Lang, Emil

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Emil Lang.jpg

Emil „Bully“ Lang (Lebensrune.png 14. Januar 1909 in Thalheim, Oberbayern; Todesrune.png gefallen 3. September 1944 bei Sint-Truiden, Belgien) war ein deutscher Leichtathlet, Verkehrsflieger und Offizier (Kriegsoffizier) der Wehrmacht, zuletzt Hauptmann (Kr.O.) der Luftwaffe, Jagdflieger und Eichenlaubträger im Zweiten Weltkrieg. Das Flieger-As errang bei nur 403 Feindflügen 173 Luftsiege, 72 in einem Zeitraum von lediglich drei Wochen, wobei er am 3. November 1943 18 Abschüsse erzielte. Er ist somit alleiniger Rekordhalter in der Geschichte des Luftkrieges, obschon ihm August Lambert mit 17 Luftsiege an einem Tag nahe kam.

Leben

Emil Lang als Leichtathlet.jpg
Fw 190 A-5 Schwarze 7, Emil Lang, JG 54, Ostfront 1943 II.jpg
Emil Lang (100. Luftsieg).jpg
Berliner Illustrierte Zeitung, 13. Januar 1944, Nummer 2, Emil Lang.png

Emil Lang wurde im Januar 1909 in Thalheim, heute ein Ortsteil der Gemeinde Fraunberg im oberbayerischen Landkreis Erding. Er war ein erfolgreicher Leichtathlet und Mittelstreckenläufer, der 1930 und 1934 an den Deutschen Kampfspielen teilnahm. Bei der Deutschen Verkehrsfliegerschule (DVS) GmbH Schleißheim wurde er als Flugzeugführer ausgebildet und wurde Verkehrsflieger bei der Deutschen Luft Hansa. Zu dieser Zeit verdiente er sich den Kosenamen „Bully“, er verdankt dies seiner hohen Stirn, seiner breiten Sportler-Brust und seinen guten Englischsprachkenntnissen, die, so seine Kameraden, ihn wie eine Englische Bulldogge anmuten ließ.

Am 4. Januar 1938, nur Tage vor seinem 29. Geburtstag, trat er der Reserve der Luftwaffe bei und nahm als solcher an Reserveübungen teil, sowohl beim Beitritt Österreichs als auch bei der Befreiung des Sudetenlandes im Oktober 1938 war er Transportflieger der Luftwaffe, wo er, wie als Verkehrsflieger, die Junkers Ju 52 flog. Vom 8. Mai bis 3. Juni 1939 nahm er an einer Reserveübung bei der 8. Staffel/Kampfgeschwader 51. Am 26. August 1939 wurde er mobilisiert, zwei Tage nach der Generalmobilmachung in Polen vom 24. August 1939.

Zweiter Weltkrieg

Reserve-Unteroffizier Emil Lang wurde der Fliegerhorst-Kompanie (Horstkompanie) der Fliegerhorst-Kommandantur Gablingen als Transportflieger zugeteilt. Die Fliegerhorstkompanien (Fl.H.Kp.) zählten zur Fliegertruppe und hatten somit eine goldgelbe Waffenfarbe. Beim Unternehmen „Weserübung“ flog er nach Norwegen, beim Westfeldzug 1940 dann nach Frankreich. Am 1. Oktober 1940 wurde er Luftzeuggruppe 7 in München versetzt. Nun flog er im Balkanfeldzug, landete auf Kreta und versorgte das Afrikakorps in Nordafrika.

Am 7. April 1942 wurde er zur Flieger-Übungs-Schule nach Prenzlau kommandiert, kurz darauf wurde sein Antrag endgültig stattgegeben, er sollte Jagdflieger werden. Am 3. Juli 1942 kam er dann Jagdflieger Vorschule 1, am 15. August 1942 dann zur Jagdfliegerschule 5 bis 5. Januar 1943. Trotz seines Alters, er war Tage vor seinem 34. Geburtstag, zeigte er sich als Naturtalent, und vor allem verfügte er über eine breitgefächerte Fliegergrundlage, was vielen jungen Jagdfliegern fehlte. Am 6. Januar 1943 wurde er zur Ergänzungs-Jagdgruppe Ost (EJGr Ost) in Krakau versetzt. Hier hatten große Flieger wie Hubertus von Bonin, Hermann Graf und Viktor Bauer den Jägernachwuchs ausgebildet. Am 11. Februar 1943 war es dann so weit, Lang wurde in das Jagdgeschwader 54 „Grünherz“ versetzt. In der 1. Staffel errang er im März 1943 seine ersten beiden Luftsiege, die nächsten 142 Abschüsse erzielte er in der 5. Staffel, zu der er Ende März 1943 versetzt wurde.

Tort seines niederen Ranges als Leutnant und Kriegsoffizier wurde er im Juli 1943 zum Staffelführer und am 20. August 1943 zum Kapitän der 5. Staffel ernannt. Im Oktober und November 1943 errang er im Raum Kiew 72 Luftsiege, am 2. November waren es 8 zwischen 15.05 und 15.19 Uhr, der letzte war sein 100. und der Flugplatz jubelte. Schon am nächsten Tag, dem 3. November 1943, stieg er dreimal auf, am Vormittag errang er 7 Luftsiege, am frühen Nachmittag zwei weitere, und zwischen 14.15 und 14.49 erzielte er 9 weitere Abschüsse: An diesem Tag waren es somit 18 Luftsiege, mehr als jeder andere in der Kriegsgeschichte.[1] Nach 119 Luftsiege erhielt er am 22. November 1943 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Schon drei Tage später erhielt er das Deutsche Kreuz in Gold.

Am 9. April 1944 wurde Oberleutnant Lang zum Staffelkapitän der 9./JG 54 ernannt, zwei Tag später, am 11. April 1944 nach 144 Luftsiege, erhielt er das Eichenlaub zum Ritterkreuz, das ihm am 5. Mai 1944 von Adolf Hitler auf dem Obersalzberg persönlich überreicht wurde. Mit der 9. Staffel erzielte er 16 weitere Luftsiege gegen die USAAF und der Royal Air Force bei der Invasion in der Normandie und der Reichsluftverteidigung. Zu seinen 28 Erfolgen an der Deutschen Westfront gehörten auch 9 P-51 „Mustang“ und 9 Supermarine Spitfire.

Am 28. Juni 1944, nach 159 Luftsiegen, wurde Hauptmann Lang zum Kommandeur der II. Gruppe/Jagdgeschwader 26 ernannt. Als solcher warf er sich mit seinen Männern erbittert gegen die Invasionstruppen des Feindes. Lang sollte bis zum 26. August 1944 15 weitere Luftsiege erringen, aber alle waren übermüdet, die Verluste waren groß, Munition und Treibstoff zunehmend Mangelware und dem Feind fehlte es an nichts, oft fanden Luftkämpfe in einer Stärke 10 zu 1 zum Nachteil der Deutschen Luftwaffe statt. Die deutschen Jagdfliegerasse, wie Adolf Galland so treffend formulierte, kämpften, bis sie fielen.

Fliegertod

Am 3. September 1944 hob Hauptmann Lang mit seiner Fw 190 A-8 „Grüne 1“ (Werknummer: 171.240) in einer Dreierkette vom Fliegerhorst Melsbroek (Steenokkerzeel; 12 km nordöstlich Brüssel am heutigen Flughafen der Hauptstadt in Zaventem) erneut zum Feindflug ab. Seine Maschine war an der Invasionsfront stark in Anspruch genommen worden, am Morgen hatte er Schwierigkeiten mit dem Fahrwerk, auch jetzt ließ es sich nicht einfahren. Auf 200 Meter angekommen hörte Rottenführer Lang den Warnschrei seines Rottenfliegers Unteroffizier Hans-Joachim Borreck, daß feindliche Jäger (eine gesamte Staffel) angreifen würden. Lang zog hoch und nach links, aber das ausgefahrene Fahrwerk behinderte ihn, und so wurde er getroffen. Die Quellen sind sich uneinig darüber, ob es P-47 oder P-51 der USAAF oder doch Spitfire der Royal Air Force waren.

Hauptmann Emil Lang stürzte senkrecht zur Erde, seine Maschine schlug in einem Feld zwischen Linter und Sint-Truiden auf. Er wurde auf dem Sammelfriedhof von Linter beigesetzt. Emil Lang soll in den Jahren 1946/47 auf der Kriegsgräberstätte in Lommel umgebettet worden sein, bei den Umbettungsarbeiten in seinem ursprünglichen Grablageort konnte er nicht zweifelsfrei identifiziert werden.

Geschwaderdienst

  • KG 51
  • Luftzeuggruppe 7
  • Ergänzungs-Jagdgruppe Ost (EJGr Ost)
  • 1./JG 54
  • 5./JG 54
  • 9./JG 54
  • II./JG 26

Beförderungen

Auszeichnungen (Auszug)

Bildergalerie

Filmbeiträge

Leutnant Emil Lang erringt seinen 100. Luftsieg:

Fußnoten

  1. Emil "Bully" Lang, Aces of the Luftwaffe