Kluck, Alexander von

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Seine Exzellenz Generaloberst Dr. iur. h. c. von Kluck

Alexander Heinrich Rudolph Kluck, seit 1909 von Kluck (Lebensrune.png 20. Mai 1846 in Münster in Westfalen; Todesrune.png 19. Oktober 1934 in Berlin), war ein deutscher Offizier der Preußischen Armee und des Deutschen Heeres, zuletzt Generaloberst, Heerführer, Großkreuzritter verschiedenere Orden, Ritter des Königlich Preußischen hohen Ordens vom Schwarzen Adler und Ritter des Ordens „Pour le Mérite“.

Leben

Colmar von der Goltz und Alexander von Kluck
Deutscher Kronprinz Friedrich Wilhelm (Mitte) besucht die Familie von Kluck in Ostpreußen, links Tochter Hildegard, rechts Gemahlin Fanny.
Alexander von Kluck V.jpg
Generaloberst von Kluck (Mitte) mit seinem Stab des Armeeoberkommandos 1; rechts von Alexander von Kluck sein Generalstabschef Generalmajor Hermann von Kuhl.
Alexander von Kluck II.jpg
Generaloberst von Kluck.jpg
Alexander von Kluck mit Gemahlin
Alexander von Kluck mit Gemahlin (rechts) und Schwester, 1916
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Kluck - Wanderjahre, Kriege, Gestalten.jpg
Paul von Hindenburg (rechts), August von Mackensen (2. v. r.) und Alexander von Kluck (Mitte, vorne), 1920

Als Sohn eines Baumeisters absolvierte er das Paulinum-Gymnasium in Münster und wurde 1865 Soldat. Er stieg, ohne je dem Generalstab anzugehören, stetig auf. Von 1889 bis 1896 war er Bataillonskommandeur im Infanterieregiment 66 in Magdeburg. In den Jahren 1894/95 leitete er den Aufbau des Truppenübungsplatzes Altengrabow im Jerichower Land und wurde 1906 Kommandierender General des V., 1907 des I. Armeekorps.

Ab 1913 war er Generalinspektor der VIII. Armeeinspektion und 1914 Oberbefehlshaber der 1. Armee. Mit ihr hatte Kluck nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs gegen Deutschland die Aufgabe, im Rahmen des Schlieffen-Plans auf dem rechten Flügel durch Belgien entlang der Küste vorzustoßen und die französische Armee westlich von Paris zu umfassen. Durch das Eingreifen der Obersten Heeresleitung unter Oberstleutnant Richard Hentsch wurde Kluck im Vormarsch aufgehalten und zum Rückzug befohlen, weil zur benachbarten 2. Armee unter Karl von Bülow eine Lücke entstanden war.

Alexander von Kluck mußte Teile seiner 1. Armee zurückziehen und riß damit eine 40 bis 50 Kilometer breite Lücke in die deutsche Front. Die alles entscheidende Marneschlacht 1914 war verloren. Seine Operationen wurden dennoch als die bedeutendsten der strategischen Kriegsführung in Frankreich anerkannt. Militärwissenschaftlich wird inzwischen übereinstimmend gefolgert, daß von Bülows 2. Armee sich verwegen, aber nicht verwegen genug bemühte, die offene Flanke der 1. Armee zu decken, wenn auch dies nicht die beinahe Einkesselung der 1. Armee erklärt, wobei von Klucks Befreiung aus der feindlichen Zange als meisterliche Kriegskunst bewertet wird.

1915 wurde er in Frankreich schwer verwundet und nahm im Oktober 1916 aus Altersgründen seinen Abschied. In der Nachkriegszeit war Kluck gelegentlich schriftstellerisch tätig, indem er sich unter anderem auch mit der Problematik der Marneschlacht auseinandersetzte.

Pressestimmen zur Marne-Schlacht

„In der Phantasie der Franzosen und ihrer Verbündeten malte sich Klucks Rückzugsbewegung als eine kopflose Flucht, und bald wurde aus London, bald aus Paris, bald aus Petersburg in die Welt hinaus gemeldet, daß die Flanke der I. Armee umfaßt und Kluck endgültig abgeschnitten sei. Die amerikanische Zeitung ‚Evening Sun‘ brachte über diese Falschmeldungen ein hübsches Gedicht, das die Bewunderung der englischsprechenden damaligen Neutralen für unsern Generaloberst widerspiegelt. Der Kaiser hat es dem General zustellen lassen. Es lautet in deutscher Übersetzung:
Des Herrn von Kluck rechter Flügel.
So knapp drei Wochen ist es her.
Da kam von London uns die Mär:
‚Paßt auf, schon morgen sollt ihr sehn.
Wie wir dem Kluck den Flügel drehn.‘
Doch nichts von dem — zu keinem Ruck
Bequemte sich mein Herr von Kluck.
Dann meldet aus Paris der Draht:
‚Zwei neue Korps stehn schon parat.
Die rücken vor und schneiden — schwapp!
Dem Kluck den rechten Flügel ab.‘
Doch wieder fehlt's an Witz und Muck;
So einfach greift man nicht den Kluck.
Die Woche drauf, da kündet stramm
Aus Petersburg ein Kabelgramm:
‚Der Kluck ist aller Hilfe bloß.
Ist abgeschnitten hoffnungslos.‘
Doch sieh, wer steht da blank und schmuck
Mit beiden Flügeln noch? — Der Kluck!
So geht es weiter toll und wild
In Zeitung, Extrablatt und Bild:
‚Klucks rechter Flügel ist zerknackt,
Klucks ganzes Heer ringsum gepackt,
Kluck selbst kaputt, marod, kaduk!‘
Wer lacht da? — Sackerment, der Kluck!
Der stimmt für Kaiser, Hauptquartier,
Für Eisenkreuz und Reichspanier,
Und der für Joffre, Sir John French,
Im Schützengraben Mensch für Mensch —
Ich weihe dem den tiefsten Schluck,
Den keiner fängt — dem Herrn von Kluck.“[1]

Das „Giomale d’Italia“ sagte in seiner Nummer vom 8. Oktober 1914:

„Ganz gewiß ist der Generaloberst von Kluck der wahre Held dieses Krieges, weil ihm die schwerste Aufgabe anvertraut ward und er es verstanden hat, sie mit einer Geschicklichkeit und einer Genialität zu lösen, die auch die Feinde anerkennen.“

Chronologie

  • Ostern 1859 Besuch des Königlichen Gymnasiums Paulinum zu Münster
  • 13.10.1865 Eintritt in die 1. Kompanie/Infanterie-Regiment „Graf Bülow von Dennewitz” (6. Westfälisches) Nr. 55, Detmold/Höxter
  • 15.6.1866 Teilnahme am Deutschen Bruderkrieg
    • Beim Ausbruch des Krieges 1866 war er bereits Fahnenjunker-Unteroffizier. Im Felde draußen wurde er als Offizierstellvertreter mit der Führung eines Auges betraut und zum Portepeefähnrich befördert. Seine Garnison, Minden, war damals – als Grenzfestung gegen Hannover – von militärischer Wichtigkeit. Kluck bekam zunächst den Auftrag, die aus dem feindlichen „Auslande" Hannover ankommenden Züge nach Spionen und feindlicher Konterbande zu durchsuchen.
  • 16.8.1866 Sekonde-Lieutenant
  • 19.7.1870 Teilnahme am Deutsch-Französischen Krieg
  • 14.1.1872 Füsilier-Regiment „Albrecht von Preußen“ (1. Hannoversches) Nr. 73, Besatzungstruppe in Frankreich
  • 13.4.1872 Premier-Lieutenant (nach Eugen Wolbes Buch Beförderung erst am 13. Oktober 1873; ggf. mit Rangdienstalter vom 13.4.1872)
  • 12.8.1873 Infanterie-Regiment „Graf Bülow von Dennewitz“ (6. Westfälisches) Nr. 55, Detmold
    • Klück führte die Hauptwache bei der Einweihung des Hermannsdenkmal am 16. August 1875
  • 27.1.1876 28. Infanterie-Brigade, Wesel (Adjutant)
  • 15.2.1879 Hauptmann (überzählig)
  • 15.2.1879 5. Westfälisches Infanterie-Regiment Nr. 53, Aachen (Kompaniechef)
  • 30.7.1881 Unteroffizier-Schule, Jülich (Kompaniechef)
  • 14.10.1884 Unteroffizier-Vorschule, Annaburg (Kommandeur)
  • 15.11.1887 Major
  • 1.7.1888 Unteroffizier-Vorschule, Neubreisach (Kommandeur)
  • 16.4.1889 3. Magdeburgisches Infanterie-Regiment Nr. 66, Magdeburg (Bataillonskommandeur und Regimentsstab)
  • 25.3.1893 Oberst-Lieutenant
  • 27.1.1896 Landwehr Bezirk I, Berlin (Kommandeur)
  • 18.4.1896 Oberst
  • 15.6.1898 Füsilier-Regiment „Königin Viktoria von Schweden” (1. Pommersches) Nr. 34, Bromberg (Regimentskommandeur)
  • 22.5.1899 23. Infanterie-Brigade, Gleiwitz (Brigadekommandeur)
  • 22.9.1899 Generalmajor
  • 18.2.1902 37. Infanterie-Division, Allenstein (Divisionskommandeur als Nachfolger von Friedrich von Bock und Polach)
  • 3.4.1902 Generalleutnant
  • 3.6.1906 V. Armee-Korps, Magdeburg (Kommandierender General, Nachfolger von Ferdinand Wolf Konstantin von Stülpnagel)
  • 16.10.1906 General der Infanterie
  • 11.9.1907 I. Armee-Korps, Königsberg (Kommandierender General, Nachfolger von Colmar von der Goltz)
  • 1.10.1913 VIII. Armee-Inspektion, Berlin (Generalinspekteur; Allerhöchste Kabinettsorder vom 13. September 1913)
    • Die achte Armeeinspektion umfaßt das II., V. und VI. Armeekorps, in deren Bereich der Generalinspekteur den Besichtigungen beiwohnt, um unmittelbar dem Kaiser über den Stand der Ausbildung Bericht zu erstatten.
    • Am 28. Oktober 1913 fand mit mehr als zweihundert Personen die Abschiedsfeier in der Königsberger Stadthalle statt. Außer der Generalität des I. und des XX. Armeekorps waren Offiziere aller Waffengattungen anwesend, besonders zahlreich auch Vertreter der 37. Division in Allenstein. An dem Festmahl beteiligten sich ferner die Spitzen der staatlichen und vieler städtischen Behörden der Provinz, Vertreter des Hochadels und des Grundbesitzes, der Geistlichkeit, Vertreter von Kunst und Wissenschaft, Handel und Industrie.
  • 27.1.1914 Generaloberst

Erster Weltkrieg

  • 2.8.1914 1. Armee (Oberbefehlshaber)
  • 27.3.1915 Als der Generaloberst die Stellungen des Leibregiments Nr. 8 in den vordersten Schützengräben bei Vailly einer Besichtigung unterzog, wurde er durch sieben Schrapnellkugeln, von denen eine die Lunge verletzte, schwer verwundet. Mit der Führung der 1. Armee anstelle des verwundeten von Kluck wurde Max von Fabeck beauftragt.
    • Von Kluck fand danach, trotz relativ kurzer Lazarett- und Genesungszeit, zweifellos aus Altersgründen keine Verwendung mehr. Sein getreuer Offizierbursche Richard Kühn, der den Generalobersten nach der Verwundung eigenhändig aus dem Feuer getragen hatte, blieb bei ihm.
  • 13. Oktober 1915 Von Kluck feierte sein 50jähriges Dienstjubiläum, zahllose Glückwunschdepeschen traten ein, auch vom Deutschen Kaiser und von Ludwig, dem König von Bayern
  • 20. Mai 1916 Feierlichkeiten zum siebzigsten Geburtstag
  • Oktober 1916 zur Disposition gestellt und aus dem aktiven Dienst verabschiedet

Tod

Generaloberst a. D. Dr. h. c. Alexander von Kluck verstarb 1934 und wurde im Erbbegräbnis auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf beigesetzt, wo er seitdem ruht; Endgrablage: Block Heilig Geist, Gartenblock VI, Erbbegräbnis 12.

Familie

Grabstätte, Südwestkirchhof Stahnsdorf

Alexander Kluck stammte aus einer alten, weitverzweigten Patrizierfamilie. Er war eines von acht Kinder, der fünfte von sechs Söhnen (drei wurden Offiziere, einer, Wilhelm, Geistlicher). Seine Eltern waren der Architekt sowie Regierungsbaumeister Karl Kluck und dessen Gattin, Elisabeth, geb. Tiedemann. Karl Kluck hatte sich nach dem Besuch der Bauakademie in Karlsruhe und in Berlin zu einem tüchtigen Meister emporgeschwungen und im Laufe der Jahre ein stattliches Vermögen erworben, er starb jedoch überraschend mit 61 Jahren am 11. April 1864.

Am 27. Oktober 1874 heiratete Oberleutnant Kluck in Detmold seine Verlobte Fanny Gertrud Baronesse von Donop-Woebbel (1850–1938), mit der er drei Söhne und eine Tochter hatte. Zuerst kam Karl Egon, dann als zweites Kind Hildegard. Aus dem Pärchen Egon und Hildegard hatte sich in Jülich ein Söhnchen, Hans Eberhard, in Annaburg ein weiteres Kind, Kurt, hinzugesellt. Das alte Sprichwort „das jüngste Kind — das liebste Kind" erfüllte sich auch in der Familie Kluck. Dieses pausbäckige Kurtchen hatte es dem Vater besonders angetan, von dem Tage an, da es im Turmzimmer des Annaburger Schlosses das Licht der Welt erblickte, bis zu jenem trauervollen Sommertage, da man es – kaum anderthalbjährig – hinaustrug auf den Magdeburger Militärfriedhof. Wenn auch tiefes Weh sein Herz durchzittert, so fand Major Kluck dennoch Trost und Beruhigung in dem Anblick des blühenden Glücks, das ihn noch umgab: „Wieviel habe ich verloren – und doch, wieviel besitze ich noch!"

Fanny von Kluck leitete später das Militär-Hilfswerk.

Karl Egon von Kluck

Karl Egon von Kluck (Lebensrune.png 1875 in Detmold) diente bei der Kaiserlichen Marine, wurde nach seiner Verabschiedung als Leutnant zur See a. D. Erster Offizier des Lloyddampfers „Berlin“, heiratete im August 1910 in Berlin seine Verlobte aus Bremerhaven und trat einer größeren Auslandsreise an. Am 13. Mai 1911 wurde Töchterchen Hildegard Alexandra geboren, die den Kosenamen „Mulino“ bzw. „Molino“ erhielt, den sie später als Künstlernamen beibehielt.

Leutnant zur See (ggf. z. D.) Karl Egon von Kluck, der 1914 bei der Mobilisierung aktiviert wurde und im November 1914 zur Matrosendivision kam, fiel am 28. Januar 1915 als Angehöriger des Marinekorps Flandern (Maschinengewehrabteilung/5. Matrosen-Regiment) in West-Flandern. Nachdem seine Truppe einige Wochen lang in Ostende in Reservestellung gelegen hatte, wurde sie am Abend des 27. Januar 1915 zum Kampf gegen die Senegalschützen, Ghurkas und die anderen Spießgesellen der Engländer vorgezogen. Am frühen Morgen des 28. Januar kam es bei Lombartzyde zum Gefecht. Leutnant Kluck leitete das Feuer vom Dach eines Forsthauses mit solcher Kühnheit und Todesverachtung, daß ihm sein Bursche wiederholt zurief: „Herr Leutnant, nicht so weit nach vorn!“ Dann traf die feindliche Kugel sein Herz.

„Der Führer der Hasenkompanie in Ostende, Kapitänleutnant Sauerland, ließ den toten Kameraden in die Friedhofskapelle überführen, wo am 31. Januar 1915 eine ergreifende Trauerfeier stattfand. Der kommandierende Admiral des Marinekorps, Exzellenz von Schröder, legte dem gefallenen Offizier das Eiserne Kreuz, zu welchem dieser zwei Tage vorher eingegeben war, persönlich an, während der Generaloberst, der tieferschüttert mit seinem Sohne Hans Eberhard im Dienstauto herübergekommen war, seinen verklärten Liebling im Namen eines jeden der Familienglieder, der Mutter, der Schwester, der Frau und des Kindes, mit Blumen schmückte. Teilnehmend scharten sich außer dem Admiral noch der Chef des Stabes, die beiden Divisionskommandeure, der Brigade-, der Regimentskommandeur sowie sämtliche dienstfreien Offiziere des Abschnitts um den schwergeprüften Generaloberst. Draußen aber richteten – als besondere Ehrung für den frühvollendeten Sohn des gefeierten Heerführers – die Geschütze der schweren Küstenartillerie ihre Rohre landeinwärts und nahmen die feindlichen Stellungen tüchtig unter Feuer. Von Ostende wurde der mit der Marineflagge bedeckte Blechsarg nach Berlin überführt, wo er auf dem Wilmersdorfer Friedhofe vorübergehend beigesetzt wurde, bis einstmals eine Familiengruft am Orte der Kluckschen Besitzung die sterblichen Überreste derer von Kluck aufnehmen wird.“

Hildegard von Kluck

Hildegard von Kluck war Krankenschwester des DRK im Ersten Weltkrieg, sie hatte schon nach Kriegsbeginn im Transportzuge des gesamten Armee-Oberkommandos I die Fahrt mitgemacht, um sich in einem Feldlazarett als ausgebildete Narkosenschwester zu dienen. Sie betreute auch ihren Vater nach seiner Verwundung im Lazarett. Der mitanwesende General der Pioniere, Generalleutnant Telle, und die Herren der Begleitung bei der Besichtigung, die zur Verwundung führte, hatten für die Überführung des schwerverwundten Heerführers in das Feldlazarett zu Anizy le Chäteau, Villa Rosa, gesorgt. Sogleich wurde Hildegard telegraphisch an das Krankenlager ihres Vaters berufen. Am 29. März 1915 morgens traf Hildegard von Kluck in Charleville ein, wo sie ihr Bruder Hans empfing, um sie von dort in dreistündiger Autofahrt nach Anizy zu geleiten. Die Tochter hatte geglaubt, ihren Vater pflegen zu sollen – daß sie zugleich die Pflege des Bruders würde übernehmen müssen, das ahnte sie nicht, als sie diesen auf dem Bahnhöfe zu Charleville im Vollbesitz neugewonnener Gesundheit wiedersah.

Hans Eberhard von Kluck

Hans Eberhard von Kluck erhielt sein Patent als Leutnant der Reserve am 19. August 1909. Er hatte die Rettungsmedaille für die Rettung zweier Studenten vor dem Ertrinken im Krampnitzsee bei Potsdam in Januar 1904 als Student an der TU in Berlin/Charlottenburg erworben. Im Ersten Weltkrieg war er als Oberleutnant Führer einer schweren Funkenstation der 1. Armee seines Vaters. Am 27. März 1915 wurde er schwer verwundet (Schädelbruch), als sein Fahrer in ein Granatloch führ. Es folgten Jahre des Leidens.

„Als der Kraftwagen etwa eine Stunde über Charleville hinaus war, entglitt dem Kraftwagenführer die Steuerung; das Auto fuhr durch ein Granatloch, und während Hildegard von Kluck und der Kraftfahrer mit einem bloßen Schrecken davonkamen, erlitt Hans von Kluck einen schweren Schädelbruch. Somit führte die edle Samariterin dem schwerverletzten Vater seinen Sohn als nicht minder schwerverletzten Leidensgenossen zu! Der Leiter des Feldlazaretts, Professor Rumpel, ließ die Tochter über die lebensgefährliche Verwundung ihres Vaters nicht im Unklaren, denn die Lunge, der Rücken die rechte Schulter, der rechte Arm, das linke Knie waren verletzt, der rechte Oberarm außerdem gebrochen. Der Zustand des Oberleutnants, der im Nebenzimmer untergebracht wurde, war gleichfalls bedenklich. Während nun Professor Rumpel die beiden Patienten behandelte, wobei er eine Kugel aus der Brust und die Rückstände von sechs anderen aus dem Körper des Generals entfernte, übernahm Fräulein von Kluck (Schwester Hildegard) die Pflege des Bruders; ebenso aufopferungsvoll unterzog sich Fräulein von Weiher (Schwester Theta) der sorgsamen Behandlung des Generalobersten. Bereits am 30. März sprach der Kaiser im Lazarett vor, um dem Patienten die Hand zu drücken. Professor Rumpel mußte aber dem Monarchen unterbreiten, daß er dem schwerkranken Heerführer die Aufregungen des kaiserlichen Besuches nicht zumuten könne. Vierzehn Tage später, am 13. April, erschien der Kaiser abermals. Diesmal fühlte sich der Patient wohler. Hildegard von Kluck empfing den Obersten Kriegsherrn, der ihr im Pelerinenmantel mit dem Pelzkragen und dem Kürassierhelm ‚wie der Kriegsgott‘ erschien.“[2]

Mulino von Kluck

Hauptartikel: Mulino von Kluck

Anfang 1934 verstarb Alexander von Klucks innig geliebte und einzige Enkelin Hildegard Alexandra von Kluck, alias „Mulino von Kluck“, die Schauspielerin war, bei einem Autounfall.[3]

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Orden und Ehrenzeichen zu Anfang des Jahres 1914

Auszeichnungen

Ehrungen

  • 27. Januar 1909 vom Deutschen Kaiser in den erblichen Adelsstand erhoben
  • 1910 vom Kaiser à la suite des Grenadier-Regiments „König Friedrich Wilhelm I.“ (2. Ostpreußisches) Nr. 3 gestellt
  • Curt Paul, Königlicher Musikmeister im 6. Pommerischen Infanterie-Regimnet 49 zu Gnesen, komponierte den „von Kluck-Marsch“
  • Portraitbüste vom Berliner Bildhauer Professor August Kraus
  • Ehrendoktorwürde der Universität Erlangen
  • Ehrenbürgerrecht der Stadt Münster am 13. Oktober 1915
  • Gedicht „Unser Kluck“ von Prof. Dr. Eugen Wolbe
  • Zu seinem Abschied 1916 wurde er zum Chef des 6. Pommerschen Infanterie-Regiments Nr. 49 ernannt
  • In seiner Geburtsstadt Münster ist die Von-Kluck-Straße nach ihm benannt
  • Die Magdeburger Straße in Berlin-Tiergarten wurde Mitte 1935 in Kluckstraße umbenannt

Mitgliedschaften (Auswahl)

Schriften (Auswahl)

  • Das deutsche Volk und der Friede, Curtius, Berlin 1918
  • Der Marsch auf Paris und die Marneschlacht 1914 (1920) (PDF-Datei)
  • Generaloberst Alexander von Kluck. Wanderjahre - Kriege - Gestalten, 1929 (Bestellmöglichkeit der PDF-Datei)

Literatur

Fußnoten

  1. Alexander von Kluck – Ein Lebensbild, S. 144
  2. Alexander von Kluck – Ein Lebensbild, S. 157–158
  3. Filmwelt – Das Film- und Foto-Magazin, Nr. 14; 8. April 1934
  4. Bibliographische Daten