Leander, Zarah

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Zarah Leander (1907–1981)

Zarah Leander, eigentlich Sara Stina Hedberg (Lebensrune.png 15. März 1907 in Karlstad; Todesrune.png 23. Juni 1981 in Stockholm), war eine schwedische Schauspielerin und Sängerin.

Leben

Zarah Leander
Zarah Leanders Grab mit einem letzten Gruß an ihr geliebtes Landgut „Lönö“
Häradshammar (Schweden)

Jugend

Sara Stina Hedberg wurde am 15. März 1907 in Karlstad, Schweden, geboren; ihre Eltern waren der Grundstücksmakler Anders Lorentz Sebastian Hedberg (Lebensrune.png 4. November 1872) und dessen Frau Matilda Ulrika, geb. Vikström (Lebensrune.png 30. Juni 1872). Eine Urgroßmutter väterlicherseits stammte aus Hamburg. Ihr Vater hatte in Leipzig Orgelbau und Musik studiert. Durch ihr deutsches Kindermädchen und einen deutschen Klavierlehrer wurde sie schon in früher Jugend mit der deutschen Sprache und Kultur vertraut. Ab 1911 erhielt Sara und ihre zwei Brüder Klavier- und Geigenunterricht und trat 1913 bei einem Chopin-Wettbewerb zum ersten Mal öffentlich auf. Bis 1922 besuchte sie ein Gymnasium, danach verbrachte sie zwei Jahre in Riga und lernte dort fließend deutsch sprechen. In dieser Zeit besuchte sie so oft es ging Theater und Konzerte und faßte den Entschluß, zur Bühne zu gehen.[1]

Bis Mitte der 1930er Jahre spielte sie in zahlreichen Revuen, Operetten und Lustspielen, unternahm Tourneen durch Schweden und benachbarte skandinavische Länder. Sie hatte 1930 ihre erste Schallplattenaufnahmen. Zu ihren Partnern gehörten u. a. Gösta Ekman in „Den glada änkan“ („Die lustige Witwe“, 1931) und Karl Gerhard in „Kokottskolan“ („Die Schule der Kokotten“, 1934).

Frühe Filmrollen zeigen sie als sogenannten Vamp in mondänem Milieu, zwischen Halbwelt und Salon.

Drittes Reich

Zarah leander.gif

Nach einem Gastspiel in Dänemark ging sie 1936 nach Österreich und spielte mit Max Hansen in Ralph Benatzkys Operette „Axel an der Himmelstür“ im Theater an der Wien. „Eine rotblonde, heroische Kontra-Altistin, das was man mit ,junonische Erscheinung’ bezeichnet“, so beschreibt der Komponist Benatzky, der später für sie viele ihrer berühmtesten Lieder schreiben sollte, am 1. September 1936, nach der Generalprobe seiner neuer Revueoperette in seinem Tagebuch. Im selben Jahr drehte sie ihren ersten deutschsprachigen Film und verkörperte in Geza von Bolvarys Kriminalfilm „Premiere“ eine Revuesängerin.

Dieser Rollenwahl blieb Zarah Leander auch in den Filmen der UFA, die sie 1937 für 200.000 Reichsmark, 53 Prozent davon auszahlbar in Devisen, unter Vertrag nahm, treu. In zwei Melodramen Detlef Siercks („Zu neuen Ufern“; „La Habanera“) spielte sie unglücklich liebende Sängerinnen; er kreierte ihren Typus der leidensreichen Femme fatale, einer Frau, „die stolz erhobenen Hauptes und ohne an Charme einzubüßen, den Widrigkeiten des Lebens zu trotzen vermag“. Unter Siercks Regie arbeitete sie erstmals mit Franz Weihmayr zusammen, dem Kameramann ihrer Filme bis 1943.

Verzicht und Aufgabe blieben dominierende Züge der von ihr dargestellten Charaktere.

Auf dem Presseball am 28. Januar 1939, der in den Festräumen des Berliner Zoos stattfand, wurde ein großes künstlerisches Programm gezeigt, in dem Zarah Leander zum ersten Mal im Deutschen Reich öffentlich auftrat.[2]

In den nach Kriegsbeginn von Carl Froelich („Es war eine rauschende Ballnacht“), Paul Martin („Das Lied der Wüste“) und Rolf Hansen („Der Weg ins Freie“, „Die große Liebe“) gedrehten Filme gewann diese Haltung durchaus den Sinn einer Handlungsanweisung für den weiblichen Teil der „Heimatfront“.

Vorschläge des Propagandaministeriums, sie zur Staatsschauspielerin zu ernennen, wurden 1941 und 1942 von Adolf Hitler abgelehnt. Nach Kriegsbeginn mußte sie darauf verzichten, den Großteil ihrer Gagen in Devisen zu erhalten. 1943 brach sie ihren Vertrag mit der UFA und kehrte nach Schweden zurück. Ihre Filme blieben im Verleih, jedoch wurden „sämtliche Meldungen über Frau Leander in der deutschen Presse gesperrt“.

Ein Auftritt Zarah Leanders in einer Stockholmer Revue von Karl Gerhardt kam 1944 nicht zustande, als emigrierte skandinavische Kollegen im Fall ihrer Beteiligung mit einem Boykott drohten; sie trat jedoch im schwedischen Rundfunk auf.

Systemzeit

Nach 1945 in Deutschland und Österreich zunächst mit Auftrittsverbot belegt, gab sie erstmals am 13. November 1948 in Saarbrücken wieder ein öffentliches Konzert, ehe sie erfolgreiche Gesangstourneen durch Europa und Südamerika unternahm. 1956 heiratete sie den Dirigenten Arne Hülphers, der seit 1952 ihr musikalischer Begleiter war. In den Nachkriegsfilmen erwies sich ihr Typ der verruchten großbürgerlichen Dame, der selbständigen, weltläufigen Frau als überholt. Sie übernahm fortan nur noch Episodenrollen, in „Bei Dir war es immer so schön“ (1953/54) spielte die Leander schließlich sich selbst und sang ihre eigenen alten Lieder. Sie gastierte in Operetten und Musicals in Wien („Madame Scandaleuse“, 1958; „Eine Frau, die weiß, was sie will“, 1960; „Lady aus Paris“, 1964; „Das Lächeln einer Sommernacht“, 1975) und der Bundesrepublik („Wodka für die Königin“, 1968), unternahm zahlreiche Gastspielreisen und absolvierte Fernsehauftritte und Abschiedstourneen.

Ihren letzten Bühnenauftritt hatte sie am 10. Oktober 1978 im Stockholmer Folkanteatern. Am Tag darauf erlitt sie einen Schlaganfall.

Zarah Leander mit ihren Kindern Boel und Göran (Aufnahme von 1937)[3]

Tod

Zarah Leander starb am 23. Juni 1981 in Stockholm. Sie ruht in einem Gemeinschaftsgrab mit Gatte Arne auf dem Kirchfriedhof in Häradshammar (Gemeinde Norrköping, Östergötland).[4]

Familie

Leander war dreimal verheiratet. 1926 heiratete sie den Schauspieler Nils Leander; 1927 wurde Tochter Boel und 1929 Sohn Göran (1929–2010) geboren. 1932 heiratete sie den schwedischen Journalisten Vidar Forsell. Ende Januar 1956 hat sich Zarah Leander in dritter Ehe mit dem Kapellmeister Arne Hülpers (1904–1978) verheiratet. Aus der Ehe ihrer Tochter Boel Jacobson mit einem schwedischen Ingenieur stammen ebenfalls zwei Kinder.

Bildergalerie

Filmographie

Filmbeiträge und Musik

V.S.-Produktion: Schauspielerleben: Zarah Leander (Staffel 1 / Folge 1) (2009)

Nur nicht aus Liebe weinen

Verweise

Fußnoten