Dollmann, Friedrich

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Friedrich Dollmann.jpg

Friedrich Karl Albert Dollmann (Lebensrune.png 2. Februar 1882 in Würzburg; Todesrune.png in der Nacht zum 29. Juni 1944 in Le Mans) war ein deutscher Offizier der Bayerischen Armee, des Kaiserlichen Heeres, der Reichswehr und der Wehrmacht, zuletzt Generaloberst, Oberbefehlshaber der 7. Armee und Eichenlaubträger im Zweiten Weltkrieg.

Leben und Verrat

Sein Eintritt ins Heer erfolgte bereits im Juli 1899 und er nahm am Ersten Weltkrieg teil. Anschließend war er in der Reichswehr ab Oktober 1932 Generalmajor und wurde am 1. Februar 1933 Inspekteur der Artillerie. Im Oktober 1933 wurde er zum Generalleutnant befördert. Seit April 1936 war er General der Artillerie und führte bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges das XI. Armeekorps bei der 1. Armee in der Saarpfalz. Am 25. Oktober 1939 wurde er Oberbefehlshaber der 7. Armee, die an der Oberrheinfront stand und mit der er nach dem Frankreichfeldzug in Westfrankreich blieb. Die Truppe wurde während der anglo-amerikanischen Invasion in der Normandie im Juni 1944 bei schweren Kämpfen stark dezimiert.

Generaloberst Dollmann, der Oberbefehls­haber der 7. Armee, sabotierte ähnlich wie Hans Speidel den Abwehrkampf gegen die Invasion und befahl u. a. trotz alliierter Luftherrschaft verlustreiche Tagesmärsche deutscher Panzertruppen, die Richtung Küste vorstoßen wollten. Dollmann gab eigenwillig gegen den Befehl die Verteidigung der Festung Cherbourg auf und entzog sich der Verantwortung vor einem Kriegsgericht durch Suizid.

Generaloberst Friedrich Dollmann sorgte mit einem datumsauffälligen Planspiel zur Invasionsabwehr dafür, daß die schon wenig spätere Invasionsfront ohne Kommandeure war. Dollmann ließ später, gegen einen Befehl Hitlers, Cherbourg aufgeben, weil der Widerstand angeblich aussichtslos gewesen sei. Die anderen Seefestungen an der Atlantikküste hielten sich dagegen bis Kriegsende und sprechen eine andere Sprache. Generaloberst Dollmann, Oberbefehlshaber der 7. Armee in der Norman­die, bereitete am 5. Juni 1944 für den darauffolgenden Tag in Rennes (Bretagne) ein Planspiel zur Invasionsabwehr vor. Dollmann hatte alle Divisionskommandeure, einen Regimentskommandeur aus jeder Di­vision, die Korps-Artilleriekommandeure und die Kommandeure des Korpshauptquartiers der 7. Armee nach Rennes befohlen, wo sie ab 6. Juni 1944, 8.30 Uhr morgens, den ganzen Tag bei einem Kriegsspiel vor Karten und Plänen verbringen sollten.

Die Etappe Paris eignete sich hervorragend für Verschwörungen deutscher Verräter. Paris lag weit ab vom Schuß und bot zudem zusätzlich Annehmlichkeiten ­gegenüber einem Posten an der Ostfront. Auch fühlte man sich fernab vom Hauptquartier und von Berlin erheblich ungestört und unbeobachtet. Es war deshalb weit weniger schwierig, mit Hilfe einer in Schlüsselstellungen intrigierenden Verräterzelle unbeobachtet einen weit verzweigten Kreis von gleichgesinnten Verrätern aufzubauen. Gute verwandtschaftliche Beziehungen taten das ihrige.

Beisetzung

Friedrich Dollmann wurde am 2. Juli 1944 in Paris beigesetzt, wobei die Generalfeldmarschälle von Rundstedt, Rommel und Sperrle anwesend waren. Am selben Tag erhielt er postum das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Im niederbayerischen Bogen, wo die Familie Dollmann lebte, hielt Generalfeldmarschall Ritter von Leeb, Dollmanns ehemaliger Vorgesetzter im Jahre 1940, die Trauerrede. Später wurde der Leichnam des Generalobersts auf einen Soldatenfriedhof in der Normandie überführt.

An der Wallfahrtskirche Bogenberg an der Donau befindet sich heute eine Gedenktafel für Friedrich Dollmann.

Bewertung

In der mehr oder weniger objektiven publizierten Kriegsgeschichte wird das Wirken Dollmanns bei der Abwehr der feindlichen Invasion im Sommer 1944 amivalent betrachtet, das Urteil lautet von „taktische sowie strategische Fehleistung“ bis Sabotage.

Als Generalmajor Max Pemsel, Chef des Stabes der 7. Armee in der Normandie, den Oberbefehlshaber telefonisch aus Le Mans um 2.15 weckte („Herr Generaloberst, ich glaube, wir haben die Invasion. Würden Sie bitte herüberkommen?“), ging die 7. Armee am Morgen der Invasion (Meldung um 8 Uhr) davon aus, daß die Invasionsstreitkräfte an den Landestränden aufgehalten würden. Doch Generaloberst Friedrich Dollmann wußte, da Funkverbindungen zusammengebrochen waren, lediglich vom Omaha Beach, nicht aber von den vier anderen Stränden. Und vor allem fehlte Rommel, der sich am „längsten Tag“ zu Hause in Deutschland aufhielt. Und noch einer zögerte: Pemsel hatte mit Generalleutnant Hans Speidel, dem Chef des Stabes von Generalfeldmarschall Erwin Rommel, dem Befehlshaber des Atlantikwalls telefoniert. Speidel war skeptisch, ob die Ansprünge von Fallschirmjägern tatsächlich den Beginn der Invasion darstellte, informierte aber dennoch den Oberbefehlshaber West, Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt.

General der Infanterie Günther Blumentritt, der Stabschef von Rundstedts, teilte Generalmajor Max Pemsel aus Paris mit: „Nach Ansicht OB West handelt es sich nicht um Großaktion.“ Dennoch sollte die 7. Armee alle ihre Einheiten in höchste Kampfbereitschaft versetzen. Fest steht militärhistorisch, daß nicht nur Dollmann an diesem Tag eine ungenügende Führungsleistung ablieferte.

Auszeichnungen

Beförderungen[1]

Literatur

  • Marieluise Dollmann: Das Leben meines Vaters Friedrich Dollmann 1882–1944, Manuskript 2000, ASIN: B0077B7M1U

Verweise

Fußnoten

  1. Dermot Bradley (Hrsg.): Die Generale des Heeres 1921-1945. Die militärischen Werdegänge der Generale, sowie der Ärzte, Veterinäre, Intendanten, Richter und Ministerialbeamten im Generalsrang. Band 3: Dahlmann–Fitzlaff. Osnabrück 1994. ISBN 3-7648-2443-3. S. 178.