Ehrenwaffe

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Goldener Ehrensäbel des Feldmarschalls der kaiserlich-russischen Armee, Siegers über Napoleon und Retters von St. Petersburg im Jahre 1812, Ludwig Adolf Peter, Prinz von Sayn-Wittgenstein

Eine Ehrenwaffe diente als zumeist tragbare Auszeichnung für Tapferkeit, langen ehrenvollen Dienst, herausragende Leistungen in der Ausbildung oder auf dem Schlachtfeld und weitere ebenbürtige Anlässe. Die Ehrenwaffe wurde in vielen Armeen teils von den Chefs der Regimenter, teils von den Landesherrschern als Oberbefehlshaber, aber auch von Feldherren oder dem Generalissimus an zumeist verdiente Offiziere der Kriegführung verliehen.

Erläuterung

Zu den Ehrenwaffen gehören namentlich vorwiegend Ehren-Stich- oder -Blankwaffen (Dolch, Degen und Säbel), oft von kunstvoller Arbeit und hohem Materialwert (Goldverzierungen, ggf. mit Brillanten), seltener Gewehre und Pistolen, sehr selten eroberte Geschütze für siegreiche Generäle oder als Regimentsauszeichnung sowie andere Waffen. Die Ehrenwaffe darf nicht mit der allgemeinen Seitenwaffe verwechselt werden.

Geschichte

Schon die gewählten Kriegsfürsten der Germanen zeichneten außergewöhnliche Kämpfer mit einem besonderen Ger, einem verzierten Schild oder mit einem Schwert, zuweilen eines gefallenen Feindes, aus. Im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gab es Verleihungen von Ehrenschwertern durch den römisch-deutschen Kaiser. Verschiedene deutsche Heere verliehen Ehrenwaffen in ihrer Geschichte.

Manche Ehrenwaffen erreichten eine beinahe mythenhafte Berühmtheit, so auch der Ehrensäbel von Feldmarschall Josef Wenzel Radetzky von Radetz, die ihm die Wiener Nationalgarde des Erzherzogtums Österreich verehrte, oder den Ehrendegen des späteren Generalissimus der Kaiserlichen Armee Obristfeldwachtmeister Gideon Ernst von Laudon, den er von Kaiserin Katharina der Großen 1760 erhielt.

Es gab auch Ehrenwaffen beinahe privater Natur. Als der spätere bayerischer General der Infanterie Ludwig von der Tann-Rathsamhausen 1848 als Major während der Schleswig-Holsteinischen Erhebung in den Norden Deutschlands ging und ein Freikorps – bestehend aus deutschgesinnten Freiwilligen aus Hamburg, Magdeburg und Kiel – gegen die Besatzungstruppen Dänemarks führte, ließen die Bewohner Schleswig-Holsteins ihm aus Dankbarkeit einen besonders aufwendigen Ehrendegen anfertigen.

Kaiserlich Russische Ehrendegen

Zahlreiche deutsche Offiziere erhielten für ihren außerordentlichen Dienst in der Kaiserlich-Russischen Armee, aber auch in der Russisch-Deutschen Legion einen goldenen Ehrensäbel bzw. -degen („Ehrendegen der Tapferkeit im Feld“) zum Teil verziert mit Edelsteinen, die eine besonders hohe, auch materielle Wertigkeit besaßen. Bekannte Träger solcher Auszeichnungen waren zum Beispiel Burkhard Christoph von Münnich, Fabian Gotthard von Steinheil und der Freiheitskämpfer und spätere Teilnehmer des Siebten Koalitionskrieges Carl von Clausewitz.

Deutsche Ehrenwaffen

Blankwaffen des Dritten Reiches, rechts außen das Luftwaffenschwert

Preußische Armee

Regelmäßige Verleihungen von Ehrenwaffen gab es in der Preußischen Armee bereits ab 1845 (dafür nur vereinzelt) für hervorragende wissenschaftliche Leistungen auf der Kriegsakademie, zur Kaiserzeit dann ab 1885 „für hervorragende Schießleistungen“ sowie ab 1907 „für hervorragende Leistungen auf der militärtechnischen Akademie“.

Erster Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg erhielten einige deutsche Offiziere des Kaiserlichen Heeres Ehrensäbel der Osmanischen Armee; prominentes Beispiel dafür war Generalfeldmarschall von Moltke. Auch die k. u. k. Armee verlieh solche Waffen, z. B. an Mathias Ferdinand Kräutler.

Reichswehr

Die Reichswehr führte in der Weimarer Republik die preußisch-deutsche Tradition fort und verlieh Ehrenwaffen. Den „Ehrensäbel für hervorragende Leistungen auf der Waffenschule“ oder auch den „Ehrensäbel für gutes Schießen mit sMG“ (schwerem Maschinengewehr) erhielten z. B. Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Georg Friedrich Hermann Eduard Gartmayr und August Krakau.

Ehrendegen und -dolche des Dritten Reiches

Luftwaffe

Die Luftwaffe verlieh nicht nur den Ehrenpokal, sondern selten auch einen Ehrendolch bzw. Geschenk-Ehrendolch vornehmlich für Jagdflieger. Sowohl hohe Offiziere als auch Hermann Göring verliehen solche Ehrenwaffen. Zwei Versionen sind bekannt: ein Ehrendolch als Abwandlung des Borddolches „M35“ und ein Ehrendolch nach Vorbild des Dolches „M 37“ für Offiziere.

Bekannte Träger (Auswahl)
  • Heinz-Wolfgang Schnaufer
    • Zum 84. Luftsieg und der Verleihung des Eichenlaubes zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes von Generalmajor Walter Grabmann als Kommandeur der 3. Jagd-Division im August 1944 überreicht; Es handelt sich hierbei um einen Luftwaffen-Offiziersdolch 1. Modell, Fertigung der Firma Eickhorn, Solingen. Die Griffbeschläge aus echtem Silber, auf dem Knauf und der Parierstange die Sonnenräder vergoldet. Dunkelblaue Griffbelederung mit intakter Drahtwicklung. Vernickelte Klinge mit beidseitiger Klingenätzung in der typischen Ausführung der Fa. „Eickhorn“, auf der Vorderseite „Dem Nachtjäger zum 84then Luftsieg“, auf der Rückseite „Herren Hauptmann Heinz-Wolfgang Schnaufer“, die Großbuchstaben jeweils vergoldet, der Hintergrund gebläut. Oben mit Hersteller „Original Eickhorn Solingen“. Die Scheide ebenfalls mit echt silbernen Beschlägen, oben am Scheidenmund gestempelt „800 Silber Fein“. Die blaue Belederung der Scheide ist am seitlichen Rand etwas abgetragen. Die Tragekette in Nickelausführung.
Geschenk-Ehrendolch der Luftwaffe für Oberleutnant Walter Schuck für „besondere Tapferkeit im Luftkampf
  • Walter Schuck
    • Vermutlich gleichzeitig mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz im November 1944 von Hermann Göring überreicht.

SS

Ehrendolch für Höhere Führer der Hitlerjugend

SA

HJ

  • Ehrendolch für Höhere Führer der Hitlerjugend

Weitere Ehrenwaffen

Siehe auch

Literatur

  • Lothar Bichlmaier / Lothar Hartung: Dolche und Ehrendolche des 3. Reiches, Historischer Verlag Lothar Bichlmaier (2015)