Cohn-Bendit, Daniel

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Daniel Cohn-Bendit (richtiger Name: Kuron Mod[el]zelewski; Lebensrune.png 4. April 1945 in Montauban, Frankreich) ist ein jüdischer mehrstaatiger Politiker (Bündnis 90/Die Grünen und Les Verts) und Publizist. Von 1994 bis 2014 war er Mitglied des Europäischen Parlaments – Spitzname: „roter Dany“.[1]

1968 wurde er der prominenteste Sprecher vom Pariser Mai-Krawall 1968. Nach seiner Ausweisung aus Frankreich war er in der BRD in der Außerparlamentarischen Opposition (APO) aktiv. In der Sponti-Szene von Frankfurt am Main spielte er in den 1970er Jahren eine führende politische Rolle und war Herausgeber einer Stadtgazette mit dem Namen „Pflasterstrand“. Gemeinsam mit Joschka Fischer suchte er von Beginn an seinen Aufstieg in der alternativen Bewegung, 1984 wurde er Mitglied der Grünen.

Oberbürgermeister Volker Hauff machte ihn 1989 im ersten rot-grünen Magistrat der Stadt Frankfurt zum ehrenamtlichen Dezernenten für multikulturelle Angelegenheiten. 1994 wurde er in das Europäische Parlament gewählt, wo er seit 2002 zusammen mit Monica Frassoni als Co-Vorsitzender die Grünen-Fraktion leitete. Er kandidierte abwechselnd für die deutschen und die französischen Grünen. Cohn-Bendit schrieb politische Bücher und war Moderator in verschiedenen Fernsehsendungen. Er ist BRD-Reisepaßinhaber und seit 1997 mit Ingrid Apel verheiratet.

Daniel Cohn-Bendit

Leben

Herkunft

Daniel Cohn-Bendits jüdischer Vater Erich Cohn-Bendit, nach Cohns Aussage „ein linker Atheist“ und engagierter Anhänger Trotzkis, war 1933 nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten aus Berlin geflohen, weil ihm als Anwalt der „Roten Hilfe“ die Verhaftung drohte. Seine frühe Kindheit verbrachte Cohn-Bendit in der Normandie und in Paris. 1958 siedelte er mit seiner französischen Mutter Herta nach Frankfurt/Main über, wo sich sein Vater 1952 als Anwalt niedergelassen hatte. Cohns neun Jahre älterer Bruder, der in Frankreich geblieben war, wurde als Studienrat in St. Nazaire berufstätig.

Ausbildung

Cohn-Bendit besuchte in Oberhambach bei Heppenheim die Odenwald-Schule. Einer seiner Lehrer, der Franzose Ernest Jouhy, war bis zum Ungarnaufstand 1956 Mitglied der Kommunisten Partei Frankreichs. Der Direktor der Schule beschrieb ihn als progressiv eingestellten, einfallsreichen und ungewöhnlich temperamentvollen Jungen.

Nach dem Abitur (1965) kehrte Cohn-Bendit, dessen Eltern inzwischen verstorben waren[2], mit einem Wiedergutmachungsstipendium, welches das Land Hessen finanzierte, nach Frankreich zurück und begann an der Pariser Vorort-Universität Nanterre Soziologie zu studieren. Dort war Cohn-Bendit Einpeitscher der Mai-Unruhen 1968, die Frankreich an den Rand eines Bürgerkrieges brachten. Von den französischen Behörden ausgewiesen, wirkte er in Deutschland als ein Anführer der sogenannten APO (Außerparlamentarischen Opposition) mit.[3] Seine Bewerbung um die französische Staatsbürgerschaft wurde abgewiesen, obwohl sein neun Jahre älterer Bruder Gabriel, der Lehrer an einem Gymnasium in Saint-Nazaire war, sie erhalten hatte.

Zwar ist jeder ein Franzose, der in Frankreich geboren ist, Cohn-Bendit hatte jedoch im Alter von 16 Jahren für die deutsche Staatsbürgerschaft optiert. In späteren Jahren tauchte ein weiteres Hindernis auf: Nach Artikel 68 des französischen Staatsangehörigkeitsgesetzes kann niemand eingebürgert werden, dessen Lebensführung nicht den „guten Sitten“ entspricht. Cohn-Bendit hat die französische Staatsbürgerschaft nie wieder beantragt.

1968

Mitte der 60er Jahre begannen sich in vielen europäischen Ländern die Studenten zu politisieren. Während in Deutschland die Außerparlamentarische Opposition das links vom etablierten Parteienspektrum entstandene Vakuum ausfüllte, gab es in Frankreich eine starke kommunistische Partei, mit der CGT einen kommunistischen Gewerkschaftsbund. Die Pariser Studenten waren in ihrer Mehrheit linkssozialistisch gesinnt und in Studentenvereinigungen mit verschiedenen politischen Ausrichtungen zusammengeschlossen. An der Universität Nanterre gingen unorganisierte und marxistisch-anarchistisch orientierte Studenten 1968 zu direkten Aktionen über. Sie hielten sich nicht mehr an die Hausordnungen der Studentenwohnheime, die keine Besuche nach 23.00 Uhr mehr gestatteten und ihnen den Zutritt zu den Pavillons ihrer Kommilitoninnen verboten.

Nachdem etliche Studenten bei einer Demonstration gegen den Vietnamkrieg verhaftet worden waren, besetzten sie den Sitzungssaal der philosophischen Fakultät, schlossen sich in einem „Ausschuß für herrschaftsfreie Kreativität“ zusammen und versahen die Mauern der Universität mit Wandzeitungen und meterhohen Breton-Zitaten. Cohn-Bendit gehörte zu den Aktivsten und wurde folgerichtig im Januar 1968 vor die Disziplinarkommission der Universität zitiert.

„Ich bin ein anarchistischer Marxist. Für mich ist die grundlegende Analyse von Marx richtig, die Analyse der kapitalistischen Gesellschaft. Aber die Organisationsformen, die sich die kommunistische Bewegung gegeben hat, lehne ich vollkommen ab. Sie bringen keine neue Gesellschaft zustande, sondern nur neue autoritäre Herrschaft. Hier gibt es einen Bruch zwischen marxistischer Theorie und kommunistischer Praxis. Wir wollen diesen Bruch wieder aufheben...“[4]

Er hielt Kontakt zu linken Freunden in der Bundesrepublik und wurde einer der führenden Redner der Studentenbewegung und einem größeren Publikum als „Dany le Rouge“ bekannt, als er vorschlug, die französische Trikolore durch eine Rote Fahne zu ersetzen. Nach dem Tod Benno Ohnesorgs in Berlin (2. Juni 1967) erklärte er:

„Man soll nach diesem ersten Toten in Deutschland nicht glauben, daß das Gewaltpotential in anderen Ländern kleiner ist.“

Auf dem Internationalen Vietnam-Kongreß im Februar 1968 in Berlin lernte er den Aktivisten der westdeutschen APO, Rudi Dutschke, kennen. Das Attentat auf Dutschke wenige Wochen später war Anlaß für Cohn-Bendit, die französischen Studenten zu mobilisieren: er lud den SDS-Vorsitzenden Karl Dietrich Wolff nach Nanterre ein. Nach den Mai-Unruhen in Paris, bei denen die Boulevard-Presse zu ihrer Berichterstattung eine Symbolfigur brauchte und ihn als prominenten Anführer darstellte, wurde er am 21. Oktober 1968 aus Frankreich ausgewiesen und ihm wegen angeblich „revolutionärer Aktionen“ zeitweilig eine Rückreise von Deutschland nach Frankreich verweigert.

Die Sponti-Jahre

Cohn-Bendit ließ sich in Frankfurt am Main nieder. Er wurde zunächst wie sein späterer WG-Genosse Joschka Fischer Mitglied der Gruppe „Revolutionärer Kampf“, die erfolglos die sozialistische Revolution zu erreichen versuchte, indem einige als Arbeiter in den Fabriken von Hoechst und Opel tätig wurden, um die Arbeiterschaft zu agitieren und zu mobilisieren. Anfang der 70er Jahre entwickelte sich die Sponti-Szene, lose verbundene undogmatische Gruppen im Umfeld der Universitäten, die im Gegensatz zu den marxistisch-leninistischen nicht auf die Organisation des Klassenkampfes setzten, sondern auf den „spontanen Widerstand der Massen“: „Kommt Zeit, kommt Rat, kommt Attentat“. Ein neuer Subjektivismus entstand, das Sozialistische Büro erklärte auf dem „Anti-Repressionskongreß“ zu Pfingsten 1976: „Uns treibt nicht mehr der Hunger nach Essen, uns treibt der Hunger nach Freiheit, Liebe, Zärtlichkeit, nach anderen Arbeits- und Verkehrsformen.“[5] Cohn-Bendit eröffnete mit Freunden die „Karl-Marx-Buchhandlung“, in deren Keller Joschka Fischers Bücher antiquarisch zu erstehen waren, und engagierte sich als Erzieher in einem antiautoritären Kinderladen der Universität Frankfurt.

Am 4. Dezember 1974 besuchte Cohn-Bendit als Dolmetscher zusammen mit Jean-Paul Sartre den RAF-Terroristen Baader in Stuttgart-Stammheim und arbeitete auch in der darauffolgenden Pressekonferenz als Sartres Dolmetscher. In der Ablehnung dieses Besuchsantrages durch den späteren von der RAF ermordeten Generalbundesanwalt Siegfried Buback wird Cohn-Bendit als „Anarchist“ bezeichnet.[6]

Ab 1978 fungierte er als Herausgeber sowie als Chefredakteur des Alternativ-Magazins „Pflasterstrand“, des Organs der linken Sponti-Szene.[7] Seine Ausweisung wurde aufgehoben, dennoch blieb Cohn-Bendit in Frankfurt. Die Auseinandersetzung zwischen Fundis und Realos um den richtigen Weg, der lange Zeit die Grünen prägte, fand schon vor deren Gründung statt. Cohn-Bendit war der Lieblingsgegner fundamentalistischer neomarxistischer Organisationen, die sich gegen die realistischen Spontis wandten. Als sein Buch Der große Basar erschienen war, war darüber im theoretischen Organ des KBW zu lesen:

„Klar ist aber auch, daß die Arbeiterklasse sich solche Gestalten merken wird. Cohn-Bendits größter Wunsch ist es, der Tour de France mit dem Motorrad hinterherzufahren, und sein zweitgrößter Wunsch ist es, ,nach der Revolution Sportreporter zu werden‘. Nun, die Revolution wird da anderer Meinung sein. Es gibt nur zwei Möglichkeiten. Entweder er wird von der Arbeiterklasse eine nützliche Arbeit zugewiesen bekommen, etwa in einer Fischmehlfabrik in Cuxhaven, oder er wird während der Revolution durch die Massen an den nächsten Baum befördert.“ [8]

Cohn-Bendit distanziert sich heute von seinen früheren Ansichten. So kritisierte er im Mai 2005 die kapitalismuskritische Heuschreckendebatte, die Franz Müntefering angestoßen hatte, als „Sprache von Gestern“ und fordert schnellere Reformen.

1998 nahm die Frankfurter Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen Strafvereitelung gegen Cohn-Bendit auf. Cohn-Bendit hatte Hans-Joachim Klein, der sich bereits 1975 vom Terrorismus gelöst hatte und in Frankreich lebte, beim Untertauchen geholfen und sich vergeblich bei den deutschen Behörden dafür eingesetzt, ihn nicht zu bestrafen. Im April 2007 wurde das Verfahren eingestellt, da die nachgewiesene Schuld Cohn-Bendits gering ausgefallen sei und er sich sehr kooperativ bei den Ermittlungen verhalten habe.[9]

EU-Gesandter

Als EU-Gesandter 2011 setzte sich Cohn-Bendit energisch für ein militärisches Eingreifen zum „Schutz der Zivilbevölkerung“ in Libyen ein.

Kinderladen

Zum Vorwurf des Sexuellen Mißbrauchs von Kindern

Die Journalistin Bettina Röhl wies darauf hin, daß eine längere Passage von Cohn-Bendits Buch „Der große Basar“ (1975) als Eingeständnis des mehrfachen Sexuellen Mißbrauchs von Kindern verstanden werden könne. Röhl bezog sich dabei auf folgende Passage des Buches:

„Ich hatte schon lange Lust gehabt, in einem Kindergarten zu arbeiten. [...] Mein ständiger Flirt mit allen Kindern nahm bald erotische Züge an. Ich konnte richtig fühlen, wie die kleinen Mädchen von fünf Jahren schon gelernt hatten, mich anzumachen. [...] Es ist mir mehrmals passiert, daß einige Kinder meinen Hosenlatz geöffnet und angefangen haben, mich zu streicheln. Ich habe je nach den Umständen unterschiedlich reagiert, aber ihr Wunsch stellte mich vor Probleme. Ich habe sie gefragt: ,Warum spielt ihr nicht untereinander warum habt ihr mich ausgewählt und nicht andere Kinder?‘ Aber wenn sie darauf bestanden, habe ich sie dennoch gestreichelt. Da hat man mich der ,Perversion‘ beschuldigt. Unter Bezug auf den Erlaß gegen ,Extremisten im Staatsdienst‘ gab es eine Anfrage an die Stadtverordnetenversammlung, ob ich von der Stadtverwaltung bezahlt würde. Ich hatte glücklicherweise einen direkten Vertrag mit der Elternvereinigung, sonst wäre ich entlassen worden. [...] Eines der Probleme im Kindergarten war, daß die Liberalen die Existenz der Sexualität allenfalls anerkannten, während wir versucht haben, sie zu entwickeln und uns so zu verhalten, daß es den Kindern möglich war, ihre Sexualität zu verwirklichen.“[10]

Weiter berichtet er über seine Arbeit mit Kindern:

„Ich arbeite mit kleinen Kindern [...] Ich gehe um 9 Uhr morgens hin und finde dort meine acht kleinen Knirpse zwischen 16 Monaten und zwei Jahren. Ich wasche ihnen den Popo ab. Ich kitzle sie, sie kitzeln mich. Wir tätscheln uns. [...] Zuviel Tätscheln? Das ist lächerlich! Ich setze ihnen keine Ideen in den Kopf. Wissen sie, die Sexualität eines kleinen Kindes ist etwas absolut phanatisches. Mann muß aufrichtig sein, seriös. [...] Bei den ganz kleinen ist es was anderes, aber bei den Vier- bis Sechsjährigen. Wissen Sie, wenn ein kleines fünf-, fünfeinhalbjähriges Mädchen beginnt, sie auszuziehen, ist das phantastisch. Es ist phantastisch, weil es ein Spiel ist, ein wahnsinnig erotisches Spiel.[11]

Der ehemalige Bundesaußenminister Klaus Kinkel (FDP) lieferte sich 2001 über die Presse einen öffentlichen Schlagabtausch mit Cohn-Bendit über diese Angelegenheit. Abschließend stellte Kinkel dazu folgendes fest:

„Cohn-Bendit hat wenige Minuten nachdem ich ihm den Brief gefaxt habe zurückgerufen. Er zeigte sich betroffen. Das reicht aber nicht. Seine Reaktion klingt nach Rechtfertigung. Wer nur einen kleinen Funken Verantwortung spürt, darf in so einer ungeheuerlichen Sache nicht nach Rechtfertigung suchen. Cohn-Bendit hat sich selbst zum großen Moralisierer der 68er erklärt, und seine Reaktion jetzt entlarvt ihn. Das Muster ist bei allen dasselbe. Der eine wirft Steine, der andere schreibt solches Zeug. Dann sagen sie: Es war nicht so gemeint. Und es wird verziehen.“[12]

Cohn-Bendit vertreibt die türkischen Kinder

Über seine Zeit im Kinderladen schreibt Cohn-Bendit in seiner Autobiographie:

„Nahe der Universität gab es ein von Türken besetztes Haus. Zehn Familien mit einer unglaublichen Zahl von Kindern. Dreißig oder 40 von diesen Kindern sind in den Kindergarten gekommen, um zu schaukeln und Feuer zu machen. [...] Diese türkischen Kinder waren zehn oder zwölf Jahre alt. Sie haben alles kaputtgemacht, die anderen waren ihnen egal, sie haben alles gegessen, alles auf die Erde geworfen, die Malstifte zerbrochen. Sie hatten solche Sachen noch nie gesehen, weil sie selber nichts besaßen. Bald hatten sie den Kindergarten vollständig besetzt, und wir waren gezwungen, sie wegzuschicken, weil die Kleineren Angst vor ihnen hatten. Moralisch hatte ich eher die Tendenz, diese türkischen Kinder zu verteidigen, die überall zurückgestoßen wurden, aber ich konnte ihnen nicht erlauben, dazubleiben. An diesem Punkt habe ich mit dem Kindergarten gebrochen. Ich habe mich gefragt – und andere übrigens auch – was es nützt, wenn man in einem solchen Kindergarten arbeitet.“[13]

Realpolitiker bei den Grünen und Stellung zum Kommunismus

Bei den hessischen Landtagswahlen 1978 wurde Cohn-Bendit auf den siebten Platz der Grünen Liste Hessen (GLH) gewählt, einem Vorläufer von Bündnis90/Die Grünen, gelangte jedoch nicht in den Landtag, weil die GLH an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte. Spätestens seit diesem Zeitpunkt wurde Cohn-Bendit zu denjenigen Vertretern in der Sponti-Szene gerechnet, die sich zur parlamentarischen Demokratie bekannten.

1984 trat er den Grünen bei, wo er von Anfang an dem Realo-Flügel angehörte. Während der Amtszeit von Joschka Fischer als hessischer Umweltminister 1985–87 war er dessen enger Berater. Als Realo-Politiker trat er schon früh für rot-grüne Bündnisse ein. 1989 äußerte er sogar scherzhaft den Wunsch, nach der Bundestagswahl 1990 deutscher Außenminister unter Oskar Lafontaine werden zu wollen, um so als persona non grata, die Jahre zuvor noch aus Frankreich ausgewiesen wurde, in Frankreich einen Staatsempfang zu erhalten.

Seine Ablehnung des Kommunismus begründete er auch mit den autoritären Strukturen des real existierenden Sozialismus. 1986 erläuterte er seine antikommunistische Haltung folgendermaßen:

„Ich glaube, man muß die Rechten im Antikommunismus links überholen und zeigen, daß wir die besseren Antikommunisten sind, weil wir eigentlich die wahren Antitotalitären sind, daß der Ursprung von Totalitarismus der autoritäre Charakter ist, sei es nationalsozialistischer Prägung, sei es bolschewistischer Prägung.“

Film, Funk und Fernsehen

Mitte der 1980er Jahre kontaktierte Cohn-Bendit die Schauspielerin Claude Jade. Er plante, den Doinel-Zyklus von François Truffaut mit ihr und Jean-Pierre Léaud fortzusetzen. Das Projekt zerschlug sich. 1991 realisierte er in Co-Regie mit Peter F. Steinbach und mit Unterstützung der Filmförderung Hamburg den Film C’est la vie mit Jean-Pierre Léaud, eine Erinnerung an die wilden 60er Jahre, in dem er eine Nebenrolle als erfolgloser Kleinkrimineller spielt. Beim französischen Hörfunksender Europe 1 moderierte er Anfang der 80er Jahre die Sendung Freies Wort für alle, die weniger verdienen wollen, um besser leben zu können. Als Nachfolger von Elke Heidenreich moderierte Cohn-Bendit von 1994 bis 2003 den Literatur-Club des Schweizer Fernsehens.

Seit 2005 moderierte er die vierzehntägliche Diskussionssendung Cohn-Bendit trifft... beim (inzwischen eingestellten) Fernsehsender terranova.

Dezernent für Multikulturelles in Frankfurt am Main

Oberbürgermeister Volker Hauff ernannte wenige Monate nach seiner Wahl im Juli 1989 Daniel Cohn-Bendit zum Dezernenten für Multikulturelle Angelegenheiten. Etwa ein Viertel der Frankfurter Bevölkerung hat keinen deutschen Paß und deswegen kein kommunales Wahlrecht. Die Einrichtung der Kommunalen Ausländervertretung, ein von den in Frankfurt lebenden Ausländern gewähltes Parlament, war eines der wichtigsten Projekte Cohn-Bendits. Deren Wirkungsmöglichkeiten sind allerdings durch die Beschränkungen der Hessischen Gemeindeordnung auf Anfrage- und Anhörungsrechte begrenzt. Sein Dezernentenamt legte Cohn-Bendit zur Kommunalwahl 1997 nieder. Für „herausragende Leistungen zur Entwicklung und zum Verständnis von Multikulturalität und Integration von Minderheiten“ verlieh ihm die Katholische Universität Brabant in Tilburg (Niederlande) die Ehrendoktorwürde.

Engagement als „Bellizist“

Noch Anfang 1991 hatte Cohn-Bendit vor dem Zweiten Golfkrieg die Friedensbewegung unterstützt und gefordert, nach friedlichen Lösungen zu suchen. Während der Jugoslawienkriege war Cohn-Bendit aber einer der ersten, die ein militärisches Eingreifen der westeuropäischen Staaten forderten.

Auf dem Sonderparteitag der Grünen in Aachen 1993 gehörte er zur Minderheit der etwa 30 Köpfe umfassenden „Bellizisten“. Als 1998 ein Kriegseinsatz im Kosovo akut wurde, der erste Einsatz der NATO „out of area“, forderte er statt der beschlossenen Luftangriffe den Einsatz von Bodentruppen. Der damalige Außenminister Joschka Fischer wollte so weit nicht gehen.

Der Weg ins Europa-Parlament

Dem „Grenzgänger“ Cohn-Bendit gelang im Juni 1994 der Einzug in das Europaparlament. In Frankfurt holte er 17,8 Prozent der Stimmen für die Grünen, die deutschlandweit gut zehn Prozent der Wählerstimmen erhielten. Im Juni 1999 zog er nach einem dreimonatigen Wahlkampf in der französischen Provinz als Spitzenkandidat der französischen Grünen (Les Verts) in das Europaparlament ein. In Paris stimmten 17 Prozent der Wähler für „Dany le Vert“, landesweit 9,7 Prozent. 2001 unterstützt er die französischen Grünen in ihren Kommunalwahlkampf. Seit 2002 ist er zusammen mit Monica Frassoni Kovorsitzender der Grünen-Fraktion im Europäischen Parlament. 2003 erregte er durch seine Zuwendung zu Themen der Informationsgesellschaft (Software-Patente) große Aufmerksamkeit und initiierte die Gründung der Europäischen Grünen Partei, die 32 einzelne Mitgliedsparteien vereint.

2004 ging er wieder als Kandidat der deutschen Grünen bei der Europawahl ins Rennen, nachdem er auf dem Bundesparteitag in Dresden auf den zweiten Listenplatz und damit zum männlichen Spitzenkandidaten gewählt wurde. Mit Beginn der 6. Wahlperiode des europäischen Parlaments arbeitete Cohn-Bendit im Ausschuß für Wirtschaft und Währung und im Ausschuß für konstitutionelle Fragen. Als Co-Fraktionsvorsitzender der europäischen Grünen ist er außerdem Mitglied der Präsidentenkonferenz des Europaparlaments.

Theodor-Heuss-Preis

Demonstration gegen die Verleihung des Theodor-Heuss-Preises

Am 20. April 2013 bekam Daniel Cohn Bendit – unter großem Protest wegen seiner pädokriminellen Vorlieben – den Theodor-Heuss-Preis überreicht. Der Präsident des Bundes„verfassungs“gerichts, Andreas Voßkuhle, blieb aus Protest der Veranstaltung fern und sagte seine Festrede, die er halten wollte, ab. Seine Begründung lautete, daß er nicht das Zeichen setzen will, das Gericht würde solche Aussagen, wie sie Cohn-Bendit in den 70er und 80er Jahren machte, tolerieren.[14] Vor dem Gebäude fand eine Demonstration statt, bei der die Demonstranten gegen die Verleihung protestierten.[15]

Zitate

  • „Es ist mir mehrmals passiert, daß einige Kinder meinen Hosenlatz geöffnet und angefangen haben, mich zu streicheln. Ich habe je nach den Umständen unterschiedlich reagiert, aber ihr Wunsch stellte mich vor Probleme. Aber wenn sie darauf bestanden, habe ich sie dennoch gestreichelt.“[16]
  • „Die multikulturelle Gesellschaft ist hart, schnell, grausam und wenig solidarisch, sie ist von beträchtlichen sozialen Ungleichgewichten geprägt und kennt Modernisierungsgewinner ebenso wie Modernisierungsverlierer, sie hat die Tendenz, in eine Vielzahl von Gruppen und Gemeinschaften auseinanderzustreben sowie die Verbindlichkeit ihrer Werte einzubüßen.“ [17]
  • „Wir, die Grünen, müssen dafür sorgen, so viele Ausländer wie möglich nach Deutschland zu holen. Wenn sie in Deutschland sind, müssen wir für ihr Wahlrecht kämpfen. Wenn wir das erreicht haben, werden wir den Stimmenanteil haben, den wir brauchen, um diese Republik zu verändern.“[18][19]
  • „Es gibt ziemlich viele Drogen. Milde Drogen. Wir verteidigen das. Haschisch-Küchlein sind phantastisch. Ich habe heute Abend eins gegessen – phantastisch, sage ich Ihnen. Ich fühle mich fit, entspannt, das geht sehr gut für mich.“
  • „Ich lebe in Deutschland als Bastard, transnational ... Die Geschichte dieses Landes provoziert Ekel und Verachtung.“ — Quelle: „Münchner Reden über das eigene Land“

Werke (Auswahl)

  • Agitationsmodell für eine Revolution (1968)
  • Der große Basar. Gespräche mit Michel Lévy, Jean-Marc Salmon, Maren Sell. Trikont-Verlag, München 1975, ISBN 3-920385-82-9
  • Euro für alle. Das Währungs-Wörterbuch. Dumont, Köln 1998, ISBN 3-7701-4589-5 (mit Olivier Duhamel)
  • Heimat Babylon. Das Wagnis der multikulturellen Demokratie. Hoffmann & Campe, Hamburg 2003, ISBN 3-455-10307-3 (mit Thomas Schmid)
  • Linksradikalismus. Gewaltkur für die Alterskrankheit des Kommunismus. Rowohlt, Hamburg 1968 (mit Gabriel Cohn-Bendit, zuerst als Le gauchisme – remède à la maladie sénile du communisme, übersetzt von Wolfgang Brokmeier u. a.)
  • Quand tu seras président. Laffont, Paris 2004, ISBN 2-221-09952-4 (mit Bernard Kouchner)
  • 1968 Die letzte Revolution die noch nichts vom Ozonloch wußte. Wagenbachs Taschenbücherei, Berlin 1988, ISBN 3-8031-2161-2 (mit Reinhard Mohr)
  • Wir haben sie so geliebt, die Revolution. Philo-Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-8257-0249-9
  • Xénophobies. Histoires d’Europes. Grasset, Paris 1998, ISBN 2-246-57611-3 (mit Thomas Schmid)

Filme

  • C’est la vie (1991)
  • Juden in Frankfurt (1993)

Auszeichnungen (Auszug)

Bildergalerie

Filmbeitrag

Zionist Daniel Cohn-Bendit


Pädophilie Cohn-Bendit (Grüne)

Literatur

  • Sabine Stamer: Cohn-Bendit – Die Biographie, Europa, Hamburg/Wien 2001 ISBN 3-203-82075-7

Verweise

Fußnoten

  1. BILD, 30. März 2010: Grünen-Politiker Cohn-Bendit – Was hat er denn da für Schweinkram geschrieben?
  2. Daniel Cohn-Bendit hatte sich 16jährig für die deutsche Staatsbürgerschaft entschieden.
  3. David Korn: Wer ist wer im Judentum? – FZ-Verlag ISBN 3-924309-63-9
  4. zitiert nach Claassen/Peters, a.a.O., S. 47
  5. zitiert nach Manfred Görtemaker: Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, München 1999, ISBN 3-596-16043-X
  6. http://www.bundesarchiv.de/aktuelles/aus_dem_archiv/galerie/00166/index.html?index=0&id=4&nr=1# Verweis defekt, gelöscht oder zensiert!
  7. 3sat, Kulturzeit, 24. Mai 2013: In den 1970er Jahren gab es auch von anderen noch mehr Äußerungen zu Sexualität von Kindern und Erwachsenen – etwa im Magazin für die Frankfurter Linke, „Pflasterstrand“, in dem Cohn-Bendit laut „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ presserechtlich zuständig zeichnete.
  8. Vgl. die Zeitschrift Kommunismus und Klassenkampf Nr. 6, September 1976, S. 286–288, hier: S. 288
  9. Vgl.: Focus 16/2007
  10. Daniel Cohn-Bendit: Der große Basar. Gespräche mit Michel Lévy, Jean-Marc Salmon, Maren Sell. Trikont-Verlag, München 1975, ISBN 3-920385-82-9, S. 139, S. 140, S. 143, S. 147
  11. Sein Bekenntnis im französischen Fernsehen: Ausschnitt auf YouTube
  12. Die Kinkel-Cohn-Bendit-Kontroverse, Berliner Zeitung, 1. Februar 2001
  13. Vgl.: Der große Basar, S. 144
  14. Proteste bei Auszeichnung Cohn-Bendits, FAZ, 20. April 2013
  15. Proteste bei Auszeichnung Cohn-Bendits mit Theodor-Heuss-Preis, Stern, 20. April 2013
  16. Vgl. die Zeitschrift „Das Da“, Ausgabe 8/1976
  17. Daniel Cohn-Bendit / Thomas Schmid: Wenn der Westen unwiderstehlich wird. Die multikulturelle Gesellschaft muß als Wirklichkeit anerkannt werden, in: „Die Zeit“ vom 22. November 1991, S. 5
  18. Die Gesinnung der linken Rassisten in Deutschland!, Der Honigmann sagt..., 8. April 2011
  19. Verweis defekt, gelöscht oder zensiert!
  20. Vorstand und Kuratorium der Theodor Heuss Stiftung haben beschlossen, den Politiker und Publizisten Daniel Cohn-Bendit mit dem 48. Theodor Heuss Preis auszuzeichnen. Er erhält die Auszeichnung angesichts seines langjährigen außerordentlichen Engagements, als Ideengeber und Politiker immer wieder auf Veränderung einzugehen, Lösungen zu suchen und dadurch stets neue Wege in der Demokratie zu beschreiten.