Grimmen

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Pfeil 1 start metapedia.png Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für die Siedlung in Ostpreußen siehe Grimmen (Ostpr.)

Grimmen

Wappen
Staat: Deutsches Reich
Gau: Pommern
Landkreis: Vorpommern-Rügen
Provinz: Pommern
Einwohner (31. Dez. 2010): 10.399
Bevölkerungsdichte: 206 Ew. p. km²
Fläche: 50,29 km²
Höhe: 9 m ü. NN
Postleitzahl: 18507
Telefon-Vorwahl: 038326
Kfz-Kennzeichen: NVP
Koordinaten: 54° 7′ N, 13° 2′ O
Grimmen befindet sich entweder unter Fremdherrschaft oder wird durch die BRD oder BRÖ staatsähnlich verwaltet.
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Bürgermeister: Benno Rüster (CDU)

Grimmen ist eine deutsche Kreisstadt in Pommern. Die Stadt besitzt eine reizvolle Altstadt, die Umgebung ist ein Anziehungspunkt für den Fremdenverkehr.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1900 3.616
1946 8.298
1990 14.242

Geografie

Die Stadt Grimmen liegt an der Trebel. Grimmen ist knapp 30 km südlich von der Hansestadt Stralsund und 30 km westlich von der Hansestadt Greifswald entfernt. An der Stadt vorbei verlaufen die Eisenbahnstrecke Stralsund–Demmin–Neubrandenburg–Neustrelitz, die Bundesstraße 194 und die Bundesautobahn 20.

Die Stadt umfasst folgende Ortsteile: Appelshof, Gerlachsruh, Grellenberg, Groß Lehmhagen, Heidebrink, Hohenwarth, Hohenwieden, Jessin, Klein Lehmhagen, Stoltenhagen, Vietlipp.

Geschichte

Der Name der Stadt lautete um 1220 Grimme und er wandelte sich nur sehr wenig, so 1272 in Grymme, 1279 in Grimmenn, dann schon 1325 in das heutige Grimmen und 1349 auch in Grymmen.

Vermutlich nach 1250 gründeten zugewanderte Handelsleute und Handwerker aus Niedersachsen, Westfalen und vom Niederrhein den Ort Grimmen und legten planmäßig ein rasterförmiges Straßennetz an. Die erste urkundliche Erwähnung Grimmens gab es im Jahre 1267. Als Gründungsdatum der Stadt gilt jedoch heute die Ansiedlung des Vogts Berthold. Dieser kam als Vertreter der Landesfürsten im Jahre 1287 ins Gebiet der heutigen Stadt Grimmen. Dies beweist, dass Grimmen zu dieser Zeit bereits das Lübische Stadtrecht innehatte. Die tatsächliche Verleihungsurkunde ist heute jedoch nicht mehr vorhanden. Dementsprechend wurde 1987 das 700-jährige Bestehen der Stadt Grimmen gefeiert. 1305 wurde Grimme als stad genannt und 1306 existieren der Rat der Stadt und das Schloß.

1278 gehörte Grimmen noch zum Bistum Schwerin und ein Ritter Arnold gebot über den Ort. Kurz darauf überließ der Bischof Grimmen dem Rügenfürst Wizlaw II. und sein Stadtvogt Berthold führt zusammen mit dem städtischen Rat die Stadt. 1325 - nach dem Tode des letzten Rügenfürsten - kam Grimmen bis 1648 zum Herzogtum Pommern.

Der Bau der Stadtbefestigung erfolgte ab etwa 1264 und hauptsächlich im 14. Jahrhundert von 1320 bis 1340. Die noch vorhandenen drei Tortürme stammen aus dem 15. Jahrhundert.

Die Stadtkirche St. Marien ist eine frühgotische Hallenkirche aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts (1275). Auch das Rathaus wurde schon ab 1400 erbaut und 1402 wird ein erster Jahrmarkt erwähnt. Die Alte Schule stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Die mittelalterlichen Straßen lagen - wie man archäologisch im Jahr 2000 feststellte - etwa 1,20 bis 2,00 m unter dem heutigen Straßenniveau. Nachgewiesen wurden Straßen aus Holzbohlen (13. Jahrhundert) und Feldsteinpflaster (14. Jahrhundert). Auch quer zur Fahrtrichtung liegende Wasserleitungen aus dieser Zeit konnten nachgewiesen werden.

16. bis 19. Jahrhundert

1536 erreichte die Reformation Grimmen und setzte sich in Pommern durch (1534, Landtag von Treptow an der Rega). 1546 stiftete Herzog Philipp I. von Pommern-Wolgast der Stadt drei "Buden" in der Schulstraße für die Versorgung der Armen sowie die Ziegelei, die Schloßmühle und eine Wassermühle.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt mehrfach geplündert u.a. von den Truppen Wallensteins (1627). 1630 und 1632 kamen auch noch große Stadtbrände hinzu. 1631 eroberten die Schweden die Stadt. Es schlossen sich 1637 schwedische Plünderungen an. Grimmen gehörte in der Folgezeit und formell ab 1648 (Westfälischer Friede) zum Königreich Schweden. In den Jahren 1695 bis 1697 fanden unter dem damaligen Bürgermeister Johannes Flittner grausame Hexenverfolgungen statt. Dabei wurden mindestens sieben vermeintliche Hexen hingerichtet.

1757 verwüstete wieder ein Stadtbrand den halben Ort. Im selben Jahr wurde bis 1759 Grimmen im Siebenjährigen Krieg von den Preußen besetzt. 1797 wurde nahezu die gesamte Stadt Opfer eines Großfeuers, das in einer Schmiede der Stadt ausbrach. Drei Jahre später, im Jahre 1800 besuchte der schwedische König Gustav Adolf IV. Grimmen und residierte während dieser Zeit im sogenannten Königshaus. 1807 besetzten die Franzosen im Vierten Koalitionskrieg gegen Preußen, Russland und Sachsen die Stadt und zerstörten Bereiche.

In der Schlussakte des Wiener Kongresses von 1815 wurde festgelegt, daß Schwedisch Pommern und somit Grimmen zu Preußen gehört. Ein Jahr später wurde Grimmen durch eine Verwaltungsreform zur Kreisstadt und erhält 1829 das Landratsamt.

1825 wurde die Stadtmauer abgetragen. 1838 nimmt das Amtsgericht in Grimmen in einem Neubau seine Arbeit auf. Im Jahre 1853 wurde die Stadt von der Cholera heimgesucht. 1878 erhält Grimmen einen Eisenbahnanschluß.

Im 19. Jahrhundert wuchs Grimmen über den durch die beseitigten Befestigungsanlagen gekennzeichneten Stadtkern hinaus und es entstanden vor dem Greifswalder Tor die Greifswalder Vorstadt sowie am Ende des 19. Jahrhunderts vor dem Mühlentor in Richtung des Bahnhofs neue Siedlungen. Südlich der Altstadt wurde der Stadtpark angelegt. 1898 war die Einweihung des Postgebäudes.

Neuere Geschichte

Am Ende des Zweiten Weltkrieg wurde Grimmen im April 1945 kampflos an die vorrückende Rote Armee übergeben.

Grimmen war bis 1952 Kreisstadt des Landkreises Grimmen und gehörte bis 1994 als Kreisstadt zum Kreis Grimmen im Bezirk Rostock. Seit 1990 gehört die Stadt zum Land Mecklenburg-Vorpommern.

Ab Mitte der 1960er Jahre entstanden zahlreiche neue Fabriken und landwirtschaftliche Betriebe, so auch 1962 der Betrieb Erdöl/Erdgas Grimmen. Im Ergebnis wuchs die Stadt beständig und neue Stadtteile wurden gegründet, so zwischen 1968 bis 1985 die Großwohnsiedlung Süd-West mit 2.868 Wohnungen in Plattenbauweise.

Bekannte, in Grimmen geborene Personen

  • Berndt-Joachim von Maltzahn (1903–1964), Oberstleutnant und Ritterkreuzträger des Zweiten Weltkrieges
  • Gottlieb Mohnike (1781–1841), Theologe, Philologe und Übersetzer skandinavischer Literatur
  • Oskar Munzel (1899–1992), Generalmajor und Ritterkreuzträger des Zweiten Weltkrieges
  • Heike Götz (geb. 1964), Journalistin und Moderatorin beim NDR