Wissmann, Hermann von

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Major Dr. phil. h. c. Hermann von Wissmann, dessen Nachname, auch nach der Eigenschreibweise, tatsächlich Wißmann lautete.

„Im Kampf hat dieser Mann gestand en als Führer gegen die schmachvollste Erscheinung der Menschheit, gegen die Bestialität der Sklaverei. Wenn er mit heiligem Feuer einen Kreuzzug eröffnet gegen den Sklavenhandel, wenn seine letzte Reise das Ziel hatte, einen Dampfer, der seinen Namen trug, nach dem großen See hinüberzuschaffen, um den Sklavenhandel bis in seine Schlupfwinkel zu verfolgen und zu unterdrücken, Christliche Versammlung, so ist das ein Christentum praktischer Art, im Sinne unseres Meisters, vor dessen Betätigung wir heilige Achtung haben. […] Hermann von Wissmann hat in zweimaliger Durchquerung Afrikas von Westen nach Osten Kulturstatten im Innern geschaffen, die Eingeborenen in ihrer Eigenart verstanden und uns verständlich gemacht. Die Greuel der Menschenjagden und des Sklavenhandels hat er vor das Forum des entrüsteten Europas gebracht. Als dann das Deutsche Reich in die Reihe der Kolonialmächte eingetreten war und der Araber auf stand die ostafrikanische Küste in Flammen gesetzt hatte, berief Fürst Bismarck den erfahrenen Afrikaner, in ernster Stunde und es wurde die Wiedergewinnung der Kolonie ihm übertragen. Wissmann schuf in kürzester Frist die mit seinem Namen aufs engste verknüpfte Schutztruppe und führte sie zu Kampf und Sieg. Die heute erreichte wirtschaftliche Entwicklung Deutsch-Ostafrikas hat in Wissmanns Taten ihre Grundlage. Neben seinen wissenschaftlichen und militärischen Erfolgen h at die rein menschliche Persönlichkeit unseres Wissmann die deutschen Herzen gewonnen. Die Tiefe seiner Empfindung, die Größe seiner Anschauung, die Lauterkeit seines Charakters mußten mächtig auf jeden wirken, der das Glück hatte, in seine Nähe zu kommen. Und so verlieh er dem kolonialen Gedanken in Deutschland durch sein Wesen kraftvolle Schwingen. Wir Deutsche wollen sein Gedächtnis gebührend ehren und die uns teure Heldengestalt den kommenden Geschlechtern im Bilde erhalten. Ein Denkmal soll ihm in Lauterberg, seiner zweiten Heimat, erstehen und die Erinnerung an seine Taten für alle Zeiten wach halten.“

Wilhelm Leopold Ludwig Hermann Wissmann, seit 1890 von Wissmann (Lebensrune.png 4. September 1853 in Frankfurt (Oder); Todesrune.png 15. Juni 1905 in Weißenbach bei Liezen, Steiermark). war ein deutscher Afrikaforscher, Offizier und Kolonialbeamter. Er war vom 8. Februar 1888 bis zum 21. Februar 1891 Reichskommissar und vom 26. April 1895 bis zum 3. Dezember 1896 Gouverneur von Deutsch-Ostafrika. Hermann von Wissmann beendete die Sklavenhändlerrevolte in Deutsch-Ostafrika. Sein Nachfolger als Gouverneur wurde Oberst Eduard Wilhelm Hans Liebert.

Leben

Wissmanns erste Expedition zum Kassai (1883–1885) vor dem Aufbruch: Franz Müller (Meteorologe, Fotograf), Hans Müller (Zoologe, Botaniker), Ludwig Wolf (Militärarzt), Curt von Francois (Karto- und Topograph) und (sitzend) Hermann von Wissmann
Text des Adelsbriefs (auch mit der korrekten Namensfolge), 1890

Abstammung

Der Vater Hermann Wißmann, der als Regierungsrat im preußischen Staatsdienst stand, wurde wenige Jahre nach der Geburt seines Sohnes zunächst nach Langensalza in Thüringen, dann nach Erfurt, darauf nach Kiel, endlich nach Berlin versetzt, so daß der Knabe eine abwechslungsreiche Jugend verlebte. Da beide Eltern aus Offiziersfamilien stammten, verriet er schon frühzeitig militärische Neigungen. Ein schwerer Verlust war für ihn der 1869 nach langer Krankheit erfolgte Tod des Vaters, aber die Liebe seiner Mutter, Elise „Lieschen“, geb. Schach von Wittenau, trug ihn weit. Er hatte drei Geschwister: die ältere Schwester Marie, der jüngere Bruder Ernst und die ebenfalls jüngere Schwester Lieschen.

Schulbildung

Von Wissmann in Paradeuniform und Großer Ordensschnalle. „Deutschlands Größter Afrikaner“ stritt mit Gott für Kaiser und Vaterland. Sein Wahlspruch war: „Finde ich keinen Weg, so bahne ich mir einen.“
Hermann und Hedwig
Familie Wißmann in Weißenbach
Sproß Hermann mit seinen Eltern
Die „Hedwig von Wissmann“ auf dem Tanganjikasee
Hermann von Wissmanns Grab
Köln, Melaten Friedhof
Wißmann-Gedenkmedaille; es gab auch andere Exemplare, so z. B. mit einem Askari auf der Rückseite.
Denkmal für den Afrikaforscher Hermann von Wißmann in Bad Lauterberg von 1908.jpg
Denkmal für Hermann von Wissmann in Bad Lauterberg, geschaffen von Johannes Götz.jpg
Wissmann-Denkmal, neu aufgestellt in Hamburg, 1922.jpg

Seine geistige Ausbildung erhielt er anfangs durch Privatunterricht, dann in den Schulen seiner verschiedenen Wohnorte, zuletzt auf dem Gymnasium in Neuruppin.

Offizierskorps

Rochus Schmidt, Hermann von Wißmann und Deutschlands koloniales Wirken, Verlagsanstalt Hermann Klemm, Berlin-Grunewald 1925.jpg

Beim Ausbruch des Krieges gegen Frankreich 1870 meldete er sich als Freiwilliger, doch wurde sein Gesuch wohl im Hinblick auf seine Jugend zurückgewiesen. Da ihm aber der Offiziersberuf als das erstrebenswerteste Ziel vor Augen stand, trat er bald nachher in das Berliner Kadettenkorps ein. Nach bestandener Fähnrichsprüfung wurde er 1874 (nach Absolvierung der Kriegsschule) Leutnant im Großherzoglich Mecklenburgischen Füsilier-Regiment Nr. 90 (Stiftungstag: 12. Juli 1788) in Rostock. Hier machte er 1879 die Bekanntschaft Paul Pogges, die in ihm den lebhaften Wunsch wachsen ließ, sich diesem berühmten Forschungsreisenden anzuschließen. Aber nicht alles lief reibungslos, so war er in einen Duell verwickelt, hierbei verwundete er seinen Kontrahenten mit der Pistole. Hierfür erhielt er vier Monate Festungshaft auf der Zitadelle in Magdeburg, seine Ehre war jedoch unberührt.

Afrika

Seine erste Expedition mit Pogge ging im Sommer 1881 von Malange (Angola) durch das mittlere Becken des Kassai nach Nyangwe am Lualaba, von wo Wissmann allein über den Tanganjika, Tabora, Sadani zum Indischen Ozean durchstieß. 1883/85 erforschte Wissmann im Dienste der Internationalen Afrikanischen Gesellschaft den bis dahin noch völlig unbekannten Unterlauf des Kassai und trat bald darauf (1886) seine zweite Afrikadurchquerung an, welche wiederum von Malange ausgehend bei Quelimane endete (1887).

Nach seiner erfolgreichen Forschertätigkeit wurde Wissmann durch seine Ernennung zum Reichskommissar für Deutsch-Ostafrika (mit Hauptquartier in Daressalam) zur Bekämpfung der Sklavenhändlerrevolte in Deutsch-Ostafrika 1889/91 vor neue Aufgaben gestellt. Er organisierte die Schaffung einer Kolonialtruppe, die militärischen Operationen, welche zur Gefangennahme der Rädelsführer Buschiri und Bana Heri führten, und die Ausbreitung der deutschen Schutzherrschaft. 1893 übernahm er den schwierigen Transport des Dampfers „Hermann v. Wissmann“ zum Njassasee. Auch als Gouverneur von Deutsch-Ostafrika (1895/96) hatte Wissmann beachtenswerte Erfolge aufzuweisen, aber seine geschwächte Gesundheit zwang ihn zum baldigen Rücktritt.

Wirken

Zu seinem Wirken heißt es:

„Die germanische Unruhe war es, die die Erfinder nach immer kühneren Plänen ausschauen ließ. Den einen trieb sie einem verborgenen Gesetz der Natur nach, den anderen lockte sie mit den uralten Wielandsträumen. Die gleiche Sehnsucht zum Unbekannten lockte die großen Forscher in die dunkelsten Öden des Erdballs. Namentlich Afrika reizte mit seinen verborgenen Wundern und weil im Verlauf des Jahrhunderts der Gedanke an Kolonien immer vertrauter wurde, verband sich bald die Leidenschaft des geographischen Forschers mit der Aussicht auf Landgewinn für das Reich. Hermann Wissmann, ursprünglich Offizier, wurde von beiden Neigungen in die Fremde getrieben. Seine ersten Fahrten ins Innere Afrikas dienten einzig erdkundlichen Zwecken, waren von Forscherfreude, von der Lust am Abenteuer, von der unbezähmbaren Leidenschaft des Fernwehs eingegeben. So hat er als erster Weißer in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts das mittlere Afrika von Westen nach Osten durchquert. Später kamen seine Erfahrungen auch dem Reiche zugute, als er in der ostafrikanischen Kolonie Araberaufstände niederwarf und am Ende zum Gouverneur ernannt wurde.“[1]

Die Wissmann-Truppe

Hauptartikel: Wissmann-Truppe

Die Kaiserliche Schutztruppe wurde ab 1891 aus der sogenannten Wissmann-Truppe gebildet, die Reichskommissar Hermann von Wissmann 1889 aus deutschen und afrikanischen Söldnern aufgestellt hatte, um die mörderische Sklavenhändlerrevolte in Deutsch-Ostafrika unter Führung von Abushiri ibn Salim al-Harthi gegen die berechtigten Herrschaftsansprüche der Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft (DOAG) zu brechen.

Major à la Suite der Armee und Gutsherr

Am 19. November 1889 wurde Wissmann zum Major à la Suite der Armee ernannt mit der Uniform des 2. Garde-Regiments zu Fuß des Garde-Korps. Als solcher wurde er bis zu seinem Tode in den preußischen Ranglisten geführt. 1899 zog er sich auf sein frisch erworbenen Landsitz in Weißenbach bei Liezen in der Steiermark zurück. Das einstige Anwesen „Langpolten“ sollte fortan „Wissmanngut“ heißen.

Wappen

Während bei früheren Nobilitierungen, die verschiedenen Mitgliedern der Familie Wissmann zuteil wurden, diesen immer das gleiche Wappen gegeben war, verlieh Seine Majestät dem Reichskommissar von Wissmann eines, das mit diesem keinerlei Ähnlichkeit, dafür aber mancherlei Hindeutungen auf seine afrikanischem Verdienste aufweist: Es enthält auf dem Schild einen goldenen Löwen im Schwarz und zwei blanke gekreuzte Schwerter im Rot, und auf dem gekrönten Helm erblickt man einen rot umgürteten Neger (im Adelsbrief „afrikanischer Wilder“), der in der Rechten einen Bogen und in der Linken einen Speer schwingt.

Tod

Seine letzten Jahre verbrachte Major a. D. von Wissmann auf Reisen oder auf seinem Landsitz in der Steiermark, wo er am 15. Juni 1905 im Alter von 51 Jahren durch einen Jagdunfall das Leben verlor. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Kölner Friedhof Melaten (Flur 60a).

Feierliche Beisetzung

Eine erste Gedenkfeier fand an seinem Sarge auf dem Gut Weißenbach am 18. Juni 1905 statt. Die Beisetzung fand am 20. Juni 1905 in Köln statt, der Leichnam wurde in das Wohnhaus der Familie Langen in der Von-Werth-Straße 14 überführt und aufgebahrt. Der 20. Juni 1905 war ein schwüler Tag im Rheinland. Trotz der großen Hitze hatten sich zahlreiche Trauergäste aus ganz Deutschland in der Kölner Von-Werth-Straße 14 eingefunden, wo der Leichnam des berühmten Kolonialoffiziers und Afrikaforschers Hermann von Wissmann im Haus seiner Schwiegereltern aufgebahrt lag. Nach dem Ende der gut halbstündigen Ansprache wurde der Zinksarg aus dem Haus getragen und auf einen mit Kränzen bedeckten Leichenwagen gehoben. Eine Ehrenformation des 5. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 65 präsentierte das Gewehr. Unter den Klängen von Frédéric Chopins „Trauermarsch“ setzte sich der Trauerzug in Bewegung. An der Spitze schritten die nächsten Verwandten mit dem ältesten Sohn in der Mitte, ihnen folgten zahlreiche Mitglieder von Kolonialvereinen und Veteranenverbänden sowie örtliche Honoratioren. Tausende Kölner säumten die Straßen, um dem Toten die letzte Ehre zu erweisen. Auf dem Melatenfriedhof sprach der Geistliche noch ein kurzes Gebet, dann wurde der Sarg in der Familiengruft der Familie Eugen Langen beigesetzt. Dort ist das Grab heute noch zu sehen. Auszug aus der Trauerrede in Köln durch Divisionspfarrer Franz Kliche:

„Von diesem Manne dürfen wir sagen Nicht eine problematische Natur war er, sondern eine Charakternatur, wie selten eine. Anspruchslos selbst auf der Höhe seines Ruhmes und Erfolges, bescheiden, wie man es bei erfolggekrönten Menschen selten, bei wahrhaft großen und edlen Naturen immer findet, geschlossen in seinem Wesen, so daß Kraft und Können, Kühnheit und Selbstbeschränkung in schöner Harmonie sich einten, zielbewußt in Kampf und Verwaltung, tatkräftig und doch versöhnlich, ein Held im Kampf und großmütig gegen die Besiegten, so schildere ich ihn nicht, die zivilisierte Welt hat sein Charakterbild so in das goldene Buch der Geschichte eingegraben. Und daß er so war, bezeugen an diesem Sarge die Kundgebungen gekrönter Häupter und, was noch rührender ist, die schlichten Zeugnisse schlichter Menschen, bezeugen die Lorbeerzweige des Nachrufes der großen Weltblätter und, was noch rührender ist, jene Menschen der schwarzen Erde, die er nicht herrisch knechten, sondern freundlich und wohlwollend gewinnen wollte für das große Deutsche Reich.“

Kölner Tagblatt

Im „Kölner Tagblatt“ (Nr. 472 am 21. September 1905) ist zu lesen:

„Nun ist er heimgegangen zur großen Armee und in Köln, wo er sich sein trautes Gemahl erkoren, fand, was sterblich an ihm gewesen, die letzte Rast. [...] In aller Stille wurde er in das Haus der Schwiegereltern überführt und dort unter einem Hain von Palmen und Blattpflanzen in würdig geschmücktem Trauergemach aufgebahrt. Aus allen Gegenden Deutschlands, aus dem Auslande, von Fürsten und hohen Würdenträgern, von Männern der Wissenschaft und des Schwertes, aus schlichten Bürgerkreisen trafen prachtvolle Blumenspenden und herzliche Beileidskundgebungen an der Bahre des seltenen Mannes ein und die unzähligen Zeichen der Liebe und Verehrung mögen in etwa den brennenden Schmerz der tiefgebeugten Gattin und der im Frühling der Jugend stehenden vier Kinder, der trauernden Familie lindern. Der Beerdigung ging ein Trauerzug voran, der Wissmanns Sarg zum Friedhof Melaten begleitete, wo sich eine stattliche Trauergemeinde eingefunden hatte. Heute Nachmittag wurde Hermann von Wissmann unter militärischen Ehren zu Grabe getragen. Schon lange vor drei Uhr sammelten sich die Volksmassen vor dem Trauerhause und säumten die Straßen, die der Zug auf dem Wege nach Melaten durchmessen sollte. In schier endloser Reihe rollten die Equipagen heran, eine glänzende Gesellschaft von Leidtragenden um den Verewigten versammelnd. [...] Scharf prägten sich die Kommandos aus der feierlichen Stille, als die Trauerparade beim Erscheinen des Sarges das Gewehr präsentierte. Mit dumpfem Wirbel setzten die Trommeln ein und mischten sich in die weihevollen Klänge des Chorals ‚Jesus meine Zuversicht‘, den die Regimentsmusik anstimmte. Die Truppen schwenkten ab und setzten sich an die Spitze des Kondukts, der bei gedämpfter Trommeln Klang und klagenden Trauerweisen der Kapelle langsam über die Ringstraße, die Bismarckstraße hinauf, durch das Aachener Tor nach Melaten zog. [...] Ein endloser Wagenzug machte den Schluß. In ernster würdiger Haltung verfolgte das bis zum Friedhof sich dehnende vielgliedrige Menschenspalier das glänzende, seltene Schauspiel und draußen in der Totenstadt selbst waren wieder Tausende zusammengeströmt, um der Beisetzung beizuwohnen.“

Familie

Charakterisierung

„Das Leben in der Wissmann’schen Familie war ein in jeder Hinsicht ein echt deutsches, inniges, ungetrübtes; ich möchte wünschen, daß eine gewandtere Feder es hätte unternehmen können, unserem Volk in dieser Hinsicht ein Bild von dem großen Manne zu geben, dessen Herzenstiefe und Seelen inneres doch weitaus den meisten nicht genügend bekannt geworden ist. […] Unter den Lieblingsbeschäftigungen, denen sich Wissmann als Gutsherr von Weißenbach hingab, sind einzelne Zweige des Sports zu nennen: Reiten, Fahren, Schwimmen, Fischen und vor allem die Jagd. Zu jeder Jahreszeit, auch im Winter bei Schnee und Kälte, ritt er viel und gern; seine Bergpferde dienten ihm und den Jagdfreunden oft als schnelle und sichere Transportmittel in die Vorberge der Alpenwelt. Die Jagd im Hochgebirge übte hier schon durch die sie begleitenden Umstände einen hohen Reiz aus, so in besonderem Maße die auf den hoch in den Bergen balzenden Auerhahn. […] Viel Freude hatte Wissmann an der Verschönerung des Gutes und der Wohn und Wirtschaftsgebäude, sowie an der Schaffung von Parkanlagen, durch welche nach Abbruch einer dem Wohnhaus von früheren Besitzern vorgebauten Scheune das Gut ungemein gehoben wurde. An der Schaffung dieses Parkes arbeitete der Gutsherr nebst dem Jäger und dem Gärtner persönlich mit und hatte viele Freude daran.“Rochus Schmidt

Ehe

Am 20. November 1894 ehelichte Major à la Suite der Armee und kaiserlicher Gouverneur z. D. Hermann von Wißmann in Köln seine Verlobte Hedwig Langen (1867–1949), die Tochter des Zuckerfabrikanten und Geheimen Kommerzialrates Eugen Langen. Hedwig wurde anläßlich ihres 80. Geburtstages Ehrenbürgerin von Weißenbach. Am 5. März 1949 starb diese große Frau. Das ganze Dorf nahm tief ergriffen Abschied. Sie wurde in der Familiengruft in Köln beigesetzt, wo auch ihr Ehemann seit 45 Jahren ruhte. Nun übernahm Frau Herta von Wißmann das sogenannte „Wißmanngut“.

Über Hedwig schrieb Hermann seinem Freunde Rochus Schmidt am 24. September 1901:

„Sie ist ein Vorbild einer deutschen Frau und muß durch Freuden an ihrem Sohne entschädigt werden für manche Sorge und Kummer, den sie in der angegriffenen Gesundheit ihres Mannes zu tragen hatte. Herzensgüte, Liebe, Opferfreudigkeit und Menschenliebe und Mitleid kann er von seiner Mutter, seiner alten Großmutter, von seinen Tanten, meinen Schwestern, lernen. Er lohne ihnen die zärtliche Liebe, mit der alle diese an ihm hangen, mit treuer Liebe seinerseits.“

Kinder

Aus der Ehe sind vier Kinder entsprossen:

  • Hermann (1895–1979); am Sedantag 1895 geboren
  • Hildegard (1900–1986); die Geburt fiel in die Zeit der afrikanischen Tierschutzkonferenz in London, die Konferenz legte daraufhin eine achttägige Pause ein.
    • Die älteste Tochter Hildegard („Hilla“) lebte als verheiratete Frau Pauli bis zu ihrem Tode 1986 auf dem Landgut „Moar im Steinkeller“ in St. Martin am Grimming. Die große Familie Pauli bewohnt und bewirtschaftet heute noch dieses Gut.
  • Hedwig (1901–1933)
    • Die zweite Tochter Hedwig, verheiratete Berg, verunglückte tragischerweise 1933 tödlich.
  • Herta (1903–1974)
    • Die jüngste Tochter Herta, im Dorfe liebevoll „Fräuln Herta“ genannt, wurde nach dem Besuch des Konservatoriums in Basel eine bekannte Geige-Virtuosin. Zum Andenken an ihren Vater widmet sie den „Wißmann-Wanderpokal“, um den sich die Rodelsportler aus dem In- und dem Ausland in zusammen 14 Rodelbewerben im Wettkampfmessen. Auch Herta von Wißmann ist leidenschaftliche Jägerin. Kinderlos adoptiert sie den Dipl.-Ing. Paul Aigner, den Bruder Gert Aigners, aus der bekannten Liezener Familie. Paul Wißmann-Aigner heiratete und seine Frau Friederike schenkte ihm vier Mädchen: Elisabeth, Barbara, Bettina und Eva. Allzufrüh erlag Paul Wißmann-Aigner einer tückischen Krankheit und auch Herta von Wißmann verstarb im Jahre 1974. Die allseits beliebte Frau wurde auf dem Weißenbacher Friedhof unter großer Anteilnahme zur letzten Ruhe gebettet. Seither verwaltet Frau Friederike Wißmann-Aigner das Gut.

Kanonenboot „Hedwig von Wissmann“

Die „Hedwig von Wissmann“ wurde als Postschiff in Hamburg von Schiffswerfte & Maschinenfabrik AG konstruiert und 1897 mit der Baunummer 360 gebaut. Sie wurde 1898 in Einzelteilen verschifft, nach Kigoma gebracht und dort montiert. Wesentlich beteiligt war Otto Schloifer. Finanziert wurde dies durch eine Lotterie. Der ungefähr 22 Meter lange holzbefeuerte Postdampfer wurde im Jahr 1900 auf dem Tanganjikasee in Dienst gestellt. Zum Selbstschutz waren auf dem Schiff zwei Maschinengewehre vorhanden, jeweils eines an Bug und Heck. Am 12. August 1914 wurden drei Revolverkanonen Kaliber 3,7 cm des Vermessungsschiffs „Möwe, auf dem Kommandant Job Odebrecht einst als Adjutant diente, montiert. Wer Ostafrika halten wollte, mußte den Tanganjika beherrschen, den längsten See der Welt mit seinen 670 Kilometern. Der Tanganjika war der einzige Weg nach Norden oder Süden, er ist es heute noch. Die deutsche Flotte bestand aber nur aus dem kleinen Zollkutter „Kingani“ und dem traurigen 60-PS-Dampfer „Hedwig von Wissmann“, später kam die „Graf Goetzen“ hinzu. Im Ersten Weltkrieg kontrollierte das Kanonenboot „Hedwig von Wissmann“ in den ersten beiden Jahren unbesiegt den Tanganjikasee.

„Die ‚Hedwig von Wissmann‘, benannt nach der Ehefrau Hermann von Wissmanns, wurde in Hamburg von der Schiffswerft & Maschinenfabrik vormals Janssen & Schmilinsky konstruiert und 1897 mit der Baunummer 360 gebaut. Sie wurde in Einzelteilen nach Bismarckburg (Wissmannhafen) gebracht und dort montiert. Der holzbefeuerte Postdampfer wurde im Jahr 1900 in Dienst gestellt. 1901 wurde er mit einem zweiten Mast versehen und 1914 mit Schnellfeuerkanonen armiert. Außer der ‚Hedwig von Wissmann‘ verkehrten auf dem See ab 1914 der deutsche Zollkreuzer ‚Kingani‘, ab 1915 die ‚Goetzen‘, sowie ab 1916 die ‚Wami‘. Neben diesen deutschen Schiffen befuhren vor dem Ersten Weltkrieg der belgische Dampfer ‚Alexandre Delcommune‘ und ein britisches Dampfboot den See, später kamen weitere belgische und britische Schiffe hinzu. Am 26. Dezember 1915 erfolgte das Gefecht von Lukuga. Die ‚Kingani‘[2] fiel dabei den beiden britischen Schnellbooten ‚Mimi‘ und ‚Toutou‘ in die Hände und musste kapitulieren. Auch das ehemals deutsche Schiff ‚Kingani‘, nun in ‚Fifi‘ umbenannt, war im Einsatz gegen die ‚Hedwig von Wissmann‘. Am 8. Februar 1916 wurde die ‚Hedwig‘ unter Oberleutnant zur See Job Odebrecht Richtung Kungwestock geschickt, um Informationen über den Verbleib der ‚Kingani‘ zu sammeln. Sie sollte am folgenden Tag wieder mit der ‚Goetzen‘ bei Lukuga zusammentreffen. Doch dazu kam es nicht mehr: Am 9. Februar 1916 gegen 7.45 Uhr wurden von der ‚Hedwig von Wissmann‘ aus die ‚Fifi‘, die ‚Mimi‘, die belgische ‚Dix Tonnes‘ und ein weiteres Boot gesichtet.“[3]

Am 9. Februar 1916 wurde die „Hedwig von Wissmann“ mit 28 Mann Besetzung (14 Deutsche und 14 Askari) aus einer Entfernung von etwa 8.000 Metern, deren Geschütze eine weit geringere Reichweite hatten, beschossen und bei dem kurzen Gefecht vor Kap Kungwe durch einen Treffer in den Kesselraum in Brand geschossen, wobei Oberheizer Carl Gettmann aus Saarbrücken von der 2. Werft-Division und Vermessungssteuermann Paul Hölzer aus Langensalza von der 1. Matrosen-Division sowie fünf Askari vor dem Feind geblieben waren. Die Mannschaft gab nun das manövrierunfähige Schiff auf. Die Eingeborenen versuchten sich mit dem einzigen Rettungsboot in Sicherheit zu bringen, die Deutschen mit Schwimmwesten. Kommandant Odebrecht und sein Ingenieur Mewes verließen als letzte das brennende Schiff, in dem sie einen Sprengsatz hinterließen, um es als Beute untauglich zu machen. Die Überlebenden wurden nach etwa einer Stunde von den britischen sowie belgischen Booten geborgen. Die 12 überlebenden Deutschen (Leutnant zur See Job Wilhelm Odebrecht, Bootsmannsmaat Hugo Hein aus Marggrabowa, Ingenieurs-Maat Otto Mewes aus Rosenthal, Maat Peter Schmitz aus Dülken im Rheinland, Quartiermeister Hans Lengemann, Seemann Paul Muntzinger aus Metz im Reichsland Elsaß-Lothringen, Seemann Otto Möhring aus Drakenstedt, Seemann Dietrich Thirling aus Waddens, Seemann Paul Reichert aus Köpenick, Seemann Emil Würger aus Karlshöhe, Heizer Emil Köster aus Wülfringhausen und Heizer Paul Käsemann aus Oberdorla in Thüringen) gerieten in Gefangenschaft.

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Reichskommissar und Kolonialheld von Wissmann erhielt unzählige Auszeichnungen und Ehrungen. Schiffe, Straßen und Sportfonds wurden nach ihm benannt, Denkmäler in Afrika (Daressalam) und Deutschland (Bad Lauterberg) gebaut, eine Gedenktafel zierte sein Geburtshaus, Universitäten machten ihn zum Ehrenmitglied, der Bildhauer Moritz Albert Wolff zu Berlin entwarf eine Gedächtnismedaille (verliehen in Silber und Bronze), Bruststerne zierten seine Brust und die Ordensschnalle wog mit vielen Orden schwer, darunter:

Auszeichnungen

Ehrungen

  • 1890 Erhebung in den erblichen Adelsstand,
  • 1894 Ehrendoktor der Universität Halle an der Saale[5]
  • 1895 Gouverneur von Deutsch-Ostafrika
  • 1900 Auf Anregung Wißmanns tritt in London eine internationale Konferenz zum Schutze desafrikanischen Wildes zusammen.
  • 1908 Wißmann-Denkmal in Weißenbach
  • Wißmann-Stein an der Todesstelle in Fischern südlich von Weißenbach
  • 1908 Wißmann-Denkmal in Bad Lauterberg im Harz
  • 3. April 1909 Wissmann-Denkmal in Dar-es-Salaam
    • Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Verlust der deutschen Kolonien beschlagnahmte die neue britische Mandatsmacht das Denkmal in Daressalam, demontierten es (ohne den Sockel) und brachten es nach London. Dort wurde es zunächst als Anschlagsäule zweckentfremdet, anschließend als Kriegstrophäe im Imperial War Museum ausgestellt. Dem deutschen Auswärtigen Amt und der „Kolonialzentralverwaltung des Reichsministeriums für Wiederaufbau“ gelang es 1921 mit der englischen und der französischen Regierung die Rückführung nach Deutschland auszuhandeln. Als neuer Aufstellungsort wurde Hamburg gewählt, um die besondere Bedeutung hervorzuheben, die die Stadt „in den Beziehungen des deutschen Mutterlandes zu den ehemaligen Kolonien gehabt hat, und [im Hinblick auf] die Tatsache, daß sich in Hamburg, dem größten deutschen Aus- und Einfuhrhafen, die Interessen für die überseeischen Länder konzentrierten.“ Im November 1922 wurde es mit einem neuen Sockel im Garten neben dem Kuppelbau der 1919 gegründeten Hamburger Universität aufgestellt, in dem zuvor auch das ehemalige Hamburgische Kolonialinstitut untergebracht war.
  • 1934 widmete die Deutsche Reichspost dem berühmten Afrikaforscher den höchsten Wert eines Gedenksatzes.

Schriften

  • Im Innern Afrikas. Die Erforschung des Kassai während der Jahre 1883, 1884 und 1885, Leipzig 1888 (Herausgeberschaft mit Franz Müller, Hans Müller, Ludwig Wolf, Curt von François). (PDF-Datei)
  • Unter deutscher Flagge quer durch Afrika von West nach Ost. Von 1880 bis 1883 ausgeführt von Paul Pogge und Hermann Wissmann, Berlin 1888 (zahlreiche Neuauflagen). (PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Hermann von Wissmann – Tagebuch 1883–1887
  • Meine zweite Durchquerung Äquatorial-Afrikas vom Congo zum Zambesi während der Jahre 1886 und 1887, Frankfurt an der Oder 1890. (PDF-Datei)
  • Afrika. Schilderungen und Rathschläge zur Vorbereitung für den Aufenthalt und Dienst in den Deutschen Schutzgebieten, Berlin 1895 (Sonderdruck aus dem Militär-Wochenblatt 1894) (PDF-Datei)
  • In den Wildnissen Afrikas und Asiens. Jagderlebnisse von Hermann von Wissmann, Berlin 1901. Mit Illustrationen von Wilhelm Kuhnert‎ (PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!

Literatur

  • Conrad Weidmann: Deutsche Männer in Afrika: Lexicon der hervorragendsten deutschen Afrika-Forscher, Missionare etc. mit 64 Portraits in Lichtdruck, 1894 (PDF-Datei. Netzbuch und einzelne Seiten als PDF-Dateien speicherbar mit besseren Bildern) Letzteres Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Rochus Schmidt
    • Deutschlands koloniale Helden und Pioniere der Kultur im schwarzen Kontinent, 1896 (PDF-Dateien: Band 1, Band 2)
    • Hermann von Wißmann und Deutschlands koloniales Wirken, Verlagsanstalt Hermann Klemm, Berlin-Grunewald 1925
  • Ludwig Gäbler: Heroen der Afrikaforschung: Der reiferen deutschen Jugend nach den Quellen dargestellt, 1899 (PDF-Datei)
  • Carl Velten: Schilderungen der Suaheli von Expeditionen v. Wissmanns, Dr. Bumillers, Graf v. Gözens, und Anderer, 1901 (PDF-Datei)
  • Alexander Becker: Hermann von Wissmann – Deutschlands größter Afrikaner; sein Leben und Wirken, 1907 (PDF-Datei)
  • Oskar Karstedt: Hermann von Wißmann – Der Mann des zwölffachen Verstandes, Berlin 1938
  • Paul Burg: Hermann von Wissmann. Ein deutscher Kolonialpionier, 1939
  • Hans Heuer: Ein Mann erobert Deutsch-Ost, Verlag „Das Bergland-Buch“, Salzburg 1940

Verweise

Fußnoten

  1. Karl Richard Ganzer: Das deutsche Führergesicht, 200 Bildnisse deutscher Kämpfer und Wegsucher aus zwei Jahrtausenden, 1937 Lehmanns-Verlag München
  2. Die „Kingani“, mit 17 Mann Besatzung (sechs Deutsche und elf Askari), bot ein bequemes und leichtes Ziel, da sie mit ihrer 3,7-cm-Revolverkanone nicht so weit schießen konnte als die englischen Kanonenboote. Nachdem Kommandant Leutnant zur See d. R. Ernst Junge, Vizesteuermann d. R. Ernst Georg Penning, Bootsmannsmaat (Unteroffizier) d. Sw. Ludwig Schwarz und drei Askari gefallen waren, heißte der Rest der Besatzung (darunter der verwundete Obermatrose d. R. Fritsche, Unteroffizier-Maschinist Schlosser und Ober-Maschinisten-Anwärter Milhan sowie die acht überlebenden Farbigen) die weiße Flagge und gerieten in Gefangenschaft.
  3. Postdampfer Hedwig von Wissmann
  4. Deutscher Ordens-Almanach; Handbuch d. Ordensritter u. Ordensdamen deutscher Staatsangehörigkeit. 1.1904/05 (1904), S. 1281
  5. Hermann von Wißmann (1853–1905)