Haus, Georg

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Ritterkreuzträger Oberst Georg Haus

Georg Egbert Sebastian Haus (Lebensrune.png 16. September 1895 in Nürnberg; Todesrune.png gefallen 18. April 1945 in Kaddighaken auf der Frischen Nehrung) war ein deutscher Offizier der Bayerischen Armee, des Deutschen Heeres, der Freikorps, der Reichswehr und der Wehrmacht, zuletzt Generalmajor, ggf. Generalleutnant (nachträglich) des Heeres der Wehrmacht und Ritterkreuzträger im Zweiten Weltkrieg.

Werdegang

Traueranzeige der Familie; Erst sechs Monate nach dem Heldentod im Endkampf um Ostpreußen, im Oktober 1945, erhielt Haus’ Ehefrau Grete in Pfaffing (Chieming) ein Telegramm. Nun hatte die quälende Ungewißheit ein Ende. Ihr geliebter Mann war gefallen, schon am 13. Juli 1943 war ihr Sohn Otto (Lebensrune.png 11. Januar 1922) als Oberleutnant (die Mutter hatte wohl von seiner Beförderung nichts gewußt) bei der sowjetischen Orel-Offensive während der Schlacht im Kursker Bogen gefallen. Nun blieb ihr in tiefer Trauer nur noch Tochter Hildegard übrig, die im 21. Jahrhundert noch das Beileidstelegramm vom Oktober 1945 besaß, dieses Militärhistorikern zur Verfügung stellte und stets das Andenken von Vater und Bruder in höchsten Ehren hielt.

Lexikon der Wehrmacht

„Georg Haus trat am 3. August 1914 als Fahnenjunker in das 1. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment ‚König‘ der Armee ein. Anfang 1915 wurde er als Fähnrich an die Front versetzt. Im Mai 1915 wurde er im 1. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment ‚König‘ zum Leutnant befördert. Er wurde dann bis zum Ende des 1. Weltkrieges auf verschiedenen Posten in seinem Regiment an der Westfront eingesetzt. Bei Ende des Ersten Weltkrieges wurde er zur Abwicklungsstelle des Regiments versetzt und am 31. März 1919 verabschiedet. Im Frühjahr 1919 wurde er dann im Freikorps Epp eingesetzt. Am 31. März 1920 wurde er mit dem Charakter eines Oberleutnants aus der Armee entlassen. Am 1. Juni 1934 wurde er als Hauptmann wieder in das Heer aufgenommen. Zuerst wurde er im 21. (Bayer.) Infanterie-Regiment eingesetzt. Ab dem 1. Oktober 1934 wurde er bei der Erweiterung der Reichswehr als Kompaniechef im Infanterie-Regiment Amberg eingesetzt. Am 15. Oktober 1935 wurde er damit zum Kompaniechef vom Infanterie-Regiment 41. Am 1. Oktober 1937 wurde er dann als solcher zum Major befördert. Am 10. November 1938 wurde er dann als Lehrer an die Kriegsschule versetzt. Bei der Mobilmachung wurde Georg Haus dann zum Adjutant der 56. Infanterie-Division ernannt. Mit dieser nahm er dann am Polenfeldzug teil 1940 wurde er beim Westfeldzug zum stellvertretenden Führer vom Infanterie-Regiment 192 ernannt. Als solcher wurde er dann Ende Mai 1940 schwer verwundet. Nach seiner Genesung wurde er am 1. November 1940 zum Kommandeur des I. Bataillons vom Infanterie-Regiment 192 ernannt. Am 1. Januar 1941 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Am 23. Dezember 1941 wurde er zum Führer des Infanterie-Regiment 55 ernannt. Am 26. Dezember 1941 wurde ihm das Deutsche Kreuz in Gold verliehen. Am 1. März 1942 wurde er zum Oberst ernannt und daraufhin zum Kommandeur des Infanterie-Regiment 55 ernannt. Auch nach der Umbenennung zum Grenadier-Regiment 55 führte er dieses weiter im Kampf. Am 17. September 1943 wurde ihm die Ehrenblattspange verliehen. Am 23. Dezember 1943 wurde er im Raum Nikopol erneut verwundet. Nach der Wiederherstellung im Lazarett wurde er Anfang 1944 in die Führerreserve des OKH versetzt. Am 12. Februar 1944 wurde ihm für seine Leistungen als Kommandeur des Grenadier-Regiment 55 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 15. März 1944 wurde er mit der Führung der 17. Infanterie-Division beauftragt. Nach einer erneuten Verwundung am 16. April 1944 und einem anschließend folgenden kurzen Lazarettaufenthalt wurde er wieder in die Führerreserve versetzt. Am 5. Juni 1944 wurde er mit der stellvertretenden Führung der 50. Infanterie-Division im Raum Perleberg beauftragt. Am 14. Juli 1944 besuchte er den 12. Divisionsführer-Lehrgang in Hirschberg und wurde anschließend zur Divisionsführer-Reserve des OKH kommandiert. Am 22. Juli 1944 übernahm er wieder stellvertretend die Führung der 50. Infanterie-Division. Mit seiner Beförderung zum Generalmajor am 1. Oktober 1944 wurde er zum Kommandeur der 50. Infanterie-Division ernannt. Am 18. April 1945 fiel Georg Haus bei Kaddighagen [Anm.: Kaddighaken] an der Frischen Nehrung.“[1]

Die Ritterkreuzträger der Wehrmacht

Georg Egbert Sebastian Haus wurde am 16. September 1895 in Nürnberg geboren. Mit dem 3. August 1914 trat er in das 1. bayrische Infanterie-Regiment (IR) als Fahnenjunker ein und wurde bereits am 15. Februar zum Fähnrich und am 7. Mai 1915 zum Leutnant befördert. Ab dem 11. Februar 1915 wurde er im Felde eingesetzt und übernahm hier am 21. Februar 1915 einen Zug. Vom 17. Mai bis zum 13. Oktober 1916 war er als Adjutant des III. Bataillons tätig und wurde dann zum Stab des Regimentes versetzt. Nachdem er zwischen dem 22. Oktober 1916 und dem 26. Oktober 1917 abermals als Adjutant des III. Bataillons Verwendung fand, wurde er dann Kompanieführer im Regiment und behielt diese Stellung bis zum 13. Januar 1918 inne. Im Anschluß war er bis zum 6. April 1918 Nachrichtenoffizier beim Regimentsstab und danach bis zum 3. Juli wieder Kompanieführer. Bis zum 24. April 1919 folgten weitere Dienststellungen im Regimentsstab, als Adjutant des III. Bataillons und als Kompanieführer. Danach war er als Zugführer in einer Einheit des Freikorps „Epp“ eingesetzt und wechselte am 10. Juli 1919 wieder zu seinem alten Regiment, wo er am 31. März 1920 verabschiedet wird. Er errang im Ersten Weltkrieg beide Eiserne Kreuze und das Verwundetenabzeichen. Die Reaktivierung und gleichzeitige Beförderung zum Hauptmann erfolgte mit dem 1. Juni 1934, nachdem er bereits am 31. März 1921 den Charakter eines Oberleutnants bekommen hatte. Er wird im IR 21 der 7. Division eingesetzt und wechselt am 1. Oktober 1934 als Kompaniechef zum Infanterieregiment Amberg, später IR 41. Dort verblieb er bis zum 10. November 1938 und wurde am 1. Oktober 1937 hier auch zum Major befördert. Anschließend war er bis zum 26. August 1939 Lehrer an der Kriegsschule in Dresden und dann bis zum 27. Mai 1940 Adjutant der 56. Infanterie-Division (ID), welche durch den Artilleriekommandeur Dresden aufgestellt wurde. Als Regimentsführer des IR 192 wurde er im Frankreichfeldzug durch einen Kopfschuß schwer verwundet, nachdem das Regiment in Belgien die Lys überschritten hatte, und verbleibt bis zum 20. Oktober 1940 zur Auskurierung auf Urlaub. Er kehrte zum IR 192 zurück und übernahm mit dem 1. November 1940 das I./IR 192, wo er am 1. Januar 1941 zum Oberstleutnant befördert wurde. Ab dem 23. Dezember 1941 war er als Regimentsführer des IR 55 bei der 17. ID eingesetzt, welche zu dieser Zeit im Verband der 4. Armee vor Moskau stand. Hier erhielt er am 26. Dezember 1941 das Deutsche Kreuz in Gold verliehen, wurde am 1. März 1942 zum Oberst befördert und dann ab dem 18. April 1942 regulärer Kommandeur des IR 55. Für seine Leistungen als Kommandeur des IR 55 wurde ihm am 17. September 1943 die Ehrenblattspange des Heeres verliehen. Am 23. Dezember 1943 wurde er wiederum im Raum Nikopol verwundet und verblieb bis zum 8. Januar 1944 im Lazarett. Anschließend zur Führerreserve des OKH befohlen, wurde er am 15. März 1944 mit der Führung der 17. ID bei Uman beauftragt, nachdem ihm am 12. Februar das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen worden war. Bereits am 16. April erfolgte eine weitere Verwundung, worauf er vom 22. April bis 5. Juni 1944 abermals zur Führerreserve befohlen wurde. Ab dem 5. Juni 1944 übernahm er die Führung der 50. ID, welche sich gerade bei Perleberg in der Neuaufstellung befand, belegt vom 14. bis 20. Juli 1944 einen Divisionsführerlehrgang in Hirschberg und wurde anschließend zur Divisionsführerreserve des Oberkommando des Heeres (OKH) kommandiert, bis er am 22. Juli wieder die Führung der 50. ID übernahm. Mit dem 1. Oktober 1944 wurde er zum Generalmajor ernannt und übernahm gleichzeitig den Posten des Divisionskommandeurs der 50. ID. Am 16. April 1945 fiel er bei Kaddinghagen [Anm.: Kaddighaken] in Ostpreußen. Nachträglich wurde er zum Generalleutnant befördert. Er war damit in weniger als zwei Jahren nun schon der dritte Kommandeur der 50. ID, der bei seiner Division fiel.[2]

Tod

Haus kämpfte sich im Rahmen der 4. Armee mit seiner im Juni 1944 neu aufgestellten und schlecht ausgerüsteten Division den Bobr überschreitend Richtung Ostpreußen zurück. Goldap wurde Anfang November 1944 zurückerobert und Mitte Januar 1945 in die Nähe von Gumbinnen verlegt. In den folgenden Wochen verteidigte die Division wechselnde Abschnitte und wurde schließlich im Kessel von Heiligenbeil zerschlagen. Anschließender Einsatz konnte nur noch kampfgruppenweise erfolgen. Mit seinem kleinen Rest an Männern kämpfte sich Haus bis zur Hafenstadt Pillau durch, in der vergeblichen Hoffnung, vielleicht doch noch von der Kriegsmarine evakuiert zu werden. Wie beinahe täglich griffen auch am 16. April 1945 Schlachtflugzeuge der Roten Luftwaffe die abgeschnittenen deutschen Verbände. An diesem Tag wurde der Gefechtsstand südlich von Pillau getroffen. Es gab Tote und Verwundete, darunter Generalmajor Haus. Seine Männer brachten ihn zum Hauptverbandsplatz in Kaddighaken (rund 6 km südlich von Pillau) unweit des 1939 von der Luftwaffe errichteten Seefliegerhorsts in Neutief. Ob er noch von dem Truppenarzt Peter Bamm (eigentlich Dr. med. Curt Emmrich) operiert wurde, wie zuweilen angegeben wird, bleibt unbekannt. Am 18. April 1945 ist er seiner schweren Verwundung erlegen. Sein vom Feind eingeebnetes Kriegsgrab wurde bis dato (Stand: 2021) nicht gefunden.

Beförderungen

  • 3. August 1914: Fahnenjunker
    • Eintritt in das 1. Königlich Bayerische Infanterie-Regiment „König“, vermutlich aus dem Kadettenkorps kommend
  • 15. Februar 1915: Fähnrich
  • 7. Mai 1915: Leutnant mit Patent vom 11. September 1913
    • am 31. März 1920 verabschiedet
  • 31. März 1921: Charakter als Oberleutnant
  • 1. Juni 1934: Hauptmann
    • an diesem Tag bei der Reichswehr reaktiviert und gleichzeitig befördert
  • 1. Oktober 1937: Major
    • Sein Infanterie-Regiment 41 der 10. Infanterie-Division wurde n der ersten Märzwoche 1938 alarmiert und verlegte in den Raum Schärding / Vilshofen / Passau. Dem XIII. Armeekorps unterstellt, sah der Plan der Division vor, daß am 12. März je ein Regiment der Division die Inn-Übergänge bei Passau und Schärding sichern und am Ostufer einen größeren Brückenkopf sichern sollten. Aus diesem Brückenkopf sollten dann gepanzerte Verbände der 2. Panzer-Division, gefolgt von zwei Marschgruppen der 10. Infanterie-Division ins Innere Österreichs vorstoßen. Am Morgen des 12. März 1938 überschritt die 10. Infanterie-Division die Grenze bei Passau und Schärding und rückte bis in den Raum um und östlich von Ried vor, wo sie mit Freude den Beitritt Österreichs begrüßte. Am 14. März 1938 erreichten die Fußtruppen der Division Altenhofen und die motorisierten Truppen Amstetten, am 15. März die Fußtruppen Blindenmarkt und die motorisierten Truppen Pöchlarn. Am 16. März erreichten die Fußtruppen Loosdorf und die motorisierten Truppen St. Pölten. Bis zum 18. März erreichten alle Marschgruppen ihren endgültigen Unterkunftsraum westlich von Wien. Es herrschten nun geordnete Verhältnisse und die Division kehrte anschließend in seine Kasernen zurück. Im März 1939 nahm die Division an der Schaffung des Protektorats Böhmen und Mähren teil. Nach wenigen Wochen kehrte die Division in ihre Garnisonen zurück.
  • 1. Januar 1941: Oberstleutnant
  • 1. März 1942: Oberst
  • 1. Oktober 1944: Generalmajor
  • Generalleutnant (posthum)
    • Sowohl Walther-Peer Fellgiebel als auch Veit Scherzer geben diese nachträgliche Beförderung bekannt, allerdings ohne einen dokumentarischen Beleg. Auch die Familie erfuhr nie etwas von einer Beförderung zum Generalleutnant, in der Traueranzeige von 22. Oktober 1945 wird er von dieser als Generalmajor geführt. Auch der Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge führt ihn als Generalmajor

Auszeichnungen

Verweise

Fußnoten

  1. Haus, GeorgLexikon der Wehrmacht
  2. Ritterkreuzträger Georg HausRitterkreuztraeger-1939-45.de
  3. Walther-Peer Fellgiebel: Die Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes 1939–1945 — Die Inhaber der höchsten Auszeichnung des Zweiten Weltkrieges aller Wehrmachtteile, Podzun-Pallas, Friedberg