Gollob, Gordon Max

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Major Gordon Max „Mac“ Gollob

Gordon Max „Mac“ Gollob (Lebensrune.png 16. Juni 1912 in Wien; Todesrune.png 8. September 1987 in Sulingen) war ein deutscher Offizier des Bundesheeres und der Wehrmacht, zuletzt Oberst der Luftwaffe, Flieger-As und Brillantenträger. Gollob war letzter Inhaber der DienststelleGeneral der Jagdflieger“ im Zweiten Weltkrieg. Gollob absolvierte insgesamt 340 Feindflüge und errang 150 bestätigte Luftsiege, davon 144 an der Ostfront. Außerdem flog er als Einziger mit mehr als 100 Flugzeugtypen, darunter die erste unbeschädigt erbeutete P-47 Thunderbolt des Wanderzirkus „Rosarius“.

Leben

Gordon Max Gollob, Der Adler (Zeitschrift)
Brillantenträger Gollob

Gordon Gollob entstammte einer deutschen Künstlerfamilie aus der Donaumonarchie. Sein Vater war Heinrich Gollob, ein akademischer Maler, seine Mutter Johanna, geb. Reininghaus, die Tochter von Carl Reininghaus und Zoe, geb. von Karajan, die entfernt mit Heribert Ritter von Karajan war. Den Vornamen „Gordon“ hatten seine Eltern dem gemeinsamen VS-amerikanischen Studienfreund Gordon Mallet McCouch entliehen, und weil dieser schottischer Abstammung und dazu noch sein Patenonkel war, wurde der junge Gordon „Mac“ gerufen, einen Beinamen, der ihn ein Leben lang begleiten und sich sogar fälschlicherweise als ein Teil des Familiennamens etablieren sollte. In der Nachkriegszeit schrieb er selbst stets „Gordon M. Gollob“, weil das „M“ dann sowohl für Max als auch Mac stand.

Fliegerei

Seinen Eltern zuliebe lernte der Schüler Klavier- und Geigenspiel, aber seine Leidenschaft war die Fliegerei. Schon als Schüler baute er den ersten Schulgleiter, erwarb später die A- und B-Scheine und wurde Fluglehrer und Bauleiter. Er studierte vier Semester Maschinenbau in Graz, trat dann 1933 als Artillerist in das österreichische Bundesheer ein.

Bundesheer

Er absolvierte die dreijährige Ausbildung an der Theresianischen Militärakademie in Wiener-Neustadt und übernahm, am 1. September 1936 zum Leutnant befördert, die Schulung des Flugzeugführernachwuchses.

Wehrmacht

Nach dem Beitritt Österreichs zum Deutschen Reich wurde Gollob von der Luftwaffe übernommen. Am 1. Juni 1938 wurde er Oberleutnant und wenig später Staffeloffizier im Zerstörergeschwader 76.

Zweiter Weltkrieg

Im Polenfeldzug gelang Oberleutnant Gollob der erste Luftsieg und er erhielt das EK 2. Klasse. Weitere Luftsiege errang er 1940 als Staffelkapitän der 3. Staffel des ZG 76 während des Norwegen-Unternehmens. Nach einer Nachtjagdschulung und kurzer Tätigkeit bei der Erprobungsstelle Rechlin wurde Gollob zum Jagdgeschwader 3 versetzt und übernahm am 9. Oktober 1940 dort die 4. Staffel. Am 1. Juni 1941 wurde er zum Hauptmann befördert. Als das Geschwader im Sommer 1941 in den Osten verlegt wurde, übernahm er die 2. Staffel. Am 18. September 1941 wurde ihm anläßlich seines 42. Luftsieges das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 26. Oktober 1941 erhielt er das Eichenlaub. Überreicht wurde es später von Hitler persönlich, an diesem Tag auch an Erbo Graf von Kageneck. Nach einer neuerlichen Versetzung nach Rechlin wurde Gollob am 16. Mai 1942 Kommodore des JG 77.

Nach seinem 107. Luftsieg verlieh man ihm die Schwerter zum Ritterkreuz. Die hohe Auszeichnung bekam er gemeinsam mit Max-Hellmuth Ostermann (Schwerter) sowie Helmut Lent, Heinrich Setz und Friedrich Geißhardt (alle Eichenlaub) persönlich vom Führer am 28. oder 29. Juni 1942 überreicht. Am 1. Juli 1942 wurde er zum Major befördert.

Am 29. August 1942 gelang ihm als ersten Flugzeugführer der Welt der 150. Abschuß, dafür erhielt er das Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten, aber leider auch ein Startverbot, da die Luftwaffe einen Brillantenträger nicht im Luftkampf verlieren wollte. Gollob führte ganz penibel und eigenhändig seine gefechtsberichte, zu seinen Zeugen, die unterschrieben, gehörten Walther Dahl (EL), Werner Lucas (RK; 24. Oktober 1943), Walter Ohlrogge (RK), Leopold Münster (EL), Hans Fuß (RK; Todesrune.png 10. November 1942), Gustav Frielinghaus (RK), Kurt Ubben (EL; 27. April 1944), Ernst-Wilhelm Reinert (Schwerter), Adolf Dickfeld (EL), Günther Rall (Schwerter), Viktor Petermann (RK), Edmund Roßmann (RK) und viele mehr. Beispielhaft ist der Bericht zum 86. Luftsieg:

„Ich startete am 30.4.42 um 06.40 Uhr mit Oblt. Schulten zur freien Jagd in den Raum westl. Leningrad. Um 07.04 Uhr sah ich einen Schwarm J 16, der ostwärts an Peterhof vorbei nach S. einflog. Ich näherte mich von hinten, immer wesentlich tiefer bleibend, der linken J 16, die etwas abhing. Nachdem ich, einige 100 m tiefer, nahe genug heran gekommen war, zog ich hoch und konnte überraschend angreifen aus 50 m. Die J 16 kurvte nach links unten ab. Ich verfolgte sie und kam beim 3. Angriff auf näheste Entfernung zum Schuß. Die J 16 ging in senkrechten Sturzflug über und schlug um 07.05. Uhr in einem kleinen Moor am Südrand von Wolodaresskaja samt Flugzeugführer mit Aufschlagbrand auf.“

Am 1. April 1943 wurde Gollob zum Oberstleutnant, am 1. Mai 1944 dann zu Oberst befördert. Bei der Ardennenoffensive 1944 führte er den Jägerstab des Reichsluftfahrtministeriums, am 30. Januar 1945 wurde er zum General der Jagdflieger im Rahmen der Reichsluftverteidigung ernannt. Das Kriegsende erlebte er in Kitzbühel, wo er wegen einer Blinddarmoperation im Lazarett lag. Aus VS-amerikanischer Kriegsgefangenschaft wurde Gollob 1946 entlassen.

Wehrmachtberichte (Auszug)

Hauptmann Gollob errang am 20. Oktober seinen 30., Major Lützow am 24. Oktober seinen 101. Luftsieg.“ am 25. Oktober 1941[1]

Nachkriegszeit

Nach der Kriegsgefangenschaft verdiente Gollob zunächst sein Geld durch Beiträge in Luftfahrtzeitschriften und durch Vorträge. 1948 wurde er Generalsekretär des Verbandes der Unabhängigen in Österreich. Im November 1951 wurde er Angestellter in einem führenden Konzern der Motoren- und Fahrzeugbranche. Gollob hatte zusammen mit seiner Gattin zwei Söhne und eine Tochter.

Tod

Am 8. September 1987 verstarb Oberst a. D. Gollob. Er wurde mit militärischen Ehren auf dem Dorffriedhof von Sulingen beigesetzt.

Einheiten

Kommandos

  • II./JG 3 (Gruppenführer)
  • JG 77 (Geschwaderkommodore)
  • Ia des Jagdfliegerführers 3 ab 15. Februar 1943
  • Jagdfliegerführer 3, ernannt am 22. Juni 1943
  • Jagdfliegerführer 5 bei der 5. Jagd-Division ab September 1944
  • Chef des Jäger-Sonderstabes ab Dezember 1944
  • General der Jagdflieger

Bildergalerie

Wetzlarer Anzeiger

Auszeichnungen (Auswahl)

Verleihungsmappen für Ritterkreuz und Eichenlaub sowie Urkundenkassetten für Schwerter und Brillanten

Literatur

  • Günter Fraschka: Mit Schwertern und Brillanten, Limes-Verlag, 7. Auflage, 1977, ISBN 3809021229

Verweise

Fußnoten

  1. Die Wehrmachtberichte 1939–1945, Band 1, 1. September 1939 bis 31. Dezember 1941, Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 1985, S. 708, ISBN 3-423-05944-3