Schlacht um Moskau

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Schlacht um Moskau
Teil von: Deutsch-Sowjetischer Krieg (Zweiter Weltkrieg)
Frontverlauf 1941
Frontverlauf 1941
Datum 2. Oktober 194131. Januar 1942
Ort bei Moskau, Sowjetunion
Ausgang Sowjetischer Sieg
Konfliktparteien
Deutsches Reich NSDeutsches Reich Deutsches Reich Sowjetunion 1923Sowjetunion Sowjetunion
Befehlshaber
Fedor von Bock Georgi Schukow
Truppenstärke
Heeresgruppe Mitte Westfront
Verluste
Nov. 1941: 145.000
Dez. 1941: 103.600
Jan. 1942: 144.900[1]
1.026.000 Mann
(654.000 Gefallene und Gefangene)

Die Schlacht um Moskau war eine Schlacht der Deutschen Wehrmacht gegen die Rote Armee im Zweiten Weltkrieg. Sie war Teil des großangelegten Unternehmens „Taifun“, um das Unternehmen „Barbarossa“ zu Ende zu führen.

Vorgeschichte

Nachdem der erste Teil des Unternehmens „Taifun“ zu umfangreichen Siegen der Wehrmacht z. B. in der Doppelschlacht bei Wjasma und Brjansk geführt hatte, sollten nun alle verfügbaren Kräfte zum Vorstoß auf die sowjetische Hauptstadt eingesetzt werden. Die einsetzende Schlammperiode in Rußland verzögerte die sofortige Fortsetzung der Militäroperationen gegen Moskau, so daß der Angriff erst am 2. Oktober 1941 fortgesetzt werden konnte. Stalin nutzte die kurze Atempause und ersetzte Semjon Timoschenko durch den harten General Georgi Schukow, der ab sofort die Verteidigung des Mittelabschnitts übernahm. Stalin rief den Belagerungszustand aus und zwang die Bevölkerung zum Bau von Verteidigungsstellungen.

Verlauf

13. Oktober: Kaluga fiel, rund 160 Kilometer südwestlich von Moskau, tags darauf erreichte die 1. Panzerdivision der Wehrmacht Kalinin, 150 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt. Sie unterbrach die Bahnlinie Moskau-Leningrad, besetzte die Wolgabrücke und bildete einen Brückenkopf. Die Eckpfeiler der 1. Moskauer Schutzstellung waren damit zertrümmert.

14. Oktober: Die motorisierte SS-Division „Das Reich“ erreichte Borodino. Um die Wehrmacht an diesem historischen Ort[2]zu stoppen, mobilisierte die Rote Armee sibirische Schützendivisionen, T-34- und KW-2-Panzer, die dem deutschen Panzer IV weit überlegen waren. Es entbrannte eine brutale Schlacht, die seitens der Russen auch mit Katjuscha-Raketenwerfern unterstützt wurde. Helmuth Weidling sorgte für starke Feuerzusammenfassung der Artillerie und sprengte die Bunkerlinie an einer Stelle auf. Die Waffen-SS stürmte, es folgten Grabenkämpfe, die mit Kolben und Spaten geführt wurden. Gefechtsstände wurden zunächst umgangen und anschließend ausgeschaltet.

16. Oktober: Die 19. Panzerdivision erreichte Ilinskoje, einen Schwerpunkt der ersten Moskauer Schutzstellung. Nach Luftangriffen von Stukas und massivem Artilleriefeuer stürmten deutsche Soldaten die Bunkeranlagen.

19. Oktober: Moschaik fiel. Die dortige Autobahn führt direkt nach Moskau.

20 Oktober: Im Kreml brach Panik aus, Stalin reagierte mit Erschießungen, weiterer Zwangsverpflichtung zu Schanzarbeiten und Rekrutierung von Milizen. 18.000 Milizen wurden als Ordnungstruppe eingesetzt. Es wurden 98 Kilometer Panzergräben, 284 Kilometer Drahthindernisse und 8.063 Kilometer Deckungsgräben in Tiefenstaffelung erstellt.

21. Oktober: Die 19. Panzerdivision erreichte den Fluß Nara, die zweite und letzte Schutzstellung vor Moskau. T-34 wurden von der Flak 18 abgeschossen, die deutschen Einheiten setzten über den Fluß und zerstörten die Schutzstellungen. Schützen der 20. Panzerdivision folgten und gingen auf die Rollbahn Gorki-Nikolskoje vor. Die 98. Infanteriedivision bekämpfte bei Detschino Mongolen und Sibirier.

23. Oktober: Das Infanterieregiment 290 überquerte bei Tarutino die Nara und unterstützte die 19. Panzerdivision beim Freikämpfen der Rollbahn. Gorki-Leninskije wurde gestürmt.

Die Strecke nach Moskau betrug noch 65 Kilometer. Ende Oktober 1941 bewegten sich über 60 deutsche Divisionen auf Moskau zu. Die Schutzstellungen zwischen Kaluga und Kalinin waren aufgebrochen, die Deutsche Wehrmacht rückte entlang der Rollbahnen Naro-Fominsk, Moschaik und Malojaroslawez nach Moskau vor.

Die zweite Moskauer Schutzstellung der Bolschewisten reichte von Tula über Serpuchow die Nara hinunter bis Naro-Formisk, den Narskijer Teichen, ins Moskwa-Tal, nach Swenigorod, Istra und Klim. All diese Stellungen waren tiefgestaffelte Abwehrsysteme. Über den Angriffsschwerpunkt, der Rollbahn nach Moskau, ging das XXXX. Panzerkorps (Georg Stumme) vor. Die 10. Panzerdivision nahm Schelkowa und rollte anschließend mit der SS-Division „Das Reich“ auf Rusa durch.

Unterbrechung des Vormarsches

Der Schlamm stoppte den Vormarsch der deutschen Truppen, da die Wehrmacht, anders als die Rote Armee, nicht über geländetaugliche Kampfpanzer verfügte.[3] Die 10. Panzerdivision wurde in Skirminowo und Prokowskoje von einem Verband T-34 angegriffen und erlitt schwere Verluste. Guderian wurde vier Kilometer vor Tula durch massive Panzerabwehr aufgehalten. Die deutschen Verbände standen zwischen 65 und 78 Kilometer vor Moskau.

Strategiebesprechung

7. November 1941: In der Nacht setzte der Frost ein, der die Versorgung der schwer abgekämpften Truppen mit Kleidung, Benzin, Munition und Verpflegung ermöglichte. Die Wehrmacht sammelte die letzten Kräfte.

12. November 1941: Generalstabschef Halder erschien in Orscha, einem Flugplatz in Weißruthenien. Hinzu kamen die Adjutanten der Armeeführer. In dieser Besprechung wurde über das Fortführen der Offensive oder den Abbruch diskutiert. Der Vertreter von Rundstedts, Georg von Sodenstern, plädierte für die Einstellung und das Befestigen der Stellungen, Kurt Brennecke als Vertreter von Leebs plädierte für die Heeresgruppe Nord, die durch Truppenabzüge geschwächt wurde, für eine defensive Kriegsführung. Hans von Greiffenberg als Vertreter von Bocks hielt die Fortsetzung der Offensive aus psychologischen Gründen für unerläßlich, da sich einzelne Truppenteile mittlerweile weiter an Moskau herangekämpft hatten. Halder schloß sich der Meinung von Bocks an und erteilte folgende Befehle:

  • Die 2. Panzerarmee unter Guderian soll über Tula weit nach Nordosten mit Stoßrichtung Gorki (Nischni-Nowgorod) vorgehen.
  • Im Norden sollen die 9. Armee (Strauß) und die 3. Panzerarmee (Hermann Hoth, nun Georg-Hans Reinhardt) über den Moskwa-Wolga-Kanal nach Moskau vorstoßen.
  • Die Stoßrichtung der 4. Armee (Günther von Kluge) und der Panzergruppe 4 (Erich Hoepner) bleibt frontal gegen die Hauptstadt gerichtet.

Letzte Anstrengungen

Deutscher Panzerangriff bei Istra am 25. November 1941

17. November 1941: Die Wehrmacht mobilisierte alle Kräfte für die letzten Kilometer bis zur sowjetischen Hauptstadt. Vor Mussino, südwestlich von Klin, wurden deutsche Truppen von mongolischer Kavallerie in der Flanke und T-34 Kampfpanzern frontal attackiert. Artillerie und Infanterie wehrten den Angriff ab. Die 3. und 4. Panzerdivision erreichten den Moskwa-Wolga-Kanal. Guderian kämpfte sich nach Jefremow, Jepifan, Dedilowo, Bolschowo und zum Gut Jasnaja Poljana vor.

20. November 1941: In Verbindung mit starkem Schneefall erfolgte ein Kälteeinbruch mit Temperaturen bis -40 Grad, was zu Motorschäden und hohen Ausfällen bei Soldaten der Deutschen Wehrmacht führte.

23. November 1941: Ein Gesuch Guderians, die Offensive aufgrund der hohen Ausfälle, der Erschöpfung des Materials und des eisigen Wetters abzubrechen, wurde von Halder abgelehnt, da es auch an Rückzugsmöglichkeiten mangelte.

26. November 1941: Guderians Panzer überschritten bei Tula den Don und mußten sich schwerer Angriffe sibirischer Truppen erwehren. Die Panzergruppe 4 nahm Istra und drang weiter vor, die 4. Armee wurde zwischen Moskwa und Oka gestoppt. Die 258. Infanteriedivision erreichte eine Bahnstation 22 Kilometer vor dem Moskauer Stadtkern, einzelne Truppenverbände standen 8 Kilometer vor der Stadt.

4. Dezember 1941: Guderian hatte Tula weitgehend eingekreist, es fehlte jedoch an der Kraft zur Eroberung.

5. Dezember 1941: An mehreren Plätzen wurden große Truppenmassierungen der Roten Armee gemeldet. Hoepner nahm seine Truppe auf Istra zurück.

Sowjetische Winteroffensive

Sowjetische Gegenoffensive im Winter 1941/42

6. Dezember 1941: Die Rote Armee trat mit winterharten Truppen aus Sibirien zur Offensive am linken Flügel der Heeresgruppe Mitte an, am Tag darauf folgte die Offensive auf dem rechten Flügel mit dem Ziel, die deutsche Front auszuhebeln und den Mittelabschnitt zu isolieren. Rund zwei Drittel der deutschen Kräfte waren zu diesem Zeitpunkt im Raum Moskau konzentriert, das Wetter und Treibstoffmangel verhinderten einen möglichen Rückzug. Der Plan war von dem russischen Stabschef Schaposchnikow entworfen und von Stalin gebilligt worden. Es wurden drei neue Heeresgruppen gebildet:

7. Dezember 1941: Die 30. Sowjetarmee griff die 3.Panzerarmee bei Klin an und drängte sie zurück, die 50. Sowjetarmee kämpfte gegen die 2. Panzerarmee.

8. Dezember 1941: Die Frontaloffensive der Sowjets gegen die Heeresgruppe Mitte unterbrach die Rollbahn Klin-Kalinin, die Wehrmacht mußte unter Zurücklassung großer Mengen an Material zurückweichen.

9. Dezember 1941: Fortgesetzte Kämpfe im Norden, die Temperaturen sanken bis auf -40 Grad.

10. Dezember 1941: Südlich von Moskau wurden bei Livny drei deutsche Divisionen eingekesselt.

11. Dezember 1941: Im Norden wurde Istra durch die Rote Armee zurückerobert, die 20. Sowjetarmee erreichte Solneschnogorsk, rund 65 Kilometer nordwestlich von Moskau. Im Süden erreichten die Sowjets Stalinogorsk.

13. Dezember 1941: Die russische Südwestfront führte einen scharfen Angriff gegen die 2. Panzergruppe und die 2. Armee. Der Angriff entblößte die Flanke der 2. Panzergruppe. Von Bock ordnete die Rücknahme der Front an, um einer Einkesselung zu entgehen.

14–18. Dezember 1941: Unter stetigen Rückzugsgefechten wurden die 3. und 4. Panzerarmee rund 100 Kilometer über die Lama und die Rusa zurückgenommen. Somit war die Zange um die russische Hauptstadt im Norden abgeschlagen. Die zuvor nach Kuibyschew geflohenen Minister und Beamte kehrten nach Moskau zurück. Die Sowjets eroberten Kalinin, die Temperatur sank auf -41 Grad.

20. Dezember 1941: Die Heeresgruppe Mitte erreichte nach rund 100 Kilometern eine Auffangstellung, die nun gehalten werden sollte.

21. Dezember 1941: Die 31. Sowjetische Kavalleriedivision eroberte Kaluga.

26. Dezember 1941: Große Truppenteile der Kalininfront attackierten die 9. Armee nordwestlich von Moskau mit dem Ziel, die Heeresgruppen Nord und Mitte zu trennen. Die Angriffe wurden bis zum 8. Januar 1942 ausgedehnt.

22. Januar 1941: Die 2. Stoßarmee unter Wlassow drängte die deutsche 216. Division über den Wolchow zurück und errichtete hinter den deutschen Linien einen Brückenkopf. Südlich von Schlüsselburg attackierte die 54. Sowjetarmee und versuchte die Einkesselung der deutschen Verbände. Im März 1942 wurde durch eine Gegenoffensive der Wehrmacht die Armeegruppe Wlassow aufgerieben. Die Kämpfe im Sumpf- und Waldgebiet wurden erbarmungslos geführt, Armeeführer Wlassow wurde gefangengenommen.

Februar 1942: Im Süden ging die 40. Sowjetarmee auf Kursk vor, die 38. Sowjetarmee gegen Charkow. Nach dem härtesten Winter seit Jahrzehnten setzte die Schlammperiode des Frühjahrs ein, die alle Aktivitäten nahezu unmöglich machte. Die russische Winteroffensive warf die Wehrmacht auf eine Distanz von 100 bis 150 Kilometer vor Moskau zurück.

Mitschuld Japans

Als Deutschland den präventiven Rußlandfeldzug plante und initiierte, geschah dies unter der Annahme, daß Japan, als Verbündeter der Achsenmächte (Dreimächtepakt vom 27. September 1940), zeitgleich die Rote Armee über Sibirien angreifen würde, um somit eine zweite Front in der Mandschurei zu eröffnen. Dies geschah jedoch nicht. Für Josef Stalin war es somit möglich, die sibirischen Truppen der Roten Armee zur Verteidigung Moskaus einzusetzen, was zum Stillstand der deutschen Offensive und dem Debakel des Zweiten Weltkrieges führte.

Zitat

  • „Hätten die deutschen Panzer breite Ketten gehabt – Moskau wäre unweigerlich gefallen.“Christian Zentner

Literatur

Fußnoten

  1. http://militera.lib.ru/research/myagkov/index.html
  2. 1812 wurde Napoleon dort geschlagen
  3. Im Gespräch mit Mannerheim erklärte Adolf Hitler, daß die Waffen der Wehrmacht nur auf den Westen zugeschnitten waren für den Fall, daß es England und Frankreich auf eine Verewigung des Versailler Diktats abgesehen hätten. Daher verfügte die Wehrmacht nicht über Kampfpanzer mit breiten Ketten. Ein Detail, das in der BRD-Geschichtsfälschung gerne mit Dilettantismus bei gleichzeitigem Größenwahn erklärt wird