Freimaurerei
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Die Freimaurerei ist ein internationaler Bund, der nach außen das Streben nach hohen Menschheitszielen zur Schau trägt.
[bearbeiten] Geschichte
Als sichtbare Organisation ist die Freimaurerei aus der mittelalterlichen Vereinigung der Steinmetzen und deren Bauhütten hervorgegangen. Die Mitglieder nannten sich Brüder, übten bei der Aufnahme einen Ritus und verpflichteten sich zu einem sittlichen Leben. Um sich bei stetigem Wandern auch zu erkennen, griffen sie auf geheime Merkmale und Zeichen zurück. Diese Werkmaurerei blühte in Deutschland, England und Schottland.
In London bildete sich 1717 ein Bund, der sich "die Kunst des winkelrechten Bauens an der Vervollkommnung des eigenen Ichs und der gesamten Menschheit" zum Ziel seiner Bestrebung und Tätigkeit gesetzt hatte. Er nannte sich Bund der "Freimaurer" (engl. Loge). Spätere Konstitutionsbeschlüsse legten fest, dass der Bund frei von Schranken sei, also ohne Rücksicht auf Nationalität, Farbe und Rasse und der religiösen und politischen Anschauung.
Er entstanden in fast allen Nationen Freimaurer-Logen.
Nach der Gleichstellung der Juden traten diese verstärkt den Logen bei.
Die menschheitsbeglückenden Ideen sowie gesellschaftlicher Ehrgeiz führten dazu, dass es zum guten Ton der Angehörigen höherer Schichten gehörte, Mitglied der Freimaurerloge zu sein. So kam es, dass Freimaurer bald fast alle führenden Stellen in Politik und Wirtschaft vereinigten.
Die Freimaurerei nahm sich das Recht und sah es als ihre Pflicht an, Revolutionen zu fördern oder selbst hervorzurufen. Der führende Freimaurer Quartier la Tente sagte auf dem zweiten internatiionelen Freimaurerkongress in Paris 1900, dass das Hauptziel der Weltfreimaurerei sei, die Welt aus den Angeln zu heben. Als Endziel bezeichnete es die Errichtung einer Weltrepublik.
Die Französische Revolution 1789 war die erste Revolution, die nach den Plänen der Freimaurerei verlief. Bis 1790 waren in Frankreich ca. 700 Logen entstanden. Der 14. Juli, der Tag des Bastillesturms, wurde zum Feiertag der Weltloge erklärt.
Die Einkreisung des Deutschen Reiches im Ersten und Zweiten Weltkrieg war das Werk der Weltfreimaurerei, um die "freimaurerischen Ideale durchzusetzen". Einer der Kriegshetzer war der Hochgradfreimaurer König Eduard VII. von England.
Am 17. August 1935 ordnete Innenminister Wilhelm Frick das Verbot der Freimaurerei in Deutschland an.
In Deutschland waren vor dem Zweiten Weltkrieg ca. 80.000 Männer in Logen organisiert. In den von der VGLvE als regulär anerkannte Großlogen, die wiederum in den Vereinigten Großlogen von Deutschland zusammengeschlossen sind, sind nach eigenen Angaben derzeit ca. 14.000 Männer in 470 aktiven Logen organisiert. Darüber hinaus arbeiten etwa 50 liberale Logen und Logen ohne jede Anerkennung einer Großloge in der BRD.
[bearbeiten] Grade
Die Freimaurerei gliedert sich grundsätzlich in drei Grade, die als blaue Johannisfreimaurerei bezeichnet wird. Diese drei Grade heißen Lehrling, Geselle und Meister. Sie stellen keine Hierarchie dar, sondern beschreiben den Weg der persönlichen Weiterentwicklung.
Im Lehrlingsgrad, der Stufe der Selbsterkenntnis, soll der Lehrling seine eigene menschliche Unvollkommenheit erkennen, die durch den rauen Stein symbolisiert wird. Eigene Fehler sollen erkannt und beseitigt werden können. Mit dieser Fähigkeit wird er in den Gesellengrad befördert, dessen Symbol der kubische Stein ist. Der Geselle soll sich in Selbstbeherrschung üben können, eine Voraussetzung, damit die behauenen und winkelgerechten Steine wirklich zu einem gemeinsamen Tempelbau der Humanität zusammenzupassen. Der Meister-Grad, die Stufe der Selbstveredelung, hat als Symbol das Reißbrett. Der Meister soll sich der Vergänglichkeit des menschlichen Lebens bewusst werden und durch das Vorbild seiner Zeichnung mithelfen, dass der Tempelbau zur Vollendung geführt werden kann.
Zusätzlich gibt es verschiedene so genannte Hochgradsysteme. Da deren Arbeitsfarbe rot ist, werden sie auch manchmal als rote Grade bezeichnet. Sie führen nicht darüber hinaus, sondern vertiefen die Lehren des Lehrlings-, Gesellen- und Meistergrades, daher bezeichnet man diese auch als Erkenntnis- oder Vervollkommnungsstufen.
