Hoth, Hermann

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Hermann Hoth (1885–1971)

Hermann „Papa“ Hoth (Lebensrune.png 12. April 1885 in Neuruppin; Todesrune.png 25. Januar 1971 in Goslar) war ein deutscher Offizer der Preußischen Armee, des Deutschen Heeres, der Freikorps, der Reichswehr und der Wehrmacht, zuletzt Generaloberst des Heeres und Schwerterträger des Zweiten Weltkrieges.

Werdegang

Erich von Manstein und Hermann Hoth, Sommersonnwendfeier, 21. Juni 1942
Hoth als Schwerterträger

Hoth, Sohn eines Sanitätsoffiziers,[1] besuchte das Gymnasium, trat 1896 in das Preußische Kadettenkorps in Potsdam und dann 1904, nach dem Abitur, als Fähnrich des 4. Thüringischen Infanterie-Regimentes Nr. 72 in Torgau ins preußische Heer ein. Er stieg vom Offiziersanwärter über den Fähnrich bis (nach dem Besuch der Kriegsschule in Danzig) zum Leutnant auf. Ab 1907 diente er als Bataillonsadjutant in seinem Regiment und wurde 1910 für drei Jahre zur Kriegsakademie in Berlin kommandiert. Im April 1914 kam er im Range eines Oberleutnants zum Großen Generalstab.

Bei Kriegsbeginn im Stab von Paul von Hindenburg (ab November 1914 als Hauptmann der Infanterie), erlebte Hoth in dieser Dienststellung auch den berühmten Sieg von Tannenberg. 1916 zum Major befördert, führte er in Folge ein Bataillon im Infanterie-Regiment 72 an der Westfront, ehe er 1917 ein Bodenkommando in den neuen Luftstreitkräften übernahm. Mit beiden Klassen des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet, war Hermann Hoth bei Kriegsende Stabschef der 30. Infanterie-Division.

Freikorps und Reichswehr

Generaloberst Hermann Hoth, Grabstätte.jpg

1919/20 diente er als Bataillonskommandeur im Freikorps „Maercker“ im Kampf gegen Spartakisten und Bolschewisten.

Nach der Kapitulation in die Vorläufige Reichswehr übernommen, stieg Hoth aufgrund seiner großartigen Leistungen schnell über den Oberst (1932, Infanterie-Regiment 17) und Generalmajor (1934, Infanterieführer III) zum Generalleutnant (1936) auf. Nachdem er viele Jahre lang die 18. Infanterie-Division befehligt hatte, wurde er 1938 zum General der Infanterie befördert. Bereits früh forcierte Hoth, entgegen den alliierten Auflagen nach dem Ersten Weltkrieg, den Gedanken einer modernen Panzerwaffe innerhalb der Wehrmacht. So experimentierte Hoth mit seinem Stab anfangs mit Panzermodellen aus Sperrholz, hielt umfangreiche Taktikmanöver ab und drängte erfolgreich auf die Errichtung einer geheimen Panzertruppenschule. Hoth wurde zusammen mit Heinz Guderian zum federführenden Initiator des späteren Blitzkrieges.

Zweiter Weltkrieg

Im Polenfeldzug kämpfte Hoth als Kommandeur des XV. Armeekorps im Verband der Heeresgruppe „von Bock“ und nahm an der Vernichtung der polnischen Armeen „Pommerellen“ und „Modelin“ teil. In Folge kämpften seine Truppen während der Kesselschlacht von Warschau. Im Oktober 1939 erhielt Hoth für seine Verdienste in der Truppenführung und die feldzugsentscheidenden Offensiven als einer der ersten Offiziere das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Die Verleihung erfolgte persönlich durch Adolf Hitler, zu seiner rechten befand sich Heinz Guderian, der ebenfalls ausgezeichnet wurde.

Im Westfeldzug 1940 übernahm General der Infanterie Hoth erneut ein starkes Panzerkorps. Diese selbständigen Panzergroßverbände waren mit ein Schlüssel für den umfassenden Erfolg der Wehrmacht. Frankreich und England verfügten meist nur über mit Panzern verstärkte Infanterie-Divisionen. Mit seinem Korps stieß Hoth unter dem Oberbefehl der Heeresgruppe A unter Gerd von Rundstedt durch Luxemburg und Belgien vor, ehe er in einem schnellen Panzerraid durch Nordfrankreich rollte. Seine Panzer durchbrachen in unerhörtem Tempo die Stellungen des Gegners, überquerten die Maas und stießen - mit Erwin Rommels „Gespensterdivision“ als Stoßkeil - bis an die Kanalküste vor. Im Mai 1940 lag sein Korps vor Dünkirchen und bedrohte das britische Expeditionskorps unter General John S. Gort. Obwohl die sichere Vernichtung der restlichen alliierten Truppen in Frankreich greifbar nahe war, lagen Hoths Panzer tagelang tatenlos vor dem Kessel, während das Expeditionskorps nach England ausgeschifft wurde. Grund für diese Misere war eine schwere Fehlentscheidung des Hitlers, der Hermann Görings Luftwaffe diesen Sieg überlassen wollte.

In der zweiten Phase des Westfeldzuges stieß Hoth zusammen mit der 4. Armee unter Günther von Kluge entlang der Kanalküste vor und besetze u. a. Dieppe, Le Havre, Caen und Cherbourg. Teile der Armee drangen sogar bis nach Brest vor. Für die großen Erfolge der von ihm geführten Panzerdivisionen wurde Hermann Hoth am 19. Juli 1940 zum Generaloberst befördert.

Als das OKW das Unternehmen „Barbarossa“ gegen die Sowjetunion entwickelte, war der erfahrene Panzertaktiker natürlich auch am grünen Tisch vertreten.

Im Juni 1941 trat Hoths Panzergruppe 3 zum Großangriff an, sein damaliger Stabschef war der ausgezeichnete Oberst i. G. Walther von Hünersdorff, welcher 1943 als Eichenlaubträger an der Spitze der 6. Panzer-Division bei der Schlacht um Kursk fiel. Der 840 Kampfpanzer umfassende Großverband - das waren 40 Prozent des deutschen Gesamtaufgebotes - überquerte im Verband der Heeresgruppe Mitte die sowjetische Grenze und überrollte das südliche Baltikum. Zusammen mit der 9. Armee konnte Hoth schnell mehrere russische Divisionen bei Bialystok vernichten und kesselte nördlich von Baranovici mehrere sowjetische Armeekorps ein. Dafür erhielt Hoth einen Monat nach Beginn des Ostfeldzuges als erst 5. Heeres- und zugleich 4. Panzeroffizier das Eichenlaub verliehen.

Ab Juli 1941 stieß Hoth dann über Wilnius zur Düna und weiter bis nach Welikje Luki vor, wobei er den russischen Truppen wiederholt schwere Niederlagen beibringen konnte. Während der schweren Winterschlacht vor Moskau blieben seine Stoßkeile jedoch hoffnungslos im Schneechaos stecken.

Im Frühjahr 1942 führte Hoth als Vertretung für den nach der Winterniederlage abgesetzten Carl-Heinrich von Stülpnagel die 17. Armee im Südabschnitt, ehe er im April zum Oberbefehlshaber der 4. Panzerarmee ernannt wurde. Im Herbst begann die 4. Panzerarmee zusammen mit der 6. Armee sowie italienisch-rumänischen Divisionen mit der Offensive gegen den Wolgabogen. Als die 6. Armee nach erbitterten Schlachten von einer sowjetischen Gegenoffensive überrascht und in Stalingrad eingekesselt wurde, erhielt Generaloberst Hoth im Dezember 1942 eine kaum zu bewältigende Aufgabe. Seine geschwächte Panzerarmee sollte den starken Umklammerungsring des Stalingrad-Kessels knacken und der von der Vernichtung bedrohten 6. Armee unter Eichenlaubträger Generaloberst Friedrich Paulus den Rückzug ermöglichen.

Trotz schwieriger klimatischer Bedingungen und heftigstem Widerstand russischer Truppen konnten sich Hoths Panzer bis auf wenige Kilometer an den brennenden Kessel von Stalingrad herankämpfen, ehe die Schlagkraft der ohnehin bereits ausgemergelten Truppe endgültig erlahmte. Mit dem Scheitern des Unternehmens „Wintergewitter“ war das Schicksal der 6. Armee unwiderruflich besiegelt. Wenig bekannt ist, daß Hoths Panzerspitzen nur unter Aufbieten der letzten greifbaren Reserven an einem Durchbruch nach Stalingrad gehindert worden waren. So gab es der damalige sowjetische General Jeremenko Jahre nach dem Krieg an.

Nach dem Untergang der Armee versuchte Hoth zusammen mit Generalfeldmarschall von Manstein die Südfront einigermaßen zu stabilisieren. Zwischen Don, Dnjepr und Mius fanden im Spätsommer und Herbst 1943 erbitterte Abwehrschlachten statt. Im März 1943 konnten Panzertruppen unter dem Oberbefehl von Hermann Hoth das erbittert verteidigte Charkow zurückerobern und dabei die gesamte 3. sowjetische Panzerarmee zerschlagen.

Im Sommer 1943 bildete Hoths Panzerarmee mit dem III. (Hermann Breith), XXXXVIII. (Otto von Knobelsdorff) und II. SS-Panzerkorps (Paul Hausser) den südlichen Angriffskeil während der Offensive gegen Kursk. In schwersten Gefechten gegen 30 sowjetische Schützen- und mindestens 20 Panzerdivisionen konnten seine Divisionen aber nur wenige Kilometer freikämpfen. In der riesigen Panzerschlacht bei Prochorowka prallten über 1.000 Panzer beider Seiten aufeinander. Nach heftigsten Kämpfen und großen Verlusten an Menschen und Material mußte die Offensive erfolglos abgebrochen werden. Im September 1943 wurde Hoth für seine vergangenen Gefechtserfolge und persönliche Verdienste als Kommandierender General mit den 35. Schwertern zum Ritterkreuz mit Eichenlaub dekoriert.

Absetzung und Endkampf

Als sich Hoth im November 1943 nach schweren Verlusten bei der Schlacht am Dnepr auch aus Kiew zurückziehen mußte, um seine 4. Panzerarmee vor der Vernichtung zu retten, enthob ihn Hitler kurzerhand am 10. Dezember 1943 seines Postens und schob ihn bis Kriegsende in die Führerreserve ab. Im April 1945 wurde er für den Endkampf um Deutschland als „Befehlshaber Saale“, dann „Befehlshaber Erzgebirge“ bei der Reichsverteidigung reaktiviert und blieb unter dem Armee-Oberkommando 7 bis Kriegsende. Am 8. Mai 1945 ergab sich der 60jährige Hoth den britischen Truppen.

Nachkriegszeit

Im Zuge des OKW-Prozesses vor dem Nürnberger Tribunal wurde Hoth wegen „Verbrechen gegen den Frieden, Planung eines Angriffskrieges sowie Weitergabe des Kommissar-Befehls“ zu 15 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Erst 1954 erfolgte eine Begnadigung und am 7. April 1954 die Entlassung aus der Haft in Landsberg.

Tod

Generaloberst a. D. Hermann Hoth verstarb im Januar 1971 in Goslar am Harz. Er wurde auf dem Friedhof Feldstraße feierlich beigesetzt (wenige Schritte vom Grab des Generalmajors Walter Storp entfernt). Endgrablage: Abteilung 11, Grab 23/24. Der Grabstein wurde 2015 entfernt. Mit ihm ruht seine Gemahlin Lola (1897–1989), der Grabstein gedachte auch Sohn Joachim „Jochen“ Hoth, der als Hauptmann im August 1943 im Raum Orel gefallen war und dessen Überreste nicht geborgen werden konnten.

Bildergalerie

Auszeichnungen (Auszug)

Beförderungen

Werke (Auswahl)

  • Panzer-Operationen: Die Panzergruppe 3 und der operative Gedanke der deutschen Führung, Sommer 1941, Vowinckel-Verlag, 1956

Verweise

Fußnoten

  1. Hierbei handelt es sich möglicherweise um den 1844 geborenen Hermann Adolf Friedrich August Hoth.