Führerhauptquartier „Wolfsschanze“

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Rudolf Schmundt (links) im Gespräch mit Reichsführer-SS Himmler und Karl Wolff, „Wolfsschanze“, 1942 (im Hintergrund Reichsleiter Bormann)

Wolfsschanze war der Tarn- bzw. Deckname für das militärische Lagezentrum des Führungsstabes der deutschen Wehrmacht und eines der „Führerhauptquartiere“ während des Zweiten Weltkrieges in der Nähe von Rastenburg in Ostpreußen.

Geschichte

Adolf Hitler und Jagdflieger Hans Strelow im Führerhauptquartier nach der Verleihung des Eichenlaubs zum Ritterkreuz, im Hintergrund zwischen den beiden Julius Schaub

Den Decknamen gab Adolf Hitler der Anlage selbst, angelehnt an das von ihm verwendete Pseudonym „Wolf“, das er hauptsächlich in seiner privaten Korrespondenz der 1920er Jahre verwendet hatte. Ein weiterer Tarnname des Führerhauptquartiers Ost war „Görlitz“.

Bau und Einteilung

Die „Wolfsschanze“ entstand ab 1940 durch die Organisation Todt. Sie war in einen dichten Wald gebaut worden und zusätzlich durch nichtbrennbare Tarnnetze, einen speziellen tarnenden Mörtel und Flakstellungen gegen Flugzeugangriffe geschützt. Insgesamt wurden auf dem Gebiet zwischen 1940 und 1944 ca. 100 verschiedene Objekte und Gebäude errichtet. Die Baustelle hatte den Tarnnamen „Chemische Werke Askania“. Seit 1941, dem Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion, war die „Wolfsschanze“ der Hauptaufenthaltsort Hitlers.

Die Anlage umfaßte insgesamt ca. 40 Wohn-, Wirtschafts- und Verwaltungsgebäude sowie 7 massive und 40 leichte Stahlbetonbunker. Die Decken der Bunker waren sechs bis acht Meter dick. Die Anlage verfügte außerdem über einen Bahnanschluß und besaß zwei Flugplätze. Sie war von einem 50 bis 150 Meter breiten Minengürtel und einem 10 km langen Stacheldrahtzaun umgeben. Es bestand ständige Funk- und Telefonverbindung nach Berlin und zu allen Frontabschnitten.

Hitler befand sich im Bunker Nr. 13 der spartanisch ausgelegten Anlage, im streng gesicherten Sperrkreis 1. Dort hielten sich neben den Kommandeuren der Wehrmacht auch hochrangige Vertreter der NSDAP auf. Insgesamt existierten drei Sperrkreise, für die man jeweils Passierscheine benötigte. Im Sperrkreis 2 befanden sich auch die Unterkünfte des Führerbegleitbataillons, die aus Holzbaracken bestanden. Im Führerhauptquartier hielten sich insgesamt weit über 2.100 Offiziere, Soldaten und Zivilpersonen dauerhaft auf.

Bahnanschluß der Wolfsschanze

Hitler und Mussolini besichtigen die Zerstörungen im Führerhauptquartier „Wolfsschanze“ nach dem Attentat vom 20. Juli 1944

Von der Reichshauptstadt Berlin aus war die Wolfsschanze täglich mit dem Zug zu erreichen. Die Route verlief über Frankfurt an der Oder, Reppen, Neu Bentschen, Posen und Thorn. Die jeweils in Richtung Insterburg verkehrenden D-Züge hielten nach Thorn in Korschen; hier war eine Umsteigemöglichkeit in Richtung Rastenburg vorgesehen.

Der D-Zug 53 mit Abfahrt um 7.53 Uhr aus Berlin-Charlottenburg erreichte z. B. im Winter 1943/44 fahrplanmäßig um 15.28 Uhr Thorn Hauptbahnhof. Der D-Zug 55/56 von Berlin nach Posen verfügte über durchgehende Dienstzüge der Reichsregierung und der militärischen Führung in Richtung Korschen und Rastenburg. Gegebenenfalls konnten angeordnete Eilzüge eingesetzt werden (→ Posener Bahn).

Attentat

Auf dem Gelände der „Wolfsschanze“ verübte während einer Lagebesprechung Claus Schenk Graf von Stauffenberg das Attentat vom 20. Juli 1944 auf Hitler. Am 20. November 1944 verließ Hitler endgültig die „Wolfsschanze“, als die Rote Armee nur noch wenige hundert Kilometer entfernt stand. Die Bunker übernahm danach der Stab der 4. Armee von General Friedrich Hoßbach.

Sprengung 1945

Als am 24. Januar 1945 die Rote Armee anrückte, wurden alle Objekte von der zurückweichenden Wehrmacht gesprengt. Laut Berechnungen wurden dafür bis zu 12 Tonnen Sprengstoff benötigt. Von 1945 bis 1955 wurden hier ca. 54.000 Minen entschärft.

Aktuell

Von den Bunkern sind heute nur noch wenige Reste übrig. Das Gelände ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Im Jahr 2013 zog die Ruine des Führerhauptquartiers „Wolfsschanze“ als profitabler Touristenmagnet immerhin zwischen 180.000 und 200.000 Besucher an.

Mit neuen Investitionen der polnischen Besitzer von umgerechnet 1,6 Millionen Euro zur Modernisierung soll die Besucherzahl um bis zu 20 Prozent erhöht werden (Stand: 2014).

Lageplan der Anlage

Lageplan der „Wolfsschanze“
1. Büro- und Wohngebäude der Leibwache Hitlers
2. Gebäude der Leibwache und des Sicherheitsdienstes
3. Notstromaggregat
4. Bunker
5. Gebäude des Reichspressechefs Otto Dietrich
6. Beratungsbaracke, Ort des nicht geglückten Attentats auf Hitler vom 20. Juli 1944
7. Sicherheitsdienst
8. Luftschutzraum für Gäste
9. Leibwache
10. Gebäude des stenographischen Dienstes
11. Sicherheitsdienst, erster Leibwächter Hitlers Rattenhuber, Chef der Polizeiabteilung Högl, Postgebäude
12. Fernschreibdienst
13. Garagen
14. Fahrdienst
15. Kino
16. Heizungsgebäude
17. Dr. Morell, Bodenschatz, Hewel, Voß, Wolff, Fegelein
18. Vorratslager
19. Gebäude von Martin Bormann, persönlicher Sekretär Hitlers
20. Luftschutzraum Bormanns und seines persönlichen Umfelds
21. Adjutantur Hitlers und der Wehrmacht, Personalamt der Wehrmacht
22. Casino II
23. General Alfred Jodl, Chef des Wehrmachtführungsstabes im Oberkommando der Wehrmacht
24. Feuerlöschteich
25. Dienstgebäude des Außenministeriums
26. Dr. Fritz Todt, nach seinem tödlichen Unfall: Albert Speer
27. Hotel der Leibwache
28. allgemein zugänglicher Luftschutzraum mit Flak und MG-Einheiten auf dem Dach
29. Casino I
30. Neue Teestube
31. Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel, Chef des Oberkommandos der Wehrmacht
32. Alte Teestube
33. Gebäude von Reichsmarschall Hermann Göring,
34. Luftschutzraum Görings mit Flak, MG- und Reflektor-Einheiten
35. Vertretung des Oberkommandos der Luftwaffe
36. Vertretung des Oberkommandos der Kriegsmarine
37. Bunker mit Flak-Station
38. Eisenbahnlinie Rastenburg-Angerburg

Filmbeiträge

Im Winter 1943 besuchte der rumänische Ministerpräsident und Generalstabschef Ion Victor Antonescu den deutschen Reichskanzler Adolf Hitler in dessen Hauptquartier Wolfschanze in Ostpreußen.

Literatur

  • Arndt-Verlag, Hg.: Führerhauptquartier Wolfschanze 1940–1945 (Klappentext)

Verweis