Struktur der NSDAP

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Organisation der NSDAP

Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) war eine hierarchisch aufgebaute nationalsozialistische Partei. Sie wurde im Jahre 1919 unter dem Namen Deutsche Arbeiterpartei von Karl Harrer und Anton Drexler gegründet. Die Struktur der NSDAP war äußerst komplex und umfangreich.

Allgemeines

Die NSDAP war streng hierarchisch aufgebaut, gemäß Führergrundsatz übernahm der Führer für Partei und Staat die höchste Verantwortung. Personelle Entscheidungen in der obersten Führungsriege von Partei und Staat (z. B. Reichsminister, Reichsstatthalter, hohe SA- und SS-Führer, Reichsleiter, Gauleiter, Reichskommissar) wurden nur durch ihn getroffen.

Der Führer wurde vertreten durch Rudolf Heß als Stellvertreter des Führers (ernannt am 27. April 1933). Der Führer, der Stellvertreter des Führers und die 18 Reichsleiter bildeten die Reichsleitung der NSDAP, die ihren Sitz in München hatte.

Gebietliche Struktur

Nach dem gescheiterten Marsch auf die Feldherrnhalle wurde die NSDAP 1924 verboten. Nach ihrer Neugründung im Jahre 1925 begann die NSDAP eine Ausdehnung über Bayern hinaus. Die Parteisatzung vom 22. Mai 1926 legte hinsichtlich der deshalb notwendig gewordenen Organisation der Verwaltungsgebiete die Unterteilung des Deutschen Reiches in Reichsgaue fest, was (vor allem im nationalen Lager) keine Seltenheit und durchaus geläufig war.

Weitere Organisationen unter nationalsozialistischem Einfluß (Auswahl)

Organisationen, die teilweise schon vor der Gründung der NSDAP bestanden und meistens nicht von der NSDAP gegründet wurden, wurden häufig umbenannt und weiter verwendet. Sie unterstanden meistens auch einem Amt in der Verwaltungsapparatur eines Reichsleiters oder direkt einem Verband. Zu diesen Organisationen gehören z. B.:

Struktur der NSDAP, Mitte 1939

Die 43 Gaue (1941) einschließlich Gauleiter

Verwaltungsgliederung der NSDAP

Die NSDAP teilte Deutschland bereits 1925 in zunächst 33, später 43 Gebiete (1941), die in Anlehnung an einen Begriff aus der mittelalterlichen Territorialverfassung Karls des Großen Gaue genannt wurden. Diese (Partei-)Gaue entsprachen den damaligen Reichstagswahlkreisen und traten nach 1933 neben die fortbestehenden Länder, welche durch die Reichsstatthaltergesetze (insbesondere durch das sogenannte „zweite Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich“ vom 7. April 1933) in ihren Rechten erheblich beschränkt wurden.

Jedem Gau stand ein Gauleiter vor. Er war in der Organisationsstruktur der NSDAP der regionale Verantwortliche der Partei und trug damit die politische Verantwortung für seinen Hoheitsbereich. Er erhielt die vollständige Disziplinargewalt und das Aufsichtsrecht über alle parteieigenen Organisationen und Verbände in seinem Gebietsbereich. Dies führte natürlich auch zu Kompetenzstreitigkeiten mit den Reichsleitern, die ja die gesamte Führung der jeweiligen Parteiorganisation bzw. des jeweiligen Parteiverbandes auf sich vereinigen konnten bzw. wollten. Einige Gauleiter erhielten große Macht in ihren Regionen. Dies beruhte auf der Übertragung der regionalen Organisations- und Verbandsleitung auf den Verwaltungsapparat des Leiters des Gauamtes, der dem Gauleiter unterstellt war. Dadurch wurden die Gauleiter unter Umständen ziemlich unwichtig, da die Münchner NSDAP-Reichsleitung ihre fachspezifischen Interessen beim Verwaltungsapparat des Gauamtes durchbringen konnte und der Gauleiter über seine Verwaltung also kaum mehr Befugnisse in diesen Bereichen hatte.

Das partielle Gegenstück zu einem Gau der Partei war im Staatswesen, erst nach 1938 gegründet, der Reichsgau. Hiervon gab es bis 1945 insgesamt zwölf. Nicht jeder NS-Gau war also ein Reichsgau, und die Größen der Reichsgaue stimmten auch nicht immer mit den Größen der Gaue überein, auch wenn die Bezeichnung dieselbe war. Darüber hinaus wurden nicht alle geplanten Reichsgaue verwirklicht – so sollten bspw. Baden-Elsaß und Westmark noch zusätzlich Reichsgaue werden, was jedoch nie geschah.

Fast alle Gauleiter waren Mitglied der SA oder der SS. Die Gauleiter waren in den meisten Fällen schon vor 1933 in der NSDAP vertreten und Adolf Hitler persönlich bekannt – sie wurden auch deswegen von ihm ausgewählt. Oft waren sie gleichzeitig Reichsstatthalter oder Oberpräsidenten. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges am 1. September 1939 wurden die meisten Gauleiter zu Reichsverteidigungskommissaren und ab Oktober 1944 auch Verantwortliche für die Aufstellung des Volkssturms.

Tabelle der Gaue inklusive vorheriger Strukturen und Leiter

(Die Angaben wurden so weit wie möglich rekonstruiert – wegen der extremen Unübersichtlichkeit der Informationen ohne Gewähr)

Eine Neugliederung der Gaue erfolgte am 1. Oktober 1928. Die angegebenen Nummern sind offizielle Ordnungsnummern. Größe und Einwohnerzahlen nicht genau zutreffend, nach offizieller Parteistatistik bspw. Gau Kurmark / Mark Brandenburg der größte im Deutschen Reich (1935). Zahlen von 1941, wobei die zu diesem Zeitpunkt bestehenden Gauaufteilung zugrunde gelegt wurde.

Tabelle umfaßt Gauaufteilung von 1945. Weitere Infos zu älteren Gauen in der zweiten, darunter gelegenen Tabelle.

Nr. Gau Verwaltungssitz Fläche (km²) Einwohner (1941) Gauleiter (ohne Stellvertreter)
01 Baden-Elsaß (zeitgenössische Schreibweise), Umbenennung von Gau Baden Karlsruhe, nach 1940 Straßburg 23.350 2.502.023 Robert Wagner, ab 1925 (später auch Reichsstatthalter)
02 Bayreuth, Umbenennung von Gau Bayerische Ostmark genannt durch Zusammenschluß von Gau Oberfranken und Gau Niederbayern-Oberpfalz; letztgenannter erstmal aufgespalten in Gau Niederbayern und Gau Oberpfalz; Zusammenschluß zu Gau Niederbayern-Oberpfalz erfolgte später wieder Bayreuth 29.600 2.370.658 Fritz Wächtler ab 2. Juni 1942 (Entstehungszeitpunkt) bis 19. April 1945, danach ab 19. April 1945 Ludwig Ruckdeschel
03 Groß-Berlin, ursprünglich Gau Berlin-Brandenburg; Gau Brandenburg wurde abgetrennt (weitere Infos dazu bei Nr. 16) und Gau Berlin in Gau Groß-Berlin umbenannt Berlin 884 4.338.756 Ernst Schlange von 1925 bis 1926, danach von 1. November 1926 bis 30. April 1945 Joseph Goebbels
04 Danzig-Westpreußen, ehemals Gau Danzig Danzig 26.057 2.287.394 Hans Albert Hohnfeldt von 1926 bis 1928, danach von 1928 bis 1930 Walter Maaß, danach ab 15. Oktober 1930 Albert Forster
05 Düsseldorf, entstanden 1930, vielleicht aus Teilen vom Gau Ruhr Düsseldorf 2.672 2.261.909 Friedrich Karl Florian ab 1. Januar 1930
06 Essen Essen 2.825 1.921.326 Josef Terboven (Oberpräsident) ab 1928
07 Franken (Zusammenschluß von Gau Nürnberg-Fürth-Erlangen und Gau Mittelfranken) Nürnberg 7.618 1.077.216 von 2. April 1925 bis 16. Februar 1940 Julius Streicher („Frankenführer“), danach von 21. März 1940 bis 7. März 1942 Hans Zimmermann, danach ab 8. März 1942 Karl Holz.[2]
08 Halle-Merseburg Halle an der Saale 10.202 1.578.292 von 1925 bis 30. Juli 1926 Walter Ernst 1. August 1926 bis 1927, danach von 1927 bis 1930 Paul Hinkler, danach von 1930 bis zum 20. April 1937 Rudolf Jordan, danach ab 20. April 1937 Joachim Albrecht Eggeling
09 Hamburg Hamburg 747 1.711.877 Joseph Klant von 1925 bis 1926, danach von 1927 bis 1928 Albert Krebs, danach von 1928 bis zum 15. April 1929 Hinrich Lohse, danach ab 15. April 1929 Karl Kaufmann
10 Hessen-Nassau, entstanden aus Gau Hessen-Nassau-Süd und Gau Hessen-Darmstadt Frankfurt am Main 15.030 3.117.266 Jakob Sprenger ab 1933
11 Kärnten Klagenfurt 11.554 449.713 Hans vom Kothen von Februar 1933 bis Juli 1934, Peter Feistritzer (auch zu finden als: Feistritzner bzw. Feist-Ritzner) von Oktober 1936 bis 20. Februar 1938, danach von 1938 bis 1939 Hubert Klausner, danach von 1940 bis 1941 Franz Kutschera, danach von 1942 bis 1944 Friedrich Rainer
12 Köln-Aachen, vorher zusammen mit Gau Koblenz-Trier (später Beitritt zu Gau Moselland) firmierend als Gau Rheinland-Süd Köln 8.162 2.432.095 Josef Grohé ab 1931
13 Kurhessen, Beitritt von Gau Hessen-Nassau-Nord Kassel 9.200 971.887 Walter Schultz von 1926 bis 1927, danach von 1928 bis 1943 Karl Weinrich, danach ab 1943 Karl Gerland
14 Magdeburg-Anhalt, Bildung aus Gau Anhalt und Gau Elbe-Havel Dessau 13.910 1.820.416 von 1927, mit kurzer Unterbrechung durch Paul Hofmann 1933, bis 23. Oktober 1935 Wilhelm Friedrich Loeper, danach von 1935 bis 1937 Joachim Albrecht Leo Eggeling, danach ab 1937 Rudolf Jordan
15 Mainfranken, umbenannter Gau Unterfranken Würzburg 8.432 840.663 Otto Hellmuth ab 3. September 1928
16 Mark Brandenburg, Vereinigung von Gau Ostmark und Gau Brandenburg zu Gau Kurmark. Umbenennung später in Gau Mark Brandenburg Berlin 38.278 3.007.933 Wilhelm Kube vom 6. März 1933 bis 7. August 1936, danach Emil Stürtz
17 Mecklenburg Schwerin 15.722 900.427 Friedrich Hildebrandt ab 1925 mit Unterbrechung durch Herbert Albrecht von Juli 1930 bis 1931
18 Moselland, Eintritt von Gau Koblenz-Trier 1942 Koblenz 11.876 1.367.354 Gustav Simon ab 1. Juni 1931
19 München-Oberbayern, Zusammenschluß von Gau Oberbayern und Gau Groß-München (so genannter „Traditionsgau“) München 16.411 1.938.447 Adolf Wagner von 1933 bis 1944, danach ab April 1944 Paul Giesler
20 Niederdonau, vorherige Bezeichnung Gau Niederösterreich Gauhauptstadt: Krems, Verwaltungssitz: Wien 23.502 1.697.676 Von 12. März 1938 bis 24. Mai 1938 Roman Jäger, danach vom 24. Mai 1938 bis 8. Mai 1945 Hugo Jury
21 Niederschlesien, abgespalten von Gau Schlesien, genauso wie Gau Oberschlesien Breslau 26.985 3.286.539 Karl Hanke ab 1940
22 Oberdonau, vorher Gau Oberösterreich Linz 14.216 1.034.871 Andreas Bolek von Juni 1927 bis 1. August 1934, danach ab März 1935 August Eigruber
23 Oberschlesien, abgespalten von Gau Schlesien, genauso wie Gau Niederschlesien Kattowitz 20.636 4.341.084 Fritz Bracht von 27. Januar 1941 [Lücke von Abspaltungszeitpunkt (wahrsch. 1940) bis 27. Januar 1941]
24 Ost-Hannover (auch: Hannover-Ost), vorheriger Name Gau Lüneburg-Stade Buchholz in der Nordheide, ab 1. April 1937 Lüneburg, zuvor Harburg 18.006 1.060.509 ab 1. Oktober 1928 Otto Telschow
25 Ostpreußen Königsberg in Preußen 52.731 3.336.777 Bruno Gustav Scherwitz von 1925 bis 1927, danach ab 1928 Erich Koch
26 Pommern Stettin 38.409 2.393.844 Theodor Vahlen von 1925 bis 1927, danach von 1928 bis 1931 Walter von Corswant, danach von 1931 bis 1934 Wilhelm Karpenstein, danach ab 1934 Franz Schwede-Coburg
27 Sachsen Dresden 14.995 5.231.739 um 1925/1926 Albert Wierheim, Martin Mutschmann ab 1925
28 Salzburg Salzburg 7.153 257.226 Leopold Malina 1926 bis ?? Karl Scharizer von 1932 bis 1934, danach von 1939 bis 1941 Friedrich Rainer, danach ab 1941 Gustav Adolf Scheel (Reichsstudenten- und Reichsdozentenführer)
29 Schleswig-Holstein Kiel 15.687 1.589.267 Hinrich Lohse ab 1925
30 Schwaben Augsburg 10.231 946.212 Karl Wahl ab 1928
31 Steiermark Graz 17.384 1.116.407 Walther Oberhaidacher vom 25. November 1928 bis 1934, danach Sepp Helfrich, danach ab 22. Mai 1938 Siegfried Uiberreither
32 Sudetenland, bis 1939 Gau Sudetengau Reichenberg 22.608 2.943.187 Konrad Henlein ab 1939
33 Süd-Hannover-Braunschweig, Zusammenschluß von Gau Hannover-Süd und Gau Braunschweig Hannover 14.553 2.136.961 vom 1. Oktober 1928 bis November 1940 Bernhard Rust, danach ab November 1940 Hartmann Lauterbacher
34 Thüringen Weimar 15.763 2.446.182 Artur Dinter von 1925 bis 1927, danach ab 1927 Fritz Sauckel
35 Tirol-Vorarlberg Innsbruck 13.126 486.400 Franz Hofer ab 1932
36 Wartheland, bis 29. Januar 1940 Gau Warthegau Posen 43.905 4.693.722 Arthur Karl Greiser ab 21. Oktober 1939
37 Weser-Ems Oldenburg (Oldb) 15.044 1.839.302 Carl Röver von 1929 bis 1942, danach ab 1942 Paul Wegener
38 Westfalen-Nord, entstanden aus Gau Ruhr, welches durch einen Zusammenschluß von Gau Westfalen und Gau Rheinland-Nord entstand; genauso wie Gau Westfalen-Süd Münster in Westfalen 14.559 2.822.603 Gustav Alfred Julius Meyer ab 1932
39 Westfalen-Süd, entstanden aus Gau Ruhr, welches durch einen Zusammenschluß von Gau Westfalen und Gau Rheinland-Nord entstand; genauso wie Gau Westfalen-Nord Bochum 7.656 2.678.026 Josef Wagner von 1932 bis 1941, Paul Giesler von 1941 bis 1943/44, danach ab 1943/44 Albert Hoffmann
40 Westmark, umbenannt aus Gau Saar-Pfalz (auch: Saarpfalz bzw. bis 1936 Pfalz-Saar), welcher entstand aus dem Zusammenschluß von Gau Rheinpfalz und Gau Saar(land) Neustadt an der Weinstraße, ab 1940 Saarbrücken 14.713 1.892.240 Josef Bürckel von 1935 bis 28. September 1944, ab 28. September 1944 Willi Stöhr (manchmal auch Willy und/oder Stohr)
41 Wien Wien 1.216 1.929.976 Alfred Eduard Frauenfeld von 1930 bis 1933, Franz Richter von Februar bis Mai 1938,[3] bis Januar 1939 Odilo Globocnik, danach bis August 1940 Josef Bürckel, ab 1940 Baldur von Schirach
42 Württemberg-Hohenzollern Stuttgart 20.657 2.974.373 Eugen Munder von 1925 bis 1928, danach ab 1928 Wilhelm Murr
43 Auslandsorganisation NSDAP/AO Berlin Hans Nieland von 1930 bis 1933, danach ab 8. Mai 1933 Ernst Wilhelm Bohle

Weitere Gaue:

Leiter von 1945 nicht mehr bestehenden Gauen

Bloße Umbenennungen erkennbar an dem Zusatz „UB“ in der Spalte „wurde später“. Nummerierung lediglich zur Orientierung, die Sortierung ist alphabetisch.

Nr. Gau entstanden aus wurde später …zusammen mit Leiter
01 Anhalt Magdeburg-Anhalt (1927) Elbe-Havel Gustav Hermann Schmischke
02 Baden Baden-Elsaß (22. März 1941) UB s. o.
03 Bayerische Ostmark Oberfranken und Niederbayern-Oberpfalz (II) (19. Januar 1933) Bayreuth (2. Juni 1942) UB Hans Schemm vom 19. Januar 1933 bis 5. März 1935, danach ab 5. März 1935 Fritz Wächtler
04 Berlin Berlin-Brandenburg (1. Oktober 1928) Groß-Berlin UB Joseph Goebbels
05 Berlin-Brandenburg Berlin und Brandenburg (1. Oktober 1928) Ernst Schlange von 1925 bis 1926, danach ab 1. November 1926 Joseph Goebbels
06 Brandenburg Berlin-Brandenburg (1. Oktober 1928) Kurmark (6. März 1933) Ostmark vom 1. Oktober 1928 bis 1932 Emil Holtz und vom 18. Oktober 1932 bis 16. März 1933 Ernst Schlange
07 Braunschweig Süd-Hannover-Braunschweig (1. Oktober 1928) Hannover-Süd von 1925 bis 30. September 1928 Ludolf Haase (evtl. auch nur für Hannover-Süd)
08 Danzig Danzig-Westpreußen (1939) UB s. o.
09 Elbe-Havel Magdeburg-Anhalt (1927) Anhalt vom 25. November 1925 bis 1926 [?] Alois Bachschmidt
10 Groß-München („Traditionsgau“) München-Oberbayern (1933) Oberbayern [?]
11 Hannover-Süd Süd-Hannover-Braunschweig (1. Oktober 1928) Braunschweig von 1925 bis 30. September 1928 Ludolf Haase (evtl. auch nur für Braunschweig)
12 Hessen-Darmstadt Hessen-Nassau (1933) Hessen-Nassau-Süd vom 1. März 1927 bis 9. Januar 1931 Friedrich Ringshausen, danach nur 1931 Peter Gemeinder, danach von 1932 bis 1933 Karl Lenz
13 Hessen-Nassau-Nord Kurhessen (1934) [?]
14 Hessen-Nassau-Süd Hessen-Nassau (1933) Hessen-Darmstadt von 1925 bis 1926 Anton Haselmayer, danach von 1926 bis 1927 Walter Schultz, danach von 1927 bis 1933 Jakob Sprenger
15 Koblenz-Trier Rheinland-Süd (1931) Moselland (1942) Beitritt [?]
16 Kurmark Ostmark und Brandenburg ([?]) Mark Brandenburg (1938) UB s. o.
17 Lüneburg-Stade Ost-Hannover (1928) UB vom 22. März 1925 bis 30. September 1928 Bernhard Rust
18 Mittelfranken Franken (1929) Nürnberg-Fürth-Erlangen Julius Streicher („Frankenführer“)
19 Niederbayern Niederbayern-Oberpfalz (I) (1. Oktober 1928) Niederbayern-Oberpfalz (II) (1. April 1932) Oberpfalz vom 1. Oktober 1928 bis 1929 Gregor Strasser, danach von 1929 bis 1. April 1932 Otto Erbersdobler
20 Niederbayern-Oberpfalz (I) Oberpfalz und Niederbayern (1. Oktober 1928) von 1925 bis 30. September 1928 Gregor Strasser
21 Niederbayern-Oberpfalz (II) Oberpfalz und Niederbayern (1. April 1932) Bayerische Ostmark (19. Januar 1933) Oberfranken vom 1. April 1932 bis 19. Januar 1933 Franz Maierhofer
22 Niederösterreich Niederdonau ([?]) UB [??] von 1927 bis 1937 Josef Leopold (evtl. Lücke von 1937 bis 1939, da für Niederdonau erst seit 1939 ein Gauleiter in diesem Artikel bekannt ist)
23 Nürnberg-Fürth-Erlangen Franken (1929) Mittelfranken ab dem 3. September 1928 Wilhelm Grimm
24 Oberbayern München-Oberbayern (1933) Groß-München ab 1942 Paul Giesler
25 Oberfranken Bayerische Ostmark (19. Januar 1933) Niederbayern-Oberpfalz (II) ab 1928 Hans Schemm
26 Oberösterreich Oberdonau ([?]) UB [genauer Zeitpunkt nötig für Bestimmung des Leiters – ansonsten s. o. bei „Oberdonau“]
27 Oberpfalz Niederbayern-Oberpfalz (I) (1. Oktober 1928) Niederbayern-Oberpfalz (II) (1. April 1932) Niederbayern vom 1. Oktober 1928 bis 1. April 1932 Franz Maierhofer
28 Ostmark Kurmark (6. März 1933) Brandenburg vom 2. Januar 1928 bis 1933 Wilhelm Kube
29 Rheinland-Nord Ruhr (1926) Westfalen von 1925 bis 1926 Karl Kaufmann
30 Rheinland-Süd Köln-Aachen und Koblenz-Trier (1931) 1925 Heinrich Haake (öfter auch: Heinz Haake), danach von 1925 bis 1931 Robert Ley
31 Rheinpfalz Saar-Pfalz (1935) Saar(land) ab 1926 Josef Bürckel (ab 1. März 1933 auch Leiter von Saarland)
32 Ruhr Rheinland-Nord und Westfalen (1926) Westfalen-Nord und Westfalen-Süd (1932) Düsseldorf (1930) teilweise; Entstehung von Düsseldorf nicht gesichert von 1926 bis 1929 Karl Kaufmann, danach von 1929 bis 1931 [?] Josef Wagner
33 Saarland, manchmal auch nur Saar Saar-Pfalz (1935) Rheinpfalz Jakob Jung (1927 bis 1929), Gustav Staebe (1929), Adolf Ehrecke (1929 bis 1931), Karl Brück (1931 bis 1933), Josef Bürckel (1933), Alois Spaniol (1933–1934)
34 Saar-Pfalz, manchmal auch Saarpfalz Rheinpfalz und Saar(land) (1935) Westmark (1937) UB s. o.
35 Schlesien Niederschlesien und Oberschlesien (1940) vom 15. März 1925 bis 25. Dezember 1935 (evtl. auch nur bis 12. Dezember 1934) Helmuth Brückner, danach bis 1940 Josef Wagner
36 Sudetengau Sudetenland (1939) UB [?]
37 Unterfranken Mainfranken (1935) UB s. o.
38 Warthegau Wartheland (29. Januar 1940) UB s. o.
39 Westfalen Ruhr (1926) Rheinland-Nord von 1925 bis 1926 Franz Pfeffer von Salomon

Gauwinkel

Ein Gauwinkel wurde verwendet, um den Träger einem angehörigen Gau zuordnen zu können.

Nationalsozialistisches Ranggefüge im Vergleich zur Wehrmacht

Wehrmacht Heeresverwaltung (HV)[4] Schutzstaffel (SS) Sturmabteilung (SA) RAD [5] Hitlerjugend NSDAP [5]
Heer, Luftwaffe Kriegsmarine Waffen-SS Allgemeine SS Hitlerjugend (HJ) Deutsches Jungvolk
(DJ)
Bund Deutscher Mädel (BDM) Jungmädel
(HJ)
Der Führer Adolf Hitler
Reichsmarschall[6]
Generalfeldmarschall Großadmiral      Reichsführer-SS[7] Chef des Stabes der SA[8] Reichsarbeitsführer Reichsjugendführer Reichsleiter
Generaloberst Generaladmiral SS-Oberst-Gruppenführer und Generaloberst der Waffen-SS [9] SS-Oberst-Gruppenführer Generaloberstfeldmeister Stabsführer Gauleiter
General ... Admiral Generalober- stabsintendant SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS SS-Obergruppenführer SA-Obergruppenführer Generalfeldmeister Obergebietsführer Obergauführerin Reichsreferentin Hauptbefehlsleiter
Generalleutnant Vizeadmiral Generalstabsintendant / Ministerialdirektor SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS SS-Gruppenführer SA-Gruppenführer Obergeneralarbeitsführer Gebietsführer Gauführerin Gebietsmädelführerin Oberbefehlsleiter
Generalmajor Konteradmiral Korpsintendant SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS SS-Brigadeführer SA-Brigadeführer Generalarbeitsführer Hauptbannführer Hauptmädelführerin Befehlsleiter
kein Äquivalent Kommodore SS-Oberführer SA-Oberführer Oberbannführer Hauptdienstleiter
Oberdienstleiter
Dienstleiter
Oberst Kapitän zur See Oberkriegsgerichtsrat SS-Standartenführer SA-Standartenführer Oberstarbeitsführer Bannführer Untergauführerin Bannmädelführerin Hauptbereichsleiter (Kreisleiter)
Oberstleutnant Fregattenkapitän Oberintendaturrat SS-Obersturmbannführer SA-Obersturmbannführer Oberarbeitsführer Oberstammführer Oberjungstammführer Bereichsleiter
Major Korvettenkapitän Remontenvorsteher SS-Sturmbannführer SA-Sturmbannführer Arbeitsführer Stammführer Jungstammführer Mädelringführerin Ringführerin Hauptabschnittsleiter
Oberabschnittsleiter
Abschnittsleiter
Hauptgemeinschaftsleiter (Ortsgruppenleiter)
Obergemeinschaftsleiter
Gemeinschaftsleiter
Hauptmann Kapitänleutnant Stabsapotheker SS-Hauptsturmführer [10] SA-Hauptsturmführer [10] Oberstfeldmeister Hauptgefolgschaftsführer Hauptfähnleinführer Hauptgruppenführerin Haupteinsatzleiter
Oberleutnant Oberleutnant zur See Heeresjustizinspektor SS-Obersturmführer SA-Obersturmführer Oberfeldmeister Obergefolgschaftsführer Oberfähnleinführer Obereinsatzleiter
Leutnant Leutnant zur See Waffenmeister SS-Untersturmführer SA-Sturmführer Feldmeister Gefolgschaftsführer Fähnleinführer Mädelgruppenführerin Jungmädelgruppenführerin Einsatzleiter
Stabsfeldwebel Stabsoberbootsmann SS-Sturmscharführer SA-Haupttruppführer Unterfeldmeister Hauptbereitschaftsleiter
Oberfeldwebel Oberbootsmann SS-Hauptscharführer SA-Obertruppführer Obertruppführer Oberscharführer Oberjungzugführer Oberbereitschaftsleiter
Oberfähnrich Oberfähnrich zur See SS-Standartenoberjunker -
Stabsbootsmann
Feldwebel Bootsmann SS-Oberscharführer
(SS-Standartenjunker)
SS-Oberscharführer SA-Truppführer Truppführer Scharführer Jungzugführer Mädelscharführerin Jungmädelscharführerin Bereitschaftsleiter
Unterfeldwebel Obermaat SS-Scharführer SA-Oberscharführer Oberkameradschaftsführer Oberjungenschaftsführer Hauptabteilungsleiter
Fähnrich SS-Oberjunker
Unteroffizier Maat SS-Unterscharführer SA-Scharführer Untertruppführer Kameradschaftsführer Jungenschaftsführer Mädelschaftsführerin Jungmädelschaftsführerin Oberabteilungsleiter
Fahnenjunker SS-Junker -
- Matrosenoberstabsgefreiter - - -
Stabsgefreiter (Heer) Matrosenstabsgefreiter - - -
Hauptgefreiter (Luftwaffe) Matrosenhauptgefreiter Hauptvormann - Arbeitsleiter
Obergefreiter Matrosenobergefreiter SS-Rottenführer SA-Rottenführer Obervormann Oberrottenführer (HJ) Oberhordenführer Oberhelfer
Gefreiter Matrosengefreiter SS-Sturmmann SA-Obersturmmann Vormann Rottenführer Hordenführer Helfer
Ober... z. B. Obergrenadier, Oberkanonier etc. SS-Oberschütze
Soldat z. B. Schütze, Grenadier, Kanonier Matrose SS-Schütze
oder z. B. SS-Grenadier, -Kanonier
SS-Mann SA-Sturmmann Arbeitsmann Hitlerjunge Pimpf BDM-Mädel Jungmädel Anwärter

Anmerkungen

Die Tabelle ist nicht vollständig, d. h., sie erfaßt nicht sämtliche NS-Dienstgrade und nicht sämtliche NS-Organisationen. Die Neugründung von vielen Organisationen oder ihre Einbindung in das nationalsozialistische System (neben den in der Liste genannten z. B. Deutsche Arbeitsfront, NSV, NS-Frauenschaft, NS-Studentenbund, NS-Dozentenbund, Reichsluftschutzbund) schaffte viele organisatorische Strukturen, die nach dem Führerprinzip aufgebaut waren und zahlreiche entsprechend abgestufte Führungsaufgaben vorsahen.

Abgrenzung zu Dienststellung

Außer den Dienstgradbezeichnungen gab es die – in der Praxis viel wichtigere – Dienststellung, mit der die Funktion (das Amt) bezeichnet wurde. Auch beim Militär waren und sind Dienstgrad und Dienststellung getrennt, z. B. „Oberleutnant und Kompaniechef“: Oberleutnant ist der Dienstgrad, der auch die Besoldungsgruppe bestimmt, während Kompaniechef die aktuell ausgeübte Tätigkeit bezeichnet; so war dieser Oberleutnant z. B. der Vorgesetzte der Zugführer seiner Kompanie, auch wenn diese selbst ebenfalls Oberleutnant waren. Eine Besonderheit beim Militär war die Dienststellung „Hauptfeldwebel“ (Spieß bzw. Mutter der Kompanie), wozu Angehörige aller Dienstgrade vom Unteroffizier bis zum Stabsfeldwebel ernannt werden konnten; es war jedoch die einzige Dienststellung, die an der Uniform kenntlich war: zwei silberne Ärmelstreifen (sogenannte „Kolbenringe“) an jedem Unterarm.

Bei der NSDAP und ihren Organisationen war das ebenfalls getrennt; so erscheint in der Liste z. B. der relativ bekannte NSDAP-Funktionsbegriff „Ortsgruppenleiter“ nicht. Etwas verwirrend ist jedoch, daß bei den NSDAP-Gliederungen häufig gleichlautende Begriffe für Dienstgrade und Dienststellungen verwendet wurden. So konnte z. B. beim RAD ein Trupp von einem Truppführer oder einem Untertruppführer befehligt werden: „Untertruppführer Meier war Truppführer des II. Trupps“.

Hierzu ist anzumerken, daß es in allen genannten Organisationen wesentlich mehr Dienstgrade als Dienststellungen („Befehlsebenen“) gab, beim Heer waren es z. B. nur zehn: Gruppe (ca. 10 Soldaten), Zug (30), Kompanie (100), Bataillon (3–4 Kompanien), Regiment (3–4 Bataillone), Division (mehrere Regimenter), Armeekorps (mehrere Divisionen), Armee (mehrere Armeekorps), Heeresgruppe (mehrere Armeen), Oberkommando des Heeres.

In einem Konzentrationslager gab es beispielsweise die Dienststellung Lagerkommandant. Je nach Größe des Lagers (Hauptlager, Nebenlager, Außenkommando) war sein Dienstgrad beispielsweise Obersturmbannführer, Hauptsturmführer oder etwa Scharführer.

Bildergalerie (Ehrenzeichen und Dienstgrade)

Siehe auch

Fußnoten

  1. Flagge der Deutschen Jägerschaft auf http://flagspot.net/flags/[email protected]
  2. Homepage Deutsche Verwaltungsgeschichte 1871–1990, Promotion Dr. Michael Rademacher M.A., 2006 (Die Gaue der NSDAP: „Der Gau Franken“).
  3. Übersicht der NSDAP-Gaue, der Gauleiter und der Stellvertretenden Gauleiter 1933 bis 1945
  4. Die Rangbezeichnungen der Heeresverwaltung (HV) sind z. T. auch zutreffend für die Marineverwaltung, aber auch für die Militärverwaltung in den von Nazideutschland besetzten Gebieten.
  5. 5,0 5,1 Die Dienstgrade der NSDAP und des RAD lassen sich nicht durchgehend denen der Wehrmacht zuordnen.
  6. Einzig Hermann Göring, ab 1940
  7. ein SS-Volksmarschall war geplant, jedoch bis Kriegsende nicht mehr installiert
  8. Schlag nach!, Bibliographisches Institut AG., Leipzig, 1938, S.203.
  9. Verordnungsblatt der Waffen-SS, 3.Jahrgang – Berlin, den 15. Juni 1942 – Nummer 12 – S.46 :
    „Der Reichsführer-SS hat angeordnet, daß der neue Dienstgrad des SS-Oberst-Gruppenführer - um Verwechslungen mit dem Dienstgrad des SS-Obergruppenführers zu vermeiden - wie folgt geschrieben wird: SS-Oberst-Gruppenführer.“ (zitiert nach Klietmann in „Feldgrau, 13.Jahrgang Nr.1, Berlin 1967)
  10. 10,0 10,1 Dieser Dienstgrad lautete bei der SS bis zur Entmachtung der SA im Sommer 1934 Sturmhauptführer und wurde dann in Hauptsturmführer umbenannt. Eine Umbenennung in der SA wurde mit der Aufstellung der SA-Wehrmannschaften 1939/40 vorgenommen, so dass dieser Dienstgrad in allen NS-Organisationen Hauptsturmführer lautete.