Greifenhagen

Aus Metapedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Pfeil 1 start metapedia.png Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Greifenhagen (Auswahlseite) aufgeführt.

Greifenhagen

Greifenhagen wappen.jpg
Das Wappen von Greifenhagen
Staat: Deutsches Reich
Gau: Pommern
Landkreis: Greifenhagen
Provinz: Pommern
Einwohner (1939): 9.855
Koordinaten: 53° 15′ N, 14° 29′ O
Flucht.jpg
Greifenhagen befindet sich seit 1945 unter Fremdherrschaft. Das Gebiet ist von Polen vorübergehend besetzt, die einheimische Bevölkerung wurde vertrieben oder ermordet und deren Eigentum gestohlen.

Greifenhagen (niederdeutsch Gripenhagen) ist eine deutsche Stadt in Pommern.

Geographie

Lage

Greifenhagen liegt an der Reglitz, dem östlichen Mündungsarm der Oder. Sie gehört zum Einzugsgebiet von Stettin, dessen Zentrum in knapp 20 Kilometern nördlicher Richtung zu erreichen ist. Greifenhagen liegt an der Bahnlinie Stettin-Küstrin.

Ortschaften der Umgebung

  • Bartikow
  • Borin
  • Klebow
  • Klein Schönfeld
  • Wintersfelde
  • Ferdinandstein
  • Langenhagen
  • Neuhaus
  • Garden
  • Buddenbrock
  • Kranzfelde
  • Klein Möllen
  • Neu Zarnow
  • Bremerheide
  • Retzowsfelde
  • Frankenberg
  • Woltersdorf
  • Brünken
  • Stecklin
  • Bayershöhe
  • Woltin
  • Wierow
  • Wilhelmshöhe
  • Wittstock
  • Mönchskappe
  • Kronheide)
  • Kronstein
  • Uhlenhorst
  • Neu Brünken
  • Wierower Mühle
  • Schulzendorf

Geschichte

Schon im 12. Jahrhundert lag nördlich des späteren Greifenhagen eine Fischersiedlung mit der für diese Orte üblichen Bezeichnung Wiek. Der Herzog Barnim I. von Pommern, genannt der Städtegründer, überließ 1254 einem Unternehmer 200 Hufen Land zur Gründung der Stadt Greifenhagen, der er am 1. März 1254 das Magdeburgisch-Stettiner Stadtrecht verlieh. Gleichzeitig verbot er den Zuzug der Wieker Einwohner. Zum Schultheißen ernannte er seinen Lokator Rudolf von Bertekow.

Um der Stadt eine wirtschaftliche Grundlage zu geben, hatte Barnim bereits ein Jahr zuvor dem Nachbarort Woltin das Marktrecht zugunsten Greifenhagens entzogen. Später mussten auch Fiddichow und Wollin ihre Marktrechte an die neue Stadt abtreten. Zusätzlich erhielt Greifenhagen 1280 das Recht der freien Schiff-Fahrt auf allen pommerschen Gewässern. Um den Handel nach Westen ausdehnen zu können, wurden 1306 ein Brückenzug über beide Oderarme und ein hochwassersicherer Steindamm errichtet. Für beide Verkehrswege erhob die Stadt Zoll, der ihr erheblichen Reichtum einbrachte. Ein Teil der Einnahmen wurde 1312 für den Ankauf der Ortschaft Wiek verwendet, und ein Jahr später umgab sich die Stadt mit einer Befestigungsmauer. 1339 ernannte Pommernherzog Otto I. Greifenhagen zur herzoglichen Münzstätte, was auf die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt schließen lässt.

Erhebliche Rückschläge brachten 1530 ein Stadtbrand, dem fast alle Häuser zum Opfer fielen, eine Pestepidemie, an der die Hälfte der Einwohner starb, und die Zerstörung der Oderbrücken durch die Schweden im Dreißigjährigen Krieg mit sich. Als Ergebnis dieses Krieges wurde Greifenhagen bis 1720 ein Teil von Schwedisch-Pommern. Lediglich von 1677 bis 1679 konnte der brandenburgische Kurfürst Friedrich Wilhelm die Stadt besetzen. Erst mit dem Stockholmer Frieden von 1720 kam Greifenhagen endgültig zu Preußen. Im Jahr 1780 richtete eine Überschwemmung schwere Schäden an.

Als Preußen 1815/1818 seine Verwaltung neu ordnete, wurde die Stadt Verwaltungssitz des Landkreises Greifenhagen im Regierungsbezirk Stettin der Provinz Pommern. Diese Verwaltungsgliederung blieb bis 1945 bestehen.

Mit der Stettiner und der Bahner Vorstadt entstanden neue Stadtteile, und 1857 gaben zwei Holzbrücken wieder den Weg zum westlichen Oderufer frei. Der 1877 erfolgte Eisenbahnanschluss sowie die Eröffnung des Großschiff-Fahrtsweges Berlin–Stettin im Jahre 1904 ließen die Greifenhagener Wirtschaft expandieren. Vor allem die 1873 gegründete Dampfschiffreederei, die den Güterverkehr zwischen Schwedt und Stettin übernommen hatte, profitierte von der neuen Wasserstraße. Aber auch industrielle Betriebe, wie insbesondere der Lebensmittelherstellung und chemische Werke siedelten sich an. 1913 wurden die hölzernen Oderbrücken durch eine Stahlkonstruktion ersetzt.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt von Polen besetzt. Unter polnischer Besatzung wurde geplant, dort das erste polnische Kernkraftwerk zu errichten.

Sehenswürdigkeiten

  • Die Stadtpfarrkirche St. Nikolaus. Der Bau wurde um 1250 aus Feldsteinen begonnen, um dann backsteingotisch vollendet zu werden. Viele (Außen-)details der Kirche wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts neugotisch überformt. Der barocke, zweifach durchbrochene Turmhelm wurde erst 1938 aufgesetzt und ersetzte den bisherigen Nadelhelm. Im Innern blieben neben dem neugotischen Orgelprospekt und dem Hauptaltar zwei Renaissancekunstdenkmäler erhalten: Das Chorgestühl aus dem 16. Jahrhundert sowie die aufwendig renovierte Kanzel von 1605.
  • Das Sankt-Georgs-Tor ist ein Torturm mit Resten der Stadtmauer. Es wurde um 1300 erbaut, der Unterbau aus Feldsteinen, die oberen Geschosse im Stil der Backsteingotik.
  • Krummer Wald. Ein Wald aus gekrümmten Kiefern, Naturdenkmal.

Bekannte, in Greifenhagen geborene Personen