Witt, Fritz

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SS-Standartenführer Fritz Witt

Fritz Witt (Lebensrune.png 25. Mai 1908 in Hohenlimburg an der Lenne; Todesrune.png gefallen 14 Juni 1944 in Venoix bei Caen) war ein deutscher Offizier der SS und Waffen-SS, Bataillons- und Regimentskommandeur, zuletzt SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS, Kommandeur der 12. SS-Panzer-Division „Hitlerjugend“ und Eichenlaubträger des Zweiten Weltkrieges.

Leben

Fritz Witt (links) und Gunter d'Alquen 1941 in Griechenland während des Balkanfeldzuges; im Hintergrund bereitet ein Angehöriger der SS-Kriegsberichter-Kompanie die bevorstehende Berichterstattung einschließlich einem aufgezeichneten Gespräch mit SS-Sturmbannführer Witt vor.
Fritz Witt, ein leidenschaftlicher Zigarrenraucher (Marke: „Wilhelm II“ oder „Karl I“), in einem der spärlichen Momente der Ruhe.
Stern von Rumänien für den Ritterkreuzträger der Leibstandarte Fritz Witt durch Sepp Dietrich, Juli 1942
Fritz Witt (links mit seinem Deutschen Schäferhund „Bully“) mit seinem Ia Hubert Meyer

Fritz Witt wurde am 27. Mai 1909 in Hohenlimburg an der Lenne geboren. Sein Vater starb bereits im März 1920 an einem Leiden, daß er sich im Ersten Weltkrieg zugezogen hatte. Witt begann nach dem Besuch der Volksschule eine kaufmännische Ausbildung und arbeitete danach in der Textilindustrie. Im Juni 1931 verlor er seine Arbeit.

Noch heute werden die 1920er Jahre oft zu den sogenannten „Goldenen Zwanzigern“ verklärt. Von diesem „Gold“ war in der - von der metallverarbeitenden Industrie geprägten - Region, in der Witt lebte, wenig zu spüren. Die Familie war inzwischen nach Hagen umgezogen. Dort prägten neben großen wirtschaftlichen Problemen die unterschiedlichen politischen Strömungen das Klima - bis hin zu blutigen Straßenschlachten. Auch an Witt gingen diese Auseinandersetzungen nicht spurlos vorüber. Am 1. Dezember 1931 trat er in die NSDAP ein, mit dem gleichen Datum wurde er „Anwärter“ für die noch kleine Schutzstaffel (SS).

Drittes Reich

Offiziere der SS bei der Geburtstagsfeier für SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS Fritz Witt am 27. Mai 1944 in Tillières-sur-Avre (Frankreich); v. l. n. r.: SS-Standartenführer Dr. med. Hermann Besuden (Korpsarzt I. SS-Panzer-Korps „Leibstandarte“), SS-Obersturmbannführer Wilhelm Mohnke (Kommandeur SS-Panzergrenadier-Regiment 26), SS-Obersturmbannführer Max Wünsche (Kommandeur SS-Panzer-Regiment 12), SS-Standartenführer Kurt Meyer (Kommandeur SS-Panzergrenadier-Regiment 25) und SS-Sturmbannführer Gerhard „Gerd“ Bremer (Kommandeur SS-Panzer-Aufklärungs-Abteilung 12).
Fritz Witt im Jahre 1944, an seinem 36. Geburtstag im Schloß Tillieres, wo er sein Hauptquartier eingerichtet hatte. Links neben ihm ist der Ritterkreuzträger Heinrich Springer, Witts Divisionsadjutant, zu sehen. Zwei Wochen nach dieser Aufnahme fiel Witt bei Caen.

Bereits im März 1933 gehörte Witt zu den sogenannten „Ersten 120“ - tatsächlich waren es nur 117 - SS-Angehörigen, die in Berlin ihren Dienst als Stamm der späteren Leibstandarte-SS „Adolf Hitler“ antraten. Er wurde im Oktober 1933 zum Untersturmführer befördert und war Zugführer in der 2. Kompanie. Im Januar 1935 wurde er als Obersturmführer nach München zum I. Bataillon der SS-Standarte „Deutschland“ versetzt. und übernahm am 17. Mai 1935 die Führung der 3. Kompanie. Am 1. Juni 1935 erfolgte seine Beförderung zum Hauptsturmführer. Die Folgejahre waren geprägt von sorgfältig überlegten und umfangreichen Ausbildungsaufgaben in der noch jungen Truppe.

Nicht ganz spannungsfrei war das Verhältnis zwischen dem Kompanieführer Witt und seinem damaligen Regimentsführer Felix Steiner. Witt war bekannt als ein hochqualifizierter aber auch sehr selbstbewußter Soldat, der bei Steiner auf einen „alten Kämpfer“ stieß. Davon zeugt auch ein strenger Verweis wegen Verschlafens und unentschuldigten Fehlens im Dienst vom 15. Februar 1937. Aber auch in dieser Beziehung hat man sich wohl beiderseitig „zusammengerauft“, wie die spätere Entwicklung noch zeigen sollte.

Polenfeldzug

Am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg. Die inzwischen wie ein motorisiertes Infanterie-Regiment umgerüstete und ausgebildete SS-Standarte „Deutschland“ wurde im Rahmen der kurzfristig aufgestellten Panzer-Division „Kempf“ eingesetzt und bildete nach dem Polenfeldzug eines der drei Regimenter der neuen SS-Verfügungs-Division, der nachmaligen Division „Das Reich“. Schwerpunkte der Kämpfe in Polen waren die Grenzkämpfe aus Ostpreußen heraus um Mlawa-Chorzele, schwere Verfolgungskämpfe im Raum Rozan mit den Flußübergängen über die Narew und den Bug bis südöstlich von Warschau sowie Angriff und erfolgreicher Sturm der Festung Modlin an der Weichsel nördlich von Warschau. Fritz Witt erhielt noch im September 1939 als erster Angehöriger der Division beide Eisernen Kreuze. Am 19. Oktober 1939 wurde Witt mit der Führung des I. Bataillons beauftragt.

Einsatz im Westfeldzug

Im „Westfeldzug“ zog er zunächst durch Südholland bis zur großen Hafenstadt Vlissingen. Es folgten schwere Kämpfe in Flandern im Vorfeld von Dünkirchen bei Merville, am La Bassee-Kanal, am Lys-Kanal und bei Estaires. Alle Orte waren bereits von den schweren Kämpfen des Ersten Weltkrieges bekannt. Es folgten nach entsprechender Umgruppierung Verfolgungskämpfe in Richtung Süden über die Somme und Seine bis auf das Plateau von Langres mit schweren Kämpfen im Raum Arthonnay - Molesmes - Channes. Hier wurden mehr als 30.000 Kriegsgefangene gemacht.

Ende Juni verfolgte dann das Bataillon noch die Franzosen südwärts bis an die spanische Grenze bei Biarritz. Einige Sommertage an der Biskaya waren eine willkommene Abwechslung. Dann wurde die Standarte „Deutschland“ nach Holland verlegt. Inzwischen war Fritz Witt am 17. Mai 1940 zum Sturmbannführer befördert worden.

In einem Brief vom 3. Juni 1940 an seinen Schwiegervater berichtet er unter anderem:

„Etwa 20 schwere englische Panzer im Bataillon, Abwehr nur mit geballten Ladungen, Minen und Handgranaten. Mir persönlich ging der H. auf Grundeis“ Außerdem habe er nur noch „einige Hundert“ Zigarren in „Reserve“.

Von den von ihm vernichteten neun Panzern berichtet er nichts. Die Zigarren seiner Lieblingsmarke „Willem IV“ waren noch eine Kriegsbeute aus Holland.

„Seele des Widerstandes“

Fritz Witt wurde am 4. September 1940 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. In der Begründung heißt es, er habe „seine Truppe gegen die feindlichen Panzer mit größter Energie geführt und ein Beispiel der Furchtlosigkeit und des Willens zum Durchhalten gegeben.“ Er sei „die Seele des Widerstandes“ gewesen. „Sein Bataillon hat auf dem westlichen Kriegsschauplatz stets Hervorragendes geleistet“, heiß es dort weiter. Und Witts Divisionskommandeur ergänzte: „Witt ist der Typ des noch jungen, vor nichts zurückschreckenden Führers.“

Am 16. Oktober 1940 wurde Fritz Witt als Führer des III. Bataillons zur Leibstandarte zurückversetzt. Dieses lag zu der Zeit in Metz und wurde zu einer motorisierten Brigade verstärkt. Am 26. März 1941 - unmittelbar vor dem Griechenlandfeldzug - übernahm Witt in Campulung (Rumänien) die Führung des I. Bataillons. Am 10. April 1941 stürmte das Bataillon unter schweren Verlusten den Klidi-Paß an der nordgriechischen Grenze, der von englischen und australischen Einheiten in Höhenstellungen hartnäckig verteidigt wurde. Hier mußte Witt auch seinen jüngeren Bruder begraben, der als Untersturmführer und Führer einer Spitzengruppe an eben diesem Paß gefallen ist. Nach einer Auffrischung im Raum Brünn in Mähren erfolgte ab Juni 1941 der harte Einsatz gegen die Sowjetunion.

Grenzschlachten in Galizien, Durchbruch auf Kiew, Verfolgungsschlachten bis über den Dnjepr, Krimenge bei Perekop, Nogaische Steppe, Berdjansk, Mariopol, Taganrog und Rostow waren Stationen Witts. Rostow und die eroberten Donbrücken konnten Ende November 1941 nur für kurze Zeit von den deutschen Streitkräften gehalten werden. Extremer Winter und ein zahlenmäßig weit überlegener Feind zwangen zu harten Rückzugskämpfen in die sogenannte Mius-Stellung. Diese Stellung wurde über den Winter hinweg bis in den Juni 1942 von der, teilweise bis auf ein Drittel ihrer ursprünglichen Kampfkraft geschwächten Truppe gehalten. Während dieser Periode wurde Fritz Witt am 27. November 194] zum Obersturmbannführer befördert und mehrfach ausgezeichnet (Deutsches Kreuz in Gold, Infanterie-Sturmabzeichen in Bronze, Bulgarischer Tapferkeitsorden IV. Klasse, Stern von Rumänien mit Schwertern am Bande des Ordens für militärische Tugend, IV. Klasse).

Zwischen Frankreich und Rußland

Ab Juni 1942 erfolgte eine Wiederauffrischung und gleichzeitig eine Verstärkung der Leibstandarte zu einer voll motorisierten Division. Kommandeur des neu aufgestellten SS-Infanterie-Regiments 1 der Leibstandarte wurde mit Wirkung vom 5. Juli 1942 Fritz Witt.

Ende Juli erfolgte die Verlegung nach Frankreich. Am 29. Juli 1942 fand eine große Parade in Paris vor dem damaligen Oberbefehlshaber West, Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt, statt, an der Witt teilnahm. Der Rest des Jahres diente der Neuaufstellung , Ausbildung und der erneuten Umrüstung auf eine Panzergrenadierdivision im Raum nordwestlich von Paris.

Der arbeitsreiche - aber doch relativ ungefährliche - Aufenthalt in Frankreich fand sein Ende. Im Januar 1943 rollten die Züge wieder in den eisigen russischen Winter. In Rußland brannte es an der Südfront. Nach dem Drama von Stalingrad drängten zahlenmäßig überlegene sowjetische Kräfte in Richtung Westen und Südwesten, um große deutsche Truppenteile zum schwarzen Meer abzudrängen oder einzukesseln. So wie die deutschen Truppen ankamen, wurden sie direkt bei extrem winterlichen Wetterbedingungen aus den Eisenbahnzügen entladen und sofort an der Front eingesetzt. Anfang 1943 erhielt Witt mit seinem I. Bataillon des SS-Panzergrenadierregiments 1 den Auftrag, ostwärts von Charkow am Donez eine Widerstandsfront von 32 Kilometern Länge aufzubauen und zu halten.

Nach schweren Abwehrkämpfen mußte jedoch der Rückzug angetreten werden. Die Stadt Charkow wurde aufgegeben und geräumt. Nach Vernichtung der feindlichen Angriffsspitzen und erfolgreichen Gegenangriffen konnte Charkow bis zum 18. März 1943 nach heftigen Straßenkämpfen erneut erobert werden. Witts Regiment erkämpfte sich den Roten Platz und den Bahnhof. Nach dem Abflauen der Kämpfe im Raum Charkow wurde die Truppe wieder aufgefrischt und bereitete sich auf die geplante Offensive bei Kursk vor.

„Besondere Tapferkeit“

Witt war am 30. Januar 1943 zum Standartenführer ernannt worden und erhielt am 1. März 1943 das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Diese hohe Auszeichnung wurde ihm am 4. März 1943 von Adolf Hitler persönlich im Führerhauptquartier überreicht. In dem Verleihungsvorschlag heißt es dazu, Witt habe sich „durch geschickte Führung seines Regiments und besonderer Tapferkeit vor dem Feinde in allen Gefechten hervorgetan“.

Am 24. Juni 1943 erging ein Befehl zur Aufstellung einer neuen Division, der 12. SS-Panzer-Division „Hitler-Jugend“. Zu ihrem Kommandeur wurde Fritz Witt ernannt, der damit die Leibstandarte verließ.

Aus der Leibstandarte wurde eine Anzahl weiterer Führer, Unterführer und fähiger Männer versetzt, um die Aufstellung der Division vorzubereiten und durchzuführen. Die Neuaufstellung der Division „Hitlerjugend“ war insofern ein Wagnis, da die Masse der Hitlerjungen schon mit 17 Jahren zu der neuen Division kam. Geeignete Jugendliche wurden zu Unterführern ausgebildet und auch früh eingesetzt. Schleppende Personalzuweisungen und kriegsbedingt zögerliche Materialzuflüsse erschwerten die Ausbildung außerordentlich. Trotzdem konnten gute Ausbildungsergebnisse erzielt werden.

Einsatz in der Normandie

Witt wurde am 20. April 1944 zum Brigadeführer befördert und war damit zu diesem Zeitpunkt der zweitjüngste General des deutschen Heeres. Anfang Juni 1944 war die Division voll ausgebildet und einsatzbereit. Am 6. Juni 1944 begann die alliierte Invasion an der normannischen Küste. Der Kommandeur alarmierte seine Division um 2.30 Uhr. Unklare und ständig wechselnde Unterstellungen verzögerten den nächtlichen Marsch zur Front, der Anmarsch bei Tageslicht bracht dann erhebliche Verluste durch alliierte Luftangriffe mit sich. Erst am 7. Juni konnten die englischen und kanadischen Truppen angegriffen werden. Unterstützt von absoluter Luftüberlegenheit und vom massiven Einsatz schwerer Schiffsgeschütze konnten die Alliierten die von ihnen so genannte „Baby-Division“ nur schrittweise und nach äußerst schweren und verlustreichen Gefechten zurückdrängen.

Tod

Am 14. Juni 1944 fiel Fritz Witt auf seinem Gefechtsstand in Venoix bei Caen. Er starb durch schwere Schiffsgranaten, deren Splitter ihn unmittelbar töteten, als er das „in Deckung gehen“ seiner Stabsmitarbeiter vom Rande eines Splittergrabens aus kontrollierte.

Ruhestätte

Das Grab von Fritz Witt befindet sich heute auf dem Soldatenfriedhof Champigny St. Andre bei Evreux in der Normandie - inmitten vieler Gräber seiner jungen Kameraden.

Beförderungen

Auszeichnungen (Auszug)

Zweiter Weltkrieg

Verweise