Kriebel, Hermann

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Oberstleutnant a. D. Hermann Kriebel; Generalmajor Friedrich von Kriebel (1879–1964) und General der Infanterie Karl Kriebel (1888–1961) waren seine Brüder.

Hermann Karl Theodor Kriebel (Lebensrune.png 20. Januar 1876 in Germersheim; Todesrune.png 16. Februar 1941 in München) war ein deutscher Offizier der Bayerischen Armee, des Deutschen Heeres, der Freikorps und der SA, zuletzt SA-Obergruppenführer sowie NSKK-Gruppenführer (27. Juni 1933) und Oberst (ehrenhalber) der Wehrmacht. Er war u. a. Geschäftsführer des Landesverbandes der bayerischen Einwohnerwehren und wurde nach dem Marsch auf die Feldherrnhalle im Hitler-Ludendorff-Prozeß angeklagt.

Leben

Hermann Kriebel besuchte die Volksschule in Neu-Ulm und München, das Königliche Maximiliansgymnasium in München, das Lyzeum in Metz und schließlich ab 1888 (mit 12 Jahren) das Bayerische Kadettenkorps. Seit 1894 war er Fähnrich im Königlich Bayerischen 1. Infanterie-Regiment „König“, und ab 1896 war er Leutnant in diesem Regiment. 1900, inzwischen im Königlich Bayerischen Infanterie-Leib-Regiment, wurde er zum II. Seebataillon der Kaiserlichen Marine versetzt (pro forma Übertritt), um an das Ostasiatische Expeditionskorps teilnehmen zu können. 1901, nach der Niederschlagung des Boxeraufstandes, kehrte er wieder in sein Regiment zurück.

Von 1908 bis 1910 war Kriebel im Bayerischen Generalstab und 1910 bis 1912 im Großen Generalstab. 1912 bis 1914 wurde er Kompaniechef im Königlich Bayerischen 22. Infanterie-Regiment, mit diesem Regiment zog er im Ersten Weltkrieg ins Feld.

1916/17 war er beim Generalstab des XV. Reserve-Korps unter Generalstabschef Julius Ritter von Reichert eingesetzt. Danach war er im Stab Erich Ludendorffs, des Generalquartiermeisters der Obersten Heeresleitung (OHL), im Großen Hauptquartier in Bad Kreuznach (später nach Spa verlegt) tätig, u. a. von November 1917 bis Februar 1918 als Chef der militärischen Abteilung.

Kriebel war bis Kriegsende bei der Waffenstillstandskommission Vertreter des Generalsquartiermeister und der bayerischen Regierung bis Juli 1919. 1920 erbat Kriebel seinen Abschied.

Er war dann Stabsleiter der bayerischen Einwohnerwehr und anderer aus dieser hervorgegangener paramilitärischer Organisationen bis 1922. Dann trat Kriebel am 16. November 1922 in die NSDAP ein. 1923 wurde er militärischer Führer eines Kampfbundes.

Er nahm an der Nationalen Erhebung im November 1923 teil, konnte danach in die Wälder fliehen, wurde schließlich festgenommen und am 1. April 1923 wegen des Marsches auf die Feldherrnhalle vor dem Volksgericht in München zu fünf Jahren Festungshaft und der Zahlung von 200 Goldmark verurteilt. Kriebel und Dr. Weber hatten seit Anfang April die Genehmigung, „Besuche der ihnen am nächsten stehenden Personen ohne Überwachung zu empfangen“, was sich auf Angehörige ihrer weitläufigen Familien erstreckte.Noch im selben Jahr zu Weihnachten wurde er freigelassen, im Sommer 1928 per Gesetz endgültig für straffrei erklärt, was den Erlaß seiner rückständigen Zahlungen der Geldstrafe miteinschloß.

Nach der Freilassung übernahm Kriebel zunächst auf Wunsch Hitlers die Redaktion der militärischen Beilage des Völkischen Beobachters, zog sich dann aber 1926 als Gutsverwalter (Ökonomiedirektor beim Freiheern von Helldorf) nach Kärnten zurück und war außerdem Generalbevollmächtigter der Vormundschaft zur Verwaltung des Besitzes der minderjährigen Erben. Die ganze zeit über hielt er engen Kontakt zur Schwarzen Reichswehr. Schon 1927 wurde er als „Leiter des chinesischen Generalstabes“ bei Oberst Max Bauer gehandelt, was sich jedoch vorerst zerschlug. 1929 bis 1933 war militärischer Berater des Marschalls Chiang Kai-shek in China, nach Oberst Bauers plötzlichem Tod am 6. Mai 1929 wurde Kriebel bis 23. Mai 1930 sein Nachfolger als Generalberater.

Am 1. Januar 1930 trat er erneut der Parte bei (NSDAP-Nr.: 344.967), im Dezember 1933 wurde mit Genehmigung des Reichsschatzmeister Schwarz sein Eintritt mit Wirkung vom 1. Oktober 1928 datiert (neue NSDAP-Nr.: 82.996). Die vorherige Parteinummer wurde gelöscht.

Drittes Reich

Kriebel, der am 7. Juni 1933 zum SA-Gruppenführer befördert wurde, war nun als Führer der SA für die Verbindung zum Auswärtigen Amt tätig. Am 9. November 1937 wurde er dann zum SA-Obergruppenführer befördert (nach manchen Quellen schon 1936).

Von 1934 bis 1937 war er Generalkonsul I. Klasse in Shanghai. Er war Mitglied des Reichstags ab 10. April 1938. Er war Richter am Volksgerichtshof, ab 1939 Ministerialdirektor und Leiter der Personalabteilung des Auswärtigen Amtes. Im September 1940 wurde er von Hitler zum Oberst befördert und ihm zum 65. Geburtstag im Januar 1941 der Titel eines Botschafters verliehen.

Tod

Knapp vier Wochen nach dieser Ehrung, am 16. Februar 1941, verstarb Botschafter SA-Obergruppenführer Oberst Hermann Kriebel nach kurzer Krankheit im Krankenhaus München. Vier Tage nach seinem Tod wurde er in München mit einem aus dem Etat des Propagandaministeriums bezahlten Staatsakt in Anwesenheit von Hitler, Göring, Ribbentrop und Heß geehrt und danach in Niederaschau im Chiemgau beigesetzt.

Bildergalerie

Auszeichnungen (Auszug)