Schumacher, Carl-Alfred

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Carl-Alfred Schumacher, vom Infanterist zum Seekadett, Marineflieger, Jagdflieger und schließlich Politiker. Er wurde im ganzen Reich berühmt als der „Held der Luftschlacht über der Deutschen Bucht“.

Carl-Alfred Schumacher (zuweilen auch als Carl, Karl oder Karl-August geführt; Lebensrune.png 19. Februar 1896 in Rheine; Todesrune.png 22. Mai 1967 in Bad Godesberg) war ein deutscher Kriegsfreiwilliger des Deutschen Heeres sowie Offizier sowie Seeflieger der Kaiserlichen Marine, der Reichswehr und der Wehrmacht, zuletzt Generalmajor der Luftwaffe und Ritterkreuzträger im Zweiten Weltkrieg. Nach Krieg und VS-amerikanischer Kriegsgefangenschaft vom 8. Mai 1945 bis 1. April 1947 war er Politiker und Parteimitglied der GB/BHE DP und CDU und als solcher Mitglied des Niedersächsischen Landtages (MdL). Bei seinen 160 Feindflügen im Zweiten Weltkrieg errang er 3 Luftsiege,[1] wobei seine große Stärke in der Führung seiner Männer und seines Geschwaders lag.

Werdegang

Die Bf 109 E-1 des Kommodores, 1939
Carl-Alfred Schumacher, Dr. Otto Dietrich und Wolfgang Falck nach der Reichspressekonferenz im Dezember 1939; ganz links Schumachers Adjutant Oberleutnant Gert Müller-Trimbusch.

Im Ersten Weltkrieg diente er u. a. bei der Marine. Nach dem Zusammenbruch 1918 arbeitet er als Angestellter im Zivilleben und trat bereits am 1. November 1930, also noch während der Zeit der Verfolgungen durch das Weimarer Regime, der NSDAP bei. Nach dem Wahlsieg der NSDAP und der Wiederherstellung der deutschen Wehrhoheit diente er bei der deutschen Luftwaffe und wurde 1939 Gruppenkommandeur der II. Gruppe des Jagdgeschwaders 77 mit dem er auch am 18-Tagefeldzug gegen Polen teilnahm. Nach Ende des Krieges und der Entfesselung des Zweiten Weltkrieges durch Frankreich und England wurde er zum Kommodore des Jagdgeschwaders 1 ernannt und nahm am Westfeldzug 1940 teil, wofür er am 21. Juli 1940 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen bekam. Am 1. Januar 1944 erfolgte seine Beförderung zum Generalmajor. Nach dem Zusammenbruch 1945 wurde er zwei Jahre in Gefangenschaft gehalten.

In der BRD war er in Niedersachsen politisch tätig für den Gesamtdeutschen Block/Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten und für die Deutsche Partei. 1962 ließ er sich vom Kanzler der Alliierten Konrad Adenauer für die BRD-Blockpartei CDU abwerben und somit politisch endgültig kaltstellen.

Kurzchronologie

Carl-Alfred Schumacher (links) und Hermann Göring (vorn) am 27. Februar 1940 auf dem Flugplatz von Upjever
Die Bf 109 E-3 des Kommodores, Frühling 1940
Oberstleutnant Schumacher von Wolfgang Willrich
  • 1914 Abitur
  • 10. August 1914 Kriegsfreiwilliger beim Feldartillerie-Regiment „Prinzessin Carl von Preußen“ (1. Westfälisches) Nr. 7
  • Februar bis Dezember 1915 im Kleveschen Feldartillerie-Regiment Nr. 43
  • 3. Januar 1916 Übertritt zur Kaiserlichen Marine
  • Juli bis Oktober 1917 Beobachter- und Funkausbildung bei der I. Seeflieger-Abteilung
  • ab 12. Oktober 1917 Flugzeug-Beobachter, dann Ausbildung zum Flugzeugführer bei den Seefliegerstationen Wyk, Föhr, Apenrade, Ösel und Bug
  • 21. Mai 1918 Beobachtungsoffizier auf dem Flugzeugmutterschiff SMH „Answald“
  • 25. September 1918 Flugzeugführer bei der Groß-Flugzeugstaffel-Ostsee
  • November 1918 Flugzeugführer der Seefliegerstation Holtenau
  • 22. November 1919 aus der Vorläufigen Reichsmarine verabschiedet[2]
  • 1920 Ausbildung im kaufmännischen Bereich
  • bis 1932 kaufmännischer Angestellter im Ruhrgebiet in Handel und der Industrie
  • 1. November 1930 Eintritt in die NSDAP (Mitgliedsnummer: 345013)
  • 1. März 1933 Eintritt in die Reichswehr, ggf. zuerst als Ergänzungsoffizier
    • im Stab der Deutschen Verkehrsflieger-Schule in Berlin bei der noch nicht enttarnten Luftwaffe
  • 1. Mai 1934 Versetzung in die Inspektion der Fliegerschulen
  • 1. Juli 1934 bis 14. Oktober 1934 an die Flugzeugführer-Schule Land kommandiert
  • 15. Oktober 1934 Kommandierung zum Infanterie-Lehrgang nach Döberitz
  • 15. Dezember 1934 die Ernennung zum Kompaniechef bei der Flieger-Abteilung (See) in Holtenau; die getarnten Seefliegerverbände deer Reichsmarine und Kriegsmarine wurden 1939 der Luftwaffe einverleibt
    • ob es sich hierbei um die Flieger-Ersatz-Abteilung 16 (See), die am 1. Oktober 1935 in die neeue Kasernenanlage des Seefliegerhorsts Schleswig auf der Halbinsel Auf der Freiheit zogen (wo z. B. auch Alfred Grislawski ausgebildet wurde) ist unbekannt
  • 1. August 1936 als Staffelkapitän zum Seefliegerhorst Jever versetzt
  • 1. Oktober 1936 Kapitän der 1. Staffel der Küstenjagdgruppe 136 in Pilsen
    • Die Aufstellung der Küstenjagdgruppe 136 ging auf den Wunsch der Reichsmarine zurück, für den Küstenschutz über eigene Jagdfliegereinheiten zu verfügen.
    • Am 30. Oktober 1936 wurde die Küstenjagdgruppe zur I. Gruppe/Jagdgeschwader 136 umbenannt
  • 29. September 1937 Kommandeur der I. Gruppe/Jagdgeschwader 136
  • 1. Mai 1939 Kommandeur der II. Gruppe/Jagdgeschwader 77
    • gleichzeitig wurde er Fliegerhorst-Kommandant Pilsen
    • Teilnahme am Polenfeldzug im Rahmen der 2. Flieger-Division von Schlesien aus
  • 30. November 1939 bis 5. Januar 1942 Kommodore des Jagdgeschwaders 1
    • Luftschlacht über der Deutschen Bucht und Westfeldzug 1940
      • am 19. Dezember 1939 erfolgte die Reichspressekonferenz in Berlin anläßlich des „großen Luftsiegs über der Deutschen Bucht“ geleitet von Reichspressechef Otto Dietrich; im Mittelpunkt des Interesses waren die Ausführungen des Kommodores und Jagdfliegerführers Schumacher
    • am 8. November 1941 schoß er eine de Havilland „Dragon“ der finnischen Luftwaffe ab, da ihm das Lazarett-Flugzeug als Feindflieger (Tupolew SB-2 der Roten Luftwaffe) gemeldet wurde. Dieser Fehler führte zu seiner Ablösung als Geschaderkommodore im Januar 1942.
  • 1. August 1940 bis 31. Juli 1941 zugleich Jagdfliegerführer „Deutsche Bucht“
  • 1. August 1941 bis 30. April 1943, teilweise zugleich, Jagdfliegerführer „Norwegen“
  • 1. Mai 1943 Versetzung auf den Balkan
    • im Sonderstab Rumänien für die Ausbildung der königlich-rumänischen Luftwaffe zuständig
  • 1. April 1944 Versetzung in den Stab des Luftgau-Kommandos XI in Hamburg
  • Zwischen 1. Oktober 1944 und 29. Januar 1945 für Sonderaufgaben eingesetzt bzw. erkrankt, anschließend Chef des NS-Führungsstabes im Oberkommando der Luftwaffe im Reichsluftfahrtministerium.
  • 8. Mai 1945 bis 1. April 1947 in VS-amerikanischer Kriegsgefangenschaft
  • 26. August 1948 in die Kategorie V als entlastet entnazifiziert
  • 1948 bis 1950 Regierungsangestellter beim Regierungspräsidenten Aurich
  • Ab 1951 arbeitete er für die Wilhelmshavener Olympia Werke AG
  • 24. Oktober 1952 bis 5. Mai 1955 Mitglied des Niedersächsischen Landtages und Mitglied im Ausschuß für Aufbau und Siedlungswesen
    • später im Ausschuß für Jugendfragen in der 2. Wahlperiode, sowie vom 24. September 1955 bis 5. Mai 1963 in der 3. und 4. Wahlperiode.
      • Mitglied im Unterausschuß für Fragen des Beamtenrechts, Mitglied im Ausschuß für Häfen und Fischerei und zuletzt Mitglied im Sonderausschuß Sturmflutkatastrophe sowie Mitglied im Ausschuß zur Wahl der Mitglieder des Landesrechnungshofes
    • Der Fraktion GB/BHE gehörte er bis 5. August 1958 an, ab 6. August 1958 der DP-Fraktion und schließlich ab 29. März 1962 der CDU-Fraktion

Luftschlacht über der Deutschen Bucht 1939

Am 18. Dezember 1939, einen Tag nachdem das Panzerschiff „Admiral Graf Spee“ unterging, flog die Royal Air Force gegen das Deutsche Reich via Helgoland (Helgoländer Bucht). Zwischen 22 und 56 Vickers Wellington Mk.I wurden gesichtet, zuständig für die Abwehr war Carl Schumacher, Kommodore des Jagdgeschwaders 1 auf dem Flugplatz in Upjever. Dem JG 1 waren auch andere Teileinheiten unterstellt:

Deutsche Stärke

Schumacher hatte zwischen 80 bis 100 Bf 109 D, Bf 109 E-1 und Bf 110 C-1 zur Verfügung. 44 bis 50 (32 Bf 109 und 18 Bf 110), je nach Quelle, schickte Schumacher gegen den Feind, der Wilhelmshaven ansteuerte, die anderen mußten weiterhin die Küste beschützen, auch berücksichtigte man ein mögliches Ablenkungsmanöver und weitere Einflüge.

Verluste

Die Engländer verloren bei dieser Luftschlacht mindestens 12 Bomber (zwei schoß Helmut Lent ab, Carl-Alfred Schumacher ebenfalls zwei), drei weitere wurden schwer beschädigt (in England als Totalschaden abgeschrieben) und 57 Besatzungsangehörige fielen. Militärhistoriker gehen teilweise von 27 abgeschossene RAF-Bomber aus, gehen aber davon aus, daß die englische Propaganda Verluste verheimlichen wollte. Auch die deutsche Seite korrigierte ihre Abschußzahlen von 52 auf 34 und schließlich 27.

Die deutschen Verteidiger verbuchten drei verlorene Bf 109 und wenige leicht beschädigte Bf 109 und 110. Zwei Flugzeugführer fielen (Johann Fuhrmann und Roman Stiegler), zwei wurden verwundet (Feldwebel Hans Troitzsch und Leutnant Gustav Uellenbeck, in dessen Bf 110 23 Einschüsse gezählt wurden). Nach dem großen Verlust ging das englische „Bomber Command“ dazu über, nur noch in der schützenden Dunkelheit der Nacht über Deutschland zu operieren. Einsätze bei Tage, zum Beispiel gegen das Schlachtschiff „Tirpitz“, blieben die Ausnahme.

Beförderungen

Auszeichnungen du Ehrungen (Auszug)

Ehrungen

  • Die Schumacherstraße in Upjever wurde nach ihm benannt (bis zur Umbenennung in „Am alten Fliegerhorst“ 2016 nach linker Hetze)

Bildergalerie

Verweise

Fußnoten

  1. Ernst Obermaier: Die Ritterkreuzträger der Luftwaffe Jagdflieger 1939–1945, Verlag Dieter Hoffmann, Mainz 1966, S. 207; zwei Luftsiege bei der Luftschlacht im Dezember 1939 gegen die Vickers Wellington von Kommandant Wimberley (eigentlich von Helmut Lent abgeschossen, davor aber so stark von Schumacher beschädigt und im Absturz befindend, daß ihm der Abschuß gutgeschrieben wurde) und die Vickers Wellington von Kommandant Lewi sowie eine Bristol Blenheim über der Nordsee am 27. Dezember 1939.
  2. Schumacher, Carl-August, Lexikon der Wehrmacht