Nicolussi-Leck, Karl

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Karl „Nico“ Nicolussi-Leck (Lebensrune.png 14. März 1917 in Pfatten; Todesrune.png 30. August 2008 in Bozen) war ein deutscher Offizier der Waffen-SS (SS-Nr.: 423.876), zuletzt SS-Hauptsturmführer und Ritterkreuzträger der 5. SS-Panzer-Division „Wiking“ des Zweiten Weltkrieges. Der führende Kopf (er gehörte mit nur 19 Jahren zum engen Führungszirkel) des Völkischen Kampfrings Südtirols (VKS) sowie seit 1936 politischer Führer und Organisationsleiter der NS-Bewegung in Südtirol war in der Nachkriegszeit erfolgreicher Unternehmer, Kulturmäzen und Weinbauer.

Leben

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Panzerkampfwagen V „Panther“ Ausf. A (links) der 8. Kompanie/II. Abteilung des SS-Panzer-Regiments 5 „Wiking“ (unter Fritz Darges) vor Warschau, August 1944; auf dem Bild u. a. SS-Hauptsturmführer Werner Westphal und SS-Hauptsturmführer Helmut Schumacher, Chef der 9. Kompanie/SS-Panzer-Grenadier-Regiment 9 „Germania“.

Abstammung und Ausbildung

Karl Nicolussi-Leck wurde am 14. März 1917 als Sohn eines Landwirtes und Weinbauers in Pfatten in Südtirol geboren (er hatte zehn Geschwister) und war seit seinem vierzehnten Lebensjahr in der Volkstumsarbeit der Südtiroler aktiv tätig und begann so, wie er selbst 1943 schrieb, seinen Werdegang als Nationalsozialist. Vom Herbst 1923 bis zum Mai 1936 besuchte er die Volks- und Mittelschule von Kaltern und Bozen. Er legte am 28. Juli 1936 sein Abitur am Franziskanergymnasium Bozen ab, wurde an der Ordensburg Krössinsee ausgebildet (seine Lehrer bescheinigten ihm im Beurteilungsbogen vom 23. November 1940 für das Rasse- und Siedlungshauptamt eine kameradschaftliche Persönlichkeit einer Führernatur) und begann am 10. Oktober 1939 an der Universität Padua ein Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften (nach SS-Akten Student der Staatswissenschaften), das er jedoch kriegsbedingt abbrechen mußte.

Zweiter Weltkrieg

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Ab 24. Januar 1940 erhielt er nach der Option in Südtirol die deutsche Reichsbürgerschaft und diente ab 10. April 1940 im motorisierten SS-Infanterie-Regiment „Deutschland“ (SS-Nr.: 56.834), mit dem er ab April 1941 am Balkanfeldzug teilnahm. Ab Juni 1941 wurde er beim Unternehmen „Barbarossa“ eingesetzt, nun inzwischen beim SS-Panzergrenadier-Regiment 4 „Der Führer“ der SS-Division „Reich“ (mot.).. Von November 1941 bis 30. Januar 1942 besuchte SS-Scharführer Nicolussi-Leck die SS-Junkerschule Bad Tölz (Führeranwärterlehrgang; zum 7. Kriegs-Junker-Lehrgang gehörte auch Heinrich Debus) und kam Mitte Februar 1942 als Zugführer zum SS-Panzer-Regiment 5, das sich gerade in der Aufstellung befand, was am 1. März 1942 abgeschlossen war. Am 20. April 1942 wurde er zum SS-Untersturmführer befördert und kämpfte in der SS-Division (mot.) „Wiking“ in der Ukraine. Am 9. November 1943 wurde er zum SS-Obersturmführer befördert, wobei er seine 8. Kompanie der II. Abteilung schon seit dem 1. April 1943 führte. Im Januar 1944 erhielt er zugunsten seiner Kriegstrauung Heimaturlaub, im März 1944 war er wieder an der Kriegsfront.

Kowel

Im März 1944 beteiligte sich Nicolussi-Leck als SS-Obersturmführer der Wiking-Division am Entsatz des Kessels von Kowel, dessen eingeschlossene Truppen sich unter dem Kommando von SS-Oberführer Herbert Otto Gille befanden. Am 30. März stieß Nicolussi-Leck mit sieben Panzer „Panther“ des SS-Panzer-Regiments 5 „Wiking“ (unter Johannes Mühlenkamp) und 50 Mann der 131. Infanterie-Division in den Kessel vor und durchbrach dabei den feindlichen Ring. Der Kessel konnte so gehalten werden, bis am 4. April 1944 eine Verbindung zu den deutschen Linien geschaffen war. Am 5. April begann die zweitägige Evakuierung des Kessels durch einen „Flaschenhals“, der von der 131. Infanterie-Division, der 4. und 5. Panzer-Division und der SS-Division „Wiking“ gehalten wurde. In dieser Zeit wurden 2.000 Verwundete und alle Kettenfahrzeuge hinter die deutschen Linien gebracht. Nicolussi-Leck wurde hierfür mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet und bald darauf zum SS-Hauptsturmführer befördert.

„SS-Obersturmführer Nicolussi-Leck hat am 29.03.1944 als Führer der 8./SS-Pz.Rgt. ‚Wiking‘ mit seiner Panther-Kompanie unter schwierigsten Geländebedingungen die ausgebaute und stark besetzte Stellung des Feindes 8 km westlich Kowel durchbrochen, hat zahlreiche Geschütze vernichtet und ist bis Czerkasy durchgerungen. Am 30.03.1944 ist Nicolussi-Leck aus eigenem Entschluß um 4.15 Uhr von Czerkasy angetreten und ist auf dem einzigen Fahrweg, der Eisenbahnstrecke Maciejow, Kowel im Kampf gegen Feinpanzer mit 7 Panthern nach Kowel eingedrungen. Er hat hierdurch eine entscheidende Verstärkung der Besatzung von Kowel gebracht und schoß am gleichen Tage vor und in Kowel 17 Feindpanzer ab.“ — Auszug aus dem Verleihungsvorschlag zum Ritterkreuz

„Wiking“ im Kampf ums Reich

Es folgten schwere Abwehrkämpfe. Im Juli 1944 kämpfte die Division an der Weichsel, wobei Nicolussi-Lecks Regiment in der letzten Juli-Woche aus den Kämpfen um Czeremcha herausgezogen und an den rechten Flügel der 2. Armee ostwärts von Warschau verlegt wurde. Dort wurde das Regiment ab dem 31. Juli zur Schließung der Frontlücke ostwärts des Brückenkopfes eingesetzt. Nördlich von Okuniew wurde die Frontlücke am Abend des 1. August geschlossen, der durchgebrochene Feind konnte vernichtet werden. Am 12. August wurde die Linie Bahnlinie 4 km südlich Tluszcz-Westrand Waldstück Grabow-Wald südostwärts Sulejow bezogen. Es folgten schwere Abwehrkämpfe und am 18. August die russische Großoffensive auf Warschau. Bis zum 26. August 1944 wurden Teile des Regiments auf den Brückenkopf Slenzany zurückgedrängt. Bis zum 27. August 1944 wurde das gesamte Regiment auf das Westufer des Bug zurückgenommen.

Ab Dezember 1944 wurde die Division dann in der Schlacht um Budapest und der Plattenseeoffensive eingesetzt. Danach zog sich die Division über Ungarn und das Sudetenland in die Alpen- und Donau-Reichsgaue zurück. Für Nicolussi-Leck, der am 30. Januar 1945 zum SS-Hauptsturmführer der Reserve befördert wurde, sollte der Endkampf um Deutschland jedoch an anderer Stelle stattfinden.

Verwendungen

  • 18. Februar/1. März 1942 Zugführer
  • 1. April 1943 (Datum nach DKiG-Vorschlag) Kompanieführer, später Kompaniechef
  • 13. November 1944 Abteilungsführer (SS-Panzer-Lehr-Abteilung/I. Abteilung)
  • April 1945 Kampfgruppenführer

Endkampf

Alfred Schmidt erlebte die Kämpfe zwischen der Kampfgruppe „Wiking“ und den VS-amerikanischen Invasoren in Wienhausen, 13. April 1945
Kampfgruppe „Nicolussi-Leck“

Im Frühjahr 1945 hatte Karl Nicolussi-Leck den Auftrag bekommen, mit einem Abholkommando Kampfpanzer von Paderborn aus, zurück zu seiner im Südosten kämpfenden Division zu überführen. Dazu wurde er mit einer ca. 150 Mann zählenden Kampfgruppe von Györ in Ungarn per Bahn nach Hesselteich bei Gütersloh transportiert. Am 2. April 1945 erkundete er mit dem finnischen SS-Obersturmführer Ola Olin und 30 Mann bei Harsewinkel, wie man am besten weiter nach Paderborn kommen könnte, um die erhofften Panzer zu empfangen. In Harsewinkel kam es zu einem Schußwechsel mit einigen Panzern der 5. VS-amerikanischen Panzer-Division, die sich auch auf die Ortschaft zu bewegten.

Über Versmold ging es dann nach Borgholzhausen. Dort kam es in der Nacht vom 2. auf den 3. April 145 zu heftigen Kämpfen in der kleinen Stadt am Übergang durch den Teutoburger Wald. Auf deutscher Seite fielen dort 22 Soldaten (bzw. wurden zum Teil nach der Gefangennahme ermordet). Die Reste zogen sich über Melle dann bis nach Lübecke zurück, wo sie drei Lkws (Holzgas) beschlagnahmten und sich mit den restlichen Männern des Kommandos in Richtung Minden absetzten. Als sie am 4. April dort ankamen, war Minden schon zum größten Teil von britischen Truppen besetzt. So fuhren sie weiter über die letzte noch intakte Brücke des Weser-Elbe-Kanals bei Minden. In der Nacht vom 4. auf den 5. April kamen sie in Bückeburg an, wo sie in einem Fahrzeug-Depot 13 Schützenpanzerwagen (SPW) beschlagnahmte, zwei dieser Halbketten (Sd.Kfz. 251/17, Ausf. C) waren mit 2-cm-Flak 38 ausgerüstet.

Am 6. April erreichte die Kampfgruppe dann endlich Hannover, SS-Hauptsturmführer Nicolussi-Leck meldete sich beim Stadtkommandanten und bezog am nächsten Morgen entlang der Reichsstraße 6 nordwestlich von Stöcken mit seinen Männern Stellung. Von dieser Position konnte er sowohl die Reichsautobahn als auch die Brücken über den Weser-Elbe-Kanal (Mittellandkanal) überwachen. Am Tag darauf verlegte die Kampfgruppe ihre Stellung auf die Linie Berenbostel-Staatsforst-Marienwerder in westliche Richtung, da man hier den Angriff der 84. VS-amerikanischen Infanterie-Division erwartete.

Am Morgen des 8. April erfuhr Nicolussi-Leck von einem Arbeiter der Hanomag (Hannoversche Maschinenbau AG), daß sich noch einige mehr oder weniger einsatzbereite Panzerfahrzeuge auf dem Gelände der Fabrik befänden. Der Hauptsturmführer schicke sofort einige Panzerfahrer aus seiner Kampfgruppe mit dem Arbeiter zum Firmengelände, wo sie auch tatsächlich sieben Jagdpanther und einen Bergepanther fanden. Es fehlten lediglich noch die Zieloptiken, Munition sowie Treibstoff. Kurze Zeit später waren schon einige Lkws auf dem Weg zu einem Depot nach Scheuen bei Celle. Am Abend des Tages konnte Nicolussi-Leck dem Stadtkommandanten alle Jagdpanther klar zum Gefecht melden; damit war die Kampfgruppe die einzige bewegliche gepanzerte Einheit in Hannover.

In der Nacht vom 8. auf den 9. April besetzte die Kampfgruppe „Wiking“ die westlich von Hannover gelegenen Ortschaften Frielingen sowie zunächst auch Ricklingen, um sich gegen das 11. VS-amerikanische Panzer-Aufklärungs-Regiment zu stellen, das sich auf die Orte zu bewegte. Es sollten die härtesten Kämpfe für die angreifenden Invasoren werden, welche jetzt den gut ausgebildeten und kampferfahrenen Männern der Kampfgruppe in ihren nagelneuen Jagdpanthern gegenüber standen. Für die Männer der „Wiking“ war die Situation nichts neues, an der Ostfront traten sie stets gegen einen an Zahlen und Material überlegenen Feind an. Deshalb ließen sie die VS-amerikanischen Panzer besonnen auf sich zukommen. Nach dem die drei in Ricklingen stehenden Jagdpanther die ersten Fahrzeuge des feindlichen Aufklärungs-Regiment unter Feuer nahmen, befahl deren kommandierender Offizier die Ortschaft mit Artillerie zu beschießen. Daraufhin zogen sich die drei Jagdpanther auf die nordöstlich gelegene Ortschaft Horst zurück. Nachdem Ricklingen von der Amerikanern genommen worden war, bewegten sie sich weiter auf Frielingen zu. Dort erwarteten sie die restlichen vier Jagdpanther der Kampfgruppe, die sogleich das Feuer auf Höchstschußweite eröffneten und den Amerikanern schwere Verluste beibrachten. Auch die kleine Kampfgruppe hatte Verluste zu beklagen, sie verlor an Fahrzeugen einen Jagdpanther und einen Schützenpanzerwagen (SPW).

Als wenig später die Amerikaner auch noch drei M4 Sherman-Panzer in Horst verloren, die von den drei aus Ricklingen kommenden Jagdpanthern abgeschossen wurden, befahl Generalmajor Alexander Russell Bolling den vier Artillerie-Bataillonen der 84. VS-amerikanischen Infanterie-Division die Ortschaften ebenfalls unter Feuer zu nehmen. Daraufhin zogen sich die Teile der kleinen Kampfgruppe „Wiking“ ostwärts auf die Linie Vinnhorst – Nordhafen zurück. An diesem Tag vernichtete die Kampfgruppe ca. 30 feindliche Fahrzeuge aller Art.

In den frühen Morgenstunden des 10. April 1945 gelang es einem Vorauskommando der Amerikaner, einen unter einer Autobahnbrücke nach Norden sichernden Jagdpanther der Kampfgruppe zu umstellen und die Besatzung gefangen zu nehmen. Nachdem Nicolussi-Leck keine Verbindung mehr zur Besatzung hatte, zog er sich in der Gewißheit eines amerikanischen Angriffs in den Stadtkern von Hannover zurück. Auf der Fahrt traf er noch den Chef der hannoverischen Feuerwehr (Bange), der ihm einen sicheren Weg aus Hannover zeigen wollte. Kurz vorm Stadtzentrum traf die Kampfgruppe auf VS-amerikanische Truppen, die sofort das Feuer eröffneten. Nicolussi-Leck und Bange sprangen aus ihrem Kübelwagen und liefen zum Jagdpanther von Ola Olin, Bange, der dabei angeschossen wurde, suchte daraufhin Deckung in einem Hauseingang. Die Kampfgruppe fuhr in schneller Fahrt durch die Georgstraße Richtung Aegi, beim einbiegen in die Marienstraße trafen sie auf mehrere Sherman-Panzer der Amerikaner, die dort aufgefahren waren. Bevor deren Besatzungen überhaupt reagieren konnten, war die Kampfgruppe auch schon wieder weg. Nicolussi-Leck fuhr zunächst in östlicher Richtung, um Anschluß an deutsche Truppen zu finden.

Nach der chaotischen Flucht aus Hannover sammelte sich die Kampfgruppe bei Lehrte. Von dort aus wollte man versuchen, nach Nordosten über Wittenberge zur Elbe durchzustoßen. Als sich die Kampfgruppe auf den Weg in Richtung Abbensen machte, bestand sie noch aus rund 100 Mann mit fünf Jagdpanthern, einem Bergepanther und neun SPWs. Schon kurz hinter Lehrte trafen die Männer erneut auf VS-amerikanische Panzer. In einem kurzen Panzergefecht schoß der frischgebackene SS-Untersturmführer (seit 30. Januar 1945) Karl Jauß (1922–2003; Träger des Deutschen Kreuzes in Gold) mit seinem Jagdpanther zwei Sherman-Panzer ab.

In der Ortschaft Abbensen traf die Kampfgruppe auf einige Panzer der Panzer-Lehr-Division, die sich noch aus dem Ruhrkessel retten konnten. Nach kurzem hin und her trennten sich die beiden Gruppen wieder, Nicolussi-Leck zog mit seinen Männern weiter Richtung Uetze. Als die Kampfgruppe von dort aus weiter nach Langlingen fuhr, kam es zu einem erneuten Zusammentreffen mit amerikanischen Truppen. Bei diesem Gefecht konnten zwei Betriebsstoff-Lkws, einen Jeep und ca. 50 Gefangene gemacht werden, die der Hauptsturmführer gegen Abend wieder laufen ließ, da eine Bewachung oder Verpflegung nicht möglich war. Am Abend des 12. April bezogen die Männer in einem Waldstück (ostwärts von Sandingen) in der Nähe von Wienhausen ihr Nachtlager. Nicolussi-Leck ließ sofort einen SPW mit verstärkter Besatzung nach Wienhausen fahren, in der Hoffnung, eine noch intakte Brücke über den Mühlgraben und die Aller zu finden. Gegen Mittag des nächsten Tages fand der Spähtrupp auch Brücken, welche bereits mit Sprengladungen versehen wahren. Da sich in der Nähe ein Kloster befand, in dem sich auch einige verwundete Soldaten befanden, beschloß der Spähtruppführer am Nordufer der Aller Stellung zu beziehen, um das Kloster vor evtl. Kampfhandlungen zu bewahren.

Zur gleichen Zeit rollten bereits die ersten Spähpanzer des 333. VS-amerikanischen Regiments von Bockelskamp auf Wienhausen zu. In Wienhausen angekommen, legte die 9. Kompanie des feindlichen Regiments unter Befehl von Hauptmann Bradford einen Beobachtungshalt ein, um festzustellen, ob die Aller-Brücke noch intakt ist. Dabei entdeckten sie den unter der Brücke stehenden SPW der „Wiking“-Männer und eröffneten sogleich das Feuer. Feldwebel Ehrbeck, der glaubte von eigenen Truppen beschossen zu werden, schnappte sich ein Fahrrad und fuhr mit einem weißen Taschentusch auf die VS-Amerikaner zu. Nachdem er nur noch einige 100 Meter entfernt war, erkannte er seinen Irrtum. Bei seinem Fluchtversuch wurde er von einem amerikanischen Soldaten tödlich getroffen. Die SPW-Besatzung eröffnete darauf sofort den Feuerkampf gegen die Amerikaner. Als die Soldaten des Spähtrupps nicht mehr gegen die immer stärker werdenden Amerikaner wehren konnten, befahl ihr Führer, ein SS-Obersturmführer, die Sprengung der Brücke, ohne zu wissen, daß er damit die gesamte Kampfgruppe in eine bedrohliche Lage brachte. Die Besatzung des SPW liefert sich im Anschluß noch ein Gefecht mit den übersetzenden Amerikaner, das bis in die Nacht dauerte. Den 12 Soldaten gelang es über neun Stunden die Ortschaft Oppershausen gegen die 9. und 11. Kompanie des 333. VS-amerikanischen Regiments zu verteidigen

Niolussi-Leck, der mit seinen Männern im Langlinger Holz weilte, war durch das 333. VS-amerikanische Regiment im Nordwesten, dem Mühlengrabe im Norden und durch das sich aus Südosten nähernde 3. Bataillon des 334. VS-amerikanischen Regiments quasi eingeschlossen. In dieser aussichtslosen Lage sah der Hauptsturmführer nur drei Möglichkeiten:

  • 1. sich zu ergeben,
  • 2. im Holz zu verbleiben und hoffen, daß die Amerikaner die Gruppe übersehen (bot zugleich die Möglichkeit im Rücken der Amerikaner zu operieren) oder
  • 3. auszubrechen.

Nicolussi-Leck entschied sich für einen Ausbruchsversuch; dazu ließ er die Kampfgruppe zunächst nach Südosten auf den Waldrand des Holzes fahren, um dann nach Nordwesten Richtung Wienhausen fahren zu können. Etwa gleichzeitig kam auch ein VS-amerikanisches Artillerie-Bataillon von Osten her auf Wienhausen zu. Beide Einheiten waren nur etwa 1000 m von einander entfernt, als die Deutschen die Amerikaner bemerkten und das Feuer eröffneten. Das feindliche Bataillon zog sich daraufhin fluchtartig nach Wienhausen zurück, wo ihr Kommandeur die Ortsausgänge mit je einer Batterie sichern ließ.

Nicolussi-Leck ließ daraufhin seine Kampfgruppe die Ortschaft südlich umgehen und bewegte sich auf Bockelskamp zu, von wo er noch einige Fahrzeuge einer VS-amerikanischen Versorgungs-Kompanie abschoß. Die Amerikaner bildeten nun mit ihren Einheiten einen Halbkreis um die Kampfgruppe, die damit wieder eingeschlossen war, da sie jetzt die Aller im Rücken hatte. Einige Soldaten der Kampfgruppe erkundigten sich bei den Einwohnern des Orts nach einer möglichen Furt durch den Fluß. Eine junge Frau zeigte den Soldaten die Furt und Nicolussi-Leck ließ sofort seine Männer aufsitzen und die Fahrzeuge sprungweise durch die Furt fahren. Dabei zogen die Jagdpanther sogar noch die kleineren Spähpanzerwagen, die beim durchfahren leichte Probleme hatten. Plötzlich setzte amerikanisches Artilleriefeuer ein, so das einige Soldaten von ihren Fahrzeugen in die Aller sprangen und versuchten, den nahen Wald zu erreichen, was den meisten auch gelang. Nach dem geglückten Allerübergang zog er die Kampfgruppe vorab gefechtsmäßig in den nahen Wald, bevor es am nächsten Morgen weiter nach Hohne gehen sollte.

Als sich die Gruppe am Morgen des 14. April 1945 auf den Weg machte, umging sie die Ortschaft Oppershausen südlich und suchte die Landzunge zwischen Schwarzwasser und dem Moor, welche nur 200 m breit war. Die SPWs des Vorauskommandos hatten Glück und fanden den schmalen Pfad in dem sumpfigen Gelände.

Nachdem die Kampfgruppe die Landzunge passiert hatte, ließ Nicolussi-Leck seine Männer nach Norden in Richtung Hohne (nordöstlich Hannover, Nordwest Braunschweig) fahren, wo schon VS-amerikanische Panzer Stellung bezogen hatten. Als der Ort in Sichtweite kam, blieben drei Jagdpanther als Sicherung zurück, während der Rest der Kampfgruppe sich auf den südlichen Ortsrand zu bewegte. Als sie auf ca. 1000 m heran waren, eröffneten die Sherman-Panzer das Feuer auf die sich nähernde Gruppe. Das Feuer saß so, daß gleich zwei SPWs und ein Jagdpanther in Flammen aufgingen. Die Besatzungen der getroffenen Schützenpanzerwagen zogen sich teilweise mit schweren Brandverletzungen unter dem Feuerschutz der drei sichernden Jagdpanther zurück. Die Besatzung des ebenfalls getroffenen Jagdpanthers konnte nach kurzer Zeit wieder den Feuerkampf aufnehmen. Nur einer der voraus fahrenden Jagdpanther schaffte den Durchbruch, was aber nichts nützte, da Nicolussi-Leck mit dem Verwundeten auf dem Heck seiner Jagdpanther nicht folgen konnte. Nachdem auch die Amerikaner Verluste an Mensch und Material hatten, stellen sie ihr Feuer ein und zog sich zurück. Während des Gefechts versuchte SS-Untersturmführer Jauß noch mit seinem Bergepanther den angeschossenen Jagdpanther von SS-Untersturmführer Schüßler zu bergen, was mißlang, da er selber einen Treffer bekam und mit seiner Besatzung ebenfalls ausboten mußte.

Während der Feuerpause zogen sich die Reste der Kampfgruppe wieder ins Hahnenmoor zurück, das von Wäldern umgebenen und somit etwas Schutz gegen die Jagdbomber der Alliierten bot. Nicolussi-Leck tat jetzt das einzig Richtige, er übergab die Verwundeten einem Schäfer (namens Bauer) in der Nähe und zog mit den restlich Männern tiefer ins Waldgebiet. Dort gab er den Befehl zur Auflösung der Gruppe; Jeder sollte versuchen, irgendwie nach Hause zu kommen. Er ließ SS-Obersturmführer Olin die beiden letzten Jagdpanther im Hahnenmoor versenken, wo sie noch heute liegen sollen.

Nicolussi-Leck und sein Adjutant begaben sich am 22. April 1945 zwischen Hohne und Braunschweig in VS-amerikanische Gefangenschaft, was vermutlich auch der Rest der Gruppe tat. Der SS-Obersturmführer Olin hingegen ließ noch den erbeuteten Jeep auftanken und mit vier Mann besetzten. Zusätzlich ließ er noch Verpflegung, Panzerfäuste sowie Handfeuerwaffen und Munition im Jeep verstauten, bevor es nach Süddeutschland gehen sollte, wo sie auch nach abenteuerlicher Fahrt kämpfend ankamen. Was aus dem einzelnen durchgebrochenen Jagdpanther geworden ist, läßt sich leider nicht mehr feststellen. Einer der letzten Männer der Kampfgruppe „Nicolussi-Leck“ war der 22jährige SS-Unterscharführer Georg Perchtold aus Oberfellbach, er schloß sich noch einer Einheit der Panzer-Division „Clausewitz“ an und fiel bei der Reichsverteidigung vor Suderwittingen am 20. April 1945.

Nachkriegszeit

Nach dem Krieg und seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft (zuletzt im Lager Glasenbach bei Salzburg) im Jahre 1947 half er, dem die Medien angebliche Verbindungen zur „ODESSA“ ankreidete, wie auch sein späterer Geschäftsfreund Horst Carlos Fuldner, vielen Kameraden mit Dokumenten des Roten Kreuzes über Italien nach Argentinien zu kommen, wo sie vom argentinischen Präsidenten Juan Perón willkommen geheißen wurden. Auch Nicolussi-Leck entschied sich für den südamerikanischen Staat, gründete in Buenos Aires das Unternehmen „Aspersion, Nicolussi & Cia“, verkaufte dieses in den 1950er Jahre an Mannesmann, kehrte als reicher Mann nach Südtirol zurück und gründete hier wieder erfolgreich Firmen für landwirtschaftliche Maschinen und Beregnungsanlagen (vor allem „Agrotecnica“ in Bozen). Nicolussi-Leck war Gründer und Direktor des „Südtiroler Bildungszentrums“, des Museums für moderne und zeitgenössische Kunst Museion (später Ehrenpräsident) und der Fachhochschule Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe „Claudiana“. Er hielt auch vor Kameraden und Veteranenverbände Vorträge, so z. B. 1959 gemeinsam mit Sepp Dietrich.

Der Garten seiner Villa in Hochfrangart war mit Kunstwerken von ihm geförderter Künstler durchsetzt. Ferner stand eine große silberne Kugel auf seinem Grundstück. Die Kugel hat 8 Meter Durchmesser und ist drehbar, gemäß seinem Wahlspruch „Eins ist das Ganze“.

„Hoch über Bozen schwebt eine Kugel aus glänzendem Metall. Im Morgengrauen fängt sich das Licht des Rosengartens in ihr. Ein Spielzeug von Riesen. Die Kugel thront über Hochfrangart, dem verwunschen, verzauberten Reich des Kunstgärtners Karl Nicolussi-Leck.“[1]

Tod

Traueranzeige

Karl Nicolussi-Leck verstarb am 30. August 2008 in einer Bozener Klinik, am 2. September 2008 wurde er auf dem Friedhof von Frangart beigesetzt.

Würdigung

  • „Er war Techniker und Tüftler, Kunstmäzen, Philosoph und ‚Projektsteurer‘. Ihm ist unter Anderem auch die Gründung der Fachhochschule für Gesundheitsberufe Claudiana zu verdanken. Am Samstag ist Karl Nicolussi-Leck im Alter von 91 Jahren verstorben. Mit der Installation einer Stahlkugel in seinem Kunstgarten oberhalb von Frangart hatte Karl Nicolussi-Leck 1995 für Aufsehen gesorgt. Diese wird nun wohl auch an einen der größten Kunst- und Kulturförderer Südtirols erinnern. Nicolussi-Leck war Ideator, Mitbegründer und 35 Jahre lang Präsident des Südtiroler Bildungszentrums (SBZ). Das größte Projekt unter seiner Präsidentschaft war die Gründung der Claudiana. Das SBZ hat unter ihm auch viel für die deutsche Sprache und deren Gebrauch in Südtirol getan, u. a. durch die Organisation von Kursen zur Vorbereitung auf die Anwaltsprüfung in deutscher Sprache. 2006 wurde er zum Ehrenpräsidenten des SBZ ernannt. Zudem war er lange Jahre auch Präsident des Hochschulrates. Auch war Nicolussi-Leck der Initiator für das Italienische Rechtsstudium an der Uni Innsbruck. Und auch unter den Mitbegründern des Kuratoriums für technische Kulturgüter findet man seinen Namen. In den vergangenen Wochen war er wegen seiner Vergangenheit in der Zeit während und nach dem Nationalsozialismus in die Schlagzeilen geraten. Karl Nicolussi-Leck wird am Dienstag zu Grabe getragen. Der Trauergottesdienst findet um 16 Uhr in der Pfarrkirche von Frangart statt.“[2]
  • Einer der bekanntesten Panzerführer in der 5. SS-Panzer-Division „Wiking“, Ritterkreuzträger SS-Hauptsturmführer Karl Nicolussi-Leck ist in seiner Heimat Südtirol verstorben. Karl Nicolussi-Leck wurde am 14. März 1917 in Pfatten bei Bozen in Südtirol geboren. Nach Ablegung des Abiturs begann er ein Studium der Staatswissenschaften. Gleichzeitig engagierte er sich von Kindeszeiten an in der Volkstumsarbeit für seine Südtiroler und wurde schon 1936 Organisationsleiter der NSDAP in Südtirol. Am 10. April 1940 meldete er sich zur Waffen-SS und gehörte 1940 dem Regiment „Der Führer“ an. Von November 1941 bis 1942 besuchte er einen Reserveführerlehrgang an der SS-Junkerschule Bad Tölz und wurde am 20. April 1942 SS-Untersturmführer. Mit Aufstellung der SS-Panzerabteilung „Wiking“ gehörte er ab 1. März 1942 zu dieser und ist damit einer der dienstältesten Panzerführer der Truppe überhaupt. Als 1943 die Pantherabteilung aufgestellt wurde, übernahm „Nico“, wie er von seinen Männern gerufen wurde, am 1. April 1943 die Führung der 8. Kompanie, seit 9. November 1943 als SS-Obersturmführer. Nach dem gelungenen Ausbruch aus dem Kessel von Tscherkassy erhielt die 5. SS-Panzerdivision „Wiking“ den Auftrag, den festen Platz Kowel gegen starke sowjetische Übermacht zu halten. Karl Nicolussi-Leck durchbrach am 29. März 1944 die sowjetischen Stellungen acht Kilometer westlich Kowel und brach bis Czerkasy durch. Aus eigenem Entschluss und sich des Risikos wohl bewusst, brach er morgens um 4.15 Uhr mit seinen Panthern auf den Bahngleisen fahrend in die eingeschlossene Stadt Kowel auf. Mit sieben Panthern durchstieß er den Einschließungsring und vereinte sich mit den in Kowel haltenden Verteidigern seiner eigenen Division. An diesen Kampftagen schoss Nicolussi-Leck 17 sowjetische Panzer ab. Dadurch führte er der Verteidigung der Stadt eine fühlbare Verstärkung an Panzerkraft zu, was dazu führte, dass die Stadt Kowel weitere acht tage bis zum Eintreffen von weiteren Verstärkungen, die den Kessel dann endgültig entsetzten, halten konnten. Über 2.000 Verwundeten blieb dadurch das Leben erhalten. Am 1. April 1944 wurde der Südtiroler zum Ritterkreuz vorgeschlagen, was ihm am 9. April 1944 als SS-Obersturmführer und Führer der 8./SS-Pz.Rgt. 5 „Wiking“ verliehen wurde. Auch bei den Großkämpfen des Sommers 1944 war Karl Nicolussi-Leck mit seinen Panthern erfolgreich. Am 7. Juli 1944 schoss er bei Kruhel sieben T34 und elf PAK ab. Am 5. August 1944 führte Karl Nicolussi-Leck neben seiner Pantherkompanie auch Teile des eigenen SPW-Bataillons. Im Nebel und bei Regen stieß er bei Michalow auf eine sowjetische Pak-Front. Durch seinen weiteren Vorstoß konnten vorübergehend eingeschlossene Truppen ostwärts des Brückenkopfes Warschau befreit werden. Am 18. August 1944 wurde er verwundet, konnte aber bald wieder zur Abteilung zurückkehren. Am 13. Oktober 1944 bewährte sich der Südtiroler erneut im Einsatz an der bedrohten Frontstelle bei Wieliczew. Am 30. Januar 1945 wurde Nico zum SS-Hauptsturmführer d. R. Befördert und er mit der Führung der I. Abteilung des SS-Pz.Rgt. „Wiking“ beauftragt. Am 10. März 1945 erfolgt die Verleihung des Deutschen Kreuz in Gold. 1945 wurden zwei Abholkommandos ins Reich in Marsch gesetzt, um dringend benötigte neue Panzer abzuholen und zur Division zu bringen. Eines führte Ritterkreuzträger Senghaus, das andere SS-Hauptsturmführer Nicolussi-Leck. U. a. Übernahm er sieben Jagdpanther in Hannover und ging mit dieser Kampfgruppe in den letzten Einsatz zu Reichsverteidigung, Auch der einzige Finne, der das Deutsche Kreuz in Gold trug, SS-Obersturmführer Ola Olin, gehörte dazu. Auch nach dem Krieg blieb Nicolussi-Leck in seiner Heimat Südtirol ein bekannter Mann, er war Techniker, Kunsmäzen und Philosoph. Die Gründung der Fachhochschule für Gesundheitsberufe Claudiana ist u. a. ihm zu verdanken. Nicolussi-Leck war Mitbegründer und 35 Jahre lang Präsident des Südtiroler Bildungszentrum (SBZ). Das SBZ hat unter ihm auch viel für die deutsche Sprache und deren Gebrauch in Südtirol getan, u. a. Durch die Organisation von Kursen zur Vorbereitung auf die Anwaltsprüfung in deutsche Sprache. 2006 wurde er zum Ehrenpräsidenten des SBZ ernannt. Außerdem war er lange Jahre Präsident des Hochschulrates. Karl Nicolussi-Leck war der Initiator für das Italienische Rechtsstudium an der Universität Innsbruck. Seinen Kameraden aus der Kriegszeit blieb er stets eng verbunden, viele besuchten ihn in seiner Südtiroler Heimat. — „Der Freiwillige“, Dezember 2008

Familie

Nicolussi-Leck heiratete am 26. Januar 1944 seine Verlobte Maria „Mutz“ Troy (1914–1996) aus Bozen, politisch aktiv und Führerin beim BdM. Zu seinen Befürwortern gehörte der NSDAP-Funktionär und Geschäftsführer des Wirtschaftsrates Robert Kukla. Als die Kriegstrauung endlich genehmigt war, hatte Mutz ihr erstes Kind, Reinhilde, schon geboren. Noch Ende 1944 wohnte seine Gemahlin mit Kind in Bregenz am Bodensee (Michael-Gaismayr-Straße 35). Er hatte insgesamt zwei Töchter – Reinhilde „Reini“ und Isolde – drei Patenkinder – Rolf, Andreas und Reinhard – sowie zahlreiche Enkel.

Auszeichnungen (Auszug)

Literatur

  • Christoph Pan: In Memoriam Karl Nicolussi-Leck, in: „Der Schlern“, August 2008, S. 48–49

Verweise

Fußnoten

  1. Der Meister im Zaubergarten, Stern, 26. Mai 2007
  2. Karl Nicolussi-Leck ist 91-jährig verstorben
  3. 3,0 3,1 Veit Scherzer: Die Ritterkreuzträger 1939–1945, Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2, S. 568.