Scheel, Walter

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Dr. h. c. mult. Walter Scheel, 1974

Walter Scheel (Lebensrune.png 8. Juli 1919 in Höhscheid bei Solingen; Todesrune.png 24. August 2016 in Bad Krozingen) war ein deutscher Offizier der Wehrmacht, zuletzt Oberleutnant der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg sowie Politiker der BRD-Blockpartei FDP und BRD-Außenminister. Der Altbundespräsident lebte seit August 2014 von der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Werdegang

Walter Scheel als Leutnant der Luftwaffe

Walter Scheel, evangelisch, wurde am 8. Juli 1919 als Sohn eines Stellmachers in Höhscheid bei Solingen geboren und wuchs auch dort auf. Nach dem Abitur, das er 1938 am Reformgymnasium seiner Heimatstadt ablegte, absolvierte er eine Banklehre.

Zweiter Weltkrieg

Oberleutnant Walter Scheel (rechts) als Adjutant von Major Martin Drewes
Walter Scheels Grab
Berlin-Zehlendorf, Städtischer Waldfriedhof, Potsdamer Chaussee
Inschrift des provisorischen Grabkreuzes

Von 1939 bis 1945 war er Soldat bei der Luftwaffe (ausgezeichnet mit dem EK 1 und EK 2) und sehr eng mit Martin Drewes befreundet. Er war Oberleutnant, Bordfunker (Me 110) und Adjutant in der III. Gruppe/Nachtjagdgeschwader 1 und an 4 Luftsiegen beteiligt. 1942 wurde Scheel, nachdem er vorher zum HJ-Führer aufgestiegen war, NSDAP-Mitglied.

Wirken

Von 1945 bis 1950 war Walter Scheel als Prokurist und Geschäftsführer der Stahlwarenfabrik seines Schwiegervaters tätig, später als Verbandsgeschäftsführer, ab 1953 als selbständiger Wirtschaftsberater in Düsseldorf. Zeitweise war er Vorstand des Studienkreises für sozialwirtschaftliche Betriebsformen „Der neue Betrieb“ in Düsseldorf, Gesellschafter der „Intermarket GmbH“ in Düsseldorf und von 1958 bis 1961 Geschäftsführer der von ihm mitgegründeten Finanzfirma „Interfinanz GmbH“ in Düsseldorf.

Politik

Seit 1953 vertrat Walter Scheel die FDP im Bundestag und übernahm 1961 das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (→ Entwicklungshilfe). 1966, nach Bildung der Großen Koalition, verlor er das Amt.[1] 1968 wurde er zum FDP-Vorsitzenden gewählt. 1969 bildete er mit Willy Brandt die sogenannte sozialliberale Koalition. Er übernahm das Außenministerium[2] und verknüpfte seinen Namen mit den „Ostverträgen“. Walter Scheel war während dieser Amtszeit Mitunterzeichner des Warschauer Vertrages bei dem der völkerrechtlich unwirksame Verzicht der polnisch besetzten deutschen Ostgebiete erklärt wurde. Nach dem Rücktritt von Bundeskanzler Willy Brandt am 7. Mai 1974 war Scheel neun Tage lang geschäftsführender Bundeskanzler. Von 1974 bis 1979 war Scheel Hausherr in der Villa Hammerschmidt und sprach bald einer bürgerlichen Koalition in Bonn das Wort.[3] Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Bundespräsidenten kürte ihn seine Partei zum Ehrenvorsitzenden.

Tod

Altbundespräsident Oberleutnant a. D. Walter Scheel verstarb 2016 nach schwerer Krankheit.

Familie

Walter Scheel war in erster Ehe (von 1942 bis zu ihrem Tod 1966) mit Eva Charlotte Scheel, geb. Kronenberg (Lebensrune.png 1921), in zweiter Ehe (von 1969 bis zu ihrem Tod 1985) mit Mildred Scheel, geb. Wirtz (Lebensrune.png 1931) und in dritter Ehe ab 1988 mit Barbara Scheel, geb. Wiese (Lebensrune.png 1941) verheiratet.

Auszeichnungen, Ehrungen und BRD-Referenzen (Auszug)

  • Eisernes Kreuz (1939) 2. und 1. Klasse
  • Ostmedaille
  • Fliegerschützenabzeichen
  • Frontflugspange
  • 1971: Theodor-Heuss-Preis
  • 1971: Großkreuz des Verdienstordens der Italienischen Republik
  • 1973: Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
  • 1974: Orden wider den tierischen Ernst.
  • 1977: Karlspreis
  • 1977: Collane des Ordens „de Isabel la Católica“
  • 2000: Reinhold Maier-Medaille
  • Ehrendoktor der Universitäten Georgetown und Maryland (beide USA), Auckland (Neuseeland), Bristol (Großbritannien) und Heidelberg.
  • Walter Scheel wurde mit über 60 internationalen Orden ausgezeichnet.

Zitat über Scheel

  • „Der Mann war von 1974-79 Bundespräsident und kassierte somit 37 Jahre "Ehrensold". Scheel hat unter anderem dafür gesorgt, daß die Contergan-Opfer nur unzureichend entschädigt worden sind. Er hat Herbert Frahm dazu verholfen, Bundeskanzler zu werden, damit dem Marsch in den Schuldenstaat geebnet, den Familiennachzug für Gastarbeiter ermöglicht und mit den Ostverträgen Gebiete des Deutschen Reiches an Polen abgetreten. An Positivem steht dagegen, daß er dem Lied "Hoch auf dem gelben Wagen" zur zeitweisen Popularität verholfen hat.“ — Diplom Physiker Michael Winkler[4]

Literatur

  • Wolfgang Falck: Falkenjahre – Erinnerungen 1910-2003, Verlag Neunundzwanzigsechs, ISBN 978-3980793520 (Vorwort von Walter Scheel)
  • Martin Drewes: Sand und Feuer. NeunundzwanzigSechs Verlag, Moosburg 2011 (Vorwort von Walter Scheel)

Fußnoten

  1. Walter Scheel war von 1961 bis 1966 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit.
  2. Von 1969 bis 1974 Bundesminister des Auswärtigen sowie Vizekanzler.
  3. Von 1974 bis 1979 war er der vierte Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.
  4. Tageskommentar vom 25. August 2016 auf http://michaelwinkler.de/Kommentar.html