Fischel, Hermann von

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Kapitän zur See Hermann von Fischel in seinem Arbeitszimmer im Reichswehrministerium in Berlin kurz vor seiner Ernennung zum Kommandanten des am 1. April 1933 in Dienst gestellten Panzerkreuzers A („Deutschland“).

Hermann Friedrich Ferdinand Fischel, seit 1908 von Fischel (Lebensrune.png 13. Januar 1887 in Kiel; Todesrune.png 13. Mai 1950 im Lager Budirka bei Moskau), war ein deutscher Offizier der Kaiserlichen Marine, der Freikorps (vom 1. April 1919 bis 30. Juni 1920 bei der III. Marine-Brigade), der Reichsmarine und der Kriegsmarine, zuletzt Admiral im Zweiten Weltkrieg. Im Ersten Weltkrieg als Kommandant des U-Bootes „SM U 65“ (11. Mai 1916–18. Juli 1918) konnte das U-Boot-As auf seinen Feindfahrten 44 Schiffe mit 71.936 BRT versenken und zwei weitere mit 6.493 BRT schwer beschädigen.

Werdegang

Von links nach rechts: Kapitänleutnant Siegfried Claassen, Kapitänleutnant Rolf Carls, Major der Marine-Infanterie Karl Bruns, Major Hans Kloebe, Korvettenkapitän Hans Kolbe, Kapitänleutnant Lothar von Arnauld de la Perière und Kapitänleutnant Hermann von Fischel, Marine-Brigade „von Loewenfeld“
Von links: Erich Raeder, Adolf Hitler und Hermann von Fischel auf der neuen „Deutschland“
Unterschrift
Unter anderem Hermann von Fischel (links) und Erich Raeder (Mitte)
Admiral Hermann von Fischel bei der Besichtigung und Inspektion einer Küstenstellung, Kanalküste (Belgien oder Frankreich), September 1941.jpg
Admiral Hermann von Fischel bei der Besichtigung und Inspektion einer Küstenstellung, Kanalküste (Belgien oder Frankreich), September 1941 II.jpg
„Fischel […] trat am 1. April 1905 als Seekadett in die Kaiserliche Marine ein. Nachdem er seine Schiffsausbildung auf der Kreuzerfregatte SMS Stosch absolviert hatte, kam er an die Marineschule. Dort wurde er am 7. April 1906 zum Fähnrich zur See ernannt und nach seinem erfolgreichen Abschluss dem Ostasiengeschwader zugeteilt. An Bord des Kleinen Kreuzers SMS Arcona erfolgte hier die Beförderung zum Leutnant zur See. Zurück in Deutschland kam Fischel am Oktober 1909 als Kompanieoffizier zur I. Torpedo-Division. Zunächst wurde er als Wachoffizier auf verschiedenen Torpedobooten eingesetzt und erhielt, nachdem er am 27. Januar 1911 Oberleutnant zur See geworden war, im April des selben Jahres mit SMS T 56 sein erstes eigenes Kommando. Vom 1. Oktober 1911 bis 30. September 1913 wurde er dann als Artillerieoffizier auf den Kleinen Kreuzern SMS Mainz und SMS Königsberg eingesetzt, bevor er anschließend auf das Linienschiff SMS Hannover kam und hier als Wachoffizier Dienst tat. Von Juli bis Ende November 1915 erfolgte seine Kommandierung zur U-Boot-Ausbildung. Von Dezember 1915 bis Ende März 1916 kommandierte er SM U 17, dann für einen Monat kurzfristig das Torpedoboot SM S 125, um im Anschluss bis August 1918 SM U 65 zu befehligen. Nachdem er das Kommando über das U-Boot abgegeben hatte, wurde Kapitänleutnant Fischel (seit 24. April 1916) als Zweiter Admiralstabsoffizier im Stab der U-Boot-Flottille Pola verwendet. Zunächst versah er seinen Dienst als Kompaniechef bei der III. Marineartillerieabteilung in Swinemünde. Vom 4. Januar bis 30. September 1922 war er Dritter Admiralstabsoffizier im Stab des Chefs der Marinestation der Ostsee in Kiel, bevor er dann bis zum 25. September 1924 als Zweiter Artillerieoffizier an Bord des Linienschiffes Hannover kam. Fischel erhielt dann das Kommando über die I. Abteilung der Schiffsstammdivision der Ostsee und wurde am 1. Oktober 1924 zum Korvettenkapitän befördert. Vom 29. August 1925 bis 26. September 1927 fungierte Fischel als Erster Artillerieoffizier auf dem Linienschiff Elsass und war im Anschluss bis 22. September 1930 zunächst als Lehrer, dann als Stabsoffizier beim Stabe der Schiffsartillerieschule in Kiel tätig. In dieser Funktion war er am 1. Januar 1930 Fregattenkapitän geworden. Als Leiter der Ausbildungsabteilung (A III) wechselte er dann in das Marinekommandoamt. Hier erfolgte am 1. Oktober 1931 die Beförderung zum Kapitän zur See. Am 15. März 1933 übernahm Fischel den Besatzungsstamm des kurze Zeit darauf in Dienst gestellten Panzerschiffes Deutschland, deren erster Kommandeur er wurde. Am 29. September 1935 gab Fischel das Kommando über die Deutschland wieder ab und wurde unter gleichzeitiger Beförderung zum Konteradmiral am 1. Oktober 1935 zunächst zur Verfügung des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine gestellt. Vom 25. November 1936 bis 8. Februar 1938 fungierte er als Befehlshaber der Panzerschiffe und zeitgleich mehrfach als Kommandeur der deutschen Seestreitkräfte vor der Iberischen Halbinsel während des Spanischen Bürgerkriegs. Nachdem man Fischel von seinem Posten als Befehlshaber der Panzerschiffe entbunden hatte, war er noch bis 13. März 1938 vor der Spanischen Küste tätig. Nach seiner Rückkehr in das Deutsche Reich erfolgte mit seiner Ernennung zum Chef des Allgemeinen Marineamtes[1] auch die Beförderung zum Vizeadmiral am 1. April 1938. Diesen Posten hatte Fischel auch nach Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum 31. Dezember 1939 inne. Im Anschluss daran war Fischel bis 8. Januar 1941 Chef des Erprobungskommandos für Schiffsneubauten und zugleich von August bis Oktober 1940 designierter Führer der Transportflotte B im Rahmen des nicht realisierten Unternehmens Seelöwe. Bis 16. Februar 1941 war er dann Befehlshaber der Sicherung West und darauf bis 31. Januar 1943 Marinebefehlshaber Kanalküste. Als solchen hatte man Fischel am 1. September 1941 zum Admiral befördert. Seine Dienststelle wurde am 1. Februar 1943 umgegliedert und Fischel fungierte nunmehr bis 10. Mai 1943 als Kommandierender Admiral Kanalküste. Dann kam er bis 18. Juni 1943 zur Einweisung zum Lehrstab für Luftwaffenfragen und bis 14. September 1944 war er Leiter des Luftwaffenlehrstabes. Fischel wurde anschließend zur Disposition gestellt und am 30. November 1944 ehrenvoll in den Ruhestand verabschiedet.“[2]

Tod

Nach der Kapitulation der Wehrmacht wurde auch Admiral a. D. von Fischel, wie so viele Deutsche, von der Roten Armee bzw. von dem NKWD gen Osten verschleppt und verstarb am 13. Mai 1950 im Kriegsgefangenenlager Budirka bei Moskau unter ungeklärten Umstände.

U 374 (Turm), u. a. mit dem Kommandanten Oberleutnant z. S. Unno von Fischel

Familie

Hermann war ein Sohn des 1908 in den erblichen preußischen Adelsstand erhobenen Admirals à la suite Max von Fischel, zuletzt Chef des Admiralstabs der Marine, und dessen Ehefrau Dorothea Marie Adelheid Elisabeth, geborene Borckenhagen (1853–1892),[3] Schwester des späteren Admirals Friedrich Ludwig Wilhelm Carl Borckenhagen. Seine Geschwister waren:

  • Julius Karl Ludwig Max (Lebensrune.png 28. August 1883 in Kiel), Kaufmann
  • Johanna Marie Julie Antonie (Lebensrune.png 12. Juni 1890 in Berlin)
    • ∞ 25. Mai 1910 Hans Schwerdtfeger (Lebensrune.png 11. August 1880 in Wetterade bei Plön), seit 12. April 1898 Kapitänleutnant (seit 17. Oktober 1915 Korvettenkapitän; auch seine jüngeren Brüder Hermann und Paul Schwerdtfeger waren Marineoffiziere)

Ehen

Oberleutnant zur See von Fischel heiratete am 8. November 1913 in Kiel seine Verlobte Karin Maria Bertha Josephine Gräfin von Schack (1889–1960). Aus der Ehe sind drei Kinder entsprossen:

  • Unno Ulrich Max Albert (1915–1942), U-Boot-Kommandant
  • Wiebke Karin (1917–1997), ∞ den renommierten Hamburger Rechtsanwalt Martin Luther (1906–1985), zu ihren Kindern gehörte die RAF-Terroristin Angela Luther

Die Ehe mit Maria wurde am 16. Oktober 1923 geschieden. Maria heiratete am 15. November 1923 den entfernten deutsch-dänischen Verwandten Otto Dietrich (Didrik) Graf von Schack (Lebensrune.png 11. Januar 1882 auch Schloß Schackenborg; Todesrune.png 28. Januar 1949 ebenda), ein Nachfahre des Reichsfeldherrn Hans von Schack (1608–1676), Gutsbesitzer und Politiker. Aus dieser Ehe sind zwischen 1925 und 1930 vier Kinder entsprossen.

Kapitänleutnant von Fischel heiratete dann am 3. November 1923 Marias ältere Schwester Gertrud Wilhelmine Katharine Elise Gräfin von Schack (1887–1960). Aus dieser Ehe ist dann sein viertes Kind, Ulrike Kerstin Ehrengard (Lebensrune.png 3. Juli 1925 in Kiel; Todesrune.png 8. April 1935 in Wilhelmshaven), entsprossen.

Unno von Fischel

Unno von Fischel wurde am 5. November 1915 in Kiel geboren und trat am 8. April 1934 als Offizieranwärter in die Reichsmarine ein. Seine Bordausbildung erhielt er auf dem Kadettenschulschiff „Schleswig-Holstein“. Fähnrich zur See wurde er am 1. Juli 1935, Oberfähnrich zur See am 1. Januar 1937, Leutnant zur See am 1. April 1937 und Oberleutnant zur See am 1. April 1939. Er absolvierte die U-Bootausbildung im Sommer 1940 und fuhr anschließend als 1. Wachoffizier auf U 97. Das Eiserne Kreuz, II. Klasse erhielt er am 8. März 1941 und das U-Boot-Kriegsabzeichen (1939) am 11. April 1941. Nach Abschluß seines U-Bootkommandantenlehrgangs übernahm er am 21. Juni das Kommando auf U 374. Auf den drei Feindfahrten versenkte von Fischel den britischen Frachter „Rose Schaffino“ mit 3.349 BRT und später zwei Kriegsschiffe mit 992 BRT. Das Eiserne Kreuz, I. Klasse erhielt er am 14. November 1941. Gegen Ende des Jahres 1941 passierte U 374 bei einem „Gibraltardurchbruch“ am 11. Dezember die stark gesicherte Straße von Gibraltar. In der Nacht des Durchbruchs ging beim Befehlshaber der U-Boote in Kernevel ein Funkspruch ein, laut dem Kommandant von Fischel angab, entdeckt worden zu sein und nun von „vier Zerstörern“ verfolgt zu werden. Bei dieser Gelegenheit bat er um Luftunterstützung – was hinsichtlich der Kräfteverhältnisse in Gibraltar für die Luftwaffe ein wenig erfolgversprechendes Unterfangen gewesen wäre. Kommandant von Fischel entschloss sich nun, die Verfolger seinerseits anzugreifen und konnte anschließend mit U 374 entkommen. Am 11. Dezember 1941 versenkte er den britischen U-Bootjäger „Lady Shirley“ mit 477 BRT. Die „Lady Shirley“, ein bewaffneter Trawler, hatte einen Monat zuvor U 111 nach einem couragierten Artilleriegefecht auf kurze Entfernung beschädigt und 44 Deutsche gefangengenommen. Acht waren gefallen, darunter Kommandant Kapitänleutnant Wilhelm Kleinschmidt. Ebenfalls am 11. Dezember 1941 versenkte von Fischel das britische Patrouillenboot „Rosabelle“ mit 515 t versenkt. Anschließend patrouillierte U 374 im Mittelmeer. Am 10. Januar 1942 wurde U 374 vom Feind schwer beschädigt und konnte nicht mehr tauchen. Am 12. Januar 1942 befand es sich kurz vor Sizilien und dem rettenden Hafen. Beim Einlaufen wurde U 374 von dem britischen U-Boot HMS „Unbeaten“ überfallen und mit einem Torpedofächer aus vier Mark VIII Torpedos, von denen zwei trafen, versenkt. Nur ein Besatzungsmitglied von U 374 – der Seemann Hans Ploch, zum Zeitpunkt des Angriffs zur Brückenwache eingeteilt – hatte die Versenkung überlebt und konnte geborgen werden. 42 Mann sind südwestlich der Kap Teulada auf See geblieben, darunter der junge Unno von Fischel.

Beförderungen

Reichsmarine

Kriegsmarine

Auszeichnungen (Auszug)

Fußnoten

  1. Am 20. August 1938 wurde für den „Z-Plan“ (Flottenrüstungsplan) unter dem Vorsitz des Chefs des Stabes der Seekriegsleitung (Skl) Günther Guse ein „Planungsausschuß“ gegründet, der für den Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Vorschläge über strategische Grundlagen für den Aufbau der Kriegsmarine im Frieden und im Kriegsfall ausarbeiten, die sich daraus für die Typengestaltung von Schiffsneubauten ergebenden Folgerungen ableiten und Entscheidungen für den Schiffsneubau und sonstige Planungen der Kriegsmarine vorbereiten sollte. Dem Ausschuß gehörten neben Guse (mit Ausnahme von Karl Dönitz) alle wesentlichen Abteilungsleiter der Marine als ständige Mitglieder an: Hellmuth Heye (la/1/Skl), Hermann von Fischel (Vorsitzender des Neubauausschusses und zugleich Amtschef des Allgemeinen Marineamtes), Kurt Fricke (Chef 1./Skl), Werner Fuchs (Chef der Flottenabteilung) und Leo Riedel (Stabschef des Marinewaffenamtes), außerdem nahmen Karl Witzell, der Amtschef des Marinewaffenamtes, und Otto Schniewind, Chef des Marinewehramtes, an den Ausschußsitzungen teil. Der Ausschuß legte am 25. Oktober 1938 eine Denkschrift mit dem Titel Seekriegführung gegen England und die sich daraus ergebenden Forderungen für die strategische Zielsetzung und den Aufbau der Kriegsmarine vor, die Raeder am 31. Oktober 1938 vorgetragen wurde. Darin kam man zu dem Ergebnis, daß man eine erwartete britische Blockade nicht sprengen könnte und das Ziel der Kriegsmarine nur in der Störung des britischen Überseehandels liegen kann. Das nach dem (Haupt-)Verfasser auch als „Heye-Denkschrift“ bekannt gewordene Dokument sah im Wesentlichen eine Weiterentwicklung des strategischen Handelskrieges mit Panzerschiffen vor, welche – auf allen Weltmeeren zugleich operierend – die britische Flotte aufsplitten und damit die eigene zahlenmäßige Unterlegenheit bis zu einem gewissen Grade ausgleichen sollte.
  2. Hermann von Fischel, Admiral, geni.com
  3. Dorothea Marie Adelheid Elisabeth BORCKENHAGEN