Schmidt, Rudolf (1886)

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Im Westfeldzug 1940 gelang „Panzer Schmidt“, der inzwischen Kommandierender General des XXXIX. Armeekorps geworden war, die Wegnahme von Rotterdam und der Durchstoß westlich Verdun bis zur Schweizer Grenze.

Rudolf Friedrich Schmidt (Lebensrune.png 12. Mai 1886 in Berlin; Todesrune.png 7. April 1957 in Krefeld)[1] war ein deutscher Offizier der Preußischen Armee, des Deutschen Heeres, der Reichswehr und der Wehrmacht, zuletzt Generaloberst des Heeres und Eichenlaubträger im Zweiten Weltkrieg.

Leben

General der Panzertruppe Rudolf Schmidt mit Generalleutnant Friedrich Kirchner (sitzend) und Major i. G. Walther Wenck (neben Kirchner stehend) an der Westfront bei Bisanz (Besançon), 17. Juni 1940

Rudolf Schmidt wurde 1886 als Sohn eines Studienrates in Berlin geboren.

Preußische Armee

Nach Ablegung der Reifeprüfung trat er als Fahnenjunker im Infanterie-Regiment „von Wittich“ (3. Kurhessisches) Nr. 83 in Kassel ein und wurde 1906 Leutnant. Im Januar 1913 wurde er nach vorheriger Kommandierung zur Nachrichtentruppe in das Telegrafen-Bataillon 5 versetzt. In diesem Truppenteil machte er auch den Ersten Weltkrieg mit, bis er am 18. Dezember 1915 als Hauptmann in den Generalstab versetzt wurde. Am 1. Juni 1917 fand die Kriegstrauung mit seiner Verlobten Friedel Leitholf statt.

Schmidt, Rudolf (1886).jpg

Chronologie

  • November 1911 bis September 1912 zum Telegraphen-Bataillon 4 kommandiert , Karlsruhe
  • April 1913 im Telegraphen-Bataillon 5, Berlin
  • Mai 1914 in der Fernsprechabteilung des I. Reserve-Korps
  • 1.10.1914 zur Kriegsakademie einberufen
  • April 1915 Führer der Fernsprechabteilung der 1. Landwehr-Division
  • 1.10.1915 Adjutant der Telegraphentruppe bei der 12. Armee
  • April 1916 Kommandeur der Garde-Fernsprechabteilung und Kommandeur der Fernsprechtruppe des Garde-Korps
  • April 1917 in den Generalstabsdienst übernommen und kommandiert zum Stab des Chefs der Feldtelegraphen im Großen Hauptquartier
  • 10.6.1917 im Stab der 28. Reserve-Division
  • 1.9.1917 bis 30.9.1917 als Kommandeur zum II. Bataillon des Reserve-Grenadier-Regiments 110 kommandiert
  • Januar 1918 Ic im Generalstab des XIV., dann im Generalstab des VII. Reserve-Korps
  • September 1918 erfolgreiche Teilnahme am Kurs für Stabsoffiziere in Sedan
  • Oktober 1918 in den Generalstab der 4. Armee in Flandern versetzt
  • November 1918 wird vom Armeeoberkommando 4 mit einem „Sonderbataillon“ ins revolutionäre Hamburg zum Kampf gegen die Spartakisten geschickt
  • Dezember 1918 in der Garde-Nachrichten-Ersatz-Abteilung, Berlin
  • März 1919 im Preußischen Kriegsministerium
  • 1.10.1919 im Reichswehrministerium
  • 1.10.1923 Chef der 1. Kompanie der 3. (Preuß.) Nachrichten-Abteilung, Potsdam
  • 1.10.1925 bei der Inspektion der Nachrichtentruppen (In 7) im RKM
  • 1.2.1927 Leiter der Chiffrierstelle der Heeres-Abwehr-Abteilung (Abw) des Truppenamtes (TA) im RWM
  • 1.10.1928 Lehrgangsleiter und Taktiklehrer bei der Führergehilfenausbildung im Stab der 6. Division, Münster
  • 1.10.1929 Lehrgangsleiter für Führergehilfenausbildung im Stab der 3. Division, Berlin
  • 1. Juni 1931 Chef des Stabes der Inspektion der Nachrichtentruppen (In 7) im RKM
  • 1. Juli 1932 Kommandeurs der Offizierslehrgänge Berlin
Schmidt an seinem Schreibtisch in Orel, 1942
Generaloberst Schmidt am Klavier bei seiner Abschiedsfeier in Orel, 4. März 1943

Zwischenkriegszeit

In der Reichswehr war er dann in der Inspektion der Nachrichtentruppen, wurde als Major 1927 in das Reichswehrministerium versetzt, am 1. Apr. 1931 Oberstleutnant und danach Chef des Stabes der Inspektion der Nachrichtentruppen und 1934 als Oberst Kommandeur des 13. Infanterie-Regimentes in Ludwigsburg. Am 1. Okt. 1936 wurde er Generalmajor und zum Oberquartiermeister III im Generalstab des Heeres ernannt und 1937 Kommandeur der 1. Panzer-Division in Weimar.

Zweiter Weltkrieg

Mit der 1. Panzer-Division nahm er am Polenfeldzug teil. Am 1. Februar 1940 wurde er Führer, dann Kommandierender General des XXXIX. Panzer-Korps. Im Juni 1940 wurde ihm für seine Verdienste im Westfeldzug des Zweiten Weltkrieges das Ritterkreuz verliehen. Dabei führte er die Kapitulationsverhandlungen um die Stadt Rotterdam und versuchte noch, mit einem Funkspruch an die Luftflotte 2 die Bombardierung der militärischen Anlagen bei der Stadt aufzuhalten, die jedoch bereits angelaufen war.

„Am 1. Februar 1940 wurde Schmidt Kommandierender General des XXXIX. Armeekorps (mot.) und führte dieses im Westfeldzug. Am 1. Juni wurde er zum General der Panzertruppe befördert und erhielt zwei Tage

später das Ritterkreuz. Trotz solcher Auszeichnungen wollte Schmidt militärische Erfolge nicht um jeden Preis erzwingen. Zu Beginn des Westfeldzugs versuchte er etwa die Kapitulation der Stadt Rotterdam am 14. Mai friedlich zu erreichen und in letzter Minute eine Bombardierung zu verhindern – leider erfolglos. Während der Besatzungszeit in Frankreich forderte er von seinen Männern ein anständiges Auftreten gegenüber den französischen Soldaten sowie der Zivilbevölkerung: Plünderungen und Gewalttätigkeiten waren verboten und wurden strengstens bestraft – eine Grundüberzeugung, die Schmidt später auch im Krieg gegen die Sowjetunion noch vielfach durchzusetzen versuchte. [...] 1947 geriet er bei einem Besuch seiner alten Wirkungsstätte Weimar in sowjetische Gefangenschaft, wurde wegen Kriegsverbrechen angeklagt und auch verurteilt. Erst im Januar 1956 kehrte er mit einem der letzten Gefangenentransporte wieder heim. Am 7. April 1957 starb Schmidt in Krefeld an einem Schlaganfall.“[2]

Am 10. Juli 1941 wurde ihm das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. In mehreren Briefen an General Paulus zeigte er sich verwundert über das passive Verhalten der Heeresgruppe Mitte und über das Ausbleiben von Winterkleidung. Der spätere Zusammenbruch der Heeresgruppe Mitte war auf direkten Verrat des Reinhard Gehlen erfolgt, die deutsche Opanol-Uniform, die ab 1942 als Winterbekleidung bereitlag, wurde ebenfalls durch Verrat nicht ausgeliefert.

Am 15. November 1941 wurde er mit der Führung der 2. Armee für den erkrankten Generaloberst Maximilian von Weichs beauftragt und übernahm am 26. Dezember 1941 die Führung der 2. Panzerarmee. Am 1. Januar 1942 wurde Schmidt zum Generaloberst befördert und zum Oberbefehlshaber der 2. Panzerarmee ernannt. Am 15. Januar 1942 übergab er dann die 2. Armee wieder an Generaloberst von Weichs. Am 11. April 1943 wurde er von seinem Posten abberufen und in die Führerreserve versetzt, da sein Bruder wegen Hoch- und Landesverrats verhaftet wurde und dabei auch diskreditierende Briefe des Generalobersten bei ihm gefunden wurden. So notierte Joseph Goebbels am 10. Mai 1943 in seinem Tagebuch:

„Beispielsweise ist jetzt beim Bruder des Generalobersten Schmidt, der wegen Landesverrat verhaftet werden mußte, eine ganze Serie von Briefen des Generalobersten selbst gefunden worden, die sehr scharf gegen den Führer gerichtet waren. Das ist nun einer der Generalobersten, auf die der Führer besonders viel gesetzt hatte. Er hat also wieder einmal eine schwere Enttäuschung erlebt.“[3]

Sippenhaftung und Folgen

Der Bruder von Rudolf Schmidt, Landesverräter Hans-Thilo Schmidt (er starb durch Suizid am 19. September 1943 in der Haft durch Gift, das ihm seine Tochter Gisela in die Zelle geschmuggelt hatte), wurde der aktiven Spionage für den französischen Geheimdienst überführt. Nun mußte der begabte „Panzer Schmidt“ für die Sünden des Bruder büßen, da er das Vertrauen des Führers verloren hatte:

  • 30.9.1943 aus der Wehrmacht entlassen. Schmidt versucht dennoch eine Wiederverwendung zu erwirken, der um Rat gefragte Heinrich Himmler rät „sein Vertrauen in den Führer zu beweisen“.
  • Juli 1944 Der Chef HPA und Chefadjutant Hitlers, Rudolf Schmundt, setzte sich erfolglos für die Ernennung Schmidts zum Chef des Generalstabes des Heeres ein, als Nachfolger von Generaloberst Kurt Zeitzler
  • 2.9. und 13.9.1944 Oberbefehlshaber des Ersatzheeres (ObdEH) Himmler bittet über den Chef HPA (heerespersonalamt) Wilhelm Burgdorf (Schmundts Nachfolger) bei Hitler die Wiederverwendung Schmidts zu erreichen, was der Führer erneut kategorisch zurückweist
  • 1944 bis Mai 1945 nahm er als Generaloberst a. D. seinen Wohnsitz in Weimar auf, zivile Beschäftigung in Berlin und Baden-Baden
    • 1945 landwirtschaftliche Tätigkeit in der Umgebung von Göttingen
  • Ende 1947 Reise in die sowjetische Besatzungszone, um einige Gegenstände aus seiner früheren Wohnung in Weimar zu holen
  • 25. Dezember 1947 in der Nähe von Nordheim/Thüringen von sowjetischen Soldaten völkerrechtswidrig verhaftet und verschleppt. Gefängnisse Butyrskaja, Lefortovskaja/Moskau und Zentralgefängnis Wladimir sowie NKWD-Lager Nr. 48/Černcy, Ležnevo.

Verschleppung und Kriegsgefangenschaft

Nach dem Zusammenbruch 1945 wurde Rudolf Schmidt 1947 in der sowjetischen Besatzungszone in Mitteldeutschland verhaftet, nach Rußland verschleppt und am 4. Februar 1952 wegen angeblicher Kriegsverbrechen bei der Bandenbekämpfung in einem Schauprozeß routinemäßig zu 25 Jahren Besserungsarbeitslager durch das Militärtribunal Kreis Moskau verurteilt. Erst nach über acht Jahren kam der Spätheimkehrer wieder frei, traf am 7. Januar 1956 in der Heimat gesundheitlich schwer angeschlagen ein und verstarb kurz darauf an den Folgen der sowjet-bolschewistischen KZ-Haft.

Auszeichnungen (Auszug)

Beförderungen

Fußnoten

  1. Generaloberst Schmidt, RudolfDas-Ritterkreuz.de
  2. Chris Helmecke: Generaloberst Rudolf Schmidt, in: „Militärgeschichte – Zeitschrift für historische Bildung“, Heft 1/2017
  3. Joseph Goebbels: Tagebücher, Teil II, Bd. 8, S. 266 (10. Mai 1943)