Höhne, Otto

Aus Metapedia
(Weitergeleitet von Otto Paul Wilhelm Höhne)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Flieger-As Otto Höhne errang bei seinen Feindflügen im Ersten Weltkrieg zwischen dem 16. September und dem 17, November 1916 bei der Jasta 2 sechs Luftsiege, seine Glücksträhne wurde allerdings am 10. Januar 1917 durch eine an der Somme-Front im Luftkampf erlittene schwere Verwundung unterbrochen.

Otto Paul Wilhelm Höhne (Lebensrune.png 30. April 1895 in Weihendorf O.S., Kreis Ratibor in Oberschlesien; Todesrune.png 22. November 1969 in Jachenau, Oberbayern) war ein deutscher Offizier des Deutschen Heeres, der Freikorps, der Reichswehr und der Wehrmacht, zuletzt Generalmajor der Luftwaffe und Ritterkreuzträger des Zweiten Weltkrieges.[1] Er ruht mit seiner Gemahlin auf dem Friedhof Jachenau (bei Bad Tölz), unweit des Ehrenmals am Westrand des Friedhofs für gefallene und vermißte Jachenauer in den Kriegen zwischen 1805–1945.

Werdegang

Portrait mit Schirmmütze
Generalmajor Hoehne 1944 als Kommandeur der Luftkriegsschule 4 in Fürstenfeldbruck
Generalmajor a. D. Otto Höhne, seine Frau Hildegard und Tochter „Dorli“, 1948 beim Bau ihres neuen Hauses am Raut in Jachenau.[2]
Grabstätte; Bildquelle: WW2 Gravestone

Frontflieger

„Kurz nach Kriegsausbruch trat er in das Grenadier-Regiment ‚König Friedrich Wilhelm IV.‘ (l. Pommersches) Nr. 2 in Stettin ein. Nach seiner Grundausbildung ging er mit dem (6. Pommerschen) Infanterie-Regiment Nr. 49 im Oktober 1914 an die Front. Noch im November 1914 wurde er verwundet und mußte in der Heimat behandelt werden. In dieser Zeit nahm an einem Reserve-Offizierslehrgang teil und kehrte als Leutnant der Reserve in den Dienst zurück. Zwischenzeitig hatte er sich zur Fliegertruppe gemeldet und wurde er (ab Juli 1915) bei der FEA 7/Köln (an der Fliegerschule Krefeld) zum Flugzeugführer ausgebildet. Ende März 1916 kehrte er an die Front zurück und zwar als Flugzeugführer beim Kagohl 4. Er diente an der Verdun-Front. Im August 1916 gehörte er zu den ersten Angehörigen der neu aufgestellten Jagdstaffel 1. Der Altmeister der Jagdfliegerei, Oswald Boelcke, holte ihn im September 1916 in seine Jagdstaffel 2. Höhne gehört somit zu den ersten Flugzeugführern dieser Abteilung, gemeinsam mit Manfred Freiherr von Richthofen, Erwin Böhme usw. Anfang Januar 1917 wurde er verwundet und diente nach seiner Genesung als Lehrer an Kampfeinsitzerschulen (in der Heimat) sowie Jagdstaffelschule I und Jagdstaffelschule II (an der Front). Erst Ende 1917 kam er wieder zur Jagdfliegerei: er wurde zum ersten Führer der neu aufgestellten Jasta 59 ernannt [Das Buch ‚Die Generale der deutschen Luftwaffe 1939–1945‘ nennt hier die Jasta 52]. Bereits einen Monat später, am 26. Januar 1918, wurde er zum Führer der Jagdstaffel Boelcke, der er selbst Ende 1916 angehört hatte, ernannt. Allerdings blieb er nicht lange: Carl Bolle folgte im am 20. Februar 1918 auf dieser Position. Höhne wurde wieder in der Ausbildung neuer Flugzeugführer bei der Jagdstaffelschule I eingesetzt. Am 22. August wurde ihm der ‚Königliche Hausorden von Hohenzollern mit Schwertern‘ verliehen. Im September 1918 wurde er zur Kampfeinsitzerstaffel (Kest) 6 versetzt, wenig später dann (bis zum Kriegsende) Führer der Kest 8 im Heimatluftschutz.“[3]

Zwischenkriegszeit

Nach dem Krieg, dem Erwerb des Reifezeugnisses und dem Freikorpskampf in Oberschlesien schloß Höhne sein Ingenieurstudium an der Staatlichen Höheren Maschinenbauschule in Stettin mit dem Examen im Allgemeinen Maschinenbau und Elektrotechnik ab. Bis 1933 war er als Betriebsingenieur, Betriebsleiter und Fabrikdirektor größerer Werke tätig. Von 1932 bis 1933 war er kurzzeitig Angehöriger der Allgemeinen SS. Ab Januar 1933 war Höhne als Leiter der getarnten Flugzeugführerschule Breslau-Gandau tätig. 1934 wurde er zum Führer der Hauptübungsstelle Breslau der Fliegerlandesgruppe Schlesien im Deutscher Luftsportverband e. V.

Am 1. Juli 1934 wurde er unter Beförderung zum Hauptmann von der noch getarnten Luftwaffe übernommen und an die Große Kampffliegerschule Lechfeld als Ausbilder kommandiert. Am 1. Oktober 1934 besuchte er den Infanterie–Lehrgang in Döberitz. Am 1. Dezember 1934 wurde er als Lehrer und Adjutant an die Große Kampffliegerschule Fassberg versetzt. Vom 1. April 1936 bis März 1937 diente Höhne als Staffelkapitän im Kampfgeschwader 27 „Boelcke“ in Wunstorf am Steinhuder Meer. Ab dem 15. März 1937 wurde er Kommandeur der I. Gruppe des Kampfgeschwaders 254 in Diepholz, die später nach Fritzlar verlegt und in I. Gruppe/Kampfgeschwader 54 umbenannt wurde. Ab dem 1. Oktober 1938 war er zugleich bis 21. Juni 1941 Fliegerhorst-Kommandant von Fritzlar.

Zweiter Weltkrieg

Im Juli 1939 reiste Höhne als Kurier des Auswärtigen Amtes nach Japan, im Oktober 1939 nach Ende des Polenfeldzugs zum KG 54 zurück. Er nahm am Westfeldzug 1940 teil und führte am 14. Mai 1940 seine Geschwadergruppe über Rotterdam. Er erkannte als einziger die roten Leuchtzeichen der deutschen Fallschirmjäger, die signalisierten, daß die Holländer kapituliert hatten. Höhne drehte mit seiner Kolonne im letzten Moment ab und verhinderte damit noch weiteren Schaden. Des weiteren wurde das Geschwader bei Antwerpen, bei der Panzerschlacht von Namur und bei Dünkirchen eingesetzt.

Am 22. Juni 1940 wurde er Kommodore des Kampfgeschwaders 54 an der Westfront. Unter seiner Führung bewährte sich das KG 54 auch in den ersten Monaten des Ostfeldzuges. Am 15. August 1941 stürzte seine He 111 (Kurierflug von Ohlau aus), nur mit Glück kam er mit dem Leben davon, verbrachte aber bis August 1943 im Lazarett und bei der Genesung. Es konnte nie einwandfrei festgestellt werden, ob es sich dabei um einen technischen Fehler oder gar um Sabotage handelte.

Ab 1. September 1943 bis zur Kapitulation der Wehrmacht im Mai 1945 war er Kommandeur der Luftkriegsschule 4 Fürstenfeldbruck.

Familie

Otto Höhne entstammte einer Chemiker-Familie mit Zuckerfabrik in Oberschlesien, er war zweimal verheiratet mit drei Kindern aus erster und zwei aus zweiter Ehe mit Hildegard, Dorothea „Dorli“ (Lebensrune.png 1948) sowie Ärztin und Schriftstellerin Claudia (Lebensrune.png 1951), die 1975 Jost Gudelius[4] (Lebensrune.png 1942; Oberst der Gebirgsjäger der Bundeswehr sowie Berg- und Skiführer) heiratete (vier Kinder) und das ab Frühjahr 1948 von Otto und Hildegard gebautes Haus am Raut in Jachenau (zwischen den Ortsteilen Tannern und Orth) erweiterten und ausbauten.

Beförderungen

Luftwaffe

Auszeichnungen (Auszug)

Drittes Reich

Zweiter Weltkrieg

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 Veit Scherzer: Die Ritterkreuzträger 1939-1945. Die Inhaber des Eisernen Kreuzes von Heer, Luftwaffe, Kriegsmarine, Waffen-SS, Volkssturm sowie mit Deutschland verbündete Streitkräfte nach den Unterlagen des Bundesarchivs. Scherzers Militaer-Verlag. Ranis/Jena 2007. ISBN 978-3-938845-17-2. S. 395.
  2. Geschichte des Hauses am Raut
  3. Otto Höhne, frontflieger.de
  4. Jost Gudelius (Lebensrune.png 29. Mai 1942 in Berlin-Schöneberg) wurde in Berlin-Schöneberg als Sohn des Obersten Alfred Gudelius und der Elisabeth Emilie Bertha, geb. Schutte (1915–2011) geboren. Die Familie flüchtete aufgrund der Kriegsgeschehnisse des Zweiten Weltkriegs zur Verwandtschaft und so wuchs er in Siegen auf, wo er auch sein Abitur machte. 1960/61 wurde er Übungsleiter beim Deutschen Skiverband, 1966 Heeresbergführer und 1971 auch noch staatlich geprüfter Berg- und Skiführer. Er war 1963 zu den Gebirgsjägern der Bundeswehr gegangen und diente in der Edelweiß-Kaserne in Mittenwald. Später war er u. a. stellvertretender Kommandeur des Gebirgsbataillons 221 bei der Gebirgsjägerbrigade 22 auch in Mittenwald. Von 1984 bis 1988 war er als Oberstleutnant Kommandeur des Gebirgsjägerbataillons 234 bei der Gebirgsjägerbrigade 23. Er wechselt nach Koblenz an das Zentrum Innere Führung der Bundeswehr in die Abteilung Menschenführung und später in das Bundesministerium für Verteidigung. Anschließend wurde er als Oberst stellvertretender Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 11 in Bogen, verließ 1993 die Bundeswehr und arbeitete für die Hanns-Seidel-Stiftung. Später schied er dort aus.