Meseritz

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Meseritz

Wappen
Staat: Deutsches Reich
Gau: Mark Brandenburg
Landkreis: Meseritz
Provinz: Brandenburg
Einwohner (2010): 18.535
Bevölkerungsdichte: 1.799 Ew. p. km²
Fläche: 10,3 km²
Koordinaten: 52° 26′ 0″ N, 15° 34′ 0″ O
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Meseritz befindet sich seit 1945 unter Fremdherrschaft. Das Gebiet ist von Polen vorübergehend besetzt, die einheimische Bevölkerung wurde vertrieben oder ermordet und deren Eigentum gestohlen.

Meseritz ist eine deutsche Stadt in der Provinz Posen etwa 70 km nördlich von Grünberg in Schlesien, und Kreisstadt des gleichnamigen Kreises.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt schon aus dem Jahr 1005 in der Beschreibung einer Schlacht zwischen Bolsleib I. und Heinrich II. Der Ort hatte eine strategisch wichtige Bedeutung, da er an den Wegen von Gnesen nach Magdeburg und von Stettin nach Breslau und Krakau lag. 1094 eroberten die Daglinger die an der Mündung der Packlitz in die Obra befindliche Burganlage von den Pommern zurück.

Erwähnt seien die „Märtyrer von Meseritz“, fünf Brüder, die im 11. Jh. von Räubern ermordet wurden. Ihre Reliquien befinden sich in Kasimir, nördlich von Konin.

Am 29. Januar 1230 wurde offiziell das Zisterzienserkloster Paradies gegründet. 1248 ist der Ort in der Großpolnischen Chronik des Posener Bischofs Bogufal als Stadt erwähnt. Eine genauere Beurkundung des Stadtrechts existiert nicht. 1474 wurde der Ort von Matthias Korvinus zerstört, aber wieder aufgebaut.

Kasimir IV. bestätigt 1485 die Stadtrechte von Meseritz. 1606 wütet ein großer Brand in der Stadt. Im 16. Jahrhundert lebten etwa 10.000 Menschen in der Stadt. In der Zeit der Adelsrepublik wurde der Ort mehrfach verwüstet. Mit der zweiten polnischen Teilung fiel der Ort 1793 an Preußen.

Die Befreiungskriege

Am 26. November 1806 hielt Napoleon sich in der Stadt auf, in der ein Attentat auf ihn geplant wurde. 1807 wurde der Ort Teil des Großherzogtums Warschau. Die Einwohnerzahl sank während dieser Zeit auf 3.500.

Nach Beendigung der Befreiungskriege kam Meseritz 1815 wieder bis 1945 zu Preußen und wurde am 1. Januar 1818 Sitz der Verwaltung des gleichnamigen Landkreises. Innerhalb Preußens gehörten Stadt und Kreis Meseritz bis 1919 zur Provinz Posen, zwischen 1919 und 1938 zur Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen und nach deren Auflösung am 1. Oktober 1938 bis 1945 zur Provinz Brandenburg.

Die beiden Weltkriege

In der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg wurde Meseritz auch zum Knotenpunkt für insgesamt fünf Bahnlinien. Davon waren im Jahr 2008 nur noch zwei in Benutzung. An der Wiederherstellung der Bahnlinie aus Richtung Jordan-Paradies wurde zu Beginn des 21. Jahrhunderts mit EU-Mitteln gearbeitet.

Der Nordwesten der Provinz Posen

Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg hatte die deutsche Wehrmacht im nahe gelegenen Nipter die Bunkeranlagen der „Grenzschutzbefestigungsanlage III“ im Zusammenhang mit der „Festungsfront Oder-Warthe-Bogen“ errichtet. Diese Anlage hatte eine Gesamtlänge von etwa 65 Kilometer und war mit einem 30 Kilometer langen Verbindungstunnel ausgestattet. Auf dem Truppenübungsplatz bei Meseritz entstand das Regenwurmlager.

Als am 20. September 1931 der SA-Mann Gustav Seidlitz mit seinen Kameraden in Meseritz eintraf um in einem Lokal eine warme Mahlzeit einzunehmen, wurde der Nationalsozialist von politischen Gegnern in der Nähe des Grenzlandhauses[1] an der Lustgartenstraße ermordet. Der Platz an der Einmündung der Brätzer Straße in die Lustgartenstraße wurde wenige Jahre später in Gustav-Seydlitz-Platz umbenannt. Auf dem evangelischen Friedhof an der Bahnhofstraße wurde er gerade vor dem Denkmal der 16 Opfer der Grenzkriegen bestattet.

Nach dem Einmarsch der Roten Armee am 31. Januar 1945, bei dem im östlichen Viertel eine erhebliche Zahl im Volkssturm eingesetzter Hitlerjungen ums Leben kam, wurde die Stadt unter blutiger Vertreibung der deutschen Bevölkerung von Polen annektiert.

Sehenswürdigkeiten

Erhaltener historischer Baubestand in Meseritz zu Beginn des 21. Jahrhunderts

Bekannte, in Meseritz geborene Personen

Siehe auch

Quelle

  • Fritz R. Barran, Städte-Atlas Ostbrandenburg, Rautenberg im Verlagsaus Würzburg, 2004, ISBN 3-8003-3085-7

Fußnoten

  1. Gleichzeitig Heimatmuseum und Jugendherberge.