Falkenhorst, Nikolaus von

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Nikolaus von Falkenhorst.jpg

Paul Nikolaus von Jastrzembski, seit 1911 von Falkenhorst (Lebensrune.png 17. Januar 1885 in Breslau; Todesrune.png 18. Juni 1968 in Holzminden) war ein deutscher Offizier der Preußischen Armee, des Deutschen Heeres, der Freikorps, der Reichswehr und der Wehrmacht, zuletzt Generaloberst und Ritterkreuzträger des Zweiten Weltkrieges.

Leben

Generaloberst Nikolaus von Falkenhorst (im Vordergrund) mit seinem Stabschef Oberst Erich Buschenhagen, Finnland, Sommer 1941
Grabstätte des Ehepaars von Falkenhorst in Holzminden; Bildquelle: WW2 Gravestone

Falkenhorst entstammt der alten deutschen Offiziersfamilie von Jastrzembski aus Schlesien. Mit Genehmigung der preußischen Verwaltung änderte er seinen Namen in von Falkenhorst. Er absolvierte seine Militärausbildung an der Preußischen Kadettenanstalt und diente im Ersten Weltkrieg als Generalstabsoffizier. Ab Sommer 1918 war er bis Kriegsende Ia beim „Deutschen General in Finnland“. Nach Kriegsende war er von Dezember 1918 bis Januar 1920 beim Grenzschutz Ost. Ab Februar 1920 gehörte er zum Stab der Reichswehr-Brigade 6.

Von 1933 bis 1935 war er deutscher Militärattaché für die Tschechei, Jugoslawien und Rumänien.

Lexoion der Wehrmacht

„Nikolaus von Jastrzembski trat nach dem Abschluss seiner Kadettenausbildung am 22. März 1903 als Fähnrich in das kaiserliche Heer ein. Der Offizierssohn kam dabei zum 2. Westpreußisches Grenadier-Regiment ‚König Wilhelm I.‘ Nr. 7, dem sogenannten Königs-Grenadier-Regiment. Im Sommer 1903 wurde er dann zur Kriegsschule in Potsdam kommandiert. Nach deren Abschluss wurde er am 24. April 1904 zum Leutnant befördert. 1911 wechselte er seinen Namen offiziell in Nikolaus von Falkenhorst. Am 1. Februar 1911 wurde er zum Adjutant des Füsilier-Bataillons vom 2. Westpreußisches Grenadier-Regiment ‚König Wilhelm I.‘ Nr. 7 ernannt. Als solcher wurde er am 18. April 1913 zum Oberleutnant befördert. Als solcher wurde er im Februar 1914 zum Regimentsstab versetzt. Bei Kriegsausbruch wurde er zum Chef der 5. Kompanie vom 2. Westpreußisches Grenadier-Regiment ‚König Wilhelm I.‘ Nr. 7 ernannt. Bereits im September 1914 wurde er mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Ende Dezember 1914 wurde er zum Adjutant der 18. Infanterie-Brigade ernannt. Fast gleichzeitig wurde er am 24. Dezember 1914 zum Hauptmann befördert. Ende Juni 1915 wurde er mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Ende 1916 wurde er dann in den Generalstab versetzt. Dabei wurde er in den verschiedensten Positionen eingesetzt. 1917 bis Februar 1918 wurde er dann an der Ostfront eingesetzt. Im April 1918 wurde er dann nach Finnland versetzt. Ab Sommer 1918 wurde er zum Ia beim Deutschen General in Finnland ernannt. Diese Position hatte er auch noch bei Kriegsende inne. Bis dahin wurden ihm viele Auszeichnungen verliehen. Er wurde dann nach dem Krieg in das Reichsheer übernommen. Dabei wurde er zuerst im Generalstab der 29. Reichswehr-Brigade eingesetzt. Ab Februar 1920 gehörte er im 200.000 Mann-Heer als Generalstabsoffizier zum Stab der Reichswehr-Brigade 6. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres wurde er am 1. Oktober 1920 zum 8. (Preuß.) Infanterie-Regiment versetzt. Dort wurde er bis März 1922 im Stab des II. Bataillons vom 8. (Preuß.) Infanterie-Regiment eingesetzt. Am 1. März 1922 wurde er in das Reichswehrministerium versetzt. Dort wurde er anfangs in der Heeresabteilung (T 1) im Truppenamt (TA) eingesetzt. Dort wurde er am 1. Februar 1925 zum Major befördert. Am 1. Februar 1928 wurde er zum Kommandeur des I. Bataillons vom 1. (Preuß.) Infanterie-Regiment ernannt. Als solcher wurde er am 1. Januar 1930 zum Oberstleutnant befördert.
Am 1. Oktober 1930 wurde er in den Stab der 4. Division der Reichswehr versetzt und dort als Ia verwendet. Am 1. Oktober 1931 wurde er dann zum Chef des Stabes der 4. Division der Reichswehr ernannt. Als solcher wurde er am 1. Oktober 1932 zum Oberst befördert. Am 1. April 1933 wurde er dann zum Militär-Attaché in Prag ernannt. Am 1. April 1935 wurde er wieder abberufen und zum Chef des Stabes der Heeresdienststelle Dresden ernannt. Als solcher wurde er am 1. August 1935 zum Generalmajor befördert. Bei der Enttarnung wurde er am 15. Oktober 1935 zum Chef des Generalstabes vom Gruppenkommando 3 ernannt. Am 6. Oktober 1936 wurde er zum Kommandeur der 32. Infanterie-Division ernannt. Als solcher wurde er am 1. August 1937 zum Generalleutnant befördert. Im Juli 1939 gab er das Kommando über die Division ab. Im August 1939 wurde er dann zum Kommandierenden General des XXI. Armeekorps ernannt. Dafür wurde er am 1. Oktober 1939 auch zum General der Infanterie befördert. Im Polenfeldzug wurden ihm beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Danach wurde sein Generalkommando im April 1940 für den Norwegenfeldzug beim Unternehmen Weserübung zur Gruppe XXI umbenannt. Er blieb jetzt als Oberbefehlshaber an der Spitze der Gruppe. Am 10. April 1940 wurde er im Wehrmachtsbericht genannt: ‚Die militärischen Maßnahmen zum Schutz der Neutralität von Dänemark und Norwegen wurden am 9. April 1940 von starken Einheiten des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe unter dem Oberbefehl des Generals der Infanterie von Falkenhorst, von Seestreitkräften unter dem Befehl des Generaladmirals Saalwächter und des Admiral Carls und von zahlreichen Verbänden der Luftwaffe unter Führung des Generalleutnants Geißler in engster Zusammenarbeit durchgeführt.‘ Für die Leistungen beim Norwegenfeldzug wurde er am 30. April 1940 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Am 19. Juli 1940 wurde er dann zum Generaloberst befördert. Am 19. Dezember 1940 wurde er dann zum Oberbefehlshaber der Armee Norwegen ernannt. Dieses Kommando behielt er bis zur Auflösung der Armee. Gleichzeitig wurde er ab dem 1. Januar 1942 zum Wehrmachtbefehlshaber Norwegen ernannt. Diese Position behielt er bis Dezember 1944. Für seine Leistungen als Wehrmachtbefehlshaber Norwegen wurde ihm am 20. Januar 1945 das Deutsche Kreuz in Silber verliehen. Anfang Januar 1945 wurde er in die Führerreserve versetzt. Bis Kriegsende wurde er dann nicht mehr eingesetzt. Mit der Kapitulation geriet er in britische Kriegsgefangenschaft. Am 2. August 1946 wurde er durch ein gemischtes britisch/norwegisches Gericht zum Tode verurteilt, weil er gefangene englische Kommandoeinheiten an die SS übergeben hatte. Die Strafe wurde am 2. Dezember 1946 auf 20 Jahre Gefängnis abgemildert. Aus der Haft wurde er vorzeitig am 13. Juli 1953 entlassen.“[1]

Zweiter Weltkrieg

Im Polenfeldzug befehligte er das XXI. Armeekorps und führte er die deutschen Truppen beim Unternehmen „Weserübung“. Beim Unternehmen „Barbarossa“ war Falkenhorst Befehlshaber an der Eismeerfront. Ab Anfang 1942 wirkte er als Militärbefehlshaber in Norwegen, wo er Ende 1944 durch Lothar Rendulic ersetzt wurde.

„Die militärischen Maßnahmen zum Schutz der Neutralität von Dänemark und Norwegen wurden am 9. April von starken Einheiten des Heeres, der Kriegsmarine und die Luftwaffe unter dem Oberbefehl des Generals der Infanterie von Falkenhorst, von Seestreitkräften unter dem Befehl des Generaladmirals Saalwächter und des Admirals Carls und von zahlreichen Verbänden der Luftwaffe unter Führung des Generalleutnants Geißler in engster Zusammenarbeit durchgeführt.“ — Wehrmachtbericht

Kapitulation und Anklage

Nach Kriegsende wurde er von den VS-Amerikanern in das KL Dachau verbracht. Unter dem Vorwand, alliierte Soldaten an Erschießungskommandos der SS ausgeliefert zu haben, verurteilte ihn ein britisches Militärgericht erst zum Tode, dann zu 20 Jahren Haft, die er, gemeinsam mit Friedrich August Eberhard von Mackensen, Kurt Mälzer, Karl Michael Gutenberger, Eduard Crasemann, Kurt Meyer und viele andere, in der britischen Militärhaftanstalt verbringen mußte. Nach Begnadigung wurde er 1953 entlassen.[2]

Danach verbrachte er seinen Lebensabend in Holzminden an der Weser mit seiner Ehefrau Margarete Dorette Elise Ulrich von Falkenhorst (Hochzeit am 8. Oktober 1908).

Tod

Generaloberst a. D. Nikolaus von Falkenhorst verstarb am 18. Juni 1968 und wurde auf dem Friedhof Holzminden mit militärischen Ehren beigesetzt.

Familie

Paul Nikolaus wurde als Sohn von Louis von Jastrzembski (1840–1906) und dessen Gemahlin Elisabeth von Werder (1850–1906) geboren. 1908 heiratete Leutnant von Jastrzembski seine aus Holzminden stammende Verlobte Margarete Ulrich (1885–1969). Aus der Ehe ist Tochter Harriet entsprossen, die später den Generalmajor in spe Erich Dethleffsen heiratete.

Auszeichnungen (Auszug)

Beförderungen und Dienststellungen

  • Fähnrich (22. März 1903)
    • Grenadier-Regiment „König Wilhelm I.“ (2. Westpreußisches) Nr. 7 in Liegnitz
  • Leutnant (24. April 1904)
    • am 1. Februar 1911 zum Adjutant des Füsilier-Bataillons ernannt
  • Oberleutnant (18. April 1913)
  • Hauptmann (24. Dezember 1914)
  • Major (1. Februar 1925)
  • Oberstleutnant (1. Januar 1930)
    • am 1. Oktober 1931 zum Chef des Stabes der 4. Division ernannt
  • Oberst (1. Oktober 1932)
    • von 1933 bis 1935 Militärattaché zuständig für die Länder Tschechoslowakei, Jugoslawien und Rumänien mit Sitz in Prag
  • Generalmajor (1. August 1935)
    • 1935 bis Oktober 1936 Chef des Generalstabs des Gruppenkommandos 3, aus dem später die 8. Armee gebildet wurde
  • Generalleutnant (1. August 1937)
    • von 1936 bis kurz vor Kriegsausbruch kommandierte er die 32. Infanterie-Division, bevor er am 26. August 1939 das XXI. Armeekorps übernahm
  • General der Infanterie (1. Oktober 1939)
  • Generaloberst (19. Juli 1940)

Verweise

Fußnoten

  1. von Falkenhorst, Nikolaus, Lexikon der Wehrmacht
  2. Prominente ohne Maske - Drittes Reich, FZ-Verlag 1998, ISBN 3924309396
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Mittler & Sohn Verlag, Berlin, S.118
  4. 4,0 4,1 Veit Scherzer: Die Ritterkreuzträger 1939-1945, Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, S. 302, ISBN 978-3-938845-17-2