Horn, Camilla

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Camilla Horn (1903–1996)
Camilla Horn
Camilla Horn (das naive Gretchen) und Gösta Ekman (der junge Faust) in dem Film „Faust“
Camilla Horns Grab
Herrsching am Ammersee
Inschrift des Grabsteins

Camilla Martha Horn (Lebensrune.png 25. April 1903 in Frankfurt am Main; Todesrune.png 14. August 1996 in Gilching) war eine deutsche Schauspielerin.

Leben

Camilla Martha Horn wurde am 25. April 1903 in Frankfurt am Main geboren. Nach einer Gesellenprüfung als Schneiderin besuchte sie die Kunstgewerbeschule und arbeitete als Schneiderin in Erfurt.

Dann ging sie nach Berlin, nahm Schauspielunterricht bei Lucie Höflich und zusätzlich Tanzunterricht bei Rudolf von Laban und trat in Rudolf Nelsons Kabarett-Revue auf. Kontakte zum Film erhielt sie als Statistin, so doubelte sie Lil Dagover in Nachaufnahmen zu F. W. Murnaus „Tartüff“. 1925 engagierte Murnau sie für die Hauptrolle als unschuldiges Gretchen in seiner bildgewaltigen „Faust“-Verfilmung. Diese Rolle machte Camilla Horn berühmt. Sie erhielt einen Vierjahresvertrag bei der UFA, wurde 1927 von United Artists nach Hollywood engagiert, wo sie in zwei Filmen neben John Barrymore spielt („The Tempest“ und Ernst Lubitschs Bergdrama „Eternal Love“).

In Neuyork entstand 1929 der amerikanische, jedoch in deutscher Sprache gedrehte frühe Tonfilm „Die Königsloge“ mit Alexander Moissi, danach kehrte Camilla Horn nach Berlin zurück. In den 1930er Jahren entwickelte sie sich in ihren Rollen von der blonden Unschuld zum mondänen Vamp, ihre Filmpartner waren Gustav Diessl, Louis Graveure, Hans Albers, Gustav Fröhlich, Ivan Petrovich und Albrecht Schoenhals. Mehrfach arbeitete sie in Paris, London und Budapest.

1941 ging sie nach Rom und trat in italienischen Produktionen auf; in Deutschland erhielt sie nur noch Nebenrollen. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges lebte sie zurückgezogen auf ihrem Gut bei Neuruppin. Bei Kriegsende flüchtete sie in ihre Geburtsstadt Frankfurt. Nach dem Krieg arbeitete sie zunächst als Dolmetscherin für die Amerikaner, dann versuchte sie, am Theater Fuß zu fassen und trat am Schauspielhaus Frankfurt in Jean Cocteaus „Doppeladler“ auf. Sie spielte in Düsseldorf, Stuttgart, München und Graz Theater, beim Fernsehen und im Nachkriegsfilm blieben ihr große Rollen verwehrt. Erst in den 1980er Jahren erhielt sie wieder Filmrollen, diesmal als wunderliche Alte, so in Wolfgang F. Henschels Fernsehfilm „Frankies Braut“, Ulf Miehes Lustspiel „Der Unsichtbare“ und in Peter Schamonis Hommage an alte deutsche Kinostars „Schloß Königswald“, wo sie als Fürstingroßmutter neben anderen ehemaligen UFA-Stars auftrat (Marianne Hoppe, Carola Höhn, Marika Rökk).

1974 erhielt Camilla Horn das Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film.

Als den Mann ihres Lebens bezeichnete Camilla Horn ihren Schauspielerkollegen Gustav Diessl, eine Zeitlang war sie mit dem englischen Filmkollegen Louis Graveure liiert, dessen Partnerin sie in dem Film „Ein Walzer für dich“ (1934) war. Außerdem war sie viermal verheiratet: mit dem Kaufmann Klaus Geerts, dem Architekten Kurt Kurfis, mit Robert Schnyder und mit Rudolf Mühlfenzl, dem Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks. 1985 schrieb sie ihre Memoiren „Verliebt in die Liebe“.

Am 14. August 1996 starb der ehemalige UFA-Star im Alter von 93 Jahren in Gilching. Ihr Grab befindet sich auf dem Friedhof in Herrsching am Ammersee.

Auszeichnungen

Filmographie

Schriften