Perleberg

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Perleberg

Wappen
Staat: Deutsches Reich
Gau: Mark Brandenburg
Landkreis: Prignitz
Provinz: Brandenburg
Einwohner (2011): 10.452
Bevölkerungsdichte: 236 Ew. p. km²
Fläche: 44,15 km²
Höhe: 31 m ü. NN
Postleitzahl: 19348
Telefon-Vorwahl: 03876, 038793
Kfz-Kennzeichen: PR
Koordinaten: 53° 5′ N, 11° 52′ O
Perleberg befindet sich seit 1945 entweder unter Fremdherrschaft oder wird durch die BRD oder BRÖ staatsähnlich verwaltet.
Bundesland: Brandenburg
Bürgermeister: Annett Jura (parteilos)
Die Kaserne der 1. Abteilung des Kurmärkischen Feldartillerie-Regimentes 39, u. a. an der Schlacht um Verdun (1916) beteiligt.
Innenansicht des Kasernengeländes (Mitte der 1920er Jahre).
Stahlhelmtreffen am Großen Markt in Perleberg (im Hintergrund: Das Rathaus).
„Märkischer Stahlhelmtag“ im Jahre 1932 – Der erste Apell des Bundes der Frontsoldaten in Perleberg nach Aufhebung des Uniformverbots. Der ehemalige Kronprinz schreitet die Front der Fahnenkompagnie ab.

Perleberg ist eine deutsche Stadt der Prignitz in Brandenburg.

Lage

Durch Perleberg fließt die Stepenitz, ein Nebenfluß der Elbe. Die Stadt befindet sich nördlich von Wittenberge, östlich von Lenzen (Elbe) und südwestlich von Pritzwalk.

Zu DDR-Zeiten wurde Perleberg dem Bezirk Schwerin zugeordnet. In einer Volksabstimmung stimmten die Perleberger 1993 für die Zugehörigkeit zum Land Brandenburg. Perleberg ist seit dem Kreisstadt des Kreises Prignitz.

Geschichte

Die Gegend um Perleberg war zunächst von Elbgermanen, dann von ostgermanischen Stämmen besiedelt. (→ Slawenlegende)

Gründungszeit

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1239, als Perleberg die Stadtrechte erhielt. Zu dieser Zeit waren weite Teile der Prignitz Herrschaftsgebiet der Gans Edle Herren zu Putlitz, einem märkischen Adelsgeschlecht. In Perleberg regierten die Gänse von Perleberg, deren Zweig allerdings gegen Ende des 13. Jahrhunderts durch Tod verschwand. Als erledigtes Lehen ging Perleberg in den Besitz des brandenburgischen Markgrafen über.

Durch den Beitritt im Jahre 1358 in den Hansebund stieg Perleberg schnell zur reichsten und mächtigsten Stadt der Prignitz auf. Hier kreuzten sich mehrere wichtige Handelsstraßen, außerdem konnten Handelsbeziehungen über die Stepenitz zur Elbe geführt werden. Im 15. Jahrhundert wurde Perleberg in der städtischen Verfassung als „Vorort und Hauptstadt der Prignitz“ festgehalten und vertrat die Prignitzstädte fortan als Sprecherstadt auf den brandenburgischen Landtagen. Auch die Aufstellung des Perleberger Rolandes erfolgte in dieser Zeit. Im Jahre 1546 wurde die Rolandstadt Sitz des Landgerichtes der Prignitz.

Perleberg bis 1918

Durch den Dreißigjährigen Krieg fiel die Einwohnerzahl von zuvor 3.500 Einwohnern auf 300 (8,5 %). In der Zeit des Krieges (1618–1648) wechselte Perleberg immer wieder den Besitzer: Im Zuge des Dänisch-Niedersächsischen Krieges zwischen dänische und kaiserliche Truppen sowie im Zuge des Französisch-Schwedischen Krieges zwischen schwedische und kaiserliche Truppen. Nach der Schlacht bei Wittstock 1634 wurden verwundete Soldaten in Perleberg behandelt. Von diesem Krieg erholte sich Perleberg insgesamt nur schwer, so erreichte die Einwohnerzahl erst 200 Jahre später wieder das Vorkriegsniveau.

Im Jahre 1812 wurde in Perleberg die uniformierte Bürgerwehr „Bürgergarde“ gegründet, um sich gegen die Napoleonische Fremdherrschaft zu wehren. In den Befreiungskriegen 1813 unterstützte diese die Preußische Armee und verhinderte ein Entkommen der französischen Besatzer über die Elbe.

Die Zeit der Industrialisierung brachte im Gegensatz zu den benachbarten Städten, beispielsweise Wittenberge, keine wesentlichen Veränderungen mit sich. Die wenigen Unternehmen vor Ort orientierten sich an die Bedürfnisse der ansässigen Militäreinheiten. So erfand Carl Ludwig Beutel die sogenannte Perleberger Glanzwichse. Diese Schuhcreme, die auf der Weltausstellung 1879 im australischen Sidney mit Bronze bedacht wurde, nutzten Soldaten für die Pflege ihrer „Knobelbecher“.[1]

Perleberg nach 1918

Sowohl während der Novemberrevolte 1918 als auch während desKapp-Aufstandes besetzten Schwadronen des 11. Ulanen-Regimentes das Bahnhofsgebäude im „roten Wittenberge“, um dieses vor kommunistischen Milizen zu schützen. Schon in den Anfängen der 1920er Jahren entwickelte sich Perleberg zu einer national-konservativen Hochburg. So wurde im Jahre 1922 eine Perleberger Ortsgruppe des Stahlhelmes gegründet, dessen zehnter Jahrestag 1932 mit einem Festakt gefeiert wurde. Im Oktober 1930 entstand eine Ortsgruppe der Sturmabteilung (SA), die am 4. Juni 1933 anläßlich der Nationalsozialistischen Revolution eine große Kundgebung mit 2.000 Teilnehmern, darunter auch eine Berliner Standarte, initiierte.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Perleberg Ziel des alliierten Bombenterrors. Insgesamt starben bei den Luftangriffen 1945 über 500 Menschen. Am 2. Mai 1945 wurde Perleberg von sowjetischen Invasoren besetzt.

Nach der Teilwiedervereinigung 1990 bemühte sich die BRD-Verwaltung, den historischen Stadtkern zu erhalten, dessen Bausubstanz in der DDR massiven Schaden nahm. Am 6. Februar 2003 wurde der Neubau des „Kreiskrankenhauses Prignitz“ fertiggestellt.

Perleberg als Garnisonsstadt

Mit der Stationierung (zunächst zeitweise) eines Preußischen Kavallerie-Regimentes im Jahre 1724 begann eine fast 300-Jährige Geschichte Perlebergs als Garnisonsstadt. Es folgte 1772 eine ständige Garnison der Preußischen Kavallerie, außerdem hatte die „Priegnitzer Ritterschaftsdirektion“ ihren Versammlungsort in Perleberg. Das Kürassier-Regiment Nr. 6 hatte ab 1850 seine Garnison in Perleberg. Zudem bezogen mehrere Ulanen-Regimenter zeitweise ihre Garnison in Perleberg, beispielsweise das Ulanen-Regiment Graf Haeseler (2. Brandenburgisches) Nr. 11 oder das Schleswig-Holsteinische Ulanen-Regiment Nr. 15.

Das im Jahre 1899 gegründete Kurmärkische Feld-Artillerie-Regiment Nr. 39 wurde in Perleberg stationiert. Von 1904 bis 1909 wurden die Kasernen modernisiert.

Von 1921 bis 1935 war in Perleberg das 4. und 5. Eskadron des 4. Preußischen Reiter-Regimentes als Teil des Reichswehr. Im Jahre 1935 wurde der Standort Perleberg von der Wehrmacht genutzt und dort ein Fliegerhorst zu Ausbildungszwecken errichtet. Kommandeur der Fliegerschule war Oskar von Boenigk.

Die sowjetischen Besatzungstruppen nutzten Perleberg weiter als militärischen Standort. Bis 1991 war hier die 21. Motorisierte-Schützen-Gardedivision stationiert. Ebenfalls in Perleberg lagen Grenztruppen der DDR mit der Unteroffiziersschule „Egon Schultz“. Im Jahre 1992 wurden die Perleberger Kasernen der Bundeswehr übergeben. Für fünf Jahre setzte die Bundeswehr die Tradition der Garnisonsstadt Perleberg fort, ehe 1997 das letzte Bataillon abgezogen wurde.

Bekannte, in Perleberg geborene Personen

Filmbeiträge

Private Filmaufnahmen des 700-jährigen Stadtjubiläum im Spätsommer 1939 in Perleberg.

Literatur

  • 96-book.png Google-BücherAugust Höpfner: Perleberger Reimchronik, Perleberg von 1200 bis 1700, Gedichte mit historischen Anmerkungen, Buchhandlung W. Krenkel, Perleberg 1870
  • Jens Nering: Perleberg, Militär und Garnison, Perleberg, 1. Auflage 2017

Verweise

Fußnoten

  1. Echte „Perleberger Glanzwichse“Erinnerungsblättchen Nr. 31, 4. Januar 2016