Lüth, Wolfgang

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Wolfgang Lüth (1913–1945)

Wolfgang August Eugen Lüth[1] (Lebensrune.png 15. Oktober 1913 in Riga; Todesrune.png 14. Mai 1945 in Flensburg) war ein deutscher Offizieranwärter der Reichsmarine und Offizier der Kriegsmarine, zuletzt U-Boot-Kommandant, Kapitän zur See und Brillantenträger im Zweiten Weltkrieg. Das Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes wurde nur zweimal an Offiziere der Marine verliehen, an Lüth und Albrecht Brandi.

Bei 17 Feindfahrten und 609 Seetagen mit U 9, U 138, U 43 und U 181 versenkte Lüth 47 Schiffe mit insgesamt 225.755 BRT sowie das französische U-Boot „Doris“ (Q 135) und beschädigte zwei weitere mit 17.343 BRT. Damit war er nach Otto Kretschmer der zweiterfolgreichste U-Boot-Kommandant im Zweiten Weltkrieg.

Eichenlaubträger Wolfgang Lüth

Lebenslauf

Brillantenträger Wolfgang Lüth

Ausbildung

Wolfgang Lüth absolvierte in Riga das Naturwissenschaftliche Gymnasium, legte sein Abitur ab und studierte am Herder–Institut drei Semester drei Semester Rechtswissenschaft.

Reichsmarine

Da es sein sehnlichster Wunsch war, zur See zu fahren, trat Lüth am 1. April 1933 als Offiziersanwärter in die Reichsmarine ein. Seine infanteristische Grundausbildung erhielt er bei der, für ihre besonders harte Ausbildung bekannten 1. Schiffs-Stammabteilung in Stralsund/Dänholm.

Nach der Grundausbildung folgte ein Kommando auf dem Segelschulschiff „Gorch Fock“. Hier wurde er zum Seekadetten befördert. Später diente er auf dem Kreuzer „Karlsruhe“, mit dem er eine Weltreise absolvierte.

Kriegsmarine

Seine Seeoffiziershauptprüfung legte er auf der Marineschule Mürwik ab, und wurde am 1. Oktober 1936 zum Leutnant zur See befördert.

Die im Aufbau befindliche U–Bootwaffe übte auf Lüth einen besonderen Reiz aus, da dort nur die fähigsten Offiziere und Mannschaften aufgenommen wurden. Im Herbst 1937 meldete er sich zur U–Bootwaffe, die sich später als seine Berufung herausstellen sollte, wurde er doch einer der erfolgreichsten Kommandanten, die diese Waffe hervorgebracht hat und zählte somit zu Recht zu den so bezeichneten „Assen der Tiefe“.

Im Spanischen Bürgerkrieg war Lüth Wachoffizier auf U 27. Am 1. Juni 1938 wurde er zum Oberleutnant zur See befördert und fuhr auf verschiedenen U–Booten als 1. Wachoffizier (I. WO)und stellvertretender Kommandant.

Zweiter Weltkrieg

Grabstätte auf dem Adelbyer Friedhof

Sein erstes Kommando über ein eigenes U–Boot erhielt er im Dezember 1939. Mit U 9, einem Boot des Typs II B mit 250 Tonnen Wasserverdrängung (in der U–Bootwaffe „Einbaum“ genannt, da es für die Mannschaft räumlich sehr beengt war und nur 6 Torpedos mitführen konnte) versenkte er auf fünf Feindfahrten in der Irischen See und bei den Färöer–Inseln 16.669 BRT britischen Schiffsraums. Bei einem Sonderunternehmen im Rahmen des Unternehmens „Weserübung“, der überraschenden Besetzung Norwegens durch die deutsche Wehrmacht, sollte er mit anderen U–Booten die Überfahrt deutscher Kriegsschiffe nach Norwegen sichern. Dabei gelang ihm u. a. die Versenkung eines feindlichen U–Bootes.

Nach diesem Einsatz übernahm er U–138 vom Typ II D, mit dem er bis zum 25. September 1940 im Nordatlantik an den britischen Nachschublinien operierte. An nur 27 Seetagen versenkte er 39.971 BRT feindlichen Schiffsraum und erhielt dafür am 24. Oktober 1940 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Als Kommandant von U 43, einem Boot von „Typ IX“ mit 1.050 BRT, ging Lüth in der Zeit von November 1940 bis Februar 1942 im Nordatlantik auf insgesamt sechs Feindfahrten und versenkte dabei 54.795 BRT. Am 9. Mai 1942 übernahm er dann U–181, ein Langstreckenboot vom Typ IX D2.

Der Befehlshaber der U–Boote Admiral Dönitz und sein Operationschef Admiral Godt hatten für den unerschrockenen Kommandanten eine Sonderroute festgelegt: Südafrika und Indischer Ozean. Lüth wusste, welche Strapazen und Beschwernisse diese Fahrt mit sich bringen würde. Ungewohntes Klima, Tausende Seemeilen vom Heimathafen und den Stützpunkten der Kriegsmarine entfernt, bei Havarien der See ausgeliefert. Nur zu festgelegten Zeiten konnten Treibstoff und Torpedos durch einen U–Tanker ergänzt werden. Alles im allem ein Unternehmen, das besonderen Mut und herausragende Fähigkeiten von Kommandant und Besatzung erforderten.

In 128 Seetagen vernichtete Lüth zwölf feindliche Schiffe mit 58.381 BRT. Dafür erhielt Kapitänleutnant Wolfgang Lüth am 17. November 1942 das Eichenlaub. Am 23. März 1943 ging U–181 zu neuer Feindfahrt in See und zwar in das gleiche Operationsgebiet im Indischen Ozean, nur daß die Abwehr der britischen und VS-amerikanischen Kriegsmarine erheblich zugenommen hatte. Während dieser Feindfahrt wurde Kapitänleutnant Lüth am 1. April 1943 zum Korvettenkapitän befördert, erhielt am 15. April die Schwerter und am 11. August die Brillanten zum Ritterkreuz. Erst am 14. Oktober 1943 kehrte U–181 in seinen Heimatstützpunkt St. Nazaire zurück.

In 205 Seetagen vernichtete Korvettenkapitän Lüth 103.712 BRT feindlichen Schiffsraum und absolvierte damit die insgesamt zweitlängste Feindfahrt des gesamten Krieges. Damit war sein Einsatz als aktiver Frontkommandant beendet, denn eine persönliche Weisung des Oberbefehlshabers der Wehrmacht, des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler, verbot den Fronteinsatz von Brillantträgern. Am 15. Januar 1944 übernahm Wolfgang Lüth die 22. U–Bootflottille in Gotenhafen als Flottillenchef.

Letztes Kriegsjahr

Lüth wurde am 1. August 1944 zum Fregattenkapitän befördert und an die Marineschule Flensburg–Mürwik versetzt, wo er die 1. Abteilung als Kommandeur übernahm. Unermüdlich widmete er sich der Ausbildung des Offiziersnachwuchses, der von seinen reichen Erfahrungen als Frontkommandant lernte. Am 1. September wurde er zum Kapitän zur See befördert und am 18. September erfolgte die Ernennung, mit 31 Jahren, zum Kommandeur der Marineschule. Bis dahin war dieses Kommando immer einem Admiral vorbehalten. Mit dieser einmaligen Bevorzugung wurde die Absicht von Großadmiral Dönitz deutlich, diesem hervorragenden Offizier den Weg in die Führungsspitze der Kriegsmarine zu ebnen.

Tod

Gedenkstein für Lüth auf dem Gelände der Marineschule Mürwik

In der Nacht vom 13. auf den 14. Mai 1945 überquerte Lüth das Gelände der Marineschule Mürwik im Sonderbereich Mürwik bei Dunkelheit. Die Sorgen um das künftige Schicksal der Heimat und seiner Kameraden beschäftigten ihn so intensiv, daß er den Anruf des Wachtpostens überhörte. Der letzte scharfe Schuß des Krieges aus einer deutschen Waffe beendete in diesen chaotischen Tagen das Leben eines Offiziers, der den Tod an den Fronten des Meeres hundertfach besiegt hatte. So endete das Ringen der Atlantikschlacht mit einem tragischen Irrtum. Auf dem Boden seiner besiegten, zertrümmerten Heimat wurde Wolfgang Lüths Leben ausgelöscht.

Staatsbegräbnis

Am 16. Mai 1945 fand das Staatsbegräbnis der Regierung Dönitz statt, der Sarg von Wolfgang Lüth wurde in der Aula der Marineschule aufgebahrt. Sechs Ritterkreuzträger der U-Bootwaffe (darunter Georg Lassen und Reinhard Hardegen) hielten mit gezogenem Degen die Ehrenwache. Reichspräsident Großadmiral Dönitz hielt die Trauerrede, dann trugen U-Bootkommandanten den Sarg zum Friedhof der Gemeinde Adelby. Der Kommandant von U-333 Ali Cremer kommandierte den Ehrensalut. Zum letzten Mal wurde für einen Offizier der Kriegsmarine der letzte Gruß geschossen.

Späte Würdigung

Zwölf Jahre nach seinem Tod, am Volkstrauertag 1957, ließ Korvettenkapitän Karl Peter (Oberleutnant zur See der Kriegsmarine und späterer Konteradmiral), der unter Lüth an der Schule als Gruppenoffizier gedient hatte, zusammen mit den Fähnrichen der Crew V/56 im Beisein von Frau Lüth und ihren Kindern unweit der Stelle, wo Lüth den Tod fand, einen Gedenkstein setzen. Ritterkreuzträger Otto Schuhart (der als erster U-Boot-Kommandant ein Flugzeugträger versenkt hatte), damals Ausbildungsleiter der Marineschule Mürwik, hielt dazu die Gedenkrede.

Familie

Der im Baltenland geborene Lüth war der Sohn des Trikotagenfabrikanten August Lüth (1872–1947) und seiner Gemahlin Elfriede, geborene Schindler (1876–1957). 1939 heiratete Lüth in Saßnitz seine Verlobte Ilse Lerch (Lebensrune.png 1915), Tochter des Handelsschiffskapitäns Otto Lerch (1886–1958). Aus der Ehe sind vier Kinder entsprossen, zwei Söhne und zwei Töchter.

Ein Enkel von Lüth ist der langjährige Sprecher der AfD, Christian Lüth.[2]

Feindfahrten

„Ritter der Tiefe“ Lüth kehrt gemeinsam mit seiner stolzen Besatzung von erfolgreicher Feindfahrt mit zahlreichen Siegeswimpeln am Seerohr zurück.

Feindfahrten U 9

  • 16. Januar bis 22. Januar 1940
    (2 Schiffe mit 2.367 BRT versenkt)
  • 6. Februar bis 12. Februar 1940
    (2 Schiffe mit 7.208 BRT versenkt)
    • das zweite Schiff, die britische „San Tiburcio“ mit 5.995 BRT wurde von einer U-9-Mine am 4. Mai 1940 versenkt, die am 10. Februar 1940 von Lüth gelegt wurde
  • 3. März bis 6. März 1940
  • 14. März bis 19. März 1940
  • 4. April bis 24. April 1940
  • 5. Mai bis 15. Mai 1940
    (2 Schiffe mit 3.838 BRT und 1 U-Boot mit 552 BRT versenkt)
  • 16. Mai bis 27. Mai 1940
    (1 Schiff mit 3.256 BRT versenkt)

Feindfahrten U 138

  • 10. September bis 25. September 1940
    (4 Schiffe mit 34.644 BRT versenkt)
  • 8. Oktober bis 20. Oktober 1940
    (1 Schiff mit 5.327 BRT versenkt, 1 Schiff mit 6.993 BRT beschädigt)

Feindfahrten U 43

  • 9. November bis 10. November 1940
  • 17. November bis 18. Dezember 1940
    (3 Schiffe mit 21.262 BRT versenkt, 1 Schiff mit 10.350 BRT beschädigt)
  • 13. Mai bis 1. Juli 1941
    (3 Schiffe mit 8.017 BRT versenkt)
  • 2. August bis 23. September 1941
  • 10. November bis 16. Dezember 1941
    (3 Schiffe mit 17.979 BRT versenkt)
  • 30. Dezember 1941 bis 22. Januar 1942
    (3 Schiffe mit 17.469 BRT versenkt)

Feindfahrten U 181

  • 12. September 1942 bis 18. Januar 1943
    (12 Schiffe mit 58.381 BRT versenkt)
  • 23. März bis 14. Oktober 1943
    (10 Schiffe mit 45.331 BRT versenkt)

Bildergalerie

Auszeichnungen (Auszug)

Beförderungen

Literatur

  • Karl Alman: Wolfgang Lüth - Der erfolgreichste U-Boot-Kommandant des 2. Weltkrieges (Bestellmöglichkeit)
  • Günter Fraschka: Mit Schwertern und Brillanten, Limes-Verlag, 7. Auflage, 1977, ISBN 3809021229

Siehe auch

Verweise

Fußnoten

  1. Lüth, Wolfgang August Eugenww2awards.com (englischsprachig)
  2. Christian Lüth hatte früher für die FDP und die Friedrich-Naumann-Stiftung in Honduras gearbeitet. Nachdem die Liberalen 2013 den Einzug in den Bundestag verpassten, wandte er sich der AfD zu. Zuerst wirkte er als Pressesprecher der Bundespartei, nach dem Einzug der AfD in den Bundestag 2017 dann als Pressesprecher der Bundestagsfraktion, bis April 2020.
  3. Günter Fraschka: Mit Schwertern und Brillanten: Die Träger der höchsten deutschen Tapferkeitsauszeichnung, Universitas Verlag, Wiesbaden/ München, 10. Auflage 2002, S. 324, ISBN 3-8004-1435-X