Karl IV. (HRR)

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Karl IV. (HRR).jpg

Karl IV. (Lebensrune.png 14. Mai 1316 in Prag; Todesrune.png 29. November 1378 ebenda) war ein römisch-deutscher König (ab 1346), König von Böhmen (ab 1347) und römisch-deutscher Kaiser (ab 1355). Er stammte aus dem Haus Lützelburg und gilt allgemein als der bedeutendste Kaiser des Spätmittelalters.

Inhaltsverzeichnis

Wirken

Zu seinem Wirken heißt es:

Kaiser Karl IV. stammte aus dem westdeutschen Geschlechte der Luxemburger, denen es 1310 geglückt war, das Königreich Böhmen zu erwerben. Die Wohlfahrt und weitere Ausdehnung dieses böhmischen Besitzes lag Karl mehr als alles andere am Herzen; treffend hat man ihn später „Böhmens Vater, des Deutschen Reiches Erzstiefvater“ genannt. Wenn er so eifrig auf die Erwerbung der Mark Brandenburg bedacht gewesen war, so hatte er damit hauptsächlich die Ausdehnung des böhmischen Einflusses nach Norden bis zur Ostsee bezweckt. So war denn die Mark in Gefahr, nicht mehr ein selbständiges deutsches Gebiet zu sein, sondern eine Provinz des mächtigen böhmischen Königreiches, das sich nun von Mähren über Schlesien und die Lausitz bis zur untern Elbe erstreckte. Im übrigen aber bezeichnete die kurze Regierung Kaiser Karls IV. für die Mark einen Lichtblick. Friede und Ordnung kehrte zurück; strenge Aufsicht und eine geregelte Verwaltung sollten die Uebelstände der letzten Jahrzehnte beseitigen und die Sicherheit der Straßen herstellen. Karl war ein kluger Rechner; im Standbild hat er die Hand auf die Geldtasche gelegt und in der That standen dem sparsamen Herrscher immer reiche Barmittel zur Verfügung, was unter den Fürsten jener Zeit nicht eben oft der Fall war. Um eine genaue Uebersicht über die Abgaben der märkischen Besitzer zu gewinnen, ließ er das nach ihm genannte, uns erhaltene „Landbuch“ verfassen, wo Umfang, Ertrag und Belastung aller märkischen Schlösser, Städte und Dörfer sorgfältig verzeichnet ist. Er erkannte die Bedeutung der Handelsstraßen, welche längs der Oder und Elbe von Schlesien und Böhmen durch die Mark führten, und begab sich selber nach Lübeck, um diese mächtigste Stadt der deutschen Hansa für seine handelspolitischen Entwürfe zu gewinnen. In der Altmark hatte er die Stadt Tangermünde zum Hauptstapelplatz an der Elbe erkoren; hier hat er sich mit Vorliebe aufgehalten und die Stadt mit stattlichen Bauwerken geschmückt.[1]

Chronologie der Titel

  • 1. Wahl zum römisch-deutschen König (Gegenkönig) in Rhens am 11. Juli 1346, Krönung am 26. November 1346 in Bonn
  • ab 2. September 1347 König von Böhmen als Karl I.
  • 2. Wahl zum römischen König am 17. Juni 1349 in Frankfurt am Main, Krönung am 25. Juli 1349 in Aachen
  • ab 6. Januar 1355 König von Italien
  • ab 5. April 1355 römisch-deutscher Kaiser als Karl IV.
  • ab 4. Juni 1365 König von Burgund

Siehe auch

Literatur

  • Heinrich Friedjung: Kaiser Karl IV. und sein Antheil am geistigen Leben seiner Zeit (1876) (PDF-Datei)
  • Heinrich Friedrich Theodor Kohlrausch, Heinrich Schneider: „Bildnisse der deutschen Könige und Kaiser. Von Karl dem Großen bis Franz II. nach Siegeln, Münzen, Grabmälern, Denkmälern und Original-Bildnissen gezeichnet; nebst charakteristischen Lebensbeschreibungen derselben“, Erste Abtheilung in 8 Heften von Karl dem Großen bis Maximilian I., 1844 (PDF-Datei)

Fußnoten

  1. Richard Sternfeld: Die Siegesallee. Amtlicher Führer durch die Standbildergruppen, Oldenbourg-Verlag, 1895



Vorgänger Amt Nachfolger
Ludwig IV. Deutsch-römischer König Wenzel I.

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