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Coudenhove-Kalergi, Richard von
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Richard Nicolaus Graf von Coudenhove-Kalergi (* 16. November 1894 in Tokio; † 27. Juli 1972 in Schruns/Vorarlberg, Österreich) war ein Politiker, EG-Funktionär, Publizist, Autor und Gründer der sogenannten Paneuropa-Bewegung.[1]
Inhaltsverzeichnis |
Werdegang
Herkunft
Richard Nikolaus Graf Coudenhove-Kalergi, katholisch, wurde am 16. November 1894 in Tokio geboren, wo sein Vater, Dr. Heinrich Graf Coudenhove-Kalergi, diplomatischer Vertreter Österreich-Ungarns war und die Japanerin Mitsuko Aoyama geheiratet hatte. Die Familie Coudenhove-Kalergi entstammt flämischem und griechischem Uradel.[2]
Coudenhove-Kalergi wuchs in Österreich-Ungarn auf, wohnte in Frankreich und hatte die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft. Als er ein Jahr alt war, übersiedelten seine Eltern nach Ronsperg in Böhmen.
Ausbildung
Graf Coudenhove-Kalergi lebte auf Schloß Ronsperg an der böhmischen Grenze. Er besuchte das Augustiner-Gymnasium in Brixen und das Theresianum in Wien, studierte an der Wiener Universität Philosophie und moderne Geschichte und promovierte 1916 zum Dr. phil.[2]
Wirken
Der österreichische Graf Coudenhove-Kalergi, Begründer der „Paneuropa-Bewegung“, stellte sich eine „eurasische“ Mischgesellschaft als Ideal vor, in der Juden eine herausragende Rolle spielen sollten. Er selbst hatte eine asiatische Mutter und war seit 1915 mit einer jüdischen Schauspielerin, Ida Roland, verheiratet.[3]
Seit 1922 war Coudenhove-Kalergi Mitglied der Wiener Freimaurerloge Humanitas und verkündete seine Paneuropa-Idee.
1923 erschien sein Buch „Paneuropa“, das den Auftakt zur paneuropäischen Bewegung bildete. Im April 1924 folgte das „Paneuropäische Manifest“ in der Zeitschrift „Paneuropa“. Weiten Kreisen wurde seine „Paneuropa-Union“ durch den ersten Kongreß im Herbst 1926 in Wien bekannt. Ziel der Bewegung war die Errichtung eines europäischen Staatenbundes.
Nach dem Beitritt Österreichs zum Reich begab sich Coudenhove 1938 zunächst nach Preßburg, dann nach Bern und 1940 nach Neu York. Er lehrte als Professor Geschichte und leitete ein Seminar für Förderung des europäischen Zusammenschlusses. Einen Verfassungsentwurf für die „Vereinigten Staaten von Europa“ legte er 1944 Roosevelt, Stalin und Churchill vor.
Winston Churchill hielt 1946 in Zürich eine von Kalergi geschriebene Rede, in der er die Schaffung der „Vereinigten Staaten von Europa“ anregte und dabei die zentralen Forderungen der Paneuropa-Idee aufnahm.
1947 wurde Coudenhove Generalsekretär der von ihm begründeten Europäischen Parlamentarier-Union (EPU), die unter seiner Führung bereits 1947 in Gstaad und 1948 in Interlaken Kongresse veranstaltete. Politiker wie Paul Reynaud, Pierre Pflimlin, René Coty, Robert Boothby, Duncan Sandys nahmen daran teil. Am 18. Mai 1950 wurde ihm der erste „Internationale Karlspreis für europäische Verständigung“ der Stadt Aachen verliehen.
1948 fand unter Vorsitz Churchills ein Kongreß der „Europäischen Bewegung“ im Haag statt, der zur Gründung des Straßburger Europarates führte. Seither ging die Aktivität Coudenhoves parallel mit der Schaffung europäischer Institutionen: Europarat, Montanunion, Gemeinsamer Markt und EURATOM. Dieser Prozeß führte zu einer Spaltung der „Europäer“. Auf der einen Seite stehen die, die einen progressiven Ausbau der institutionellen Ansätze vorziehen. Die anderen — darunter Coudenhove — halten die europäischen Gremien für ungeeignet, eine wirklich europäische Einheit zu schaffen. Coudenhove forderte eine durch direkte Wahlen ins Leben zu rufende „europäische Konstituante“, die eine Verfassung für eine echte europäische Staatengemeinschaft erarbeiten sollte.
1959 bezeichnete Coudenhove mit einem „Deutschland-Memorandum“ die „Existenz zweier deutscher Staaten als Grundtatsache“ und forderte die internationale Anerkennung dieses „status quo“ auch ohne Friedensvertrag. Für Berlin schlug er eine UNO-Lösung vor. Dieses Memorandum „Freiheit oder Einheit“ stieß weithin auf Widerspruch. 1962 rief Coudenhove zu einem „Neuen Wiener Kongreß“ auf, da es Zeit sei, den Kalten Krieg zu beenden. Coudenhove, der als persönlicher Gast de Gaulles an der historischen Feier der deutsch-französischen Versöhnung teilnehmen durfte, erblickte in dem General den einzigen europäisch denkenden Staatsmann unserer Tage.
Graf Coudenhove-Kalergi hat sich in den letzten Jahren weitgehend aus der Tagesdiskussion herausgehalten, appellierte aber z.B. im November 1969 aus Anlaß seines 75. Geburtstags (und erneut im März 1970) an die Regierungen der Europäischen Gemeinschaften, neue Anstrengungen in Richtung auf eine politische Union Europas zu unternehmen. In der Schriftenreihe „Persönlichkeiten der europäischen Integration“ (A. Lutzeyer-Verlag) erschien 1969 eine Biographie Coudenhoves mit Vorwort von Rolf Italiander. Im Juli 1970 schlug Coudenhove dem Präsidenten des Europaparlaments, Mario Scelba, erneut die Schaffung einer Europäischen Konstituante unter Einschluß der EWG-Kandidaten vor.
Sein im Januar 1971 erschienenes und vielbeachtetes Buch „Weltmacht Europa“ erlebte inzwischen bereits eine 2., verbesserte Auflage. Das lobende Vorwort schrieb Franz Josef Strauß, von dem Golo Mann in seiner Buchbesprechung in der Süddeutschen Zeitung schrieb, er habe wohl die Seiten Coudenhoves nicht gelesen, auf denen Paneuropas alter Vorkämpfer schreibt: Gemeinsame Außenpolitik, Europäischer Bundesstaat, Staatenbund oder was immer und europäischer Revisionismus seien unvereinbar.
Am 27. Juli 1972 ist Coudenhove im Alter von 77 Jahren in Schruns/Vorarlberg einem Schlaganfall erlegen. Coudenhove, sonst in Basel wohnhaft, verbrachte in Schruns seinen Urlaub.
Eurasisch-negroide Zukunftsrasse unter der Führung des jüdischen Geld- und Geistadels
Coudenhove-Kalergi schrieb 1925 in seinem Buch Praktischer Idealismus:
- „Der Mensch der fernen Zukunft wird Mischling sein. Die heutigen Rassen und Kasten werden der zunehmenden Überwindung von Raum, Zeit und Vorurteil zum Opfer fallen. Die eurasisch-negroide Zukunftsrasse, äußerlich der altägyptischen ähnlich, wird die Vielfalt der Völker durch eine Vielfalt der Persönlichkeiten ersetzen. Denn nach den Vererbungsgesetzen wächst mit der Verschiedenheit der Vorfahren die Verschiedenheit, mit der Einförmigkeit der Vorfahren die Einförmigkeit der Nachkommen.“ [4]
Und diese nach Jahrhunderte langer Ausschaltung des aristokratischen Feudal- und Erbadels entstehende Mischrasse sah er geführt von einem jüdischem Geld- und Hirnadel:[5]
- „Hauptträger des korrupten wie des integren Hirnadels, des Kapitalismus, Journalismus und Literatentums, sind Juden. Die Überlegenheit ihres Geistes prädestiniert sie zu einem Hauptfaktor des künftigen Adels. Ein Blick in die Geschichte des jüdischen Volkes erklärt seinen Vorsprung im Kampf um die Menschheitsführung.“
Kalergis Vorstellung einer „eurasisch-negroide Zukunftsrasse“ mit einem unvermischten „jüdischen Geld- und Geistadel“ an der Spitze scheint somit das rassistisch-ideologische Ziel der aktuellen EU-Politik zu sein, deren Umsetzung jährlich mit dem Karlspreis honoriert wird.[6][7][8] Kalergi meint weiter, die Juden seien durch ihre Verfolgung zur Herrschaft prädestiniert:[9]
- „So ging schließlich aus all diesen Verfolgungen eine kleine Gemeinschaft hervor, gestählt durch ein heldenmütig ertragenes Martyrium für die Idee und geläutert von allen willensschwachen und geistesarmen Elementen. Statt das Judentum zu vernichten, hat es Europa wider Willen durch jenen künstlichen Ausleseprozeß veredelt und zu einer Führernation der Zukunft erzogen. Kein Wunder also, daß dieses Volk, dem Ghetto-Kerker entsprungen, sich zu einem geistigen Adel Europas entwickelt. So hat eine gütige Vorsehung Europa in dem Augenblick, als der Feudaladel verfiel, durch die Judenemanzipation eine neue Adelsrasse von Geistes Gnaden geschenkt.“
Hier wird allerdings übersehen, daß sich die Juden von Anfang an als von ihrem Gott auserwählt und zur Herrschaft über alle anderen Völker bestimmt betrachteten,[10] und es erst die aus diesem Glauben resultierenden Handlungen waren, die sie zum meist gehaßten Volk der Weltgeschichte werden ließen und die immer wieder zu Pogromen und Vertreibungen führten.
Zitate
- „In der Regel ist der Urbanmensch Mischling aus verschiedensten sozialen und nationalen Elementen. In ihm heben sich die entgegengesetzten Charaktereigenschaften, Vorurteile, Hemmungen, Willenstendenzen und Weltanschauungen seiner Eltern und Voreltern auf oder schwächen einander wenigstens ab. Die Folge ist, daß Mischlinge vielfach Charakterlosigkeit, Hemmungslosigkeit, Willensschwäche, Unbeständigkeit, Pietätlosigkeit und Treulosigkeit mit Objektivität, Vielseitigkeit, geistiger Regsamkeit, Freiheit von Vorurteilen und Weite des Horizonts verbinden.“ [11]
- „Dann wird die erotische Lebensform der Minderwertigen und Mittelmäßigen Freie Liebe sein, der Auserwählten: Freie Ehe. So wird der neue Zuchtadel der Zukunft nicht hervorgehen aus den künstlichen Normen menschlicher Kastenbildung, sondern aus den göttlichen Gesetzen erotischer Eugenik.
- Die natürliche Rangordnung menschlicher Vollkommenheit wird an die Stelle der künstlichen Rangordnung: des Feudalismus und Kapitalismus treten.
- Der Sozialismus, der mit der Abschaffung des Adels, mit der Nivellierung der Menschheit begann, wird in der Züchtung des Adels, in der Differenzierung der Menschheit gipfeln. Hier, in der sozialen Eugenik, liegt seine höchste historische Mission, die er heute noch nicht erkennt: aus ungerechter Ungleichheit über Gleichheit zu gerechter Ungleichheit zu führen, über die Trümmer aller Pseudo-Aristokratie zu echtem neuem Adel.“ [12]
- „Der Einfluß des Blutadels sinkt, der Einfluß des Geistesadels wächst.
- Diese Entwicklung, und damit das Chaos moderner Politik, wird erst dann ihr Ende finden, bis eine geistige Aristokratie die Machtmittel der Gesellschaft: Pulver, Gold und Druckerschwärze an sich reißt und zum Segen der Allgemeinheit verwendet.
- Eine entscheidende Etappe zu diesem Ziel bildet der russische Bolschewismus, wo eine kleine Schar kommunistischer Geistesaristokraten das Land regiert und bewußt mit dem plutokratischen Demokratismus bricht, der heute die übrige Welt beherrscht.
- Der Kampf zwischen Kapitalismus und Kommunismus um das Erbe des besiegten Blutadels ist ein Bruderkriege des siegreichen Hirnadels, ein Kampf zwischen individualistischem und sozialistischem, egoistischem und altruistischem, heidnischem und christlichem Geist. Der Generalstab beider Parteien rekrutiert sich aus der geistigen Führerrasse Europas: dem Judentum.
- Kapitalismus und Kommunismus sind beide rationalistisch, beide mechanistisch, beide abstrakt, beide urban. Der Schwertadel hat endgültig ausgespielt. Die Wirkung des Geistes, die Macht des Geistes, der Glaube an den Geist, die Hoffnung auf den Geist wächst: und mit ihnen ein neuer Adel.“ [13]
- „Was die Juden von den Durchschnitts-Städtern hauptsächlich scheidet, ist, daß sie Inzuchtmenschen sind. Charakterstärke verbunden mit Geistesschärfe prädestiniert den Juden in seinen hervorragendsten Exemplaren zum Führer urbaner Menschheit, zum falschen wie zum echten Geistesaristokraten, zum Protagonisten des Kapitalismus wie der Revolution.“ [14]
- „Anfang 1924 erhielten wir einen Anruf von Baron Louis Rothschild: Einer seiner Freunde, Max Warburg aus Hamburg, hatte mein Buch gelesen und wollte uns kennenlernen. Zum meinem großen Erstaunen bot mir Warburg spontan sechzigtausend Goldmark an, zur Ankurbelung der Bewegung während der drei ersten Jahre.“ [15]
- „Nur Churchill hielt auch während des Kriegs an der Paneuropaidee fest... Die Paneuropabewegung verdankt ihren Erfolg hauptsächlich der tätigen Mitwirkung der beiden einflußreichsten Zeitungen New Yorks, der New York Times und der New York Herald Tribune.“ [16]
- „Zuletzt war ganz Amerika für die Paneuropa-Idee gewonnen. Nachdem Truman Präsident geworden war, trat auch er öffentlich in einem durch ,Reader's Digest' weitverbreiteten Artikel für die Paneuropa-Idee ein.“ [17]
- „Die nächsten fünf Jahre der Paneuropa-Bewegung waren zur Hauptsache diesem Ziel gewidmet: durch Mobilisierung der Parlamente die Regierungen zu zwingen, Paneuropa zu errichten.“ [18]
- „Unter dem dreifachen Druck der europäischen Parlamente, der Vereinigten Staaten von Amerika und der öffentlichen Weltmeinung entschlossen sich noch im selben Jahr die Regierungen zum Handeln.“ [19]
- „Die Vision eines größeren Europas, eines wahren Paneuropas — von Wladiwostok nach San Francisco — ist das Vermächtnis der alten Paneuropabewegung an die junge Generation.“ (NWO) [20]
Auszeichnungen
Coudenhove war Inhaber des Internationalen Karlspreises von Aachen (1950) einem Freimaurer-Orden, des Großkreuzes des Bundesverdienstordens der BRD, Ehrenbürger der Universität Frankfurt und Ritter der französ.Ehrenlegion. 1967 erhielt er den japanischen Friedenspreis. Im März 1972 wurde Graf Coudenhove mit dem Adenauer-Preis der Deutschland-Stiftung und im April mit dem „Europapreis“ des „Syndicat des journalistes écrivains“ ausgezeichnet. Der 50. Jahrestag der „Paneuropa-Bewegung“ wurde (u.a. im Beisein von Kreisky und Otto v.Habsburg) im Mai 1972 in Wien gefeiert.
Familie
Richard Nikolaus Graf Coudenhove-Kalergi verheiratete sich 1951 in zweiter Ehe mit Alexandra Gräfin v. Tiele-Bally. Die Schriftstellerin Ida Görres war seine Schwester. Er hatte einen Adoptivsohn Alexander. Seine erste, verstorbene Frau war die jüdische Schauspielerin Ida Roland.[3]
Siehe auch
Werke
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Literatur
- Vanessa Conze: Richard Coudenhove-Kalergi. Umstrittener Visionär Europas (2004)
- Gerd Honsik: Rassismus legal? - Halt dem Kalergi-Plan! (2005)
Verweise
- Sonderdruck aus dem Jahrbuch der Forschungsloge „Quatuor Conronati“, Nr. 32 - Bayreuth 1995
- http://www.archive.org/details/PraktischerIdealismus1925
- http://www.archive.org/details/DolddownloadrichardNikolausGrafCoudenhove-kalergi1894-1972
Fußnoten
- ↑ Internationales Biographisches Archiv 38/1972
- ↑ 2,0 2,1 Munzinger-Archiv GmbH, 1972
- ↑ 3,0 3,1 David Korn: Wer ist wer im Judentum? - FZ-Verlag ISBN 3-924309-63-9
- ↑ Praktischer Idealismus, S. 23
- ↑ Praktischer Idealismus, S. 49
- ↑ Praktischer Idealismus, S. 49
- ↑ vgl. verschwoerungen.info: Richard Nikolaus Graf von Coudenhove-Kalergi
- ↑ derhonigmannsagt.wordpress.com, 14. September 2010: „Die demografischen Schicksale Europas sind nicht Ergebnis einer verfehlten Politik, sondern bewußt herbeigeführt“
- ↑ Praktischer Idealismus, S. 49
- ↑ Siehe bspw. 5. Mose 28, 1 (Luther 1912):
„Und wenn du der Stimme des HERRN, deines Gottes, gehorchen wirst, daß du hältst und tust alle seine Gebote, die ich dir heute gebiete, so wird dich der HERR, dein Gott, zum höchsten machen über alle Völker auf Erden.“ - ↑ Praktischer Idealismus, Seite 21.
- ↑ Praktischer Idealismus, Seite 56/57.
- ↑ Praktischer Idealismus, Seite 32/33.
- ↑ Praktischer Idealismus, Seite 28.
- ↑ Ein Leben für Europa, Seite 124/125.
- ↑ PANEUROPA 1922 bis 1966, Seite 73.
- ↑ PANEUROPA 1922 bis 1966, Seite 73.
- ↑ PANEUROPA 1922 bis 1966, Seite 76.
- ↑ PANEUROPA 1922 bis 1966, Seite 79.
- ↑ PANEUROPA 1922 bis 1966, Seite 103.