Sturmabteilung

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Sturmabteilung

SA Sturmabteilung.jpg
Bestehen: 1920/21–1945
Führer: Oberster SA-Führer:

Emil Maurice
1920–1921 (inoffiziell)
Hans Ulrich Klintzsch
1921–1923
Hermann Göring
1923
Dienststellung wegen Verbot unbesetzt
1923–1925
Franz von Pfeffer
1926–1930
Adolf Hitler
1930/31–1945

Chef des Stabes:

Otto Wagener
1929–1930[1]
Ernst Röhm
1931–1934
Viktor Lutze
1934–1943
Wilhelm Schepmann
1943–1945

Die Sturmabteilung (SA) war eine Gliederung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei und bildete mit der SS und dem NSKK die politische Kampfgruppe.

Inhaltsverzeichnis

Erläuterung

Nach der Nationalen Erhebung 1933 wurde die SA kurzzeitig auch als Hilfspolizei eingesetzt. Sie verlor im Sommer 1934 – nach der Beseitigung und Ausschaltung der Führungsspitze um Ernst Röhm – weitestgehend an Bedeutung. Die nächtlich erfolgten Blitzverhaftungen wurden in der politischen Öffentlichkeit mit der Abwehr eines bevorstehenden Staatsstreiches („Röhm-Revolte“) gerechtfertigt. In der Wahrnehmung der allermeisten Deutschen siegte damals die Seriosität über den Übermut, Gegner der neuen Reichsregierung glaubten – im Gegenteil –, hier zeige sich die besondere Flüchtigkeit der neuen politischen Verhältnisse.

Das Kampflied der SA war das Horst-Wessel-Lied. Die Bezeichnung „Sturmabteilung“ stammt von der ursprünglichen Nennung der Sturm-Bataillone als Sturm-Abteilungen im Ersten Weltkrieg.

Geschichte

SA im Oktober 1922 beim 3. Deutschen Tag in Coburg. Der erste Führer der Gruppierung war Ulrich Klintzsch (dritte Reihe von oben, mit Schirmmütze, mittig vor der Hakenkreuzfahne stehend).
Propagandafahrt der SA während der Kampfzeit
Die SA marschiert durch das Brandenburger Tor, 1934
„So war SA“ von Prof. Elk Eber

„Sturm-Abteilung“ war der ursprüngliche Begriff eines Sturm-Bataillons im Ersten Weltkrieg. Die ersten „Sturmmänner“ der Stoßtruppen wurden am 2. März 1915 eingesetzt.

Vorläufer

Die Männer, die als Schutz für Treffen der DAP und NSDAP auftraten, waren kriegsfronterfahrene Kämpfer, die nach Tradition der Sturmbataillone ihre kleinen Gruppen schon früh inoffiziell Sturmabteilung nannten. Nach der großen Saalschlacht am 24. Februar 1920 im Hofbräuhaus, als die Partei das 25-Punkte-Programm vorlegte, konnte der Saalschutz die kommunistischen Provokateure handfest bändigen. Die DAP, nun NSDAP unter Anton Drexler, entschloß sich anschließend , die „Saalschutz-Abteilung“ (SA) aufzustellen, die auch vereinfachend nur „Ordnertruppe“ oder „Ordnerdienst“ hieß. Führer wurde der kräftig zulangende Uhrmacher Emil Maurice, der mit Hitler schon seit 1919 befreundet war.

Da die Regierung der Weimarer Republik zunehmend gegen militante Organisationen vorging, entschloß sich der neue Vorsitzende der Partei, Adolf Hitler, die Saalschutz-Abteilung am 3. August 1921 weniger provokativ in „Turn- und Sportabteilung der N.S.D.A.P.“ umzubenennen. Dieser Schritt erleichtere auch die Finanzierung der Abteilung durch die Parteikasse. Nach manchen Quellen übernahm schon im August 1921 Hans Ulrich Klintzsch die Führung.

Sturmabteilung

Die Turn- und Sportabteilung trat am 4. November 1921 bei einer Versammlung im Münchener Hofbräuhaus zum ersten mal als Saalschutz auf. Nach der Saalschlacht wurde sie legendär, und kurz darauf erhielt der NSDAP-Versammlungsschutz offiziell den Namen „Sturmabteilung“ (nach anderen Quellen schon am 4. Oktober 1921). Hitler ernannte Hans Ulrich Klintzsch von der Organisation Consul zum „Obersten SA-Führer“ (OSAF). Der Stab der SA wurde in den ersten Monaten aus der Kasse Kapitän Ehrhardts finanziert.

Die SA war die Ordnertruppe und eine „Abteilung der Bewegung“ (Adolf Hitler). Sie war keine Wehrorganisation bürgerlicher Auffassung, ebensowenig eine verschworene Geheimorganisation. Ihre Aufgabe bestand darin, die öffentlichen Versammlungen der NSDAP zu schützen. Dennoch schrieb Hitler, die SA sollte gleichzeitig „Sturmbock“ der nationalsozialistischen Bewegung wie auch „Trägerin des Wehrgedankens“ sein.

Die SA wurde nach dem Scheitern des Marsches auf die Feldherrenhalle in München 1923 verboten.

Nach der Neugründung der NSDAP 1925 wurde die SA zu einer schlagkräftigen und straff organisierten Organisation. Kommunistische Kampfverbände wie der Rote Frontkämpferbund lieferten sich heftige Straßen- und Saalschlachten mit den SA-Verbänden. Die Angriffe von Kommunisten auf SA-Angehörige stiegen stetig an, viele wurden Opfer von Ermordungen durch kommunistische Hand.[2] Auch die Auseinandersetzungen mit dem von Sozialdemokraten gegründeten republikanischen Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold häuften sich, während die SA, begünstigt durch Wirtschaftskrise und Wahlerfolge der NSDAP, immer stärkeren Zulauf erhielt (1930 noch 60–80.000 Mitglieder, hatte sie 1932 bereits etwa 220.000 Mitglieder). Ein im April 1932 von Reichskanzler Heinrich Brüning ausgesprochenes Verbot der SA wurde bereits im Juni von seinem Nachfolger Franz von Papen wieder aufgehoben. Im Vorfeld der Reichstagswahlen im Juli gab es bürgerkriegsähnliche Zustände mit insgesamt etwa 300 Toten und über 1.100 Verletzten.

Die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler im Januar 1933 feierte die inzwischen auf über 400.000 Mitglieder angewachsene SA mit gewaltigen Aufmärschen und Fackelzügen im ganzen Reich.

„Röhm-Revolte“ 1934

Hauptartikel: Röhm-Putsch
Zum Kreis der wichtigsten Politischen Leiter und Hoheitsträger des NSDAP-Gaues Thüringen gehörten 1938 SA-Oberführer Ernst Frenzel (1), SA-Brigadeführer Eugen Plorin (2), SA-Gruppenführer Landrat Heinz Späing (3), Kreisleiter Otto Recknagel (4), Kreisleiter Oskar Trübenbach (5), SA-Brigadeführer Fritz Paschold (6), NSKK-Gruppenführer Eberhard Ponndorf (7), SA-Gruppenführer Staatsrat Kurt Günther (8), Staatsrat Paul Papenbroock (9), Staatsrat Wilhelm Busch (10), Gauleiter und Reichsstatthalter Fritz Sauckel (11), General-Arbeitsführer Staatsrat Karl Schmückle (12), Ministerpräsident Willy Marschler (13), Gauschatzmeister Martin Groß (14), Staatssekretär SS-Brigadeführer Walter Ortlepp (15), Gauinspekteur Bruno Biedermann (16), Stellvertretender Gauleiter Heinrich Siekmeier (17), Landesbauernführer Rudi Peuckert (18), Professor Hermann Giesler (19), Gauobmann der DAF Staatsrat Fritz Triebel (29), SA-Oberführer Alfred Eckardt (21), Gauschulungsleiter Herbert Haselwander (22), Polizeipräsident SS-Brigadeführer Karl Pflomm (23).

Nach der nationalsozialistischen Revolution war der „linke Flügel“ der SA unzufrieden mit der Gesamtlage, allen voran Ernst Röhm verlangte eine zweite Revolution und die Schaffung eines Volksheeres, das die Reichswehr ersetzen sollte. Dabei war Röhm zu keinen Kompromissen bereit, die Hitler mehrfach zu erreichen versuchte.

Am 30. Juni und 1. Juli 1934 wurde die SA-Führung und wenig später von einem eigens dafür aufgestellten Exekutionskommando der Leibstandarte-SS Adolf Hitler unter Josef „Sepp“ Dietrich erschossen. Ernst Röhm kam, zusammen mit weiteren inhaftierten SA-Führern, im Gefängnis in München-Stadelheim unter nicht vollkommen nachvollziehbaren Umständen ums Leben.

Geschichtsverfälschend wird die nationalsozialistische Reaktion darauf heute auch Nacht der langen Messer genannt.

Nach 1934

Nach der weitestgehenden Entmachtung der SA-Führung spielte die SA im weiteren Verlauf keine größere Rolle mehr. Neuer Stabschef wurde Viktor Lutze. Zahlreiche SA-Abteilungen wurden aufgelöst und anderen Verbänden zugeordnet.

Beim Nürnberger Tribunal wurde die SA ausdrücklich als nicht „verbrecherische Organisation“ eingestuft.

Aufbau und Gliederung

Durch weltanschauliche Schulung, sportliche Übungen, Ordnungs- und Geländedienst, den Einsatz bei Kundgebungen und im Dienste der Allgemeinheit (Erntehilfe usw.) war der SA-Mann zum politischen Soldaten und zum Ideenträger der nationalsozialistischen Bewegung erzogen worden. Die Zugehörigkeit war auch nach der Machtübernahme freiwillig.

Befehlshaber der SA war seit 1920 bzw. offiziell 1921 der „Oberste SA-Führer“ (OSAF). Als Hitler ab September 1930 OSAF und somit Oberbefehlshaber wurde, wurde de facto der Stabschef der SA Befehlshaber. Der bekannteste von ihnen war Ernst Röhm.

  • Gruppe (bestehend aus mehreren Brigaden) krubba (germ) = Klumpen, geballte Masse
  • Brigade (3–9 Standarten) brikan (got) = brechen, streiten
  • Standarte (3–5 Sturmbanne) stanthart (mhd) = standfest
  • Sturmbann (3–5 Stürme) hariban (afr) = Heerbann, Aufgebot
  • Sturm (3–4 Trupps) styrr (anord) = Kampf, Tumult
  • Trupp (3–4 Scharen) throp (afr) = Ansammlung
  • Schar (1–2 Rotten) skara (ahd) = (Heer-)Haufen
  • Rotte (4 – 8 Mann) rupta (lat) = brechen, Bruchteil einer Schar[3]

1938

Im Jahr 1938 wurde die Organisationsstruktur der SA nach militärischem Vorbild reorganisiert, und im Juni 1938 galten auch für die im März desselben Jahres in die SA eingegliederte „SA-Obergruppe Ostmark“ die gleichen neuen Strukturen. So war die Gesamt-SA am 30. Januar 1939 wie folgt gegliedert:

1. Allgemeine SA

1.1 Aktive SA-I (zwischen 18 und 35 Jahren)
1.2 Aktive SA-II (zwischen 35 und 45 Jahren)

2. SA-Reserve (über 45 Jahre)
3. SA-Wehrmannschaften

Diese waren nach militärischen Fach- und Tätigkeitsgebieten unterteilt, und es wurden nun auch für die SA Waffenfarben eingeführt, die ihrerseits die Farben der SA-Gruppen ablösten. So bestanden in der SA folgende Tätigkeitsgebiete:

  1. Nachrichten-SA (Zitronengelb)
  2. Reiter-SA (Orange)
  3. Pionier-SA (Schwarz)
  4. SA-Jäger/SA-Schützeneinheiten (Grün)
  5. Sanitäts-SA (Königsblau)
  6. Marine-SA (Marineblau)
  7. SA-Fußstandarten (Grau)
  8. SA-Gruppenstäbe (Hellrot)
  9. Oberste SA-Führung (Karminrot)

Aus dieser Gliederung waren zwei ehemalige SA-Gliederungen herausgenommen worden, da diese nach der Machterübernahme Hitlers mit anderen Organisationen zu eigenständigen Formationen aufgebaut wurden:

  1. Die ehemalige Motor-SA wurde mit anderen Automobilverbänden zum NSKK umgebildet.
  2. Die ehemalige Flieger-SA (einst u. a. unter Theodor Croneiß) wurde zusammen mit der Flieger-SS in das entstehende NSFK eingegliedert.

Uniformierung und Abzeichen

Die Angehörigen der SA trugen braune Uniformen. Daher wurden diese, analog zu den faschistischen Schwarzhemden in Italien, auch als Braunhemden bezeichnet. Noch heute werden nationale Bewegungen mit der Farbe braun assoziiert. Am linken Arm wurde die rote Armbinde mit weißem Kreis und einem schwarzen Hakenkreuz getragen (Hakenkreuzflagge). Weiterhin gehörten zur Uniform die Sturmabzeichen, die am Hemdkragen befestigt wurden und je nach Gau (Gebietsgliederung) farblich unterschiedlich gestaltet waren.

Einschätzung

Ernst Nolte urteilte über die SA:

Die SA-Männer hatten nicht den Charakter, der von vornherein abstoßend wirkte wie derjenige der NPD-Leute von heute. Die wenigsten hatten ein Aussehen, das den Bürger erschreckte; es waren Menschen, die vom allgemeinen Bild nicht allzusehr abwichen. Die braunen Uniformen dürften zwar schon wegen der Farbe manchen unangenehm berührt haben, aber unter den braunen Mützen waren doch im großen und ganzen normale deutsche Gesichter zu sehen. [...] Ich erinnere mich, daß ein bekannter Historiker zu mir sagte: ‚Wenn ein Lastwagen vorbeikam, der mit SA-Leuten besetzt war, nachdem zuvor ein Wagen voller Rotfrontkämpfer vorbeigefahren war, fühlte man sich beschützt.‘ Eine der wichtigsten Ursachen für den Erfolg des Nationalsozialismus war gerade dies, daß weder die SA- noch die SS-Männer als Außenseiter oder Barbaren auftraten wie die Glatzköpfe heute. Denn zu behaupten, eine von Anfang an als verbrecherisch erkennbare Bewegung hätte in freien Wahlen die Hälfte der Stimmen eines großen Volkes gewinnen können, das noch dreißig Jahre vorher als die wissenschaftlich führende Weltmacht galt, ist absurd. Dann müßte man schon das ganze deutsche Volk als verbrecherisch bezeichnen, und das wäre in meinen Augen grotesk.[4]

Siehe auch

Literatur

„Und Ihr habt doch gesiegt!“ von Professor Elk Eber
  • 96-book.png PDF Karl Koch: Das Ehrenbuch der SA, Nibelungen-Verlag, Berlin-Leipzig 1934
  • 96-book.png PDF Wilfrid Bade: Die SA erobert Berlin, Verlag Knorr & Hirth GmbH, München 1933
  • 96-book.png PDF Deutsche Uniformen – Album – SA SS HJ, Sturm - Zigarettenfabrik, Dresden 1933
  • 96-book.png PDF Allgemeine Dienstordnung der SA, Jos. C. Huber Diessen, München 1933
  • 96-book.png PDF Max Thalmann: Briefe des Kampfes und des Glaubens, Jena 1938
  • 96-book.png PDF Jahrbuch der SA. Vom Parteitag der Arbeit zum Parteitag Großdeutschlands, 1939
  • 96-book.png PDF Fritz Stelzner: Schicksal SA – Die Deutung eines großen Geschehens, Franz Eher Verlag, München 1938
  • Deutschland erwacht, Cigaretten-Bilderdienst Altona-Bahrenfeld, 1933
  • Hans Snyckers:
    • SA-Wehrabzeichen – wehrbereitendes Volk, 1940
    • Tagebuch eines Sturmführers, Franz Eher Verlag, München 1944
  • Julius-Karl von Engelbrechten: Eine braune Armee entsteht. Die Geschichte der Berlin-Brandenburger SA, Franz Eher Verlag, München-Berlin 1937 (Im Auftrag von Dietrich von Jagow)
  • Hermann Okraß: „Hamburg bleibt rot“ – Das Ende einer Parole, Hamburg 1935
  • Waldemar Glaser: Ein Trupp SA, 1938
  • Herybert Menzel: Ewig lebt die SA, 1938

Verweise

Fußnoten

  1. Otto Wagener war vom 1. Oktober 1929 bis 31. Dezember 1930 Stabschef der SA sowie ab dem 29. August 1930 bis 31. Dezember 1930 mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Obersten SA-Führers beauftragt.
  2. Vgl. Blutzeuge
  3. Paul Herthum: Woher stammen unsere Einheitsbezeichnungen? In: Der SA.-Führer, Heft 2, 1942, S. 29 f.; Götze/Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 1948, 14. Auflage
  4. Ernst Nolte, in: Siegfried Gerlich: Im Gespräch mit Ernst Nolte. Einblick in ein Gesamtwerk, Schnellroda 2005, S. 126 ff.


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