Fallschirm-Panzer-Division 1 „Hermann Göring“

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Die Fallschirm-Panzer-Division 1 „Hermann Göring“ (abgekürzt: Fallschirm-Panzer-Div 1 HG) war eine Panzerdivision im Zweiten Weltkrieg, die zwar formal der deutschen Luftwaffe unterstellt war, jedoch im Rahmen von Heeresverbänden eingesetzt wurde. Ihre Soldaten wurden aus Freiwilligen wie der Hitlerjugend rekrutiert. Sie kämpfte in Nordafrika, Sizilien, Italien und an der Ostfront. Während des Krieges wurde sie von einem Regiment bis zu einem Panzerkorps vergrößert. Stationiert war die Einheit in Berlin. Gegründet wurde sie vom Reichsmarschall Hermann Göring.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ärmelstreifen „Hermann Göring“
Truppenfahne des I. Bataillons des Regiments „General Göring“
Plakat zur Anwerbung

Historische Übersicht

Schützenpanzerwagen Sd.Kfz. 250 der Panzerdivision „Hermann Göring“
  • Polizeiabteilung z. b. V. „Wecke“ – Februar 1933 bis Juni 1933
  • Landespolizeigruppe „Wecke“ z. b. V. – Juni 1933 bis Januar 1934
  • Landespolizeigruppe „General Göring“ – Januar 1934 bis September 1935
  • (Flak-)Regiment „General Göring“ – September 1935 bis Jahresbeginn 1941
  • Regiment (mot.) „Hermann Göring“ – Jahresbeginn 1941 bis Juli 1942
  • Brigade „Hermann Göring“ – Juli bis Oktober 1942

Ausbau zur Division

  • Division „Hermann Göring“ – Oktober 1942 bis Mai/Juni 1943
    • 11.000 Mann der Division, zuletzt als Kampfgruppe „Schmid“, kämpften mit der Heeresgruppe „Afrika“ bei der Schlacht um Tunesien und kapitulierten im Mai 1943; Oberst i. G./Generalmajor Josef Schmid, Stab Div „HG“, war mit der Führung der Teile der Division in Tunesien beauftragt. Ihm zur Seite standen Oberstleutnant Walter Koch (Fallschirmjäger und Jäger), Oberst Ewerth (Infanterie) und Hauptmann/Major Eduard Kiefer (Aufklärungs-Abteilung, Flak, Artillerie und weitere)
  • Panzerdivision „Hermann Göring“ – Mai/Juni 1943 bis April 1944
  • Fallschirm-Panzer-Division 1 „Hermann Göring“ – April bis Oktober 1944

Ausbau zum Panzerkorps

  • Fallschirm-Panzerkorps „Hermann Göring“ beim Panzerkorps „Großdeutschland“ – Oktober 1944 bis Mai 1945
    • Fallschirm-Panzer-Division 1 „Hermann Göring“
    • Fallschirm-Panzergrenadier-Division 2 „Hermann Göring“

Herauslösung der ersten Fallschirmjäger

Der Verband wurde zum Luftwaffenverband weitergebildet und ausgerüstet. Bei Jahresbeginn 1936 war das Regiment wieder kampfbereit. Zu dieser Zeit war jeder organisierte Widerstand gegen die NSDAP beseitigt worden. Das Regiment diente in dieser Zeit Göring als persönliche Leibgarde und beschützte Hitlers Hauptquartiere mit seinen Flak-Geschützen.

Im Mai 1936 wurden das IV. (Jäger-)Bataillon/RGG und die 15. Pionier-Kompanie zur Fallschirmausbildung an die Fliegerschule Döberitz abkommandiert.[1] Danach wurde das IV. Jäger-Bataillon in IV. Fallschirmschützen-Bataillon umbenannt. Das Bataillon und die Pionier-Kompanie wurden im März 1938 vom Regiment „General Göring“ abgetrennt und am 1. April 1938 zum I./Fallschirmjäger-Regiment 1 umformiert, dem ersten Fallschirmjägerverband der Wehrmacht unter dem Befehl von Bruno Bräuer.

Italien

Monte Cassino

Als die Alliierten weiter nach Norden auf das Kloster von Monte Cassino vorstießen, stellten sich Truppen der Division unter Oberstleutnant Julius Schlegel den Mönchen des Klosters zur Verfügung, um die einzigartigen Kulturschätze in Sicherheit zu bringen. Die Mönche stimmten nach längerer Überzeugungsarbeit Schlegels zu, und die Fahrzeuge der Division wurden benutzt, um die Kunstwerke, darunter Bilder von Leonardo da Vinci, Tizian und Raffael sowie die sterblichen Überreste des Benedikt von Nursia, vor dem Angriff in die Engelsburg nach Rom in Sicherheit zu bringen. Sie entgingen so ihrer Zerstörung in der Schlacht um Monte Cassino. Dies gelang nur, weil Generalleutnant Conrath Schlegel schützte und die Aktion somit möglich machte. Beide Offiziere wurden von den Mönchen mit einer Messe und einer Urkunde geehrt.

Durch die Rettung der Kunstschätze und der Bibliothek sowie der Baupläne war später der Wiederaufbau des zerstörten Klosters möglich. Schlegel wurde Anfang der 1950er Jahre von Papst Pius XII. zu einer Sonderaudienz geladen.

Anzio und Rom

Als die VS-Amerikaner im Februar 1944 in Anzio einfielen, griff die Division die Landungskräfte an. Von Februar bis April 1944 kämpfte sie in Cisterna, am Fluß Rapido und in Minturno. Im April 1944 wurde die Division aus den Kämpfen in der Toscana abgezogen und zur Fallschirm-Panzer-Division „Hermann Göring“ umformiert, die zur Verschiffung nach Frankreich bereitgemacht wurde, um die alliierte Invasion zu erwarten.

Die alliierte Offensive gegen Rom am 12. Mai 1944 machte diese Pläne jedoch zunichte, und die Fallschirm-Panzer-Division „Hermann Göring“ wurde wieder in Italien eingesetzt. Sie zog sich kämpfend nach Rom zurück, wobei sie die alliierten Streitkräfte aufhielt, während die letzten deutschen Truppen evakuiert wurden. Ab dem 4. Juni verlief der Rückzug über die italienische Hauptstadt, die zur „offenen Stadt“ erklärt worden war, um ihre Zerstörung zu vermeiden, hinaus bis nach Florenz. Am 15. Juli wurde die Division aus der Front gezogen und für den Transport an die Ostfront vorbereitet.

Ostpreußen – Kriegsende

Ritterkreuzträger

Das Fallschirm-Panzer-Korps „Hermann Göring“ war im frühen Oktober 1944 einsatzbereit und die Fallschirm-Panzer-Division 1 „Hermann Göring“ wurde zusammen mit ihrer Schwester-Panzergrenadier-Division (Fallschirm-Panzergrenadier-Division 2 „Hermann Göring“) unter das Kommando des Korps gestellt. Das Panzerkorps wurde in die Region Ostpreußen-Kurland verlegt, um die sowjetische Offensive aufzuhalten, die bereits die Heeresgruppe Nord eingekesselt hatte und weiter nach Ostpreußen drängte. Das Panzerkorps wurde in der Nähe von Gumbinnen in heftige Abwehrgefechte verwickelt. Als die sowjetische Offensive Ende November zum Halten kam, zog sich das Panzerkorps auf feste Verteidigungslinien zurück.

Während der Schlacht um Ostpreußen wurde das „Hermann-Göring“-Panzerkorps Anfang 1945 zusammen mit den Resten der 4. Armee im Heiligenbeiler Kessel eingeschlossen. Im Februar 1945 wurde das „Hermann-Göring“-Korps dem Panzerkorps „Großdeutschland“ zugeteilt.

Nach mehreren erfolglosen Ausbruchversuchen mußte das Korps über See nach Swinemünde in Pommern evakuiert werden. Nach der Landung wurde es sofort angewiesen, die Oder-Neisse-Linie gegen die sowjetischen Angriffe Mitte März 1945 zu verteidigen. Zur erneuten Verstärkung wurde dem Korps eine weitere Elitedivision, die Panzer-Grenadier-Division „Brandenburg“[2], hinzugefügt.

Im April wurden die Reste des Korps nach Schlesien verlegt und in schweren Kämpfen nach Sachsen zurückgedrängt. Gleichwohl konnte die Fallschirm-Panzer-Division 1 „Hermann Göring“ Mitte bis Ende April gegen die 2. Polnische Armee mit einem Sieg bei den Kämpfen um Bautzen und dem Aufreiben der 1. polnischen Division in der Nähe von Königsbrück noch einige Erfolge erringen.

Anfang Mai 1945 wurde das Panzerkorps in der Nähe von Dresden stationiert. Die Reste des Korps begannen, nach Westen durchzubrechen, um sich den Amerikanern zu ergeben, die zu diesem Zeitpunkt an der Elbe standen. Dieser Plan scheiterte größtenteils, erhebliche Teile des Korps wurden umzingelt und ergaben sich am 8. Mai 1945 der Roten Armee. Obwohl Luftwaffenangehörige wurden die Truppen des Korps wie Angehörige der Waffen-SS und der Polizei von der verbrecherischen und unmenschlichen sowjetischen Führung als „Kriegsverbrecher“ eingestuft und in sowjetischen Gulags inhaftiert, aus denen nach bolschewistischen Folter- und Mordexzessen nur wenige Überlebende zurückkehrten.

Personen

Ritterkreuzverleihungszeremonie: Verleihung des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes an Mitglieder der Fallschirm-Panzer-Division 1 „Hermann Göring“ auf Gut Austinshof (Kreisgemeinschaft Gumbinnen) Mitte Dezember 1944; Rechtsaußen Feldwebel Fritz Bowitz, der das Deutsche Kreuz in Gold erhält.
Offiziere des Fallschirm-Panzer-Regiments „Hermann Göring“, links mit Ärmelstreifen der spätere Eichenlaubträger Major Karl Roßmann; rechts Kompaniechef Gerhard Tschierschwitz.

Kommandeure

Fallschirm-Panzer-Korps „Hermann Göring“

  • Generalmajor/Generalleutnant Wilhelm Schmalz – 4. Oktober 1944 bis 8. Mai 1945

Ritterkreuzträger (Auswahl)

Organisation

Stellungsskizze der Fallschirm-Panzergrenadier-Division 2 „Hermann Göring“ des Fallschirm-Panzerkorps „Hermann Göring“, Januar 1945 (Raum Gumbinnen)
Soldaten des Fallschirm-Panzerkorps „Hermann Göring“ 1944/45 an der Ostfront in Tarnmuster

Regiment General Göring, 1939

Regimentstab

  • Musikkorps
  • I. (schwere) Flak-Abteilung
  • II. (leichte) Flak-Abteilung
  • III. Scheinwerfer-Abteilung
  • IV. (leichte) Flak-Abteilung
  • Wachbataillon
    • Reiterschwadron
    • 9. Kompanie
    • 10. Kompanie
    • 11. Wachkompanie
  • Ersatz-Abteilung
  • (schwere) Eisenbahn-Flak-Batterie
  • (leichte) Flak-Batterie
Scharfschützen der Fallschirm-Panzer-Division 1 „Hermann Göring“ bei einer Gefechtspause in Kubschütz bei Bautzen, 25. April 1945

Division Hermann Göring, November 1942

  • Divisionsstab
  • Grenadier-Regiment 1 Hermann Göring
  • Grenadier-Regiment 2 Hermann Göring
  • Jäger-Regiment Hermann Göring
  • Flak-Regiment Hermann Göring
  • Wach-Bataillon Hermann Göring
  • Ersatz-Bataillon Hermann Göring
  • 2 Begleit-Batterien Hermann Göring

Fallschirm-Panzer-Division 1 Hermann Göring, Mai 1944

  • Divisionsstab
  • Stabskompanie
  • Feldgendarmerietrupp
  • Fallschirm-Panzergrenadier-Regiment 1 Hermann Göring
  • Fallschirm-Panzergrenadier-Regiment 2 Hermann Göring
  • Fallschirm-Panzer-Regiment Hermann Göring
  • Fallschirm-Panzer-Aufklärungs-Abteilung 1 Hermann Göring
  • Fallschirm-Panzer-Füsilier-Bataillon 1 Hermann Göring
  • Fallschirm-Panzer-Artillerie-Regiment 1 Hermann Göring
  • Fallschirm-Panzer-Pionier-Bataillon 1 Hermann Göring
  • Fallschirm-Panzer-Nachrichten-Abteilung 1 Hermann Göring
  • Fallschirm-Panzer-Feldersatz-Bataillon 1 Hermann Göring
  • Feldpostamt 1 Hermann Göring

Fallschirm-Panzerkorps Hermann Göring, November 1944

  • Stab des Korps
    • Feldgendarmeriezug
    • Flugbereitschaft
    • Kriegsberichtertrupp
    • Fallschirm-Flakregiment Hermann Göring
    • Fallschirm-Panzersturmbataillon Hermann Göring
    • Fallschirm-Panzerkorpspionierbataillon Hermann Göring
    • Fallschirm-Panzerkorpsnachrichtenabteilung Hermann Göring
    • Nachschubabteilung Hermann Göring
    • Instandsetzungsabteilung Hermann Göring
    • Verwaltungsbataillon Hermann Göring
    • Sanitätsabteilung Hermann Göring
    • Korpsfeldpostamt Hermann Göring
  • Fallschirm-Panzer-Division 1 Hermann Göring
  • Fallschirm-Panzergrenadier-Division 2 Hermann Göring
    • Pionier-Bataillon z. b. V. „Hermann Göring“
  • Fallschirm-Panzer-Ersatz- und Ausbildungs-Regiment „Hermann Göring“

Ab 25. Januar 1945

  • Fallschirm-Panzer-Ersatz- und Ausbildungs-Brigade „Hermann Göring“
    • Fallschirm-Panzer-Ersatz- und Ausbildungs-Regiment 1 „Hermann Göring“
    • Fallschirm-Panzer-Ersatz- und Ausbildungs-Regiment 2 „Hermann Göring“

Siehe auch

Literatur

  • Alfred Otte: The HG Panzer Division, Schiffer, West Chester PA 1989, ISBN 0-88740-206-2
  • Roger James Bender / George A. Petersen: „Hermann Göring“. From Regiment to Fallschirmpanzerkorps, Schiffer, Atglen PA 1993, ISBN 0-88740-473-1
  • Gordon Williamson: The Hermann Göring Division, Bloomsbury Publishing, 2012

Verweise

Fußnoten

  1. Als eigentlicher Geburtstag der deutschen Fallschirmtruppe gilt der 29. Januar 1936. An diesem Tag wurde durch das Oberkommando der Luftwaffe die Aufstellung der „Fliegergruppe (F)“ als Fallschirmjäger-Ausbildungskommando befohlen. Damit begann auch die Einrichtung der Fallschirmschule der Wehrmacht auf dem Flugplatz Stendal-Borstel. Den ersten Fallschirmsprung machte dann am 11. Mai 1936 im Zuge der Ausbildung Major Bruno Bräuer von der Tragfläche einer kleinen Klemm KL 25 (ein Flugzeug der Leichtflugzeugbau Klemm GmbH) aus.
  2. Am 20. Dezember 1944 folgte der Zusammenschluß der Panzer-Grenadier-Division „Brandenburg“ mit Teile der Division „Großdeutschland“ zum Panzerkorps „Großdeutschland“. Da die Division innerhalb weniger Monate schwere Verluste erlitten hatte, wurde im Februar 1945 eine Umgliederung und Auffrischung erforderlich. Am 10. März 1945 kam der Brandenburger-Verband deshalb als Panzer-Grenadier-Regiment „Brandenburg“ wieder zum Einsatz.
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