Die Bilderberger
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Als Bilderberger wird eine Verbindung bezeichnet, die sich einmal jährlich an zuvor geheimgehaltenen Orten trifft. Ihr Name stammt vom Tagungshotel der ersten Konferenz - dem Hotel Bilderberg - die im Mai 1954 im niederländischen Oosterbeck bei Arnheim, abgehalten wurde.
Jedes Jahr findet die Konferenz an einem anderen Ort statt. Die Teilnehmer der Konferenzen sind allesamt sehr einflußreiche Personen. Zu ihnen gehören hohe Politiker, Manager, Bankiers und Medienführer. Von den Konferenzen werden keine Protokolle geführt, die Teilnehmer verpflichten sich, den Inhalt für sich zu behalten. Außerdem ist die internationale Presse ausgeschlossen. 1960 wurde der Name von „Bilderberg-Gruppe” zu „Bilderberg-Konferenz” geändert. Jede vierte Konferenz findet in Nordamerika statt. Es nehmen dabei jedesmal nur ca. 100 - 150 Personen teil. Dieses jährliche Treffen findet prinzipiell in den breiten Medien keinerlei Erwähnung.
Inhaltsverzeichnis |
[bearbeiten] Wesen
Als Bilderberger werden die Mitglieder einer Seilschaft bezeichnet, die sich durch die Organisation der Bilderberg-Konferenzen, die informelle private Treffen von Funktionseliten aus Politik, Wirtschaft, Militär, Gewerkschaften, Medien und Hochschulen sind, auszeichnen. Die meisten Teilnehmer kommen aus NATO-Staaten, seit 1989 nehmen zunehmend Personen aus anderen Staaten an den Konferenzen teil.
[bearbeiten] Struktur
Etwa ein Drittel der geladenen Teilnehmer kommt aus Regierungen oder politischen Institutionen und zwei Drittel aus Finanzsektor, Industrie, Gewerkschaften, Hochschulen und auch Medien.
Alle Beteiligten nehmen an den geheimen Konferenzen ausschließlich als Privatpersonen und nicht in ihrer offiziellen Funktion teil. Die Bilderberg-Konferenzen wurden seit 1954 von ca. 2.000 Personen aus ca. 28 Staaten und ca. 15 Internationalen Organisationen besucht.
[bearbeiten] Führung
Die erste Konferenz wurde von Prinz Bernhard der Niederlande einberufen, der den Vorsitz 22 Jahre lang innehatte, obwohl er in der Öffentlichkeit wegen verschiedener Skandale (Waffenhandel mit den USA u.a.) nicht unumstritten war. Seine Nachfolge trat der frühere britische Premierminister Alec Douglas-Home für vier Jahre an. Bei der Bilderberg-Konferenz 1980 übergab Lord Home den Vorsitz an den früheren Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Walter Scheel. Lord Roll of Ipsden, einer der früheren Präsidenten des Bankhauses S.G. Warburg, übernahm 1985 den Vorsitz von Scheel. Auf dem Treffen 1989 übergab Lord Roll den Vorsitz an Peter Carington (Lord Carington), den früheren Generalsekretär der NATO, der diese Tätigkeit bis 1999 ausübte. Für ein Jahr übernahm Victor Halberstadt, Professor am Lehrstuhl für Ökonomie an der Universität Leiden, den Vorsitz und übergab ihn danach an Étienne Davignon, ein früheres Mitglied der Europäischen Kommission.
[bearbeiten] Management
Von Anbeginn an wurde Bilderberg von einer kleinen Kerngruppe organisiert. 1956 wurde ein achtköpfiger Lenkungsausschuß – das sogenannte Steering Committee – geschaffen, welcher Prinz Bernhard bei den Vorbereitungen zu weiteren Bilderberg-Konferenzen unterstützen sollte, ergänzt durch die Advisory Group, deren Mitglieder offenbar erst nach deren Ableben ersetzt werden. Beim Steering Committee handelt es sich nicht um einen gewählten Ausschuß. Die Mitglieder werden vom Vorsitzenden der Konferenz ernannt und, nach Rücksprache mit diesen Mitgliedern, werden die Teilnehmer auf der jeweils kommenden Konferenz ausgewählt. Zwischen den jährlichen großen Bilderberg-Konferenzen finden nur zu wichtigen Anlässen Zusammenkünfte des Steering Committees statt. Die ständige Kerngruppe besteht aus dem Vorsitzenden der Konferenz, dem ehrenamtlichen amerikanischen Generalsekretär, dem ehrenamtlichen europäischen und auch für Kanada zuständigen Generalsekretär, dem europäischen wie amerikanischen Sekretariat sowie dem ehrenamtlichen Leiter für Finanzen.
[bearbeiten] Konferenzen
Bis Ende der 1960er-Jahre waren die Treffen der Bilderberg-Gruppe weltweit weitestgehend unbekannt geblieben. Die jährliche große Konferenz ist das wichtigste Ereignis, das die Bilderberg-Organisatoren veranstalten. In den 1950er-Jahren wurden zwei Treffen pro Jahr abgehalten, heute nur noch eines. Seit 1954 wurden 53 Konferenzen abgehalten. Die jeweiligen Teilnehmerlisten sowie die vereinbarten Tagesordnungspunkte werden der Presse später zur Verfügung gestellt. Jede vierte Konferenz findet in Nordamerika statt, um den amerikanischen und kanadischen Teilnehmern entgegenzukommen. Die letzten Konferenzen fanden in Versailles (2003), Stresa (2004), Rottach-Egern (2005), Ottawa (2006) und Istanbul (2007), Chantilly (Virginia) (2008) statt. Eine vollständige Übersicht findet sich auf der Liste der Bilderberg-Konferenzen.
[bearbeiten] Teilnehmer
Als aktivste Teilnehmer gelten Giovanni Agnelli (Fiat), David Rockefeller (Chase Manhattan Bank) und Otto Wolff von Amerongen (Otto-Wolff-Konzern), die jeweils bei etwa 20 Bilderberg-Konferenzen anwesend waren. Eine starke Stellung auf den Treffen genießt ferner der ehemalige US-Außenminister (Secretary of State) Henry Kissinger, der insbesondere auch für die extremen Geheimhaltungsmaßnahmen verantwortlich sein soll.
Zu den namhaftesten deutschen Teilnehmern zähl(t)en neben von Amerongen u.a. Angela Merkel (Bundeskanzlerin), Fritz Erler (Politiker), Carlo Schmid (Politiker) und aktuell Hubert Burda (Burda Medien), Mathias Döpfner (Axel Springer AG), Otto Schily (Politiker), Jürgen Schrempp (ehemals DaimlerChrysler), Ekkehard Schulz (Thyssen-Krupp AG) sowie Klaus Zumwinkel (ehemals Deutsche Post AG).[1][2] Von Seiten Deutschlands sind im Steering Committee seit den 1960er-Jahren stets ein Vertreter der Großbank Deutsche Bank (Hermann Josef Abs, Alfred Herrhausen, Ulrich Cartellieri, Hilmar Kopper, Josef Ackermann) sowie ein Vertreter der Wochenzeitung Die Zeit - (Marion Gräfin Dönhoff, Helmut Schmidt, Theo Sommer, Josef Joffe, Christoph Bertram, Matthias Naß und Werner A. Perger) anwesend. Liste der deutschen Teilnehmer an Bilderberg-Konferenzen zwischen 1954 und 2008.
Bei der Bilderberg-Konferenz im Jahre 2005 war Angela Merkel anwesend, danach im Jahr 2006 der SPÖ-Vorsitzende und spätere österreichische Bundeskanzler Alfred Gusenbauer. 2007 nahm Guido Westerwelle von der FDP teil, was er auf Nachfrage von Reportern jedoch nicht kommentieren wollte.[3] Im Jahr 2008 war auch das Gründungsmitglied des European Council on Foreign Relations Joschka Fischer als deutscher Teilnehmer anwesend.
[bearbeiten] Finanzierung
Die Kosten werden angeblich durch „Spenden” gedeckt, die erste Konferenz wurde jedoch indirekt durch den CIA finanziert. Etliche teilnehmende bundesdeutsche Politiker haben sich ihre Auslagen über ihr Landes- bzw. das Bundesparlament finanzieren lassen, in einigen Fällen wurden auch Studienreisen inoffiziell angeschlossen und dann betrügerisch über Steuergelder abgerechnet.
[bearbeiten] Wahrnehmung
Die US-amerikanische Zeitschrift The Spotlight schrieb im Mai 1993:
- „Der Grund, warum dieser anmaßenden Versammlung eine Geheimhaltung gewährt wird, die die Massenmedien keiner Regierung erlauben würden, nicht einmal Europas herrschenden Königshäusern, war, nach übereinstimmender Meinung von UN-Korrespondenten, einfach: Die Bilderberger sind zu mächtig und allgegenwärtig, um aufgedeckt zu werden, wie es der französische Rundfunkjournalist Thierry de Segonzac ausdrückte.[4]
Das ehemalige Mitglied des Steering Committees, George McGhee, sagte über die Fähigkeiten der Teilnehmer von geheimen Bilderberg-Konferenzen:
- „Ich glaube, sie können sagen, daß die Römischen Verträge, welche den Gemeinsamen Markt einleiteten, auf diesen Tagungen geboren wurden.”
[bearbeiten] Kritik
Verschwörungsvorwurf
Ron Paul, Kandidat der US-Präsidentschaftswahl 2008, äußerte im Juni 2007 unter anderem gegenüber Alex Jones den Wunsch, daß die Teilnahme an der Konferenz in Istanbul von Gouverneur Rick Perry wegen einer möglichen Verletzung des Logan Acts untersucht werden möge. Dadurch, daß Perry keine Autorisierung zum Beiwohnen eines Bilderbergtreffens durch den US-Kongreß, der Regierung oder des amerikanischen Volkes erhalten habe, sehe er Anzeichen dafür, daß Perry in eine internationale Verschwörung verwickelt sei.
Vorwurf des Anstrebens einer Weltdiktatur
Der amerikanische Autor Des Griffin behauptet in seinem Buch „Die Herrscher – Luzifers fünfte Kolonne”, die Bilderberger strebten eine „Weltdiktatur” im Sinne einer „Neuen Weltordnung” an und würden ihre diesbezüglichen Pläne „erbarmungslos weiterentwickeln”.
[bearbeiten] Video
[bearbeiten] „Endgame: Die Bilderberger, Blaupause für die globale Versklavung”
Alex Jones' Endgame ist neue Munition für den Infokrieg. Der Film enthüllt die langfristigen Pläne der Elite, was sie wirklich ist und weshalb das künftige Schicksal der Menscheit sich noch zu unseren Lebzeiten entscheiden könnte. Endgame ist der Höhepunkt jahrelanger Forschung in der Geschichte und zeigt, warum die Herrscher der Welt absolut besessen davon sind, die Menschheit zu kontrollieren, zu dominieren und zu versklaven, warum sie Macht um der Macht willen ausüben, immer weiter in Richtung einer gnadenlosen Weltregierung zentralisieren und wie letztlich ihre „Endlösung” der globalen Bevölkerungsreduktion aussieht. - 2:19:29 h
[bearbeiten] Die Bilderberger - Die Elite der neuen Weltordnung
„Mein Name ist Jim Tucker. Ich jage die Bilderberg Group seit 30 Jahren und ich werde die Jagd niemals aufgeben. Es ist das Ziel der Bilderberger, eine Weltregierung zu schaffen. Sie sind die Elite, sie glauben sie können die Welt regieren um ihre eigenen Interessen zu verfolgen ...”. Die Bilderberg Group, bestehend aus rund 120 der mächtigsten Individuen aus Wirtschaft, Politik und Medien, traf sich vom 8. bis zum 11. Juni, in einem von Polizei und privaten Sicherheitsfirmen bewachten Luxushotel in Ottawa, Kanada, zu ihrer jährlichen Geheimkonferenz, um hinter verschlossenen Türen und abseits der öffentlichen Wahrnehmung die Einzelheiten ihrer Agenda abzustimmen.
[bearbeiten] Teilnehmer
Prinz Bernhard der Niederlande |
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[bearbeiten] Literatur
[bearbeiten] Siehe auch
- Liste der Bilderberg-Konferenzen
- Liste der Deutschen Teilnehmer an Bilderberg-Konferenzen
- Gladio
- B’nai B’rith
- Neue Weltordnung, NWO
[bearbeiten] Verweise
- Forschungsprojekt „Wem gehört die EU?” am Institut für Soziologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster: Bilderberg-Konferenzen
- Bilderberger und die Bankenkrise
- Bilderberger-Treffen 2004: Vorstufe der Weltregierung
- Bilderberger verfolgen Agenda der globalen Zentralisierung der Banken, freedom.ucoz.de, 12. Juni 2008
- Die «Bilderberger» − eine Gefahr für die Nationalstaaten, von Anita Nideröst, Aktuarin SVP Frauenkommission Kanton Zürich, 2009
- US-Finanzminister Geithner fährt zur Bilderberg-Konferenz, Weltbank-Präsident Robert Zoellick wird auch teilnehmen, infokrieg.tv, 14. Mai 2009
- Bilderberg -Treffen in Athen: Hintergründe und Abgründe, mmnews.de, 17. Mai 2009
- Verbindungen der Bilderbergteilnehmer 2009
Karikaturen
- Bundestagswahl: Obamas Wahlvoraussage hat sich bewahrheitet, Wiedenroth, 29. September 2009
- Angela Merkels Missionierungs-Mission nur mit dürftigen Erfolgen, Wiedenroth, 10. November 2009
- Bilderberg, Dees Illustration
[bearbeiten] Fußnoten
- ^ Asia Times (10. Mai 2005): Bilderberg strikes again, von Pepe Escobar (abgerufen am 2. Juni 2007)
- ^ Deutschlandradio (29. Mai 2004): Erste Bilderberger Konferenz vor 50 Jahren
- ^ Portal Liberal - Westerwelle traf Gül - EU-Beitritt im Zentrum der Gespräche, liberale.de, 30. Mai 2007
- ^ zit. nach Robert Anton Wilson und Miriam Joan Hill, Everything is under Control. Conspiracies, Cults and Cover-Ups, New York: HarperPerennial 1998, S. 76ff
