Jagdgeschwader 52

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Geschwader-, Gruppen- und Staffelkennzeichen des JG 52

Das Jagdgeschwader 52 (JG 52) war ein Jagdgeschwader der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg. Das Standardflugzeug war die Bf 109. Die I. Gruppe des Jagdgeschwaders 52 entstand am 1. Mai 1939 durch die Umbenennung der I./Jagdgeschwader 433[1] in Böblingen. Ausgerüstet war die Gruppe mit der Messerschmitt Bf 109 E-1 und E-3. Im Oktober 1939 folgte die Aufstellung des Geschwaderstabes und der II. Gruppe.

Einsätze und Erfolge

Offiziere und Mannschaften der 15. (kroatischen) Jagdstaffel des Jagdgeschwaders 52 der Kroatischen Luftwaffen-Legion an der Ostfront.
Die slowakischen Flieger-Asse und Feldwebeln Ján Režňák und Izidor Kovárik (Lebensrune.png 29. März 1917; 11. Juli 1944; 28 Luftsiege) der 13. Staffel/II. Gruppe nach der Verleihung des Deutschen Kreuzes in Gold (17. Oktober 1943; überreicht von Generalleutnant Ludwig Keiper); sie waren auch u. a. Inhaber des Slowakische Fliegerabzeichens, des Eisernen Kreuzes beider Klassen, des Ehrenpokals der Luftwaffe, der Frontflugspange in Gold, des Erinnerungsabzeichens für den Feldzug gegen die Sowjetunion (I. Klasse) sowie (zumindest gilt dies für Režňák) des Ordens der Krone König Zvonimirs (Silbermedaille) und des Slowakischen Kriegssiegerkreuzes (VI. Klasse). Auf Platz drei der slowakischen Flieger-Asse mit 26 Luftsiegen war Ján Gerthofer (1910–1991).

Westfront

Bis Mai 1940 war das Geschwader unter dem Kommando der Luftflotte 3 zum Schutz der Westgrenze (Westwall) im pfälzischen Raum (Mannheim) abgestellt, um dann am Westfeldzug 1940 teilzunehmen. Im Juni 1940 erfolgte jedoch bereits wieder eine Rückverlegung nach Nord- und Mitteldeutschland. Das Geschwader wurde im August 1940 an den Pas-de-Calais verlegt, um an der Luftschlacht um England teilzunehmen. Die III. Gruppe wurde im Oktober nach Pipera in Rumänien zur Luftflotte 4 abgezogen, um dort rumänische Flieger auszubilden. Bis zum Ende 1940 wurden 177 Abschüsse und 53 gefallene oder vermißte Flugzeugführer gemeldet.

Balkanfeldzug

Zur Unterstützung der Luftlandeoperationen auf Kreta (Unternehmen „Merkur“) wurde die III. Gruppe nach Griechenland verlegt und flog von dort aus größtenteils Bodenangriffe.

Ostfront

Bei der Schlacht bei Charkow wurde das Geschwader geschlossen eingesetzt. Mit der großen deutschen Sommeroffensive 1942 begann der Aufstieg des JG 52, das als typisches Ostgeschwader mit der höchsten Abschußzahl von mehr als 10.000 feindlichen Flugzeugen in die Luftkriegsgeschichte eingegangen ist. Den 10.000 Abschuß erzielte Adolf Borchers. Nie wieder war ein Jagdgeschwader derart erfolgreich. Die einzelnen Gruppen des Geschwaders operierten meist räumlich weit voneinander getrennt und weitgehend selbständig gegen die Rote Luftwaffe.

Ausländische Freiwillige

Zur Vorbereitung des Rußlandfeldzuges wurde das Geschwader als Teil der Luftflotte 4 in den Osten verlegt. Es wurden hauptsächlich die Heeresgruppe Süd unterstützt und die rumänischen Ölfelder gesichert. Während die I. und II. Gruppe anderen Verbänden unterstellt wurden, flog die III. Gruppe im südlichsten Sektor der Front, am Schwarzen Meer. Dies führte dazu, daß es zu verhältnismäßig wenig Feindkontakten kam. Der III. Gruppe wurde im Herbst 1941 die 15. (kroatische) Jagdstaffel angegliedert, der ab 27. Oktober 1942 noch die 13. (slowakische) Jagdstaffel bei der II. Gruppe folgte.

Kroaten

Anfang 1942 wurde das JG 52 zusammen mit dem JG 3 der Luftflotte 4 unterstellt und war für die Luftunterstützung im südlichen Sektor der Front verantwortlich. Im Jahr 1942 konnte die 15. (kroat.) Staffel 149 Luftsiege erringen. Die eigenen Verluste betrugen vier Gefallene und 13 Jagdflugzeuge. Die Staffel lag zu Beginn des Jahres 1943 in Kroatien, wo sie nach ihrem Einsatz an der Ostfront aufgefrischt wurde. Anschließend verlegte sie im Januar 1944 nach Grammatikowo, wo sie das ganze Jahr über verblieb. Sie lag zu Beginn des Jahres 1944 in Grammatikowo. Im Januar verlegte sie nach Karankut auf der Krim und am 27. April nach Zilesta in Rumänien. Hier wurde die Staffel im Juli 1944 zur „Kroatischen Jagdstaffel“ umbenannt und schied dabei aus dem Geschwaderverband aus.

Slowaken

Am 27. Oktober 1942 wurde die 13. Jagdstaffel der Slowakischen Luftwaffe bei deren Verlegung nach Maikop in 13. (slow.) Staffel/Jagdgeschwader 52 umbenannt. Im Einsatz wurde die Staffel der II. Gruppe angegliedert. Die Aufgabe der Staffel, die mit der Messerschmitt Bf 109 E-7 ausgerüstet war, war die Raumsicherung über dem Gebiet hinter der Kriegsfront an der Küste des Schwarzen Meeres. Bis Jahresende konnte die Gruppe sechs Luftsiege erringen, wobei sie keine eigenen Verluste hatte. Anfang Januar 1943 wurden der Staffel die ersten Messerschmitt Bf 109 F-4 zugewiesen. Am 5. Januar verlegte die Staffel nach Krasnodar und am 31. Januar nach Sslawjanskaja. Am 16. Februar folgte die Verlegung nach Kerch, am 17. März nach Taman und am 1. April nach Anapa, wo sie in den folgenden Monaten verblieb. Am 15. September verlegte die Staffel dann nach Taman, am 26. September nach Kerch, am 11. Oktober 1943 nach Bagerowo und am 28. Oktober nach Piestany. Das Jahr 1943 sollte das erfolgreichste für die slowakischen Freiwilligen werden. Die 13. (slow.) Staffel des Jagdgeschwaders 52 lag zu Beginn des Jahres 1944 in Piestany. Ausgerüstet mit der Messerschmitt Bf 109 G, wurde die Staffel im Januar 1944 aufgelöst.

Götterdämmerung

Nach der endgültigen politischen Vernichtung Deutschlands 1945 ergaben sich die Reste des Geschwaders in Böhmen nach Sprengung der verbliebenen Flugzeuge der 90. US-Inf. Division. Am 16. Mai 1945 lieferten die VS-Amerikaner völkerrechtswidrig die Kriegsgefangenen an die Sowjet-Bolschewisten aus.

Kommandeure

Kommodore

Sechs Ritterkreuzträger der JG 52, Altenstein 2002; vor der Flugzeughalle in Ebern, v. l. n. r.: Günther Rall, Friedrich Obleser, Peter „Bonifazius“ Düttmann, Viktor Petermann, Walter Wolfrum und Heinz Ewald.

I./JG 52

II./JG 52

III./JG 52

Auszeichnungen (Auswahl)

53 Flugzeugführer des JG 52 erhielten das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Das Eichenlaub zum Ritterkreuz erhielten 15 Flugzeugführer. Von diesen wurden sieben zusätzlich mit den Schwertern ausgezeichnet. Erich Hartmann und Hermann Graf gehörten zu den nur 27 Soldaten der Wehrmacht, denen auch die Brillanten zum Ritterkreuz verliehen wurden.

Režňáks Bf 109 G-4 „Gelbe 9“, April 1953, 13. (slowakische) Jagdstaffel an der Ostfront unter Dietrich Hrabak
Leutnant der Reserve a. D. Ján Režňák (1919–2007) in der Nachkriegszeit; mit 32 bestätigten Luftsiegen sowie drei weiteren unbestätigten war er der erfolgreichste slowakische Jagdflieger des Zweiten Weltkrieges.
Niko Fast - Jagdgeschwader 52.jpg
Verleihungen des Ritterkreuzes
Name Ritterkreuz Eichenlaub Schwerter Brillanten
Leesmann, Karl-Heinz 23. Juli 1941
Steinhoff, Johannes 30. August 1941 2. September 1942 28. Juli 1944
KoppenKöppen, Gerhard 18. Dezember 1941 27. Februar 1942
Graf, Hermann 24. Januar 1942 17. Mai 1942 19. Mai 1942 16. September 1942
Steinbatz, Leopold 14. Februar 1942 2. Juni 1942 23. Juni 1942
Dickfeld, Adolf 19. März 1942 19. Mai 1942
Roßmann, Edmund 19. März 1942
Wachowiak, Friedrich 5. April 1942
Zwernemann, Josef 23. Juni 1942 31. Oktober 1942
Gratz, Karl 1. Juli 1942
Grislawski, Alfred 1. Juli 1942 11. April 1944
Simsch, Siegfried 1. Juli 1942
Steffen, Karl 1. Juli 1942
Barkhorn, Gerhard 23. August 1942 12. Januar 1943 2. März 1944
Dammers, Hans 23. August 1942
Schmidt, Heinz 23. August 1942 16. September 1942
Rall, Günther 3. September 1942 26. Oktober 1942 12. September 1943
Semelka, Waldemar 4. September 1942
Süß, Ernst 4. September 1942
Resch, Rudolf 6. September 1942
Graßmuck, Berthold 19. September 1942
Hammerl, Karl 19. September 1942
Bennemann, Helmut 2. Oktober 1942
Füllgrabe, Heinrich 2. Oktober 1942
Krupinski, Walter 29. Oktober 1942 2. März 1944
Miethig, Rudolf 29. Oktober 1942
von Bonin, Hubertus 21. Dezember 1942
Freuwörth, Wilhelm 5. Januar 1943
Wiese, Johannes 5. Januar 1943 2. März 1944
Denk, Gustav 14. März 1943
Nemitz, Willi 24. März 1943
Trenkel, Rudolf 19. August 1943
Korts, Berthold 29. August 1943
Hartmann, Erich 29. Oktober 1943 2. März 1944 2. Juli 1944 25. August 1944
Quast, Werner 31. Dezember 1943
Waldmann, Hans 5. Februar 1944
Petermann, Viktor 29. Februar 1944
Obleser, Friedrich 12. März 1944
Batz, Wilhelm 26. März 1944 20. Juli 1944 21. April 1945
Fönnekold, Otto 26. März 1944
Sturm, Heinrich 26. März 1944
Bunzek, Johannes 6. April 1944
Hoffmann, Gerhard 14. Mai 1944
Düttmann, Peter 9. Juni 1944
Sachsenberg, Heinz 9. Juni 1944
Bachnick, Herbert 27. Juli 1944
Birkner, Hans-Joachim 27. Juli 1944
Wolfrum, Walter 27. Juli 1944
Schall, Franz 10. Oktober 1944
Lipfert, Helmut 5. April 1945 17. April 1945
Resch, Anton 7. April 1945
Ewald, Heinz 20. April 1945
Haas, Friedrich 26. April 1945

Literatur

  • Niko Fast: Das Jagdgeschwader 52, 6 Bände, Bensberger Buch-Verlag Bergisch Gladbach
  • Bernd Barbas: Die Geschichte der II. Gruppe des Jagdgeschwaders 52, Eigenverlag, ISBN 3-923457-71-5 (Bezugsmöglichkeit)
  • John Weal: Jagdgeschwader 52: The Experten, Aviation Elite Units (englisch), Osprey Publishing, ISBN 978-1841767864 (eingeschränkte Voransicht auf Google-Bücher)

Siehe auch

Verweise

Fußnoten

  1. Das Jagdgeschwader 433 bestand nur aus einer Jagdgruppe ohne Geschwaderstab. Diese I. Gruppe des Jagdgeschwaders 433 wurde am 1. November 1938 in Ingolstadt-Manching im Wege der Zellteilung aus Abgaben der I./Jagdgeschwader 333, der I./Jagdgeschwader 334, der I./Jagdgeschwader 233 und der II./Jagdgeschwader 334 aufgestellt. Ausgerüstet war die Gruppe mit der Messerschmitt Bf 109 D-1, ab März 1939 mit der Messerschmitt Bf 109 E. Mangels eines eigenen Geschwaderstabes unterstand die Gruppe direkt dem Luftwaffen-Gruppenkommando 3 / Luftgaukommando VII, ab dem 1. Februar 1939 dem Luftflottenkommando 3/Luftgaukommando VII. Am 1. Mai 1939 folgte die Umbenennung zur I./Jagdgeschwader 52.