Harzer, Walter

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Ritterkreuzträger SS-Obersturmbannführer Harzer

Walter Harzer (Lebensrune.png 29. September 1912 in Stuttgart-Feuerbach; Todesrune.png 29. Mai 1982 in Stuttgart)[1] war ein deutscher Offizier der Waffen-SS, zuletzt SS-Oberführer und Ritterkreuzträger des Zweiten Weltkrieges.

Werdegang

Wilhelm Bittrich in seltener weißer Sommeruniform der Waffen-SS, links von ihm SS-Sturmbannführer Walter Harzer, bei Ypern im Sommer 1943
Fotoalbum
Walter Harzer auf einem englischen Beutefahrzeug

Chronologie anhand Diensteinheiten

Zweiter Weltkrieg

Ehrung in Stuttgart-Feuerbach
Traueranzeige der Familie

Harzer hatte sich schon als verwegener Führer während der Invasion in der Normandie gezeigt, insbesondere bei den blutigen Rückzugskämpfen, wofür er mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet wurde. Bei der Schlacht um Arnheim nahm er eine entscheidende Rolle bei der Abwehr der feindlichen Luftlande-Operation ein. Er warf sich mit seiner ausgebluteten 9. SS-Panzer-Division „Hohenstaufen“, die er seit Ende August/Anfang September 1944 führte (von der Invasionsfront und der Schlacht um Caen kamen nur noch 7.000 müde und abgekämpfte Mann von einst 15.900 in die Niederlande, um sich dort auszuruhen und aufzustocken) den Feind entgegen.

Er traf auf die 1. britische Luftlandedivision Major-General Robert Urquhart, der versuchte, sich zur Brücke in Arnheim durchzuschlagen, um Oberstleutnant John Frost und sein Bataillon zu entsetzen. „Hohenstaufen“ hielt jedoch heldenhaft stand und schlug den Feind der Elite-Division zurück, die 75 % ihrer Männer einbüßte. Operation Market Garden wurde für die alliierten Invasoren zur Katastrophe, Urquharts 1st Airborne Division wurde im Krieg nicht mehr eingesetzt.

Kampfgruppe „Harzer“

Nach dem Unternehmen „Sonnenwende“ verteidigte die 4. SS-Polizei-Panzergrenadier-Division bis Mitte März 1945 einen Abschnitt nördlich von Danzig in der Nähe der Halbinsel Hel. Im Zuge der Verteidigung von Hela wurde die Kampfgruppe „Harzer“ (aufgestellt aus den Resten der Division und Kleingruppen versprengter Einheiten) weiter dezimiert. Mitte April wurden diese mit der Goya nach Swinemünde verlegt und dort entladen. Nur die Verwundeten mit der 1. Sanitätskompanie der Division liefen weiter nach Kopenhagen. Die Kampfgruppe sammelte in Vorpommern (unterstellt der Armeegruppe „Steiner“). Die Regimenter waren dann zersplittert eingesetzt, kämpften im Raum nördlich von Berlin und gingen im Raum Wittenberge-Lenzen bzw. Ludwigslust-Schwerin nach einem Gewaltmarsch Richtung Westen in VS-amerikanische Kriegsgefangenschaft (je nach Quelle am 2. oder 8. Mai 1945).

Armeegruppe „Steiner“

Im Februar 1945 wurde das III. (germanisches) SS-Panzerkorps per Schiff nach Pommern verlegt, um dort mit anderen Truppen die neu aufgestellte 11. SS-Panzerarmee zu bilden, die an den nördlichen Abschnitten der Oder-Front und während des offensiven Unternehmens „Sonnenwende“ eingesetzt werden sollte. Danach wurde das mittlerweile fast vollständig aufgeriebene Panzerkorps als Reserve der 3. Panzerarmee verwendet. Anfang März 1945 wurde die Armeegruppe „Steiner“ mit letzten Resten der 11. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division, der 28. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division, der 27. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division, der 23. SS-Grenadier-Division und den dem ehemaligen III. (germ.) Panzerkorps unterstellten Verbänden gebildet, die Berlin von Norden her entsetzen sollte.

Nach kurzen erfolglosen Vorstößen kam Felix Steiner zu dem Entschluß, seinen Verband in Richtung Elbe zu dirigieren, um sich dort den westalliierten Truppen zu ergeben. Die 11. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division „Nordland“ erreichte allerdings Berlin und wurde in den Kämpfen nahezu komplett aufgerieben. Laut Steiner wäre ein Eindringen in den Kessel von Berlin der „sichere Untergang der Truppe“ gewesen.

Nachkriegszeit

Gemeinsam mit Joachim Peiper organisierte Harzer den militärhistorischen Arbeitskreis der HIAG, zu dem auch Sepp Dietrich und Paul Hausser gehörten. Die gruppe analysierte u. a. Entscheidungsschlachten der Waffen-SS. Unter den Zuhörern der Referate gehörten auch Rudolf Lehmann und Otto Weidinger, die später die Verbandschroniken der Divisionen „Leibstandarte“ und „Das Reich“.

Für das Buch „Die Brücke von Arnheim“ (A Bridge Too Far) von Cornelius Ryan dienten Wilhelm Bittrich, Walter Harzer und Heinz Harmel als Fachberater und Zeitzeugen. Wo sonst von Engländern und VS-Amerikaner nur Wehrmachts-Offiziere und -Generäle befragt wurden, um Buch- und Filmprojekte zu realisieren, begriff Ryan, trotz Tabuisierung, daß hier die Führer der Waffen-SS mit einbezogen werden müssen, um die Geschehnisse der Operation Market Garden authentisch wiedergeben zu können. Zu Premiere des Filmes, das Buch wurde 1977 verfilmt, wurde Harzer von United Artists in den VSA eingeladen und hofiert. In der Militärakademie West Point wurde er als Ehrengast empfangen. Die von Hardy Krüger gespielte fiktive Figur „SS-Brigadeführer Karl Ludwig“ soll eine Hommage an Heinz Harmel und Walter Harzer sein.

Tod

SS-Oberführer bzw. Oberst a. D. Walter Harzer ruht auf dem Friedhof in Stuttgart-Feuerbach u.a. mit seiner Gemahlin Gisela (1918–2002) und seinen Eltern, Karl und Sofie. Grablage: Abt. 38, Reihe 1, Grab 15.

Familie

Harzer heiratete seine Verlobte Gisela Görhardt zur Wintersonnenwende am 21. Dezember 1941 in Krakau, aus der Ehe ist Tochter Brigitte entsprossen. Sein Bruder war NSKK-Oberführer Fritz Harzer.

SS-Beförderungen

Auszeichnungen (Auszug)

Bildergalerie

Verweise

Fußnoten