Kühme, Kurt (1885)

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SA-Obergruppenführer Kühme

Kurt Kühme (Lebensrune.png 27. August 1885 in Lötzen, Ostpreußen; Todesrune.png gefallen 25. Dezember 1944 in Hallschlag, Eifel) war ein deutscher Offizier der Preußischen Armee, des Deutschen Heeres, der Freikorps, der Vorläufigen Reichswehr, der SA und der Wehrmacht, zuletzt Generalmajor z. V. (posthum) sowie Führer (m. d. F. b.) der Division z. b. V. 406. Kühme war ebenfalls Politiker der NSDAP, Ehrenmitglied des Volksgerichtshofes, SA-Obergruppenführer, ab dem 1. Februar 1942 Inspektor der SA-Pioniere und vom 24. März 1943 bis 25. Dezember 1944 Mitglied des Reichstages.[1] Sein Sohn soll Kurt Kühme, Ritterkreuzträger der Sturmartillerie, gewesen sein, die Quellen widersprechen sich jedoch.

Leben

Kurt Kühme (erste Reihe, Mitte, rechts von Hitler) als Leiter der Reichsführerschule der SA im Kreise der Teilnehmer eines Kurses im Juni 1931
Kühmes Grab

Nach dem Schulbesuch wurde Kurt Kühme, Sohn eines königlich preußischen Zeugmajors, zunächst im Kadettenkorps in Karlsruhe und an der Königlich Preußischen Hauptkadettenanstalt zu Groß-Lichterfelde erzogen. Danach wurde er am 22. März 1903 als Portepeefähnrich in das 10. Lothringische Infanterie-Regiment Nr. 174 in Forbach eingestellt, dem er bis 1913 angehörte. Von 1913 (andere Quellen berichten von einer Versetzung deutlich früher, ggf. 1904[2]) bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges im August 1914 gehörte Kühme dem Lehr-Infanterie-Bataillon in Potsdam an.

Erster Weltkrieg

Von August 1914 bis ins Jahr 1915 stand Kühme als Chef der Stabswache im Großen Hauptquartier der deutschen Obersten Heeresleitung vor. In dieser Eigenschaft wurde er noch im ersten Kriegsjahr mit dem Eisernen Kreuz beider Klassen ausgezeichnet.

Von 1915 bis ins Jahr 1917 führte Kühme eine Kompanie seines Stammregiments. Anschließend kommandierte er bis Kriegsende das 1. Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 261. Am 25. Juni 1915 wurde Kühme zum Hauptmann befördert, und am 30. August 1918, kurz vor Kriegsende, wurde er Ritter des Ordens „Pour le Mérite“.

Zwischenkriegszeit

Von November 1918 bis Mai 1920 war er Anführer des nach ihm benannten schlesischen Freikorps „Kühme“. Anschließend wurde er bei der Vorläufigen Reichswehr mit dem Charakter als Major auf eigenen Antrag aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Das Freikorps „Kühme“ übergab nach dem gescheiterten Kapp-Aufstand und der befohlenen Auflösung einen Teil seiner Ausrüstung Ende Mai 1920 an das 2. Bataillon Reichswehr Jägerregiment Nr. 30 in Eilenburg bei Leipzig. Im Preußischen Landwirtschaftsministerium war eine Vermittlungsstelle für Heeresentlassene eingerichtet worden. Auch Kurt Kühme, der Land zum Siedeln für seine Leute suchte, meldete sich dort. Er bekam den staatlichen Teil des Müggenburger Moores bei Ehlershausen zugewiesen. Im Juni 1920 begann die Besiedlung in der Gegend, die heute noch den Namen „Jägerheide“ führt, mit etwa 250 Mann. Bis Juni 1921 führte er in Oberschlesien das „Jägerregiment Freikorps Kühme“.

Von 1925 bis 1930 leitete Kühme die Volkssportschule in Wünsdorf. Nachdem er Anschluß an die NS-Bewegung gefunden hatte, leitete er vom 31. März 1931 bis zum 13. April 1932 und erneut vom 1. Juli 1932 bis zum 30. Juni 1934 die Reichsführerschule der SA in München. In der SA wurde er nacheinander zum Gruppenführer (1931) und zum Obergruppenführer (27. Juni 1933) ernannt. Vom 27. Juni 1933 bis 1935 war er in der Adjutantur der Obersten SA-Führung, anschließend bis 30. September 1935 Chef der Nachrichten-Abteilung. Vom 1. Oktober 1935 bis zum 10. April 1938 war er SA-Führer z. V. im Stab der Obersten SA-Führung.

Wehrmacht

Am 1. Juli 1938 trat er der Wehrmacht bei und wurde zur Verfügung gestellt. Er war bis zum 24. Februar 1940 Kommandeur des 509. Infanterieregiments in Lodsch und dann Kommandeur verschiedener Regimenter. Am 19. Dezember 1944 wurde Kühme, nachdem Generalleutnant Gerd Scherbening während der Reichsverteidigung bei einem Fliegerangriff auf Gut „Haus Dalbenden“ bei Urft in der Eifel gefallen war, zum stellvertretenden Führer bzw. vorläufigen Kommandeur des Divisionskommandos z. b. V. 406 (Landesschützen) ernannt. Am 25. Januar 1945 wurde er posthum zum Generalmajor zur besonderen Verfügung ernannt.

Tod

Oberst Kurt Kühme fiel am 25. Dezember 1944 in der Nähe von Hellschlag in der Eiffel. Er wurde auf der Kriegsgräberstätte des Nordfriedhofes in Bonn mit militärischen Ehren beigesetzt. In seiner Nähe ruht Oberstleutnant Walter Koch.

In keiner kriegerischen Auseinandersetzung der letzten hundert Jahre hatte die deutsche Generalität einen so hohen Blutzoll zu leisten wie im Zweiten Weltkrieg. Während in den Jahren 1914 bis 1918 63 deutsche Generäle den Tod auf dem Schlachtfeld fanden oder an einer dort erlittenen tödlichen Verwundung starben, belief sich die entsprechende Zahl, wie die 1953 in 3. Auflage erschienene Dokumentation „Opfergang der Generale“ von Josef Folttmann und Hanns Möller-Witten detailliert namentlich ausweist, für den Zweiten Weltkrieg auf nicht weniger als 289 gefallene oder an Verwundung gestorbene Generäle bzw. Admiräle aller Wehrmachtsteile (einschließlich Waffen-SS und Polizei).

Beförderungen

Unter diesen Toten befanden sich u. a. auch Offiziere, die während des Ersten Weltkrieges mit dem damals höchsten preußischen Kriegsorden für Offiziere, dem Pour le Mérite, ausgezeichnet worden waren, darunter: Generalfeldmarschall Fedor von Bock (1880–1945, Generalleutnant Otto Gabcke (1882–1942), Generalmajor z. V. Kurt Kühme (1885–1944), Generalleutnant Otto Lancelle (1885–1941), Generalmajor Wolff von Stutterheim (1893–1940) und Generalmajor Horst von Wolff (1886–1941).

Auszeichnungen (Auszug)

Fußnoten

  1. Als Ersatzmann für den verstorbenen Abgeordneten Werner Schwarz
  2. bundesarchiv.de: Kühme, Kurt