zusätzliche Landsturmformationen.

Abwehrkampf einer MG-Abteilung, Gemälde von Karl Friedrich Gsur:[2] Abwehrkampf der Maschinengewehrabteilung II des Infanterieregiments Nr. 4 „Hoch- und Deutschmeister“ auf der Höhe Gora Sokal am Bug, 20. Juli 1915 (→ Bug-Offensive).[3]

Die Kriegsstärke der Landstreitkräfte betrug 1914:

  • 1.094 Infanterie-Bataillone (inklusive 117 Marsch- und 200 Landsturmbataillone)
  • 6 Radfahr-Kompanien
  • 425 Kavallerie-Eskadronen
  • 15 Flieger-Kompanien
  • 483 Artillerie-Batterien
  • 224 Festungsartillerie-Kompanien
  • 155 Technische Kompanien (Pioniere, Sappeure, Eisenbahn- und Telegraphentruppen)
  • 8 Landsturm-Sappeur-Abteilungen
  • 88 Landsturm-Arbeiterabteilungen
  • 28 Brückenschutz-Kompanien
  • dazu kommen noch Train- (Transportwesen), Verpflegs-, Sanitäts-, Stabs- und Verbindungstruppen sowie Kolonnen und vor Ort ausgehobene Arbeiterformationen. Es kann von einer Feldtruppenverpflegungsstärke von etwa 1,8 - 2 Millionen Mann ausgegangen werden.

Bekleidung

Bekleidung und Ausrüstung der Armee entsprachen dem damaligen Stand der Technik. Dies betraf jedoch nur die aktiven, kämpfenden Truppenteile. Der Landsturm (eingesetzt etwa für Bewachungsaufgaben) war zum Teil noch in die blauen Friedensuniformen gekleidet. Getragen wurde bei der Infanterie die hechtgraue Marschadjustierung (die sich später immer noch als zu hell erwies und nach deutschem Vorbild durch eine graugrüne Montur ersetzt wurde) auf dem Kopf eine Kappe und als Waffe das Mannlicher Gewehr beziehungsweise das Maschinengewehr Schwarzlose Modell MG 07/12.

Kavallerie und Artillerie rückten im Ersten Weltkrieg in ihren bunten Friedensuniformen aus, wobei lediglich die glänzenden Helmteile der Kavalleristen durch einen Überzug verdeckt oder einfach mit grauer Farbe überstrichen wurden.

Heer der Mischkultur

Entgegen aller pessimistischen Äußerungen traten mit der Mobilmachung separatistische Strömungen in den Hintergrund. Tschechen, Ungarn, Bosniaken und auch italienischsprachige Untertanen der Krone fügten sich widerspruchslos dem Aufruf des Monarchen.

Siehe auch

Fußnoten

  1. Erzherzog Friedrich in einem Glückwunschschreiben zum 84. Geburtstag des Kaisers am 18. August 1914, in: amtliche Tageszeitung Wiener Zeitung, Nr. 197 vom 21. August 1914, S. 1
  2. Der Künstler und Soldat wurde mit dem „Signum Laudis“ und dem Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens mit der Kriegsdekoration ausgezeichnet und galt als „anerkannt vorzüglicher Kriegsmaler“, der sich besonders um die Popularisierung der k. u. k. Armee verdient machte. Seine Werke waren in den meisten Ausstellungen des Kriegspressequartiers zu sehen und dienten auch als Vorlage für farbige Reproduktionen zugunsten des Kriegshilfswerkes. Weiters porträtierte Gsur hohe Militärs der Armee, unter anderem Kaiser Karl I. von Österreich oder den damaligen Generalmajor Adolf von Boog. Im Künstlerhaus Wien wurden regelmäßig Ausstellungen seiner Werke organisiert.
  3. Die Bug-Offensive war ein von deutschen und österreich-ungarischen Truppen geführter Vorstoß gegen die Kaiserlich Russische Armee im Norden Galiziens im Ersten Weltkrieg.