Fischer, Joseph Martin

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Joschka Fischer

Joschka Fischer (eigentlich Joseph Martin Fischer; * 12. April 1948 in Gerabronn) ist ein ehemaliger deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen). Er war von 1998 bis 2005 Außenminister und Vizekanzler und vom 1. Januar 1999 bis zum 30. Juni 1999 Präsident des Rats der Europäischen Union. Nach der Bundestagswahl 2005 zog sich Fischer aus der Politik zurück.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Sein Name

Sein Name (Joschka) stammt aus Ungarn. Nach eigener Aussage kommt er aus dem Dorf Budakeszi, wo sein Vater Metzger gewesen sein soll, allerdings bei einem Besuch in Budakeszi wollte seine angebliche Tante ihn nicht (wieder)erkennen. Er hat sich öffentlich zum Judentum bekannt, was gegen eine Abstammung aus Budakeszi spricht.

[Bearbeiten] Werdegang

Als er 1965 im Stuttgarter Gymnasium sitzen blieb, verließ er die Schule ohne den angestrebten Abschluß. Er begann dann eine Photografenlehre. Als er 1966 am Hamburger Hauptbahnhof aufgegriffen wurde, steckte man ihn in ein geschlossenes Heim. Nach der Entlassung arbeitete er einige Wochen als Hilfsarbeiter im Arbeitsamt, dann eine Weile als Spielwarenverkäufer. Etwas später startete er den vergeblichen Versuch, sein Abitur beim Kolpingwerk nachzuholen.

1967 betätigte er sich als Pflastermaler in Marseille und hatte sein Nachtquartier in den leeren Waggons auf dem Güterbahnhof. Im selben Jahr heiratete er in Gretna Green eine 18-jährige. In den nächsten Jahren folgen drei weitere Ehen. Während dieser Zeit ging er nach Fellbach und betätigte sich als Maler frommer Bilder. Um seinen Geldbeutel etwas aufzubessern, arbeitete er zwischendurch als Aushilfsbriefträger. Nun folgten die ersten Kontakte mit der linksextremen[1] anarcho-kommunistischen Szene. Dies hatte zufolge, daß er eine Haftstrafe von 7 Wochen ohne Bewährung, sowie sechs Tage Ordnungsstrafe in Stuttgart-Stammheim verbüßen mußte. 1968 zog er nach Frankfurt am Main in eine SDS-Wohngemeinschaft. Er klaute Bücher und versuchte sich wieder mit Malversuchen und Herstellung pornographischer Schriften etwas Geld zu verdienen. Weiterhin wurde er zum Einpeitscher der Rotfront-Bande „Revolutionärer Kampf” (RK), und somit auch enger Kumpan von Daniel Cohn-Bendit, Kommandante der sogenannten „Putzgruppe”. Die Putzgruppe war eine konspirativ organisierte Bande von vermummten Gewalttätern, die sich unter dem Einsatz von Molotowcocktails blutige Schlachten mit der Polizei lieferten.

Joschka bei der Trauerarbeit
RWE-Tower in Essen von oben gesehen, MA Fischer neues Domizil

Fischer: „Ich habe nie bestritten, daß ich fast zehn Jahre lang auch unter Einsatz von Gewalt die verfassungsmäßige Ordnung in der Bundesrepublik umstürzen wollte ... wir haben uns nicht an die Regeln des Strafgesetzbuches gehalten ... wir Linksradikalen, wir sind die Wahnsinnigen ...” Später arbeitete er am Fließband bei Opel und wurde dort fristlos und mit Hausverbot wegen Störung der Betriebsruhe entlassen. Es folgte Arbeit in einer Maschinenfabrik. Von 1976 bis 1981 arbeitete er als Taxi-Fahrer. Eine Weile später dann als Buchverkäufer in einem kollektiven Buchladen. Während dieser Zeit beteiligte er sich an den Anti-Kernkraft-Bewegung.

Im Jahre 1981 trat er den Grünen bei. Geplant war damals die Unterwanderung der zunächst eher konservativen Partei durch Angehörige militanter K-Gruppen. 1983 zog er bereits in den Bundestag. 1985 gab es die erste rot-grüne Koalition in Hessen mit Joschka Fischer als Umweltminister. Zu seiner Vereidigung erschien er bekleidet in Turnschuhen, Sportsakko und Jeans.

1998 wurde er Vizekanzler und Außenminister der BRD.

[Bearbeiten] Kriegstreiberei

Als erster und bisher einziger „Grüner“ Außenminister (1998-2005) hatte Fischer eine Schlüsselrolle dabei gespielt, das Tabu internationaler Bundeswehreinsätze zu brechen und seine Anhänger für weltweite Kriegseinsätze zu begeistern. Es war Fischer, der die Teilnahme der Bundeswehr am Kosovokrieg mit dem zynischen Argument rechtfertigte, das Erbe des Holocaust verpflichte Deutschland, auf dem Balkan einen angeblichen Völkermord zu verhindern. Auch die Entsendung der Bundeswehr nach Afghanistan fällt in seine Amtszeit.[2]

[Bearbeiten] Nach der politischen Karriere

Anfang 2006 hielt er zahlreiche Vorträge für Investmentbanken wie Barclays Capital und Goldman Sachs.[3] Noch im gleichen Jahr übernahm Fischer eine einjährige Gastprofessur für internationale Wirtschaftspolitik an der seit 1951 bestehenden „Frederick H. Schultz Class” der Woodrow Wilson School der amerikanischen Princeton University. Seine Vorlesungen behandeln die „Internationale Krisendiplomatie”. Daneben wird Fischer als senior fellow am Liechtenstein Institute der Woodrow Wilson School tätig werden und sich als Mitglied des EU-Programms der Princeton University engagieren.

2007 meldete er eine Beraterfirma mit Namen Joschka Fischer Consulting an. Er ist Gründungsmitglied und Vorstand des European Council on Foreign Relations, die von dem jüdischen Milliardär George Soros finanziert wird.[4] Im September 2008 nahm er einen Beratervertrag (Senior Strategic Counsel) bei der Madeleine Albright gehörenden Firma The Albright Group LLC an[5][6]. Seit 2009 fungiert Fischer als Lobbyist der Energieversorger RWE und OMV mit dem Status „politischer Berater” für deren in Angriff genommene Realisierung des Vorhabens, den 3.300 km langen Strang der Nabucco-Rohrleitung, die Erdgas vom Kaspischen Meer über die Türkei in die EU transportieren soll, zu bauen.[7]

Fischers Beratungsfirma „Joschka Fischer & Co.” berät neben dem Energiekonzern RWE auch den Automobilhersteller BMW. Partner soll Fischers Weggefährte und ehemalige Grünen-Fraktionssprecher Dietmar Huber sein. BMW unterstützt Fischer bei der Entwicklung einer „Nachhaltigkeitsstrategie”.[8]

Als bezahlter Lobbyist des Nabucco-Rohrleitungs-Projekts, mit dem führende europäische Energiekonzerne die Erdgasvorräte Zentralasiens erschließen wollen, steht Joschka Fischer 2009 an vorderster Front im Kampf um Öl und Gas, der den Krieg in Afghanistan befeuert.

[Bearbeiten] Positionen

[Bearbeiten] Kritik an dem linken Flügel der SPD

Ex-Außenminister Fischer schimpft auf Hessen-SPD. Der gescheiterte Machtwechsel in Hessen verschlechtert laut Ex-Außenminister Fischer auch die Wahlchancen der Grünen. „Sollte es zu Neuwahlen kommen, wird das nicht nur die SPD treffen, sondern ich glaube generell die linke Seite des demokratischen Spektrums”, sagte er im Deutschlandfunk. „Es wird alles richtig reinhauen, nicht nur bei der SPD, ich fürchte auch bei uns”, sagte der Grünen-Politiker. Die SPD-Landesvorsitzende Andrea Ypsilanti habe den Karren zum zweiten Mal an die Wand gefahren. „Das ist schon fast serielle Täterschaft”, so Fischer weiter.[9]

[Bearbeiten] Ehen

  • 1967: heiratet Edeltraud Fischer in Gretna Green.
  • 1984: heiratet die Mathematikstudentin Inge, mit der er zwei Kinder hat.
  • Dezember 1987: heiratet die Journalistin Claudia Bohn.
  • 17. April 1999: heiratet die Journalistin Nicola Leske.
  • 29. Oktober 2005: heiratet die iranische Filmregisseurin Minu Barati.

[Bearbeiten] Deutschfeindliche Äußerungen

  • „Sonst kommt man zu einer völlig falschen Debatte, die da lautet: Die Deutschen waren auch Opfer. Damit relativiert man die historische Schuld ...” - Joschka Fischer am 28.8.2003
  • „Deutsche Helden müßte die Welt, tollwütigen Hunden gleich, einfach totschlagen.” Joschka Fischer in Pflasterstrand, 1982

Zugeschrieben:

  • „Deutschland muß von außen eingehegt und innen durch Zustrom heterogenisiert, quasi verdünnt werden.” - Risiko Deutschland, 1994 (Das Zitat stammt aber nicht von Fischer, sondern von der Welt-Redakteurin Miriam Lau, die damit sein Denken skizzierte.)

[Bearbeiten] Sonstiges

[Bearbeiten] Video

Joschka Fischer weiss nix

Skandal/Visa Affäre, Befragung vor dem Untersuchungsausschuss des deutschen Bundestages, wegen illegaler einreise von Ausländer.


Extra 3 - Fischers Helfer (Joschka Fischer)

"Am Anfang war ja nicht alles schlecht..." "Das Schlimme später, das haben wir damals gar nicht ahnen können..."

[Bearbeiten] Galerie

[Bearbeiten] Verweise

[Bearbeiten] Fußnoten

  1. Von Rudolf Burger: «Herr Fischer, fahren Sie BMW?», tagesanzeiger.ch, 24. Oktober 2009
  2. Peter Schwarz: Joschka Fischer wirbt für den Afghanistankrieg, wsws.org, 09. Dezember 2009
  3. Entgeltliche Tätigkeiten neben dem Mandat, Netzpräsenz des Deutschen Bundestages
  4. Süddeutsche Zeitung: Ex-Außenminister Fischer meldet sich zurück – Joschkas Rückkehr, 1. Oktober 2007
  5. Netzpräsenz: The Albright Group LLC
  6. Joschka Fischers neuer Beraterjob,, Die grüne Raupe Nimmersatt
  7. Ex-Außenminister unterzeichnet Vertrag. Fischer wird Lobbyist für Nabucco-Pipeline, auf tagesschau.de
  8. dts Nachrichtenagentur: Joschka Fischer berät jetzt auch BMW, vom 19. September 2009
  9. ZDF-text S. 124, zdf.de, 09. November 2008
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