Stauffenberg, Claus Schenk Graf von

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Claus Philipp Maria Schenk Graf von Stauffenberg (Lebensrune.png 15. November 1907 in Jettingen, Bayern; Todesrune.png 21. Juli 1944 in Berlin) war ein deutscher Offizier der Reiterei der Reichswehr und der Wehrmacht, zuletzt Oberst i. G. im Zweiten Weltkrieg und einer der Anführer einiger reaktionärer, überwiegend adeliger Militärs, welche durch die Beseitigung führender nationalsozialistischer Politiker einen Regierungswechsel erzwingen wollten.

Er führte persönlich am 20. Juli 1944 einen Bombenanschlag auf Adolf Hitler und dessen Mitarbeiterstab aus. Um den Staatsstreich zu vollenden, versuchte er danach als Stabschef beim Befehlshaber des Ersatzheeres, durch verfälschte Angaben das Unternehmen „Walküre“ durchzuführen, das noch am selben Tag scheiterte. Stauffenberg und zwei Mitverschwörer wurden noch in derselben Nacht am 21. Juli im Hof des Bendlerblocks exekutiert.

Stauffenberg (ganz links) im Führerhauptquartier Wolfsschanze mit dem Führer und Wilhelm Keitel (ganz rechts)

Inhaltsverzeichnis

Leben

Herkunft

Claus Schenk Graf von Stauffenberg wurde auf Schloß Jettingen bei Günzburg/Donau geboren und entstammte einer alten schwäbischen Adelsfamilie. Sein Vater war Oberhofmarschall des württembergischen Königs, seine Mutter Caroline eine geb. Gräfin Üxküll-Gyllenband.

Ausbildung

Seine Jugend und Schulzeit verbrachte er teils auf dem Besitztum seines Vaters in Lautlingen in Württemberg, teils in Stuttgart. Nach Abschluß der Schulausbildung am Eberhard-Ludwig-Gymnasium wurde Stauffenberg im Bund der Neupfadfinder vom Reichsmystizismus beeinflußt. Mit seinen älteren Brüdern Berthold und Alexander entflammte er für die nationalistischen Ideen Stefan Georges und seiner elitären Opposition conservatrice. 1923 schrieb er als Schüler über seine Zukunftspläne:

„Des Vaterlandes und des Kampfes fürs Vaterland würdig zu werden und dann sich dem erhabenen Kampf für das Volk zu opfern.“

Trotz seiner schwachen Gesundheit, entschied er sich für eine Karriere beim Militär.

Werdegang beim Militär

Stauffenberg trat, nachdem er am 5. März 1926 sein Abitur bestanden hatte, in die Reichswehr ein. Seinen Dienst begann er im traditionsreichen Reiter-Regiment 17 in Bamberg (Bamberger Reiter), in das er als Fahnenjunker aufgenommen wurde. Hier hatte er ein Jahr zu dienen, ehe er 1927 zur Infanterie-Schule nach Dresden kommandiert wurde. Alle Offiziersanwärter mußten hier ein Jahr der Ausbildung absolvieren. Er zeichnete sich bereits auf der Kriegsschule durch besondere Leistungen aus und eignete sich eine breite Bildung an. 1928 wurde er an die Kavallerieschule in Hannover versetzt. Danach ging er zu seinem Regiment nach Bamberg zurück, wo er, nachdem der Fähnrich im Jahre 1929 die Offiziersprüfung abgelegt hatte, am 1. Januar 1930 zum Leutnant befördert wurde. Die Offiziersprüfung schloß er als Jahrgangsbester ab.

Bei der Reichspräsidentenwahl im April 1932 sprach sich Stauffenberg gegen Paul von Hindenburg und für Adolf Hitler aus, dessen Ernennung zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 er ausdrücklich begrüßte. Stauffenberg war an der militärischen Ausbildung der Mitglieder der Sturmabteilung (SA) beteiligt und organisierte die Übergabe von Waffendepots an die Reichswehr.

Am 26. September 1933 heiratete er in Bamberg Nina Freiin von Lerchenfeld. Sie lebte zuletzt in der Nähe von Bamberg und hatte sich sehr für das alte Bamberg engagiert. Mit ihr hatte er fünf Kinder: Berthold, Heimeran, Franz-Ludwig, Valerie und Konstanze. Seine Frau verstarb am 2. April 2006 im Alter von 92 Jahren in Kirchlauter bei Bamberg.

Werdegang im Nationalsozialismus

1934 wurde Stauffenberg als Bereiter-Offizier an die Kavallerie-Schule Hannover versetzt. In Hannover qualifizierte er sich durch seine Studien über moderne Waffen (Panzer und Fallschirmjäger). Später wandte er sich allerdings der Rolle des Pferdes in der militärischen Verwendung zu. Am 1. Oktober 1936 wurde Stauffenberg zur Generalstabsausbildung an die Kriegsakademie in Berlin-Moabit kommandiert. Am 1. Januar 1937 wurde er zum Rittmeister befördert. Im Juli 1938 wurde er als Zweiter Generalstabsoffizier (Ib) zum Divisionsstab der 1. leichten Division nach Wuppertal unter Generalleutnant Erich Hoepner kommandiert, mit der er im selben Jahr an der Befreiung des Sudetenlandes teilnahm.

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde Stauffenberg in der 1. leichten Division (später 6. Panzer-Division) im Polenfeldzug 1939 eingesetzt. Während dieser Zeit der schnellen deutschen Siege hatte er noch keinerlei Probleme mit dem Nationalsozialismus. In einem Brief aus dem Jahre 1939 schrieb er an seine Frau Nina aus dem besetzten Polen:

„Die Bevölkerung ist ein unglaublicher Pöbel, sehr viele Juden und sehr viel Mischvolk. Ein Volk, welches sich nur unter der Knute wohlfühlt. Die Tausenden von Gefangenen werden unserer Landwirtschaft recht gut tun.”

1940 nahm er als Generalstabsoffizier an der Westoffensive gegen Frankreich teil. Danach wurde er in die Organisationsabteilung des Oberkommandos des Heeres versetzt.

Als Gruppenleiter der Gruppe II der Organisationsabteilung im Oberkommando des Heeres gehörte er zu den Offizieren, die bewußt auf einen Wandel der Politik in den besetzten Gebieten hinarbeiteten. Besonders im Zusammenhang mit der Kampfführung der in den Kaukasus vordringenden Heeresgruppe A hatte er sich den Fragen der Freiwilligen in den sogenannten Ostlegionen zugewandt. Es ging um die Gewinnung von entlassenen Kriegsgefangenen und Überläufern für den Kampf auf deutscher Seite. Hierzu gab seine Abteilung am 2. Juni 1942 Richtlinien für die Behandlung turkestanischer und kaukasischer Soldaten heraus und steuerte im August 1942 die Organisation wie auch den Einsatz der Ostlegionen im Einsatz.

Bis Mitte November 1942 war die 10. Panzerdivision noch an der Besetzung der bis dahin unbesetzten Zone Frankreichs beteiligt. Unmittelbar danach wurde die Division nach Tunis verlegt. Stauffenberg war zwischenzeitlich im Generalstab des Heeres verwendet und war am 1. Januar 1943 zum Oberstleutnant i.G. (im Generalstab) befördert worden. Im März 1943 wurde er als Ia (Erster Generalstabsoffizier der Führungsgruppe) zur 10. Panzerdivision versetzt, die den Rückzug von Generalfeldmarschall Erwin Rommels Afrika-Korps während des Tunesienfeldzugs gegen die in Nordafrika gelandeten Alliierten decken sollte. Bei einem Tieffliegerangriff am 7. April 1943 wurde er schwer verwundet. Er verlor das linke Auge, die rechte Hand und zwei Finger der linken Hand. Sein Dienstgrad war zuletzt Oberst i. G.

Wandlung der politischen Gesinnung

Nachdem sich die Kriegslage für Deutschland wandelte und allmählich dramatischer wurde, wandelte auch Stauffenberg seine Gesinnung:

„Es ist Zeit, daß jetzt etwas getan wird. Derjenige allerdings, der etwas zu tun wagt, muß sich bewußt sein, daß er wohl als Verräter in die deutsche Geschichte eingehen wird. Unterläßt er jedoch die Tat, dann wäre er ein Verräter vor seinem eigenen Gewissen.“

Diese Aussage machte Stauffenberg nicht ohne Grund, waren er und seine Mitverschwörer sich doch durchaus bewußt, daß zum Zeitpunkt ihres Attentats eine ganz deutliche Mehrheit des deutschen Volkes zum Führer und der Reichsregierung stand und einen Putschversuch – gleich aus welchen Motiven durchgeführt – als Verrat und Dolchstoß betrachten würde.

Stauffenberg war sich dessen bewußt, daß er nur innerhalb der Wehrmacht die nötigen klerikal-konservativen Kräfte finden konnte, um seine Verschwörung durchzuführen, obwohl er, wie alle anderen Wehrmachtsangehörigen auch, einen Treueeid auf den Führer geleistet hatte. Gemeinsam mit seinem Bruder Berthold und mit den Mitgliedern des Kreisauer Kreises war er an den Entwürfen zu Regierungserklärungen für die Zeit nach dem Umsturz beteiligt. Die Verschwörer legten ihre Ziele auf die Beendigung des Krieges und auf die Wiederherstellung des Staates fest, wie er bis 1933 bestanden hatte. Dabei ignorierten sie allerdings, daß die Alliierten zu diesem Zeitpunkt längst ganz offen die bedingungslose Kapitulation des Deutschen Reiches zu einem ihrer Kriegsziele erklärt hatten.

Nicht einmal auf eine angestrebte Staatsform konnten sie sich einigen. Ein Großteil der aus den konservativen Kreisen von Bürgertum, Adel und Militär stammenden Verschwörer lehnte einerseits die parlamentarische Demokratie ab, so auch Stauffenberg. Andererseits forderte er dennoch die Aufnahme von Sozialdemokraten wie Julius Leber in die neu zu bildende Regierung. Durch Vermittlung seines Vetters Peter Graf Yorck von Wartenburg hatte er Leber kennengelernt.

Laut des Mitverschwörers Hans Bernd Gisevius erstrebte der engere Kreis um Stauffenberg ab 1944 gar ein Bündnis mit den Kommunisten. Stauffenbergs Vertrauter Julius Leber war aufgrund eines Treffens mit der operativen Leitung der KPD in Deutschland von der Gestapo festgenommen worden.

Stauffenberg im Dienste der Feinde Deutschlands

Stauffenbergs Widerstand gipfelte während des Zweiten Weltkrieges in einer Unterstützung der Kriegsgegner. Darüber wird in Folge 3/2004 der Huttenbriefe wie folgt ausgeführt:

„... Pentagon und State Department hatten also erkannt, daß ohne die Front im Osten, wenn die Deutsche Wehrmacht mit ihrer ganzen strategischen Stärke allein und ohne weitere Front den westalliierten Streitkräften gegenüberstünde, ein Invasionsversuch und alliierter Sieg auf europäischem Festland unmöglich ist.
Diese klare Erkenntnis hat Generaloberst Alfred Jodl bei dem Rachesiegertribunal in Nürnberg – im Grunde ein Super-Justizverbrechen in Gemeinschaft mit dem Bolschewismus – wie folgt vertreten:
,Mit einem sicheren Rußland im Rücken [...] konnten wir den Krieg überhaupt nicht verlieren. Eine Invasion wie am 6. Juni 1944 war völlig ausgeschlossen, wenn wir alle die Kräfte zur Verfügung gehabt hätten, die wir in diesem gewaltigen Kampf in Rußland verbrauchten und verloren.' [1]
Noch erschreckender ist, daß die Stauffenberg-Gruppe, in Bern bei der dortigen US-Embassy bei Allan Dulles und General Donovan die ,Brechergruppe' genannt (vgl. E. Kordts Buchtitel: ,NICHT AUS DEN AKTEN', 1946/47) diese historischen Zusammenhänge kannte. Hierzu gehörten insbesondere der Chef des OKH, Oberkommando des Heeres Abt. 1c Aufklärung Fremde Heere Ost, General Gehlen, Oberst v. Roenne und selbst die beim OKH übergetretenen russischen Generäle Wlassow, Bunjatschenko und Shilenko. Hauptmann Strik-Strikfeld und hauptsächlich Hauptmann Petersen kannten die großen weltpolitischen Strategien beider Machtblöcke, mußten also wissen, was auf dem Spiele stand; nämlich die Aufrechterhaltung der Ostfront in übergeordnetem amerikanischen Interesse, weil andernfalls eine westalliierte Invasion in Europa unmöglich war bei der Stärke und Kampfkraft des deutschen Soldaten.
Daß die Verschwörer, auch Claus Graf Schenk v. Stauffenberg das wußten, geht besonders daraus hervor, daß sie den übergelaufenen Regiments-Zampoliten (Regiments-Kommissar) Oberst Josef Kerness, geb. 1910 in Kirowograd, in ihrem geheimen, selbst OKW und Hitler nicht bekannt gewesenen Privatgefangenenlager für ca. 100 sowjetische VIPs verschwinden ließen. Leiter dieses illegalen Minikriegsgefangenenlagers war Hauptmann Petersen, engster Mitarbeiter v. Stauffenbergs.
Der hohe sowjetische Überläufer Kerness, gekommen im Auftrag der innersowjetischen Anti-Stalin-Opposition, hatte zwei Briefe bei sich, einen an Hitler und einen an den Reichsminister des Auswärtigen v. Ribbentrop. Darin war beiden Staatsmännern von dem sowjetrussischen Widerstand unter Aufführung sowjetischer beteiligter Verschwörer das Angebot gemacht worden, Stalin durch ein Attentat zu stürzen und anschließend einen Sonderfrieden mit Deutschland seitens der Russischen Opposition zu schließen.
Die deutschen, später am Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 beteiligten oder mitwissenden Verschwörer, besonders der deutsche Botschaftsrat Gustav Hilger – mit dem Roosevelt-Freund Emil Ludwig Cohn in Verbindung stehend – hatten zusammen mit Oberst v. Roenne behauptet, die beiden so wichtigen Überläuferbriefe des Kerness seien verschwunden und man würde nach ihnen fahnden. Eine archivalische fehlerfreie Nachforschung ergab jedoch, daß die beiden Briefe nicht verschwunden waren; man hatte sie seitens der Brechergruppe 20. Juli zusammen mit Überläufer Kerness verschwinden lassen; das ist dokumentarisch gesichert. (Siehe ,HUTTENBRIEFE', Folge 4+5/2001.)
Die feste Verratsabsicht der deutschen Verschwörer, die Ostfront entgegen innersowjetischer Anti-Stalin-Opposition im Interesse Amerikas und dessen Invasion in Europa aufrechtzuerhalten, geht letzten Endes auch aus der Unterlassung der Verschwörer hervor, Kerness, wenn denn ihre Behauptung vom Verschwinden der beiden staatsurkundlichen Briefe wahr sein sollte bzw. geglaubt werden sollte, als hochwichtigen Überläufer zu veranlassen, ein Gedächtnisprotokoll als Ersatz für den Inhalt der angeblich verschwundenen Briefe niederzulegen. Diese Unterlassung beweist den Tatvorsatz des Landesverrats.
Schon hierbei ist darauf hinzuweisen, daß der Leiter von Fremde Heere Ost 1 c Abt im OKH, der – nachweisbar durch dokumentarische Aufklärung und Archivforschung – schuldhaft an der Verratshandlung ,Aufrechterhaltung der Ostfront' beteiligt war, bei Beginn der westalliierten Invasion in der Normandie zum Leiter Abt. Fremde Heere West 1c OKH versetzt wurde, wo er – militärwissenschaftlich gesehen – für die deutsche Niederlage und den angloamerikanischen Invasionserfolg in Anspruch genommen werden konnte. Da v. Roenne schon für den Untergang der 6. Armee in Stalingrad mitschuldig war und für die Unterschlagung der beiden Kerness-Briefe und Kerness selbst, ist anzunehmen, daß er von den deutschen Verschwörern gerade deswegen zu Beginn der westalliierten Invasion auf den Posten des 1c Chefs Fremde Heere West plaziert wurde.“

Unternehmen „Walküre“

Hauptartikel: Unternehmen „Walküre“

Planung des Attentats

Nach seiner schweren Verwundung verstärkte sich Stauffenbergs Überzeugung, daß er etwas tun müsse, um in Deutschland einen Regierungswechsel (zu welcher Regierung hin, war – wie bereits weiter oben ausgeführt – unklar) herbeizuführen. Obwohl eigentlich dienstuntauglich, betrieb er seine Weiterverwendung. Noch im Herbst 1943 meldete er sich nach Berlin und suchte dort bewußt Kontakt zu den Hitlergegnern um den General der Infanterie Friedrich Olbricht, den Leiter des Allgemeinen Heeresamtes, und Generalmajor Henning von Tresckow.

Gemeinsam mit General Friedrich Olbricht, Oberst Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim und Henning von Tresckow arbeitete Stauffenberg den Operationsplan Walküre aus. Offiziell diente der Plan der Niederwerfung möglicher innerer Unruhen, etwa bei einem Aufstand der zahlreichen Fremdarbeiter. Stauffenberg und Tresckow fügten dem Plan einige weitere Befehle hinzu, und machten so aus Walküre einen Operationsplan für den Staatsstreich. Er sah vor, die Ermordung Hitlers zunächst einer Gruppe „frontfremder Parteifunktionäre“ anzulasten, um damit einen Grund für die Verhaftung der Angehörigen von NSDAP, SS, Sicherheitsdienst und Gestapo zu haben. Die Befehlshaber der Wehrkreiskommandos in ganz Deutschland sollten gleich nach der Auslösung von Walküre entsprechende Befehle erhalten. Das Militär sollte die ausführende Gewalt übernehmen. Für Stauffenberg sahen die Umsturzpläne den Rang eines Staatssekretärs im Reichskriegsministerium vor.

Stauffenberg wurde zum Stabschef des Allgemeinen Heeresamtes im Berliner Bendlerblock ernannt, wodurch er Zugang zu den Lagebesprechungen in den Führerhauptquartieren erhielt. Er unterstand Olbricht und baute mit dessen Förderung ein militärisch-oppositionelles Netz auf. Er koordinierte die Attentatspläne mit Carl Friedrich Goerdeler und Generaloberst Ludwig August Theodor Beck und hielt Verbindung zu zivilen Regierungsgegnern um Julius Leber, Wilhelm Leuschner sowie zu den Mitgliedern des Kreisauer Kreises, zu dem auch sein Vetter Peter Graf Yorck von Wartenburg gehörte. Nach der Verhaftung Helmuth James Graf von Moltkes im Januar 1944 fanden keine Treffen des Kreisauer Kreises mehr statt. Die Mehrheit der Mitglieder stellte sich Stauffenberg – trotz Moltkes Vorbehalten gegen eine Ermordung Hitlers – zur Verfügung.

Am 1. Juli 1944 wurde er Chef des Stabes beim Befehlshaber des Ersatzheeres (BdE), Generaloberst Friedrich Fromm. Damit saß er nun gemeinsam mit Olbricht und Mertz von Quirnheim in der Schaltzentrale für die geplante Operation Walküre. Ein heikler Punkt des Planes war, daß Stauffenberg sowohl das Attentat ausführen, als auch von Berlin aus den Staatsstreichversuch leiten wollte. Bereits am 11. auf dem Obersalzberg und am 15. Juli im Führerhauptquartier Wolfsschanze versuchte Stauffenberg, Adolf Hitler zu ermorden. Beide Versuche brach er vorzeitig ab, weil entweder Heinrich Himmler und/oder Hermann Göring nicht anwesend waren. Ein drittes Mal sollte der Anschlag unter keinen Umständen verschoben werden.

Attentat und Staatsstreich

Adolf Hitler, zusammen mit Benito Mussolini bei der Besichtigung der durch das Attentat verursachten Schäden

Die nächste Gelegenheit ergab sich rein zufällig am 18. Juli, als Stauffenberg für den übernächsten Tag ins Führerhauptquartier bestellt wurde, um dort über geplante Neuaufstellungen von Truppen zu berichten. Die Verschwörergruppe hatte bereits die Mitglieder einer Nachfolgeregierung bestimmt. Es mußte nur noch Hitler „beseitigt“ werden. Stauffenberg flog am 20. Juli um 7.00 Uhr mit seinem Adjutanten Oberleutnant Werner von Haeften von Rangsdorf bei Berlin zum Führerhauptquartier Wolfsschanze bei Rastenburg in Ostpreußen.

Da die Besprechung wegen eines geplanten Besuches von Benito Mussolini unerwartet um eine halbe Stunde vorverlegt wurde, gelang es ihm nur noch, einen von zwei Sprengsätzen mit zwei britischen chemisch-mechanischen Zeitzündern mit einer speziell für ihn angepaßten Zange (er besaß nur noch drei Finger an seiner linken Hand) scharfzumachen, worauf er den zweiten (der die Sprengwirkung zweifellos erhöht hätte) nicht in der Aktentasche mitnahm. Dazu kam, daß die Besprechung wegen Fertigstellungsarbeiten nicht wie üblich im Führerbunker, sondern – wie auch am 15. Juli – in einer leicht gebauten Holzbaracke stattfand und die Sprengladung somit nicht die angestrebte Wirkung entfalten konnte. Stauffenberg stellte sie etwa zwei Meter entfernt neben einem massiven Tischblock (der wohl die Wirkung weiter abschwächte) ab und verließ vor Ablauf der eingestellten Zeit unter dem Vorwand, noch einmal telefonieren zu müssen, den Raum. Die Sprengladung detonierte um 12.42 Uhr in der mit 24 Personen gefüllten Lagerbaracke. Aber Hitler und weitere 19 Anwesende überlebten die Detonation.

Stauffenberg und Haeften konnten in dem Tumult nach dem Anschlag die Wolfsschanze rechtzeitig verlassen, warfen die verbleibende Sprengladung auf der Fahrt zum Flugplatz aus dem offenen Wagen und flogen nach Berlin zurück, in der festen Einbildung, Hitler sei tot. Die Mitverschwörer in Berlin zögerten, den Putschplan umzusetzen, da sie keine eindeutige Nachricht über Hitlers Tod erhalten hatten. Um 15.00 Uhr desinformierte Stauffenberg vom Flugplatz Rangsdorf aus Olbricht davon, daß Hitler tot sei und begab sich zu Olbricht in den Bendlerblock. Erst jetzt, mehr als zwei Stunden nach dem Attentat, wurde „Walküre“ ausgelöst. Stauffenberg, Olbricht, Mertz von Quirnheim und Haeften ließen Generaloberst Fromm verhaften, der sie bis dahin gedeckt hatte, aber angesichts der unsicheren Nachrichtenlage von einer Beteiligung an dem Umsturzversuch nichts mehr wissen wollte.

Gegen 18.00 Uhr schien es den Verschwörern zunächst, als würde der Staatsstreich gelingen. In einigen Wehrkreisen liefen die Operationen an.

In einem aus Königsberg angeforderten Funkwagen, der vor dem Teehaus des FHQ aufgestellt war meldete sich kurz nach Mitternacht der Führer selbst in einer kurzen Rundfunkansprache. Dort waren auch die leicht verletzten Offiziere anwesend; Jodl mit Kopfverband, Keitel mit verbundenen Händen.

Die Fernschreiben mit den Walküre-Anweisungen der Verschwörer, die nun in den Wehrkreisen eingingen, wurden nicht mehr befolgt. Die meisten Offiziere verhielten sich wegen der widersprüchlichen Nachrichten abwartend.

Das Ende des Staatsstreichversuches

Gegen 22.30 Uhr verhaftete eine Gruppe regierungstreuer Offiziere Stauffenberg und die Mitverschwörer. Generaloberst Fromm gab, wohl um von seiner eigenen Beteiligung abzulenken, noch in der Nacht den Befehl, Claus Graf Schenk von Stauffenberg gemeinsam mit Werner von Haeften, Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim und Friedrich Olbricht standrechtlich zu erschießen. Die Exekution fand um 0.15 Uhr im Hof des Bendlerblocks statt. Stauffenbergs letzte Worte sollen der Ausruf „Es lebe das heilige Deutschland!“ gewesen sein. Andere Quellen nennen auch: „Es lebe das geheime Deutschland!“ oder „Heiliges Deutschland!“, und wieder andere „Es lebe Deutschland!“ oder aber „Es lebe unser heiliges Deutschland!“. Am folgenden Tag wurden die Leichen der Erschossenen mit ihren Uniformen und Ehrenzeichen auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof Berlin bestattet. Himmler ließ sie exhumieren und ordnete deren Kremierung an. Ihre Asche wurde über die Rieselfelder von Berlin verstreut.

Stauffenberg-Kult in der BRD

Stauffenberg-Kult in der Bundesrepublik

In der BRD wird von Claus Graf von Stauffenberg offiziellerseits vorwiegend das Bild eines heldenmütigen sowie selbstlos handelnden Widerständlers gezeichnet und für die eigene Propaganda und Selbstdarstellung verwendet, obgleich er von linker Seite häufig – als noch zu national und patriotisch gesinnt – kritisiert oder teils abgelehnt wurde und wird.

Dennoch hat sich das Gedenken an ihn und seinen Verschwörerkreis in der BRD inzwischen zu einem offiziellen und auch ritualisierten Akt entwickelt. Widersprüchlich bei dieser offiziellen Verehrung ist allerdings, daß damit eine Vorgehensweise gewürdigt wird, welche, unter anderen politischen Vorzeichen, aber gleicher Vorgehensweise, heutzutage von selbiger offizieller Seite durchaus auch als „Terrorismus“ bezeichnet wird, nämlich dann, wenn die Ziele derselben nicht der Doktrin des heutigen BRD-Establishments entsprechen.

Beurteilung

Wenn daher mittlerweile praktisch alle offiziellen Institutionen des BRD-Systems unisono an diesen Ehrenbekundungen teilnehmen, so ist dies bei gerechter Beurteilung als Bigotterie und Heuchelei zu bezeichnen.
Stellvertretend für eine der genannten offiziellen Institutionen steht hier auch die Deutsche Evangelische Kirche, deren Verlautbarung in der „Kirchlichen Rundschau“ vom 30. Juli 1944 noch einen deutlich anderen Charakter hatte, als die heute von derselben Seite immer wieder verkündeten Beteuerungen des kirchlich-antifaschistischen Widerstandsgeistes:

„Mit Empörung und Abscheu wendet sich das deutsche Volk von der Tat des 20. Juli ab, die in einer Stunde, die das Äußerste an Geschlossenheit fordert es unternahm, mit Mitteln des Mordes und des Verrats das Reich in Wirren unabsehbaren Ausmaßes zu stürzen. Aus tiefem Herzen danken wir dem Allmächtigen für die Errettung des Führers und bitten ihn, Er möge ihn weiterhin in seinen Schutz nehmen. Mit dieser Bitte soll sich das Gelöbnis neuer Treue und der Entschluß verbinden, uns ernster noch als zuvor de unerbittlichen Forderung der Zeit zu unterwerfen, für die der Führer rastlos sein Alles einsetzt. – Die Deutsche Evangelische Kirchenkanzlei und der Geistliche Vertrauensrat der Deutschen Evangelischen Kirche haben nach dem Anschlag auf das Leben des Führers in Treuetelegrammen an ihn den Dank gegen Gott für die gnädige Bewahrung Ausdruck verliehen. Zugleich wurde dabei vom geistlichen Vertrauensrat zur Kenntnis gebracht, daß am Sonntag nach dem Mordanschlag allgemein in den evangelischen Gottesdiensten des Reiches fürbittend des Führers gedacht worden ist.“[2]

Bereits einen Tag zuvor war in diesem Zusammenhang im „Kirchlichen Amtsblatt der Kirchenprovinz Pommern“ vom 29. Juli 1944 folgendes Telegramm erschienen:

„Telegramm – An den Führer des Großdeutschen Reiches, Führerhauptquartier
Mit Dank gegen Gott für die gnädige Errettung grüßt den Führer mit dem Gelöbnis hingebenden Einsatzes und weiterer treuer Fürbitte in dieser entscheidenden Stunde des Krieges
Die Pommersche Evangelische Kirche
gez. D. Wahn
Stettin, den 21. Juli 1944

Posthume Ehrungen Stauffenbergs seitens der BRD

  • Die im baden-württembergischen Sigmaringen (etwa 15 km vom ehemaligen Sommersitz Albstadt-Lautlingen entfernt) angesiedelte Kaserne der Bundeswehr trägt seit dem 20. Juli 1961 den Namen Stauffenberg-Kaserne.
  • 1964 wurde auf dem Gelände der Stauffenberg-Kaserne ein Gedenkstein zur Erinnerung an den Oberst im Generalstab enthüllt.
  • In Stuttgart ist 2006 eine Erinnerungsstätte des Landes Baden-Württemberg eröffnet worden.
  • Großer Zapfenstreich der 10. Panzerdivision mit dem Musikkorps der Bundeswehr am 14. November 2007 in Jettingen-Scheppach (Schloß) anläßlich des 100jährigen Geburtstages.
  • Im ehemals Stauffenberg’schen Schloß Lautlingen wurde am 15. November 2007, dem 100. Geburtstag, eine neue Gedenkstätte eröffnet, gefördert von der Landesstiftung Baden-Württemberg und Sponsoren aus der Wirtschaft.

Im Dezember 2010 wurde Stauffenberg in Bamberg auch von Linksextremisten „geehrt“. Die Täter schmierten mit roter Lackfarbe die Worte „Nazi Dreck“ auf die in einem Durchgang zum alten Rathaus der Stadt angebrachte Tafel.[3]

Stauffenberg-Verherrlichung im Film

  • 1955: Es geschah am 20. Juli, Spielfilm, Regisseur: Georg Wilhelm Pabst, Bundesrepublik Deutschland
  • 1955: Der 20. Juli, Spielfilm, Regisseur: Falk Harnack, Bundesrepublik Deutschland
  • 1971: Operation Walküre, zweiteiliges Fernseh-Dokudrama (ARD), Regie: Franz Peter Wirth, Autor: Helmut Pigge (Grimme-Preis 1971)
  • 1989: Stauffenberg. 13 Bilder über einen Täter von Hans Bentzien und Erich Thiede, Dokumentation, DDR
  • 1990: Stauffenberg – Verschwörung gegen Hitler, VSA
  • 2003: Stauffenberg – Aufstand des Gewissens; Deutschland/ Österreich/ Italien
  • 2004: Die Stunde der Offiziere, halbdokumentarischer Spielfilm
  • 2004: Stauffenberg von Jo Baier
  • 2005: Stauffenberg, Fernsehdokumentation
  • 2008: Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat von Bryan Singer, u.a. mit Tom Cruise als Stauffenberg
  • 2009: Stauffenberg – Die wahre Geschichte von Oliver Halmburger und Christian Frey, Dokudrama und Zeitzeugenberichte

Stauffenberg-Verherrlichung in der BRD-Umerziehungsliteratur

  • Christian Graf von Krockow: Eine Frage der Ehre, Stauffenberg und das Hitler-Attentat vom 20. Juli. Rowohlt, Berlin 2004.
  • Eberhard Zeller: Geist der Freiheit. Der zwanzigste Juli. Edition JF, Berlin 2004. (Neuauflage, erstmals 1952 erschienen)

Schlußbetrachtung

Festzustellen bleibt, daß die damaligen Deutschen den Attentäter Stauffenberg und seine Gesinnungsgenossen in ihrer überwiegenden Mehrheit nie als Helden betrachtet haben, sondern eher als unglückliche Vertreter einer Gruppe von politischen Vabanquespielern, die durch Hitler alles geworden waren und nun durch einen dilettantisch ausgeführten Anschlag versuchten, ihre Pfründe zu retten. Im Gegensatz dazu stehen heutige Umfrageergebnisse, in denen die heutige Mehrheit der BRD-Bevölkerung sich weitgehend entgegengesetzt zu ihren Vorfahren über diesen Sachverhalt äußert. Dies liegt allerdings nicht daran, daß sich die Tatsachen hierzu inzwischen geändert haben, sondern daran, daß der historische und allgemeine kulturelle Bildungsstand der heutigen Generationen aufgrund jahrzehntelanger Umerziehung im Sinne des heutigen politischen Systems äußerst unterentwickelt ist und auf einem durch die Veröffentlichte Meinung erzeugten völlig voreingenommenen und einseitig zu Lasten des Deutschen Reiches gehenden Geschichtsbild basiert.[4]

Beurteilung

Auch die gegenwärtig propagierte Popularität der Hitler-Attentäter ist weitgehend eine künstlich inszenierte Propagandaschau. Bei näherer Betrachtung zeigen sich deren Hauptfiguren dagegen eher als ziemlich bornierte und unfähige Gruppe von Möchtegernpolitikern, denen es zwar auf dem Papier und am grünen Tisch gelang, große Reden zu schwingen, die aber bei der ersten Bewährungsprobe kläglich versagten. Auch das in diesen Tagen oftmals propagierte Heldentum der gefangenen Hilfsattentäter vor dem Volksgerichtshof verliert merklich an Glanz, wenn man sich die Akten des Volksgerichtshofes als Ganzes zur Hand nimmt und studiert. Von wenigen Ausnahmen abgesehen bemühten sich die meisten doch, ihre Rolle beim Attentat möglichst zu kaschieren und zu verringern.

Beispielgebend dafür ist besonders Goerdeler, der von den Putschisten als neuer Reichskanzler vorgesehen war. So erklärte dieser nach seiner Verhaftung, daß das Attentat ihm bewiesen habe, daß Hitler tatsächlich ein Mann ist, der von der Vorsehung geschützt ist. Gemeinsam mit einigen anderen ehemaligen Mitverschwörern diente er sich dem Reichsführer-SS, Heinrich Himmler, sogar als Helfer für angebliche Friedensvermittlungsgespräche an. Immerhin gelang es ihnen dadurch zwar, ihr Leben um einige Monate zu verlängern, dies widerspricht aber ebenfalls dem heute propagierten Bild des heldenmütigen Revolutionärs.

Richtungsweisend für die Charakterisierung der Verschwörer können daher nicht einzelne Aussagen eines Peter Yorck von Wartenburg (1904–1944) sein, der von den bundesdeutschen Medien zuweilen besonders als Held vor dem Volksgerichtshof herausgestellt wird, sondern eher die des Hauptmanns Karl Klausing (1920–1944), der über den Putsch resümierend und dabei resigniert auf seine Mitangeklagten blickend, gegenüber Roland Freisler im Prozeß vom 7. August 1944 sagte:

„Wenn ich rückblickend die Sache betrachte und mir rückblickend die Leute vor Augen führe, die beteiligt waren, muß ich sagen, daß es nicht gehen konnte und im Effekt auch nicht gut gewesen wäre.“

Beförderungen

  • Eintritt in die Armee als Fähnrich (1. April 1926)
  • 18. August 1927 – Fahnenjunker-Gefreiter
  • 15. Oktober 1927 – Fahnenjunker-Unteroffizier
  • 1. August 1929 – Fähnrich
  • 1. Januar 1930 – Leutnant
  • 1. Mai 1933 – Oberleutnant
  • 1. Januar 1937 – Rittmeister
    • umbenannt in Hauptmann i. G. am 1. November 1939)
  • 1. Januar 1941 – Major i. G.
  • 1. Januar 1943 – Oberstleutnant i. G.
  • 1. April 1944 – Oberst i. G.

Auszeichnungen (Auszug)

Siehe auch

Literatur

Verweise

Fußnoten

  1. IMT Einhundertsiebenundvierzigster Tag. Mittwoch, 5. Juni 1946, Vormittags
  2. Kirchliche Rundschau für das Gesamtgebiet der Deutschen Evangelischen Kirche: „Das Evangelische Deutschland“ am 30. Juli 1944
  3. Stauffenberg-Gedenktafel in Bamberg geschändet (Junge Freiheit, 13.12.2010)
  4. Die Netzseite Altermedia bemerkte im August 2010 in diesem Zusammenhang: „Von daher sollte man nicht allzuviel auf den historischen Sachverstand einer Mehrheit geben, die im gleichen Atemzug einen Mann wie Adenauer zum größten Deutschen aller Zeiten gekürt hat und Erscheinungen wie Dieter Bohlen und Daniel Küblböck direkt neben Mozart und Beethoven stellt.
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